09:28:38 | Samstag, 27. Dezember 2008
Wie das Gute besteht + Rasanter Anstieg + Einhauen auf den sterbenden Löwen + Fall ins Leere + Der Denkfehler einer alltagsnahen Kirche
Wie das Gute bestehtVatikan. Die Geburt Christi hat den Haß und das Böse besiegt. Das erklärte Papst
Benedikt XVI. beim gestrigen Angelusgebet. Angesichts des Martyriums des Heiligen Stephanus stelle sich
die Frage, ob sich das Gute gegen das Böse behaupten könne. Doch der Märtyrer selber gebe die Antwort:
Er bittet für jene, die ihn töten, um Vergebung.
Rasanter AnstiegVereinigte Staaten. Ende 2008 erklärten
vierzig Prozent der US-Amerikaner, sich über das Internet zu informieren. Das ergab eine Studie des US-Meinungsforschungsinstituts
‘Pew Research Center’. 2007 bezogen nur 24 Prozent der Bevölkerung ihre Informationen aus dem Netz. Damit
überholen die Online-Medien die Tageszeitungen. Das Fernsehen ist bei den Älteren mit siebzig Prozent
noch das beliebteste Medium. Bei den unter Dreißigjährigen informieren sich dagegen 59 Prozent über
das Internet.
Einhauen auf den sterbenden LöwenDeutschland. Der Vorstandschef der ‘Deutschen Bank’,
Josef Ackermann, habe überzogene Renditeziele vorgegeben. Das erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen
Gemeinschaft, Landesbischof Wolfgang Huber, in der ‘Berliner Zeitung’ vom 24. Dezember. Das sei eine Form
des Götzendienstes. Ein Sprecher der ‘Deutschen Bank’ nannte Hubers Worte in einer Stellungnahme vom
Christtag eine „persönliche Attacke“.
Fall ins LeereGroßbritannien. In der anglikanischen Gemeinschaft
wird die Zahl der bereits jetzt geringen Zahl der Kirchgänger innerhalb einer Generation um neunzig Prozent
fallen. Das ergab eine Studie des britischen Forschungsinstituts ‘Christian Research’. Im Jahr 2050 werden
an Sonntagen nur noch knapp 90.000 Anglikaner zum Gottesdienst erscheinen. Jetzt sind es knapp eine Million.
Der Denkfehler einer alltagsnahen Kirche„In den vergangenen Jahrzehnten war von dem Anspruch der Kirche,
auch mit den Mitteln der Architektur eine andere Welt, ein denkbares anderes Leben – metaphysisch als
jenseitiges Heilsversprechen, ethisch als Handlungsanleitung für ein besseres Diesseits – vor Augen zu
führen, nicht mehr allzuviel übrig geblieben: Kirchen sahen aus wie Sporthallen mit Turm und Altar,
das Mobiliar konnte man wegräumen, und dieser übergroße Hang zum Praktischen und zur Alltagsnähe machte
sich auch akustisch unschön bemerkbar. Bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Konfirmationen wurde den Anwesenden
ein verschämt um religiöse Mitteilungen ergänzter, gefühliger Pop in die Ohren geblasen, der die ganze
Misere offenbarte, den Denkfehler einer Kirche, die sich so alltagsnah gab, daß man sie zum Schluß gar
nicht mehr erkennen konnte. Die neuen Kirchenbauten zeigen, daß dem Sakralen alltagsweltferne Räume
deutlich besser bekommen als der Mehrzweckhallenpop, durch den die Kirche mit einer Welt identisch werden
wollte, die sich nach nichts so sehnte wie nach ihrem Gegenteil.“
Aus einem Artikel des Kunstkritikers
Niklas Maak (36) in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ vom 24. Dezember.
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#6
Ultramontanus 00:52:17 | Sonntag, 28. Dezember 2008
#5
ignosti † 00:38:16 | Sonntag, 28. Dezember 2008
#4
kritischerbeobachter 14:50:19 | Samstag, 27. Dezember 2008
#3
Pünktchen 11:34:18 | Samstag, 27. Dezember 2008
#2
matt 11:10:09 | Samstag, 27. Dezember 2008
#1
Ernst 11:02:08 | Samstag, 27. Dezember 2008