Aus der kirchlichen Hülle und Fülle
Mein Freund, reicht dein Mut noch für die letzten Meter der Fastenzeit? Der Heilige Paulus ging dir durch allerlei Drangsale voraus. Er, der seinen Kopf um Christi willen verlor, appelliert an deine Tapferkeit: „Ich wurde mehr geschlagen als alle anderen.“
(kreuz.net, Korinth) „Keiner soll mich für einen Narren halten,“ erklärte Paulus von Tarsus in seinem zweiten Brief an die Korinther. Wer ihn aber für einen Narren halte, solle es ihm auch erlauben, sich wie ein Narr zu benehmen und mit seinen Taten zu prahlen.

Korinth ist eine Stadt auf dem Peloponnes in Südgriechenland, rund hundert Kilometer westlich von Athen. Heute sind nur noch die Ruinen der Ortschaft erhalten. In Korinth gründete Paulus von Tarsus in den 50er Jahren des ersten Jahrhunderts eine christliche Gemeinschaft.

Was er zu sagen habe – so Paulus weiter – wolle er als Narr und folglich „im falschen Stolz des Prahlers“ verkündigen. Da viele Menschen gerne und aus Leibeskräften prahlten, wolle er das selber auch einmal ausprobieren, um so mehr als Narren in der Stadt Korinth recht populär seien: „Ihr laßt euch die Narren ja gern gefallen, ihr klugen Leute.“

Die Korinther hätten keine Probleme damit, sich von anderen um den Finger wickeln zu lassen. So störe es in der südgriechischen Stadt keinen, wenn jemand herrisch-närrisch auftrete und den Leuten ins Gesicht schlage. Von sich selber bekennt Paulus allerdings, daß er während seiner Besuche in der Stadt zu „schwach“ gewesen sei, ähnliches zu tun. Er beeile sich aber, das jetzt brieflich nachzuholen.

Zuerst rühmt sich Paulus in seiner selbstgewählten närrischen Art seiner Vorfahren und imitiert damit die neubekehrten Juden der Stadt, die mehr auf ihre Abstammung als auf Christus stolz sind.

Mit seinen Vorfahren – so Paulus – könne er auch prahlen: „Die neubekehrten Juden sind Hebräer – ich auch. Sie sind Israeliten – ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams – ich auch.“

Dann geht der Völkermissionar einen Schritt weiter. Er trage nicht nur Stärke und Stolz dieser Welt in sich, sondern auch den Abgrund der menschlichen Schwäche, welche ihm die Kraft Christi offenbart habe: „Die Judenchristen sind Diener Christi? Ich, Narr aller Narren, bin es noch mehr: Ich ertrug mehr Mühsal, war häufiger im Gefängnis, wurde mehr geschlagen, war oft in Todesgefahr.“

Fünfmal habe er von Juden die damals übliche Strafe der 39 Hiebe erhalten. Dreimal sei er ausgepeitscht, einmal gesteinigt worden. Dreimal habe er Schiffbruch erlitten und sogar eine Nacht und einen Tag auf hoher See getrieben. Er sei viel auf Reisen und dort vielen Gefahren ausgesetzt gewesen. Flußüberquerungen, Räuber, das eigene Volk und die Heiden hätten ihm schwer angesetzt. Er habe die Bedrohungen der Stadt, der Wüste, des Meeres und sogar der falschen Brüder ausgestanden.

„Ich erduldete Mühsal und Plage, durchwachte viele Nächte, ertrug Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Blöße“, erklärt der Griechenlandmissionar weiter in seinem Brief.

Das sei nicht alles. Er werde auch vom seelsorgerlichen Dienst aufgefressen und überfordert. Er müsse tägliche viele Leute betreuen und trage die Sorge für alle Pfarrgemeinden. Am Ende des Tages gebe es in den Pfarrgemeinden kein Problem, an dem er nicht persönlich teilnehme: „Wer leidet unter seiner Schwachheit, ohne daß ich mit ihm leide? Wer kommt zu Fall, ohne daß ich von Sorge verzehrt werde?“

Er könne mit seinen Heldentaten prahlen, so viel er wolle: Unter dem Strich fühle er nicht seine Stärke, sondern seine große Schwäche. Wenn er darum in seinem Leben mit etwas Großem angeben wolle, dann müsse das seine persönliche Schwäche sein.

„Gott, der Vater Jesu, des Herrn, er, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge“ meint Paulus von Tarsus abschließend, indem er nicht sich, sondern Gott preist.
      
2 Lesermeinungen
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#2   spectator †   08:57:24 | Dienstag, 15. März 2005
@ sttn
…Früher habe ich mit Paulus nichts anfangen können,
kannst du heute, du Schleimer?
Jesus hat schon gewusst warum er ihm erschienen ist.
mann, du hast die Atombombe neu entdeckt. Hättest du das hier nicht artikuliert, hätte selbst Gott nicht gewußt, warum er Paulus berufen hat.
Nur schade das der Sinn seiner Worte Heute so wenig Gehör findet.
dann streng dich an, du Trottel.
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#1   sttn   22:43:51 | Montag, 14. März 2005
Früher …
Früher habe ich mit Paulus nichts anfangen können, aber je mehr ich von ihm lese um so mehr finde ich das man von ihm lernen kann.
Jesus hat schon gewusst warum er ihm erschienen ist. Nur schade das der Sinn seiner Worte Heute so wenig Gehör findet.
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