10:31:09 | Montag, 29. Dezember 2008
Späte Einsichten? Der altliberale Erzbischof von Brüssel hat kürzlich in Würzburg erstaunliche Dinge über die Liturgie gesagt.

Kardinal Danneels im Kreis von belgischen Bischöfen.
© Carolus, CC(kreuz.net, Würzburg) Liturgie steht nicht im Einklang mit dem Leben – sie steht dazu vielmehr in dialektischer
Beziehung.
Das erklärte der Erzbischof von Brüssel, Godfried Kardinal Danneels (75), am Donnerstag
abend, dem 4. Dezember, in Würzburg nach Angaben der Pressestelle des Ordinariates.
Der Kardinal hielt
in Würzburg einen Dankgottesdienst mit Ortsbischof Friedhelm Hofmann und einen Festvortrag zum 45. Jubiläum
der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums.
Der Vortrag im Anschluß an den Gottesdienst bildete
den Auftakt zu einem Symposium.
Die Veranstaltung wurde vom Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der
Universität Würzburg und vom Liturgiereferat des Bistums Würzburg organisiert.
Kardinal Danneels erklärte
in seinem Vortrag, daß nach Einführung der Landessprache im Gottesdienst und der stärkeren Einbindung
der Gläubigen in die Abläufe die Verständlichkeit der Liturgie stark von externen Faktoren abhänge.
Darum forderte er, „unsere Beziehung zu Gott, unseren Glauben und unseren Lebensstil auf den Prüfstand
zu stellen.“
Liturgische Feiern seien oft zu kurz und ließen keinen Raum für Verinnerlichung: „Der
Mangel an Stille macht die Liturgie zu einer unendlichen Folge von Worten.“
Weiter kritisierte Danneels
die Verzweckung der Liturgie zum reinen Kommunikationsmedium.
Liturgie sei zwar Quelle und Höhepunkt
des kirchlichen Lebens, könne dieses aber nicht ersetzen.
Man gehe sonntags nicht in die Kirche, um
irgendwelche Informationen nach Hause zu nehmen: „Die Einführung thematischer Sonntage und thematischer
Feiern hat keine Zukunft, außer daß sie den Tod der Liturgie heraufbeschwören.“
Außerhalb des Glaubens
bleibe jede Liturgie unverständlich und unzugänglich.
Ein gewisses Maß an Wiederholung und Monotonie
sei auch in der Liturgie notwendig: „Komplexere Zusammenhänge lassen ihre wirkliche Bedeutung nur langsam
zu Tage treten.“
Eine gottesdienstliche Handlung, die zum Ort individuellen Ausdrucks persönlicher Gefühle
gemacht werde, vernichte jede Möglichkeit zur gemeinsamen Feier.
Deswegen komme der Person des „Vorstehers“
besondere Bedeutung zu: „Er ist das lebendige Vehikel für etwas, das nicht in seiner Macht liegt. Er
ist deshalb weder Roboter noch Schauspieler, er ist der Diener.“
Eine gute Liturgie spreche die unterschiedlichen
Sinne an. Kardinal Danneels kritisierte, daß der Weihrauch nur noch selten verwendet werde.
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Samurai 15:50:41 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#14
Gotthard 00:36:13 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#13
ignosti † 00:26:32 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#12
Marcelus 00:17:18 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#11
ignosti † 00:13:01 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#10
pneumat 20:57:48 | Montag, 29. Dezember 2008
#9
HeinrichvonOfterdingen 12:09:46 | Montag, 29. Dezember 2008
#8
r.ruhrgebietler 12:01:23 | Montag, 29. Dezember 2008
#7
iustus 12:00:44 | Montag, 29. Dezember 2008
#6
HeinrichvonOfterdingen 11:55:52 | Montag, 29. Dezember 2008
#5
Confiteor 11:41:19 | Montag, 29. Dezember 2008
#4
HeinrichvonOfterdingen 11:38:40 | Montag, 29. Dezember 2008
#3
iustus 11:34:48 | Montag, 29. Dezember 2008
#2
Siegfried 11:15:19 | Montag, 29. Dezember 2008
#1
Confiteor 11:08:03 | Montag, 29. Dezember 2008