Eucharistie
Neue Perspektiven für die Alte Messe
Im Bistum Würzburg kann man den Sonntagsgottesdienst mit Hinweis auf eine Vorabendmesse ersatzlos streichen. Die Folge: Am Novus Ordo freien Sonntagmorgen könnte man problemlos eine Alte Messe lesen.
Die Webseite der umstrittenen Pfarrei Sankt Michael kündigt für den vierten Adventsonntag ein "Matinée" an.
Die Webseite der umstrittenen Pfarrei Sankt Michael kündigt für den vierten Adventsonntag ein „Matinée“ an.
(kreuz.net, Schweinfurt) Am vierten Adventsonntag gibt es in der Pfarrei Sankt Michael in Schweinfurt – wie schon seit acht Jahren – statt einer Messe einen Brunch.

Das gab der altliberale Pfarrer von Sankt Michael, Hw. Roland Breitenbach (73), am Donnerstag in seinem wöchentlichen „Liturgieletter“ bekannt.

Schweinfurt befindet sich vierzig Kilometer nordöstlich von Würzburg.

Der Liturgiebrief enthält Mitte der Woche vorab die selbstgeschriebenen Texte und Gebete für die nächste Sonntagsmesse in Sankt Michael.

Bischof Friedhelm Hofmann von Würzburg schaut dem Treiben von Pfarrer Breitenbach seit Jahren untätig zu.

In der jüngsten Ausgabe des Liturgiebriefs macht der Pfarrer bereits die Ankündigung für den vierten Adventsonntag – „damit es nicht untergeht“.

Hw. Breitenbach gestaltet den vierten Adventsonntag als „eine Art »eucharistischer Fasttag«“.

Er will in der Kirche eine „adventliche Matinée“ feiern – mit Musik, Texten, alkoholfreiem Punsch und Selbstgebackenem.

Der Pfarrer bezeichnet den Frühschoppen als „besinnliche Gottesdienst-Form“.

Wenn der Bischof – wie die Jahre zuvor – nicht eingreift, will Pfarrer Breitenbach die Texte für den Frühschoppen nächste Woche ausschicken.

Der Frühschoppen in der Kirche habe sich seit Jahren bewährt – bekennt er sich als Wiederholungstäter.

Pfarrer Breitenbach begann bereits im Jahr 2000, die Messe am vierten Adventsonntag ausfallen zu lassen.

Im Jahr 2003 kritisierte der neokonservative Nachrichtendienst ‘kath.net’ die Veranstaltung in einem fehlerhaften Artikel, der nach der Veröffentlichung mehrmals geändert werden mußte.

Damals rechtfertigte die Pfarrei auf ihrer Webseite, daß die Messe am letzten Adventsonntag nicht abgeschafft sei.

Es gäbe eine Vorabendmesse sowie Messen in der Nachbarpfarrei – so die Pfarrei in ihrer Stellungnahme.
      
15 Lesermeinungen
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#15   dominikaner   13:47:49 | Montag, 15. Dezember 2008
tägliche messe
ich halte die tägliche messer für übertrieben und falsch… das ist wie jeden tag sahnetorte irgendwann hat mans über :-!
eine messe die woche (so wie in der orientalischen kirche) und zwar am sonntag ist völlig ausreichend und das in einer würdevollen form egal ob alter ritus (der garnicht so alt ist 16. jh) oder gültiger neuer ritus. hauptsache würdevoll und ohne priesterliche selbstdarstellungsversuche. und wenn ich eine wirkliche mystische tief religiöse messe haben möchte gehe ich sowieso zu den russisch orthodoxen (ist in meinen augen sowieso die einzig wahre liturgie) denn auch der alte katholische ritus ist nur selbstdarstellung des priester und eine verherrlichung des klerikalismus aber nicht gottes
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#14   pfarrverweser1   09:51:22 | Sonntag, 14. Dezember 2008
@ möchtegern-kathole:
Es geht hier nicht um die tägliche Messe! Es gibt Pfarren, in denen von Montag bis Samstag Morgen acht und am Wochende sechs Messen gefeiert werden! Da wird die Ausnahme der Trination zur Regel…
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#13   Gotthard   09:38:22 | Sonntag, 14. Dezember 2008
@möchtegern-kathole
Werktagsmesse mit Antworten der Gläubigen usw usw, ein Reichtum den die neue Messe nicht kennt.
eine wunderbare Spielart der Hl. Messe!
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#12   etha   08:05:51 | Sonntag, 14. Dezember 2008
automatisch
Ja,ja – Automaten sind nicht zu verachten, wenn Priester fehlen oder verhindert sind. Mehr beachtenswert wären Menschen.
Weihrauch bitte o^/
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#11   Gotthard   22:22:27 | Samstag, 13. Dezember 2008
Liturgia horarum!
Es gibt da sowas wie die Liturgia horarum!
Ich kenne eine Gemeinde, die in zwei morgendliche Werktagsmessen die Laudes eingebaut hat.
Ist der Priester verhindert, wird automatisch die Laudes (leicht angepasst) gebetet mit den Lesungstexten des Tages.
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#10   etha   22:07:20 | Samstag, 13. Dezember 2008
es werde Licht
Ein Tipp an den Pfarrverweser – für den Fall, dass ihm beim Verwesen auch mal sein Brevier abhanden kommt – : im Verlag „ars liturgica“, Maria Laach, gibt es ein hervorragendes, monatlich erscheinendes Büchlein „Te Deum“ – Das Stundengebet im Alltag.
Es scheint mir, dass es auch gut geeignet ist brevierielle Scheuklappen etwas zu lüften.
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#9   möchtegern-kathole   22:06:41 | Samstag, 13. Dezember 2008
@pfarrverweser
„Ich sehe schon ein, dass zu gewissen Festzeiten, wie eben gerade zu Weihnachten und danach, viele Gottesdienste gefeiert werden. Aber müssen das immer Messen sein?“
Wer die Messe liebt, dem ist die tägliche Messe nicht zuviel. Außerdem gibts grade bei der alten Messe viel Abwechslung: Hochamt, Rorateamt, stille Werktagsmesse, Werktagsmesse mit Liedern, Werktagsmesse mit Antworten der Gläubigen usw usw, ein Reichtum den die neue Messe nicht kennt.
Für mich z.B. ist die stille Messe ohne Lieder und ohne Antworten der Gläubigen äußerst besinnlich, ja Besinnung auf das, was sich da stumm vollzieht, auf dieses unaussprechlich große Geheimnis zu unserem und der ganzen Menschheit Heil – Besinnung auf die Liebe unseres Herrn und Gottes, der in unglaublicher Demut persönlich zu uns Menschen in der Messe kommt und für uns Sein grandioses Opfer darbringt, sein reines Opfer, sein heiliges Opfer, sein makelloses Opfer. Da öffnet sich die Türe des Himmels einen Spalt breit, und wir dürfen hineinschaun.
Wer es fassen kann, der fasse es.
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#8   pfarrverweser1   21:00:09 | Samstag, 13. Dezember 2008
@ confiteor et al.
So kann man die sonntägliche Eucharistiefeier auch konterkarieren! Das schlägt dem Fass ja echt den Boden aus!
Ich sehe schon ein, dass zu gewissen Festzeiten, wie eben gerade zu Weihnachten und danach, viele Gottesdienste gefeiert werden. Aber müssen das immer Messen sein? Es gibt da sowas wie die Liturgia horarum! Also warum nicht statt einer Abendmesse eine Vesper oder statt einer Frühmesse Laudes??? Vielleicht hat ja Pfarrer Breitenbach sein Brevier verlegt… Oder ist nie auf die Idee gekommen, dass das Stundengebet, zu dem er verpflichtet ist, eigentlich das Gebet der Kirche, also unser aller Gebet ist. Eine Pfarrgemeinde (deren Mitglieder in der Regel, alles, was in der Kirche stattfindet, als „Messe“ bezeichnen – bis hin zur Tauffeier) dazu zu motivieren, die Tagzeitenliturgie mitzufeiern, ist allerdings sicher anstrengender und erfordert größeren Ideenreichtum, als das zu kopieren, was im Advent sowie an jeder Straßenecke offeriert wird: Punsch und Schmalzbrot. Blöd ist halt nur, dass beides in einer Kirche nichts verloren hat!
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#7   möchtegern-kathole   16:03:19 | Samstag, 13. Dezember 2008
Dafür …
Dafür gibts ja bei jedem guten Wirt ein Gastmahl, Merker hat schon recht. An das andere glaubt Hochwürden wohl sowieso nicht mehr, sonst würde er’s nicht ausfallen lassen.
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#6   solideo   15:31:52 | Samstag, 13. Dezember 2008
An Confiteor
Meinen Sie das altherwürdige Sakrament des Punsches?
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#5   Confiteor   12:54:01 | Samstag, 13. Dezember 2008
Wenn Jesus
uns zum Gastmahl lädt ist er ja auch Wirt, der den Gästen sogar die Füße wäscht…
Warum soll Pfarrer Breitenbach das etwa nicht ordentlich machen…?
Schon mal im Johannesevangelium gelesen, Merker?
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#4   Merker   12:50:06 | Samstag, 13. Dezember 2008
Besserer Ausweg
Möge der Pfarrer Breitenbach doch besser Wirt werden!
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#3   Heggi   11:59:40 | Samstag, 13. Dezember 2008
Lutheraner
Lutheraner ist wie Hitleraner, wenn ich an des Reformators Aufforderung zum praktischen Antisemitismus und seinen Aufruf im Bauersnaufstand denke, diese „wie die tollen Hunde totzuschlagen“
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#2   Confiteor   11:55:24 | Samstag, 13. Dezember 2008
Eucharistisches Fasten
kann sehr gut tun. Gerade in Zeiten, in denen sich Eucharistiefeiern zu häufen drohen.
Da tut Pfarrer Breitenbach gut daran, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu zeigen: So geht es auch!
Auf diese Weise wird der Gedanke der Eucharistie nicht durch zu viele Eucharistiefeiern belastet.
Weniger ist meistens mehr. Das gilt auch in dem Fall.
Möge Pfarrer Breitenbach seinen Pioniergeist weiterhin umsetzen…! :)3 :)3 :)3
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#1   Lutheraner   11:51:14 | Samstag, 13. Dezember 2008
Getretener Quark
sagte Johann Wolfgang, wird breit, nicht stark.
Die Alte Messe verliert irgendwie an Faszination … :-S
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