12:03:47 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Benedikt XVI.
Joseph Ratzinger wurde schon früh von einem Teufel bedroht. Doch eine Ordensschwester beschützte ihn auf heroische Weise. Winter ohne Schnee gab es schon damals.

Papst Benedikt XVI. spricht in Mozetta und Stola gekleidet die Weihnachtsgrüße in unzähligen Sprachen.
(kreuz.net, Regensburg) Die Krippe, vor der die Familie Ratzinger am Heiligen Abend betete, steht jetzt
im Vatikan.
Das erzählte der Bruder des Papstes, Prälat Georg Ratzinger, dem Münchner ‘Kirchenradio’
Mitte Dezember.
Auch die Tuffsteine, welche die Ratzinger-Brüder in der oberbayerischen Ortschaft Tittmoning
gesammelt hatten, sind bei der Krippe geblieben.
Jeder hatte seine LieblingssorteAls ihre Kinder klein
waren, buk Mutter Ratzinger († 1963) im Advent viele Plätzchen.
Georg liebte besonders Kokosflocken,
Maria Spitzbuben und Joseph Husarenkrapfen: „Jeder hatte seine Spezialität.“
Spitzbuben und Husarenkrapfen
werden beide aus Mürbteig mit Marmelade hergestellt. Sie unterscheiden sich nur in der Form.
Das Backen
erfüllte das Haus Ratzinger schon im Dezember mit einer besonderen Stimmung – erinnert sich der Prälat.
Die Mutter walzte den Teig aus. Die Kinder durften verschiedene Keksformen ausstechen: „Das war eine
große Freude“.
Joseph und der KrampusIm Advent wohnten die Geschwister Ratzinger jeden Tag um 6.00
Uhr früh der Roratemesse bei. Das Aufstehen fiel nicht schwer: „Da ist man gerne hingegangen.“
Am Fest
des Heiligen Nikolaus standen für die Kinder die Geschenke im Mittelpunkt. Damals habe kein Mensch vom
Weihnachtsmann geredet: „Das kann ich auch heute nicht vertragen.“
Im von Ordensschwestern geführten
Kindergarten schlug der Krampus einmal sehr fest gegen die Türe. Deshalb hielt die Schwester die Türe
von innen zu. Die beiden Ratzinger-Brüder – besonders der kleine Joseph – haben das der Klosterfrau „hoch
angerechnet“ – berichtet Prälat Ratzinger.
Schon damals habe es schneelose Winter gegeben, nicht erst
heute, wo man vom Klimawandel spreche: „Die mit Schnee waren uns lieber.“
Jetzt fürchtet der 84jährige
Prälat den Schnee und das Ausrutschen dagegen sehr.
Da weinte er bitterlichDer Heilige Abend begann
wie alle Tage mit dem Meßbesuch.
Am Nachmittag wurden die beiden Brüder weggeschickt. Wenn es Schnee
gab, konnten sie rodeln gehen, wenn nicht, mußten sie spazieren.
Danach betete die ganze Familie auf
den Knien den Freudenreichen Rosenkranz und einige Adventsgebete.
Die Kinder waren dabei sehr ungeduldig.
Darum kam das Christkind immer sehr früh.
Als Joseph zwei Jahre alt war, spielte an Weihnachten ein
Stofftier eine besondere Rolle.
Er kam mit seinen Geschwistern jeden Tag an einem Schaufenster in dem
damaligen Wohnort der Familie Marktl am Inn vorbei. Dort lag ein besonders schöner Teddybär.
Kurz vor
Weihnachten war er verschwunden. Als der kleine Joseph das bemerkte, weinte er bitterlich.
Um so größer
war die Freude, als er ihn vom Christkind geschenkt bekam – erinnert sich Prälat Ratzinger.
Als die
Kinder größer wurden, spielten sie den Eltern an Weihnachten zum Teil eigene kleine Kompositionen vor.
Georg spielte Geige. Joseph saß am Klavier, und die große Schwester Maria († 1991) bediente das Harmonium.
Die Mutter war zu Tränen gerührt. Der Vater schaute aufmerksam und kritisch. Dann sprach er den Kindern
ein Lob aus.
Das Christkind hat wenig GeldIm Jahr 1933 erhielt Georg ein außerordentliches Geschenk –
einen Bildprojektor.
Das war ein sehr einfaches Gerät, weil Vater Ratzinger – der Prälat korrigiert
sich schnell – „das Christkind“ nicht viel ausgeben konnte.
Später wünschte sich der musikalisch begabte
Prälat immer Noten. Im Jahr 1935 – in der ersten Klasse Gymnasium – erhielt er den Liber Usualis. Das
Buch enthält sämtliche Choralgesänge des ganzen Jahres.
Den jüngeren Bruder Joseph beeindruckte die
Tatsache außerordentlich, daß darin kein einziges Wort auf Deutsch enthalten war: „Das ganze Buch war
nur Lateinisch.“
Heute feiert Prälat Ratzinger Weihnachten besinnlich und ruhig.
Papst Benedikt XVI.
verbringe den Heiligen Abend mit Arbeiten. Er müsse nicht nur die Liturgien und Predigten vorbereiten,
sondern auch die Aussprache der Weihnachtsgrüße in unzähligen Sprachen einüben.
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