10:49:51 | Mittwoch, 24. Dezember 2008
Im nächsten Jahr wird der Papst tun müssen, was ihm nicht besonders liegt: viele neues Kurienposten nachbesetzen.

Papst Benedikt XVI. muß in nächster Zeit mehrere Ernennungen entscheidungen
(kreuz.net, Turin) Papst Benedikt XVI. wird im neuen Jahr die Umformung der von seinem Vorgänger geerbten –
altliberalen – Römischen Kurie fortsetzen.
Das erklärte die Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ am 15.
Dezember.
Das Blatt weist auf die kürzlich erfolgte Ernennung des Erzbischofs von Toledo, Antonio Kardinal
Cañizares, zum Präfekten der Liturgiekongregation hin.
Dieser biete eine bessere Gewähr als sein Vorgänger,
Kardinal Francis Arinze, daß er die Exzesse der Nachkonzilszeit beseitige. Die Zeitung bezeichnet Kardinal
Arinze zum Beispiel als einen lauwarmen Verteidiger der Rechte der Altgläubigen.
Der aus Sri Lanka stammende,
gegenwärtige Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Malcom Ranjith, habe sein Interesse an
dem Posten – „vielleicht allzudeutlich“ – gezeigt.
Außerdem soll er sogar den Präsidenten der Republik
Sri Lanka eingeschaltet haben – erklärt ‘La Stampa’.
Dieser habe dem Papst geschrieben, daß es äußerst
bedeutsam wäre, daß Mons. Ranjith nach Colombo zurückkehrte, um dort Erzbischof zu werden – und später
vielleicht sogar Kardinal, fügt ‘La Stampa’ hinzu.
Das würde ihn an die Spitze der asiatischen Prälaten
setzen und ihn in Rom für einen zukünftigen Aufstieg gut positionieren.
Ein Altliberaler als Nachfolger?
‘La Stampa’ weist darauf hin, daß der rührige vatikanische Friedensminister Renato Raffaele Kardinal
Martino (76) die Altersgrenze schon seit November des vergangenen Jahres erreicht hat.
Das Blatt sieht –
wie auch von anderen
Quellen berichtet – den altliberalen Erzbischof von Dublin, Mons Diarmuid Martin,
als möglichen Nachfolger. Mons. Martin war lange in Rom tätig:
„Zwischen ihm und Kardinal Ratzinger
herrschte damals keine große Liebe – aber es wäre nicht das erste Mal, daß der Papst Personen wählte,
mit denen er in der Vergangenheit nicht viele Gemeinsamkeiten besaß“ – so ‘La Stampa’.
Zwei Fliegen
auf einen Streich?Im vergangenen März hat auch der Ökumenismus-Kardinal Walter Kasper (75) das vatikanische
Pensionsalter erreicht.
‘La Stampa’ glaubt, daß er bereits in den ersten Monaten des kommenden Jahres
zurücktreten könnte – sofort nach der Woche für die Einheit der Christen.
Als Nachfolger bringt das
Blatt den altliberalen Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn ist Spiel. Wien sei schon immer
ein privilegierter Ort der Begegnung mit den Orthodoxen gewesen. Der Papst hoffe vor allem mit diesen
Kirchen ökumenische Fortschritte zu machen.
Außerdem könnte die Entfernung des überforderten und
rückgratlosen Kardinals eine Erneuerung der Erzdiözese Wien und des erlahmten österreichischen Katholizismus
insgesamt bewirken.
Als italienischer Konkurrenzkandidaten für den Posten nennt ‘La Stampa’ Bischof
Vincenzo Paglia von Terni. Er ist der geistliche Vater der Gemeinschaft von
Sant’Egidio .
Kranker Kardinal
Ein weiterer zu ersetzender Kuriale könnte der erst im Mai 2006 ernannte Präfekt der Missionskongregation
‘Propaganda Fide’, Ivan Kardinal Dias (72) sein. Seine ist – nach Angaben von ‘La Stampa’ – „vielleicht
die wichtigste Kongregation im Vatikan“.
Sie verwaltet vierzig Prozent der katholischen Kirche weltweit,
besitzt eine Bilanz, die vom Heiligen Stuhl unabhängig ist, und kann die zu ernennenden Bischöfe direkt
dem Papst vorlegen, ohne Umwege über die Bischofskongregation.
Der gegenwärtige Präfekt und vorherige
Erzbischof von Mumbai ist gesundheitlich so sehr angeschlagen, daß im Januar sein Rücktritt erwartet
wird.
Noch ein Altliberaler auf der AbschlußlisteDann erklärt ‘La Stampa’, es sei selten, daß ein
Kardinal nach Erreichen der Altersgrenze nicht noch eine Zeitlang weitermachen kann: „Aber es gibt Stimmen,
daß Kardinal Re am Tage des Erreichens der Altersgrenze abberufen werden könnte.“
Die Aussage bezieht
sich auf den altliberalen Präfekten der Bischofskongregation Giovanni Battista Kardinal Re. Er wird am
30. Januar das 75. Lebensjahr vollenden. Ihm wird die Ernennung zahlloser kirchenfeindlicher Bischöfe
zur Last gelegt.
Vier Tage vorher wird der aus Mexiko stammende vatikanische Gesundheitsminister, Javier
Kardinal Lozano Barragan, 76 Jahre alt werden. Er hatte in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen
zu kämpfen und dürft wohl ebenfalls bald ersetzt werden.
Abschließend erklärt ‘La Stampa’, daß es
inzwischen offensichtlich sei, daß das Ernennen von neuem Personal dem Papst nicht besonders liege und
er solche Schübe von Nominationen nicht besonders mag.
Außerdem war der gegenwärtige Heilige Vater
bereits als Kardinal nicht für seine gute Menschenkenntnis bekannt.
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