Benedikt XVI.
Er übte an der Aussprache
Joseph Ratzinger wurde schon früh von einem Teufel bedroht. Doch eine Ordensschwester beschützte ihn auf heroische Weise. Winter ohne Schnee gab es schon damals.
Papst Benedikt XVI. spricht in Mozetta und Stola gekleidet die Weihnachtsgrüße in unzähligen Sprachen.
Papst Benedikt XVI. spricht in Mozetta und Stola gekleidet die Weihnachtsgrüße in unzähligen Sprachen.
(kreuz.net, Regensburg) Die Krippe, vor der die Familie Ratzinger am Heiligen Abend betete, steht jetzt im Vatikan.

Das erzählte der Bruder des Papstes, Prälat Georg Ratzinger, dem Münchner ‘Kirchenradio’ Mitte Dezember.

Auch die Tuffsteine, welche die Ratzinger-Brüder in der oberbayerischen Ortschaft Tittmoning gesammelt hatten, sind bei der Krippe geblieben.

Jeder hatte seine Lieblingssorte

Als ihre Kinder klein waren, buk Mutter Ratzinger († 1963) im Advent viele Plätzchen.

Georg liebte besonders Kokosflocken, Maria Spitzbuben und Joseph Husarenkrapfen: „Jeder hatte seine Spezialität.“

Spitzbuben und Husarenkrapfen werden beide aus Mürbteig mit Marmelade hergestellt. Sie unterscheiden sich nur in der Form.

Das Backen erfüllte das Haus Ratzinger schon im Dezember mit einer besonderen Stimmung – erinnert sich der Prälat.

Die Mutter walzte den Teig aus. Die Kinder durften verschiedene Keksformen ausstechen: „Das war eine große Freude“.

Joseph und der Krampus

Im Advent wohnten die Geschwister Ratzinger jeden Tag um 6.00 Uhr früh der Roratemesse bei. Das Aufstehen fiel nicht schwer: „Da ist man gerne hingegangen.“

Am Fest des Heiligen Nikolaus standen für die Kinder die Geschenke im Mittelpunkt. Damals habe kein Mensch vom Weihnachtsmann geredet: „Das kann ich auch heute nicht vertragen.“

Im von Ordensschwestern geführten Kindergarten schlug der Krampus einmal sehr fest gegen die Türe. Deshalb hielt die Schwester die Türe von innen zu. Die beiden Ratzinger-Brüder – besonders der kleine Joseph – haben das der Klosterfrau „hoch angerechnet“ – berichtet Prälat Ratzinger.

Schon damals habe es schneelose Winter gegeben, nicht erst heute, wo man vom Klimawandel spreche: „Die mit Schnee waren uns lieber.“

Jetzt fürchtet der 84jährige Prälat den Schnee und das Ausrutschen dagegen sehr.

Da weinte er bitterlich

Der Heilige Abend begann wie alle Tage mit dem Meßbesuch.

Am Nachmittag wurden die beiden Brüder weggeschickt. Wenn es Schnee gab, konnten sie rodeln gehen, wenn nicht, mußten sie spazieren.

Danach betete die ganze Familie auf den Knien den Freudenreichen Rosenkranz und einige Adventsgebete.

Die Kinder waren dabei sehr ungeduldig. Darum kam das Christkind immer sehr früh.

Als Joseph zwei Jahre alt war, spielte an Weihnachten ein Stofftier eine besondere Rolle.

Er kam mit seinen Geschwistern jeden Tag an einem Schaufenster in dem damaligen Wohnort der Familie Marktl am Inn vorbei. Dort lag ein besonders schöner Teddybär.

Kurz vor Weihnachten war er verschwunden. Als der kleine Joseph das bemerkte, weinte er bitterlich.

Um so größer war die Freude, als er ihn vom Christkind geschenkt bekam – erinnert sich Prälat Ratzinger.

Als die Kinder größer wurden, spielten sie den Eltern an Weihnachten zum Teil eigene kleine Kompositionen vor.

Georg spielte Geige. Joseph saß am Klavier, und die große Schwester Maria († 1991) bediente das Harmonium. Die Mutter war zu Tränen gerührt. Der Vater schaute aufmerksam und kritisch. Dann sprach er den Kindern ein Lob aus.

Das Christkind hat wenig Geld

Im Jahr 1933 erhielt Georg ein außerordentliches Geschenk – einen Bildprojektor.

Das war ein sehr einfaches Gerät, weil Vater Ratzinger – der Prälat korrigiert sich schnell – „das Christkind“ nicht viel ausgeben konnte.

Später wünschte sich der musikalisch begabte Prälat immer Noten. Im Jahr 1935 – in der ersten Klasse Gymnasium – erhielt er den Liber Usualis. Das Buch enthält sämtliche Choralgesänge des ganzen Jahres.

Den jüngeren Bruder Joseph beeindruckte die Tatsache außerordentlich, daß darin kein einziges Wort auf Deutsch enthalten war: „Das ganze Buch war nur Lateinisch.“

Heute feiert Prälat Ratzinger Weihnachten besinnlich und ruhig.

Papst Benedikt XVI. verbringe den Heiligen Abend mit Arbeiten. Er müsse nicht nur die Liturgien und Predigten vorbereiten, sondern auch die Aussprache der Weihnachtsgrüße in unzähligen Sprachen einüben.
      
11 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#11   Sohn der Witwe †   12:31:14 | Samstag, 27. Dezember 2008
Samurai schreibt:
„Der soll – als er von dem Ergebnis der Papstwahl erfuhr (wollte ! er wirklich Papst werden?) – gesagt haben:
„Ich hoffe, die Venezianer werden mir verzeihen!“
Und seine Haushälterin soll gesagt haben:
„Das stehen wir auch noch durch!“ :)3
Redaktion benachrichtigen
#10   Rottenburg   12:27:24 | Samstag, 27. Dezember 2008
STILLE NACHT, HEILIGE NACHT – OCHS UND ESEL WACHT!
Hier ein interessanter Link www.youtube.com/watch?v=z8hsOKvcgMw!
Redaktion benachrichtigen
#9   kreuzchorsänger †   00:29:38 | Freitag, 26. Dezember 2008
Hallo, ihr liewe Leud!!!!!!!!!!!!!!!!
Es läude die Glogge!!!!!!!
Die Aves hawwe die 16 000!!!!!!!!!!!
Redaktion benachrichtigen
#8   Gunsenum   20:10:52 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
KOKOSFLOCKEN
Ich persönlich mag weder Kokosflocken, noch Spitzbuben, sondern lasse jeden Weihnachtskeks für eine Brezel mit Spundekässtehen. Ein Glas Riesling dazu, das wäre schön, ist aber schon wieder zu viel verlangt.
Kekse krümeln nur!
Redaktion benachrichtigen
#7   Prof Rempremmerding   20:08:43 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
So war es
In der Erzdiözese München und wohl auch in den anderen altbayerischen Diözesen bestand das Privileg der täglichen Roratemesse mit Ausnahme der Sonntage, des Festes Unbefleckte Empfängnis mit Oktav und der Vigil von Weihnachten – an diesen Tagen mußte das de ea Formular genommen werden. Ansonsten mußten die Roratemessen immer als gesungene Ämter mit Weihrauch gefeiert werden, in manchen Pfarren war es auch üblich, sie vor ausgesetztem Allerheiligsten mit eucharistischem Segen zu feiern. Es war eine schöne Zeit! :-)
Redaktion benachrichtigen
#6   sacerdos helveticus   18:05:24 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Tägliche Rorate-Messen
Scheinbar (habe das selber nicht mehr erlebt) war es zumindest in bestimmten Ortn (z.B.in Bayern) aufgrund eines Privileges möglich und auch üblich, während der Adventszeit an fast allen Tagen das Formular der Rorate-Messe zu feiern. Die eigentliche Rorate-Messe ist ja eine Votivmesse zu Ehren der Muttergottes (in weisser Farbe; mit Gloria, Evangelium von der Verkündigung).
Redaktion benachrichtigen
#5   iustus   16:41:49 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Roratemesse jeden Tag im Advent
War das früher in den Gemeinden wirklich jeden Tag im Advent (Mariä Empfängnis wohl ausgenommen) dieselbe Messe (mit Introitus „Rorate“, Evangelium von der Verkündigung und den entsprechenden Gebeten)???
Redaktion benachrichtigen
#4   Beobachterin   15:12:34 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Sehr schöner weihnachtlicher Beitrag
Ein sehr schöner weihnachtlicher Beitrag.
In wieviel Familien wird heute noch in der Vorweihnachtszeit zusammen mit den Kindern gebacken und in wieviel Familien wird noch musiziert?
Zum Glück läßt sich nicht jede Hausfrau und Mutter in den Beruf jagen, also dürfte hie und da noch ein intaktes Familienleben zu finden sein.
Nein, mein Name ist nicht Eva Herman :-)
Frohe Weihnachten – aber nur denen, die guten Willens sind. :(3
Redaktion benachrichtigen
#3   Samurai   14:21:00 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
@ Toter Alter Mann @ timpressum
Heute geschah etwas Unerwartetes;
Ich habe gerade den Artikel gelesen und dachte prompt:
– kein Hetzartikel gegen „VII“, „NOM“ oder überhaupt etwas Nichttraditionelles und!
– auch der Papst war und ist ein – im besten Sinne – normaler Mensch.
Das ist genau diese Menschlichkeit, die Papst Johannes XXIII. so wichtig war.
Der soll – als er von dem Ergebnis der Papstwahl erfuhr (wollte ! er wirklich Papst werden?) – gesagt haben:
„Ich hoffe, die Venezianer werden mir verzeihen!“
Nun ja, ich wünsche dem Heiligen Vater und allen Christen der Welt Frieden und Gottes Segen.
Redaktion benachrichtigen
#2   Toter Alter Mann   13:29:01 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
@timpressum:
Ja wirklich schade, ein Artikel, der gegen niemanden hetzt und wettert. Dabei bietet doch grade die Einleitung eine so schöne Voraussetzung, den Klimawandel zu leugnen!
Redaktion benachrichtigen
#1   timpressum †   13:16:34 | Donnerstag, 25. Dezember 2008
Homestory
Endlich wissen wir vom Papst das, was uns wirklich interessiert. Lieblingsplätzchen, Roratemessen und Sprachübungen…
Lesen Sie das nächstes Mal: die erste Autonummer in Vaters Wagen, der Papst-Kater und warum er kastriert wurde sowie das Einüben arabischer Zungenbrecher für die Reise ins Heilige Land!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Benedikt XVI.Ich war ein bißchen enttäuscht Benedikt XVI.Einige haben den Sprung nicht geschafft Benedikt XVI.Über alles im dunkeln Benedikt XVI.„Mein Bruder wollte Anstreicher werden“ Benedikt XVI.Sonderrechte für den Papstbruder Benedikt XVI.Der Besuch nach dem Besuch Hw. Hendrick JolieSchimpfwort Ratzinger Benedikt XVI.Kardinal Joseph Ratzinger war ein Fundamentalist Prälat Georg Ratzinger„Wir waren einfach ‘Die Ratzis’“ Benedikt XVI.Mal so – mal anders Benedikt XVI.Was Uta von Ratzipatzi denkt Benedikt XVI.Der Knabe, der Kardinal werden wollte Georg RatzingerGemeinsamer Abwasch Benedikt XVI.Der Tanz ist keine Ausdrucksform christlicher Liturgie Benedikt XVI.Was schenkt Mons. Ratzinger seinem Bruder zu Weihnachten?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net