09:59:54 | Dienstag, 23. Dezember 2008
Er steht jeden Tag um 2.30 Uhr auf. Dann liest er das Brevier, betet den Rosenkranz und steht anschließend der Eucharistiefeier vor. Daneben gibt er wirre Interviews.

Milingo im Interview der italienischen Tageszeitung ‘Il Gazzettino’
(kreuz.net, Vicenza) Der abgefallene Kurienerzbischof, Emmanuel Milingo (78), ist rechtzeitig zu Weihnachten
mit seiner Kebse in Italien aufgetaucht.
Das berichtete die Webseite der norditalienischen Tageszeitung
‘Il Gazzettino’ am 22. Dezember.
Milingo ist aus Südkorea eingereist. Jetzt lebt er in einer Wohnung
in der Nähe der Stadt Vicenza.
Dort hat er auch eine improvisierte Kapelle eingerichtet, in der er zwölf
Anhänger um sich geschart hat und verbotenerweise der neugläubigen Eucharistiefeier vorsteht.
In den
Klauen der SekteEr sei nach Italien gekommen, „weil mich einige Freunde darum gebeten haben, die mir
eine Wohnung eingerichtet haben“.
Es handelt sich dabei vermutlich um Anhänger der koreanischen Moon-Sekte,
zur der Milingo abgefallen ist.
Er sorge sich um die Kranken – erklärte Milingo weiter: „Ich habe in
Afrika und im Vatikan große Dinge getan“. Man habe sich um ihn gesorgt, „weil ich so viele Menschen anzog.“
Er sei nie aus der Kirche ausgetreten – behauptete der Sektenanhänger vor der Zeitung: „Ich bin immer
Milingo, getauft, gefirmt, zum Bischof geweiht.“
In Amerika und Korea führe er auch Priesterweihen durch.
Ein ScherzSeine Exkommunikation sei „ein Scherz“ gewesen. Der Vatikan streite mit allen – „mit den
Orthodoxen, den Anglikanern.“
Doch niemand habe Luther aufgehalten. Er fühle sich nicht exkommuniziert.
Seine ersten Weihnachtsglückwünsche habe er dem Papst in den Vatikan geschickt: „Das habe ich immer
so gemacht – manchmal antworten sie mir, manchmal nicht. Aber sie haben mir auch noch nach meiner Eheschließung
geantwortet.“
Milingo wurde exkommuniziert, nachdem er vier Bischöfe geweiht hatte: „In Wahrheit wurden
sie schon Bischöfe in Holland“ – rechtfertigt er sich: „Sie haben mich nur gebeten, die Apostolizität
zu bestätigen.“
Man haben ihn – nach seinem ersten Abfall – gebeten, nach Italien zu kommen, um mit
dem damaligen Papst Johannes Paul II. zu sprechen: „Aber sie hielten mich ein Jahr und drei Monate hin,
bis ich ihn sehen konnte.“
Rettung des CharismasDer Papst habe ihn gefragt: „Warum hat man Dich nach
Italien beordert?“
Da habe er, Milingo, den Heiligen Vater darauf hingewiesen, von ihm persönlich gerufen
worden zu sein. Darauf der Papst: „Mach Dir keine Sorgen, was sie mit Dir getan haben, haben sie auch
mit Pater Pio gemacht. Wir werden alles unternehmen, um Dein Charisma zu retten.“
Sein „Charisma“ beschreibt
Milingo als „spezielle Gabe, die der Herr wenigen gibt – das Charisma der Heiligung und Dämonenaustreibung.“
Er heile auch in Italien: „Ich werde bei Tumoren, Epilepsie und sonstigen Dingen um Hilfe gebeten.“
Unterredung mit dem TeufelMilingo hat nach eigenen Angaben selber mit dem Teufel gesprochen: „Er sagte,
daß dieser sich gedemütigt fühlte, von einer menschlichen Person verjagt zu werden, die ihm unterlegen
ist.“
Darauf antwortete Milingo dem Teufel: „Ich bin ein Mensch, aber ich mache es nicht für mich, ich
vertreibe den Teufel im Namen und durch die Autorität Jesu Christi.“
Vor dem Teufel hatte der abgefallene
Erzbischof angeblich nie Angst: „Ich glaube an Gott, nicht nur als Witz. Ich lebe in Gott und Gott lebt
in mir.“
Solidarität mit den MißhandeltenDie Entscheidung zu heiraten, sei nicht seine gewesen: „Der
Herr hat mich heiraten lassen, um Teil der über 150.000 verheirateten Priestern auf der Welt zu sein.“
Er wolle zu diesen „Mißhandelten“ gehören: „Sie haben keine Sünde, denn in ihrem Leben haben sie immer
Gott gedient.“
Man schließe Pfarreien, weil man keine Priester mehr hat: „Amerikanische Bischöfe haben
mich angefragt, ob ich ihnen Priester senden könnte.“
An Weihnachten gedenkt Milingo, die Messe zu zelebrieren:
„Ich feiere die Messe immer, nicht nur an Weihnachten.“
Ich beginne jeden Tag, nachdem ich um 2.30 Uhr
aufstehe, mit dem Brevier, der Rezitierung des Rosenkranzes und der Heilige Messe.
Ich bin kein „Ex-Bischof,
wie die Zeitungen schreiben. Ich bin weiterhin ein Priester.“
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