Wohl wegen der tristen Lage in der Nachkonzilszeit
Bischöfe, die nicht für den katholischen Glauben einstehen und die Interessen der Kirche verteidigen, haben auch keine Seminaristen. Ein trauriges Jubiläum in Wien.
Webseite des Wiener Priesterseminars.
(kreuz.net) Am 19. Dezember zelebrierte das Wiener Priesterseminar sein 250jähriges Bestehen.
Darüber
berichtete die antikirchliche Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’.
Das Priesterseminar befindet sich im
zentralen Wiener Stadtteil Alsergrund und wird von der Zeitung als „Idyll“ beschrieben.
Begründet wurde
die Institution von Fürsterzbischof Christoph Anton Graf Migazzi († 1803). Er holte im Jahr 1758 die
ersten sieben Alumnen zu sich ins Churhaus am Stephansplatz.
„Offensichtlich witterte der spätere Kardinal
in den Jesuiten eine Konkurrenz für seine Seelsorgepläne“ – zitiert die Zeitung den gegenwärtigen „jugendlichen
Regens“ des Priesterseminars, Hw. Nikolaus Krasa – „der auch im Beachvolleyball-Sand gute Figur machen
würde“.
Für die Erzdiözese – die auf dem Papier 1.3 Millionen Katholiken umfaßt – hat er gerade mal
28 Schützlinge zu betreuen. Der absolute Tiefpunkt war im Jahr 2002 mit dreizehn Seminaristen.
Der gegenwärtige
Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, ist seit 1995 im Amt. Sein altliberaler Kurs, seine
Anbiederung an kirchenfeindliche Kreise und die zahlreichen Skandale der letzten Jahre sind nicht in der
Lage, Seminaristen anzuziehen.
„Aber Schwierigkeiten begleiten das Seminar durch all die Jahre“ – beschwichtigt
die dem Kardinal wohlgesonnene ‘Presse’.
Alleine 181 Neueintritte
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts studierten
in Wien etwa 120 Seminaristen. Damit war die Kapazität im alten Churhaus überfordert.
Regens Gustav
Müller erwarb das Waisenhaus in der Boltzmanngasse. Der Plan wurde unter Kardinal Franz Xaver Nagl († 1913)
spruchreif.
Am 13. August 1914 las Regens Müller die erste heilige Messe in der Seminarkirche.
Mit
dem Seminar ging es schnell aufwärts. Im Jahr 1933 gab es alleine 181 Neueintritte, „wohl auch wegen
der tristen sozialen Lage in der Zwischenkriegszeit“ – spekuliert ‘Die Presse’.
Während der nationalsozialistischen
Zeit konnte man nur einen Notbetrieb aufrecht erhalten, weil große Teile des Gebäudes vom Staat besetzt
wurden.
Viele Seminaristen wurden zum Arbeits- und später zum Kriegsdienst eingezogen.
Am Morgen des
10. April 1945 wurde das Priesterseminar von den Russen „befreit“. Sie plünderten das Haus im großen
Stil.
Im Juni übernahmen die US-Truppen den Sektor. Langsam normalisierte sich das Seminarleben wieder.
Zu Beginn des Jahres 1946 zählte das Seminar bereits wieder 65 Alumnen, zwei Jahre später achtzig.
Heute liegt das Durchschnittsalter der wenigen Seminaristen bei 30 bis 35 Jahren.
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31 Lesermeinungen
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Die Wissenschaft kann den Sinn des Kosmos nicht erklären Das sagte kürzlich der große österreichische
Physiker Walter Thirring. Dies sei Bereich der Religion. Der wirklich große Denker erkennt wie unzureichend
unser Verstand ist, um die ungelösten Fragen dieses Kosmos zu beantworten: Warum existiert etwas? Warum
gibt es Materie? Wie wurde sie geschaffen? Wer schuf die Naturgesetze? Wer setzte die „Evolution“ in Gang?
usw. Unser Staunen über die Schöpfung erfordert ein Gegenüber, eine übergeordnete Instanz, der wir
unseren Dank über die uns geschenkten Erkenntnisse ausssprechen dürfen, mit der wir uns „artgemäß“
aussprechen können, das heißt sie, Gott, anbeten. Das Evangelium Jesu Christi „brennt in der Brust“
wer die Gnade hatte, angezündet zu werden. Er hat uns diese ferne, unnahbare Instanz als seinen und unseren
liebenden Vater nahegebracht. Während etwa die Hindu-Sadhus nach Erlösung von ewigen Wiedergeburten
dürsten und zu ihrer Demütigung auch Exkremente verzehren, hat sich Jesus für uns liebevoll am Kreuz
hingegeben und die Sakramente gestiftet, besonders das der Sündenvergebung. Diese Vorbild von Jesus zieht
seit zwei Jahrtausenden Nachfolger an, denen das Evangelium, wie den Emmausjüngern, ebenfalls in der
Brust „brennt“. Dazu braucht es aber Menschen, die dieses Feuer in sich tragen! Bischöfe welche die „Fristenlösung“
öffentlich verteidigen wie Kardinal Schönborn und Bischof Alois Schwarz, zertreten jeden Glaubensfunken.
Wer das Gebot „Du sollst nicht töten“ verwirft ist kein Jünger Jesu, sondern Satans!
#29 Benedikt 20:47:20 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@ ignosti Religion ist ein Erklärungsmodell, das einen modernen Menschen heute nur noch aus kulturhistorischem
Interesse beschäftigt. Und Sie sind so ein moderner Typ, ja? Leiden Sie unter Profilneurose, oder was?
Oder sind Sie bloß ein Provokateur, der hier sein im Ethikunterricht anlesenes Halbwissen zum Besten
gibt. Zwei Tage sind Sie noch lustig, dann wird’s langweilig.
#28 derLeser 20:40:36 | Sonntag, 21. Dezember 2008
agnosti Religion ist ein Erklärungsmodell, das einen modernen Menschen heute nur noch aus kulturhistorischem
Interesse beschäftigt. empirieverabsolutierende Positivisten sind die Geistesbehinderten unserer Tage.
Das ändert nichts daran dass sich deren geistige Behinderung auf grössere Teile der Bevölkerung ausgeweitet
hat und das Odium der selbstverständlichen Normalität besitzt
#26 ignosti † 20:27:52 | Sonntag, 21. Dezember 2008
Aber ja! Ob blaue oder braune Hosen ist eine Geschmackssache! Ob religiös oder nicht ist eine Frage des
Bewußtseins und des Realitätsbezugs! Nur aus der Tatsache, dass es Krebs gibt, wirst du ja nicht sofort
dessen Sinnhaftigkeit oder ein menschliches Bedürfnis danach konstruieren. Religion ist ein Erklärungsmodell,
das einen modernen Menschen heute nur noch aus kulturhistorischem Interesse beschäftigt. ignosti, mitleidig
#25 Dr. Schlämmer 20:21:25 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@ Ignosti Religion ist Privatsache, ebenso, ob jemand eine blaue oder braune Hose bevorzugt. Genauso wie
jemand die braunen oder blauen Hosen produzieren muss, wird es immer objektive Religionen geben, die die
religiösen Bedürfnisse der Menschen befriedigen. Der Islam z. B. breitet sich wunderbar aus. Merke:
Es gibt da draußen offenbar Menschen, die Ihre Auffassung nicht teilen. Sie sind sogar besser organisiert
als Sie. Dr. Schlämmer, kopfschüttelnd
#23 ignosti † 20:12:22 | Sonntag, 21. Dezember 2008
walderer ich schon, weil es anders kein begriffliche Bestimmung von Religion geben kann. Aber jeder –
seine Religion kennende – Katholik würde deine Aussage ablehnen. Zu deiner Frage „warum treibst du dich
hier in diesem forum rum, wenn dein glaube oder unglaube privatsache ist“?: Warum sollte man sich nicht
auch über Privatsachen in einem Forum unterhalten? ignosti, kopfschüttelnd
#20 walderer 19:52:03 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@ignosti das leben ist nunmal keine privatsache. warum treibst du dich hier in diesem forum rum, wenn
dein glaube oder unglaube privatsache ist? ich würde dir persönlich mal die beschäftigung mit dem tibetischen
buddhismus empfehlen, das entspannt ungemein.
#19 ignosti † 19:42:47 | Sonntag, 21. Dezember 2008
walderer „zeitgemäß“ wäre das endgültige Verschwinden von Religion aus unserer Gesellschaft. Religion
ist Privatsache, ebenso, ob jemand eine blaue oder braune Hose bevorzugt. ignosti, überzeugt
#18 walderer 19:37:31 | Sonntag, 21. Dezember 2008
das priesteramt als solches ist bereits in auflösung begriffen und das ist auch gut so. allenfalls die
museale erscheinungsform des priesters wird in traditionalistischen strömungen eine gewisse zeit überleben.
langfristig wird sich jedoch das allgemeine priestertum in einer zeitgemäßen form etablieren.
#17 ignosti † 19:20:50 | Sonntag, 21. Dezember 2008
Schlämmerchen Wie wahr: „Der Priesterberuf ist heute, in dieser übersexualisierten, triebzentrierten
Gesellschaft, wahrscheinlich einer der schwersten, den man sich aussuchen kann. Es besteht manchmal geradezu
der Zwang, sich nach außen hin zu verstellen“. Man nehme nur einmal zu Kenntnis: Der pädophile Pfarrer,
der in einem bayerischen Internat in Lebenhan mindestens 16 Jungen missbrauchte, hat den Papst um Amtsenthebung.
Im Orden wird er – mit Auflagen – verbleiben dürfen. Strafrechtlich sind alle Taten verjährt. ignosti,
verständnisvoll
#16 Dr. Schlämmer 18:55:11 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@ Strauss: „Allgegenwärtige bigotte Denunzianten“ Treffer, versenkt! Ein widerwärtiges Pack ist das,
zumal diese meistens am meisten auf dem Kerbholz haben, zumindest im Sinne des Gebotes der Nächstenliebe.
Der Priesterberuf ist heute, in dieser übersexualisierten, triebzentrierten Gesellschaft, wahrscheinlich
einer der schwersten, den man sich aussuchen kann. Es besteht manchmal geradezu der Zwang, sich nach außen
hin zu verstellen. Dass Sie hier die Religionslehrer gleich mitgenannt haben, zeigt Ihr reiches Erfahrungswissen.
#13 Benedikt 18:50:31 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@ ignosti wenn du deine Kinder richtig erzogen hast, werden sie weder die psychische Konstitution, noch
die geistige Unreife besitzen, sich einem solchen Hirngespinst zuzuwenden. Genau, im Prinzip ist nur das
richtig, was SIE als richtig ansehen. Sie sind noch viel dogmatischer als jeder „Konservative“.
#12 ignosti † 18:20:50 | Sonntag, 21. Dezember 2008
menssana wenn du deine Kinder richtig erzogen hast, werden sie weder die psychische Konstitution, noch
die geistige Unreife besitzen, sich einem solchen Hirngespinst zuzuwenden. ignosti, verwwundert
#11 Mens Sana 17:53:31 | Sonntag, 21. Dezember 2008
@Strauss Sie meinten: Wer biete sonst heute noch ein lebenslängliche sichere Anstellung mit mit guten
Aufstiegschancen und guter Bezahlung bei sauberer Arbeit. Aber jedem Interessenten bleibt die Bürde eines
Tendenzberufes. Er muss bis zur Pensionierung seinem Brotherren nach dem Munde reden und als treuer Vasall
auch noch sein Privatleben so gestalten, dass selbst die allgegenwärtigen bigotten Denunzianten nichts
zu finden haben – ansonsten ist es ganz schnell aus mit diesen „angenehmen Status“. Und das wissen auch
die potentiellen Interessenten für die anderen kirchlichen Berufe: Erzieher in katholischen Kindergärten,
katholische Religionslehrer, Pastoralreferenten, etc. Ich jedenfalls würde meinen Kindern davon abraten.
Denn gerade dann wenn das Leben anfängt, richtig schief zu laufen, verliert man auch noch die Existenzgrundlage.
(im Sport heißt das: Nachtreten ohne Ball) Und aus DER Bredouille hilft auch keine Aufhebung des Zölibates.
Ohne Zölibat gäbe es wahrscheinlich haufenweise Priester ohne Berufung. Wer biete sonst heute noch ein
lebenslängliche sichere Anstellung mit mit guten Aufstiegschancen und guter Bezahlung bei sauberer Arbeit.
Aber lieber wenige gute Priester als viele falsche.
@B.Theophilus89: Ich spreche dem Priesteramt diese schönen Seiten nicht ab und teile auch die Bindung
dieses Berufes an ein Hochschulstudium bis zu einem gewissen Punkt; es entfernt den Menschen nicht zuletzt
auch oft von der Lebenswirklichkeit als Seelsorger. Bei meiner Aussage ging es mir jedoch darum, dass
der Zölibat kein ‘‘Preis für für die Annehmlichkeiten des Priestertums“ ist, sondern seine Grundlage
in einer religiösen Überzeugung hat.
@ Toter Alter Mann? Ja aber ich frage mich was soll am Priester-, Nonnen- und Seminaistentum nicht schön
sein? Verstehe mich nicht falsch! Aber was ist daran derartig schlimm? Schlimm ist, dass wir zum Weg
des Priestertums Hürden auferlegt bekommen, nämlich staatliche, viele die Priester werden könnten,
können es nicht werden. 1. Abitur (Fachabitur), 2. Hochschulzulassung, 3. Überteuerte Seminar- und Studiengebühren,
4. Lange Zeit bis zum Ende des Studiums, und 5. Die Hürde die die „Weihebeauftragten“ den Leuten in den
Weg stellen…
@B.Thephilus89 Ich bezog mich auf die von Gotthard angesprochenen Möglichkeiten für eine ansehnliche
Stellung und die aufstrebenden Schichten die einzige Möglichkeit eines Studiums und akademischen Berufes …
für Seminaristen, Mönche und Nonnen.
@ Toter Alter Mann? – Welches Monopol? Was soll den nicht am Priesteramt schön sein? Menschen helfen,
Beten, Buße tun, Sakramente spenden usw. Haben denn jetzt die alten Sakramentalien und Ehrbezeugungen
aufgehört?
Zölibat „neben religiösen Beweggründen gab es zahlreiche andere …“ u. a. deswegen ist es so wichtig,
dass der Zölibat nicht aufgegeben wird. Nur wer bereit ist, auf Ehe und Familie zu verzichten, hat auch
verdient, ins Priesteramt aufgenommen zu werden.
Tatsache Im Jahr 1933 gab es alleine 181 Neueintritte, „wohl auch wegen der tristen sozialen Lage in der
Zwischenkriegszeit“ – spekuliert ‘Die Presse’. da muss niemand spekulieren … Der Eintritt in ein Priesterseminar
oder in ein Kloster versprach immer auch soziale Sicherheit … für die nachgeborenen Söhne und Töchter
oft auch eine ansehnliche Stellung und die aufstrebenden Schichten die einzige Möglichkeit eines Studiums
und akademischen Berufes … neben religiösen Beweggründen gab es zahlreiche andere …