14:51:26 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Pius XII.
Es wäre ein großer Irrtum zu glauben, daß die bayrische Weihnacht erst mit dem gegenwärtigen Papst Einzug in den Vatikan gehalten hat.

Weihnachtsdarstellung in einer Bibel aus dem 12. Jahrhundert.
(kreuz.net) Schwester Pascalina Lehnert († 1983) – Haushälterin von Papst Pius XII. – pflegte für ihren
Dienstherrn bayerische Weihnachten in den Vatikan zu zaubern.
Das berichtete die Autorin Martha Schad
in der Monatszeitschrift ‘Vatikan-Magazin’.
Martha Schad (69) stammt aus München und ist lutherischen
Bekenntnisses. Sie studierte in Augsburg Geschichte und Kunstgeschichte.
Im Jahr 2007 veröffentlichte
sie eine Biographie von Schwester Pascalina mit dem Titel „
Gottes mächtige Dienerin“. Darin werden auch
die Weihnachtsbräuche am Hof von Pius XII. erwähnt.
Schon als Kardinal Eugenio Pacelli vatikanischer
Staatssekretär war, ließ seine Haushälterin an jeder Weihnacht einen prächtigen Christbaum aus München
nach Rom transportieren. Der Baum reichte vom Boden bis zur Decke.
Die Weihnachtsgeschenke gab es aber –
wie damals üblich – erst am Dreikönigstag.

Schwester Pascalina Lehnert ein halbes Jahr vor ihrem Tod
Schöne deutsche Weihnachten für seine EminenzSchwester
Pascalina wollte, „daß seine Eminenz hier in Rom die schönste deutsche Weihnacht – die er so gerne hatte –
nicht vermissen brauchte“ – zitiert Frau Schad die Haushälterin des Kardinalsstaatssekretärs:
„In der
Heiligen Nacht kommen die Verwandten Seiner Eminenz – der Bruder Seiner Eminenz mit seinen drei Söhnen
und die beiden Schwestern Seiner Eminenz mit den Männern und Kindern.
Nach den zwei heiligen Messen –
die dritte ist am Morgen in San Pietro, Pontifikalamt – führt Seine Eminenz alle zum festlich geschmückten
Baum, vor dem wir drei Schwestern ‘Stille Nacht’ sangen. Seine Eminenz hilft uns.[Neben Schwester Pascalina
sangen ihre Mitschwestern, die Köchin Schwester Ewaldis und die Schneiderin Schwester Maria Konrada]
Unter dem Baum liegt ein allerliebstes Jesulein und darum herum einige Kleinigkeiten für die Angehörigen
Seiner Eminenz.
Auch die Hausdiener wurden beschert. Die Angehörigen Seiner Eminenz hatten eine große
Freude am Christbaum und fragten mich schon zwei Monate vor Weihnachten ob es auch wieder einen Christbaum
gäbe.
Die Heilige Nacht bei Eminenz ist allen eine besondere Freude und sie erklären Seiner Eminenz,
daß sie sich das ganze Jahr darauf freuten.“Ein römischer Monsignore fand es im Gespräch mit Schwester
Pascalina schade, daß der Christbaum nicht öffentlich auf dem Petersplatz stand, wo ihn viele Menschen
hätten sehen und bewundern können.
Die päpstliche Zeit ist kostbarFrau Schad beschreibt, wie sich
die Weihnachtsfeiern im Krieg änderten.
In der Heiligen Nacht 1944 standen Soldaten aus aller Welt Seite
an Seite friedlich im Petersdom. Die nach dem Willen der Politiker verfeindeten Soldaten sangen in ihren
Sprachen – Italienisch, Polnisch, Französisch, Englisch und Deutsch – Weihnachtslieder.
Am Weihnachtsmorgen
1944 beschenkte Pius XII. arme Kinder in Rom. Der Heilige Vater ließ 12.000 Pakete verteilen. Einen Teil
brachte der Papst persönlich zu den Kindern.
Schwester Pascalina organisierte auch Hilfspakete für
die von den Nationalsozialisten in Italien eingerichteten Arbeitslager.
Eines Abends sagte die energische
Schwester: „Man könnte schon meinen, ich allein hätte zu tun auf dieser Welt.“
In der Nachkriegszeit
organisierte sie mit Spendengeldern aus den USA riesige Hilfstransporte unter anderem für das Erzbistum
München.
An den damaligen Münchner Erzbischof, Michael Kardinal Faulhaber († 1952), schickte sie zu
Weihnachten unter anderem Hunderte Paar Schuhe für die Seminaristen, sowie schwarzen Stoff, Futtermaterial,
Fäden und Knöpfe für Priestersoutanen.
An einem späteren Weihnachten wollte das Diplomatische Corps,
daß Pius XII. die Heilige Messe liest und 200 Kommunionen spendet: „Das ließen wir einfach nicht zu
und so ist Ihm eine Mühe erspart geblieben“ – bestimmte Schwester Pascalina.
Die Verwandten des Papstes
durften jeweils am Nachmittag des Weihnachtsfestes kommen. Das war für Pius XII. – nach den Worten von
Schwester Pascalina – zugleich eine Freude und ein „Zeitverlust“.
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Confiteor 17:58:25 | Freitag, 26. Dezember 2008
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Benedikt 17:55:32 | Freitag, 26. Dezember 2008
#8
Confiteor 13:16:33 | Freitag, 26. Dezember 2008
#7
Großwildjäger 13:16:01 | Freitag, 26. Dezember 2008
#6
Ultramontanus 13:10:52 | Freitag, 26. Dezember 2008
#5
Benedikt 13:09:29 | Freitag, 26. Dezember 2008
#4
kreuzchorsänger † 00:29:22 | Freitag, 26. Dezember 2008
#3
Marcelus 20:50:00 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
#2
Philister † 20:43:33 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
#1
Marcelus 18:10:09 | Donnerstag, 25. Dezember 2008