St. Pölten
Der frische Wind von Sankt Pölten
Kein Jahr nach der Absetzung von Bischof Kurt Krenn scheint sich die Diözese Sankt Pölten zu einem Eldorado für glaubensfremde Katholiken zu entwickeln. Das jüngste Beispiel: ein in Regensburg abgesägter Professor.
(kreuz.net, St. Pölten) Auf der diesjährigen Tagung der Pastoralreferenten der niederösterreichischen Diözese St. Pölten gab es einen ganz besonderen Leckerbissen. Als Hauptredner trat dort nämlich Prof. August Jilek von der Universität Regensburg auf.

Die Tagung fand am 1. März 2005 im Benediktinerkloster in Seitenstetten statt. Das Stift Seitenstetten befindet sich zwischen St. Pölten und Linz und gehört zum St. Pöltener Diözesangebiet. Der diözesane Koordinator der Pastoralreferenten in St. Pölten ist Johann Wimmer.

Prof. Jilek ist der ehemalige Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft an der Universität Regensburg. Der dortige Diözesanbischof, Mons. Gerhard Ludwig Müller, entzog ihm im Oktober letzten Jahres die Lehrerlaubnis. Der Bischof vollzog diesen Schritt deshalb, weil sich der Professor durch eklatante Häresien und wüste Beschimpfungen seiner kirchlichen Oberen in Szene gesetzt hatte. Eine zeitlang spielte der katholische Professor, ein verheirateter Diakon der Diözese Mainz, sogar mit dem Gedanken eines Kirchenaustrittes.

Die gesamte deutsche Bischofskonferenz stellte sich geschlossen hinter das vom Regensburger Bischof angestrengte Lehrbeanstandungsverfahren gegen Professor Jilek. Da die Theologieprofessoren in Deutschland vom Staat angestellt sind, hat der Entzug der Lehrerlaubnis keine direkte Auswirkung auf den Monatslohn des Professors. Jilek verliert damit nur das Recht, an der Universität Regensburg Prüfungen für die Erlangung eines von der Kirche anerkannten akademischen Grades abzunehmen.

Der gegenwärtige Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger und der ehemalige Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, waren früher ebenfalls Professoren in Regensburg.

Daß man einen solchen Redner brauche, um die Gemüter der Pastoralassistenten in St. Pölten zufrieden zu stellen – meinte ein Priester der Diözese – sei ein Hinweis auf die Ausbildung, welche die kirchlichen Laienmitarbeiter in den vergangenen Jahren genossen hätten: „Es waren doch die maßgeblichen Prälaten Staudinger, Schrittwieser und Fasching, deren Geistes Kinder sie sind, und von denen sie über die Jahre systematisch linkskatholisch indoktriniert wurden.“

Prälat Ferdinand Staudinger ist der langjährige Neutestamentler der Philosophisch-Theologischen Hochschule von St. Pölten. Prälat Franz Schrittwieser war von 1988 bis 2001 Regens am dortigen Priesterseminar und Mons. Heinrich Fasching amtete unter Bischof Kurt Krenn als Weihbischof und Generalvikar der Diözese. Alle drei wurden vom Vorgängerbischof in ihr Amt gehoben oder darin bestätigt.

In der Zwischenzeit wurde bekannt, daß sich der gegenwärtige Bischof von St. Pölten, Klaus Küng, angeblich gegen eine Einladung des theologischen Außenseiters durch seine Pastoralreferenten ausgesprochen habe.
      
3 Lesermeinungen
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#3   spectator †   20:08:08 | Sonntag, 13. März 2005
die deutschsprachige Kirche
Die Diözese täte gut daran, sich wieder auf ihre Zugehörigkeit zur Weltkirche zu besinnen – wie zu Zeiten von Bischof Krenn – und keinen linken Sonderkurs einzuschlagen, der im Hinblick auf die Einheit der Kirche gefährlich werden könnte.
Das hat die deutschsprachige Kirche nicht vor. Das lernen die Nachkommen Hitlers nie.
Es ist ihnen nicht mehr möglich, den Anderen ihre eigene „Politik“ anzudrehen, aber es ist ihnen möglich sich von der rechtmäßigen Obrigkeit (Vatikan), die sie selber nicht sind, nichts sagen zu lassen. So bekleidet man die eigentliche Verfassung der deutschsprachigen Kirche – die Willkürherrschaft – mit dem, der duseligen Volkskirche vorgespieltem, bewussten Handeln (angeblich).
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#2   Berengeria   19:44:12 | Sonntag, 13. März 2005
weltkirchliche Normen
Es ist doch wirklich erstaunlich, daß man in der Diözese St. Pölten von den sog. „Konservativen“ die Einhaltung weltkirchlicher Normen verlangt, während dies für die Pastoralassistenten offenbar nicht gilt. Denn wie wäre es sonst möglich, daß man einen Theologen nach St. Pölten einlädt, dem die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig die Lehrbefugnis entzogen hat? Die Diözese täte gut daran, sich wieder auf ihre Zugehörigkeit zur Weltkirche zu besinnen – wie zu Zeiten von Bischof Krenn – und keinen linken Sonderkurs einzuschlagen, der im Hinblick auf die Einheit der Kirche gefährlich werden könnte.
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#1   Ottawiani   18:49:08 | Sonntag, 13. März 2005
Tanzmariechen gesucht
Nachdem in der Linzer Liturgie--Küche die Puppen am Tanzen sind, halten sich manche in St. Pölten wohl zu rückständig und wollen durch Nachhilfeunterricht des österreichischen Professors die römische Steif-heit der Riten verwinden.
L’ultimo sogno di Msgr. Hannibale Bugnigi???
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