Liturgische Mißbräuche sind kein Phänomen der Gegenwart
Streitgespräch zwischen Martin Mosebach und einem Vertreter des ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ über die Alte Messe: Die Neue Messe war nicht im Sinn des Zweiten Vatikanums.
Der Mensch sucht einen göttlichen Ritus, keine verfügbare Gemeinschaftsfeier.
(kreuz.net, Münster) Am 10. Dezember lud das Münsteraner Priesterseminar Borromäum zu einem Streitgespräch
über die Alte Messe.
Dabei debattierte der Frankfurter Buchautor Martin Mosebach mit dem altliberalen
Theologen, CDU-Landtagsabgeordneten und Sprecher für kulturpolitische Grundfragen im ‘Zentralkomitee
der deutschen Katholiken’, Thomas Sternberg (56).
Sternberg ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.
Der Weblog ‘Ad Tilam’ berichtete ausführlich über die Veranstaltung.
Einleitend hielten Mosebach und
Sternberg Kurzvorträge.
Religiöses Desaster statt aktive Anteilnahme
Mosebach präsentierte eine Zusammenfassung
seines Buches „Häresie der Formlosigkeit“.
Zunächst erklärte er, daß die Konzilsväter die Liturgiereform
von 1969 in ihrer konkreten Ausführung nicht beabsichtigt hatten. Die vom Konzil geplante behutsame Reform
fand bereits im Jahr 1965 statt.
Die Liturgiereform bezeichnete Mosebach als beispiellosen Bruch mit
der Tradition.
Sie habe als einzige Reform der Kirchengeschichte die liturgische Disziplin nicht verschärft,
sondern gelockert.
Ferner erklärte Mosebach, daß die Reform ihrem eigenen Anspruch – sich an den alten
Bräuchen zu orientieren – nicht gerecht geworden sei. Beispielsweise habe es nie eine Meßfeier zum Volk
hin nie gegeben.
Auch das Ziel, die Gläubigen bewußter und tiefer an den Geheimnissen teilnehmen zu
lassen, sei verfehlt worden.
Heute seien das religiöse Grundwissen und der Kirchbesuch dramatisch gering.
Man stehe vor einem religiösen Scherbenhaufen.
Der Mensch suche einen „göttlichen Ritus“, der nicht
der Verfügung unterliege.
Schließlich erklärte Mosebach, daß die Reform des Novus Ordo zu einer banalen
Gemeinschaftsfeier geführt habe.
Vom Befreiungsschlag k.o. gegangen?
Nach dem Beitrag von Mosebach
hielt Sternberg sein Impulsreferat.
Er gab zu, daß die Neue Messe auch eine neue Liturgietheologie besitzt.
Das – zwar meist abwesende – Volk sei angeblich ein wesentlicher Bestandteil der Messe. Früher hätte
es nichts „zur Gültigkeit“ der Messe beigetragen.
Die Altgläubigen bezichtigte Sternberg als Ästhetizisten.
Es bestehe die Gefahr, sich angesichts des angeblichen modernen Glaubensverlustes in die Form zu flüchten,
erklärte Sternberg, ohne freilich auf die Entleerung der Inhalte im Neuen Ritus einzugehen.
Die Neue
Messe bezeichnete Sternberg als „kontinuierliche Entwicklung“ des alten Ritus.
Dann behauptete er, daß
Liturgiemißbräuche angeblich eher ein Phänomen der 1970er und 80er Jahre als der Gegenwart seien.
Auch die Alte Messe sei schlampig zelebriert worden. Die Neue Messe könne auch würdig und sakral gefeiert
werden.
Die Feier in Landessprache und auf Mahltischen bezeichnet Sternberg als Befreiungsschläge. Darauf
hätten die Katholiken angeblich seit Jahrzehnten gewartet.
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45 Lesermeinungen
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Beide Riten liebevoll zelebriert sind würdig Liebe Freunde Wir kennen seit der Gründung der Kirche viele
Riten: Zuerst den jüdischen Pessach-Ritus, im dem Jeschua als Jude sein Vermächtnis in Aramäisch hineinnimmt,
dann das sonntägliche Brotbrechen, das Herrenmahl, die Eucharistia in griechisch, latein, syrisch, äthiöpisch
etc. Viele Kulturen haben die Missa mitge-staltet. Den Begriff „Heilige Messe“ kennt die römisch-katholische
Kirche ziemlich spät. Ich selbst bin in der tridentinischen Messe aufgewachsen, kenne noch den zweisprachigen
Schott. Das war alles richtig und schön. Nun das Klagen über den Kirchenbesuch heute? Während der Trid.
Messe waren oft nur vereinzelt alte Menschen da, jeder in seine Privatandacht vertieft. Ich habe mich
als junger Mann und Student schon gefreut, wie die Liturgiereform kam. Der Tisch des Herrn wurde zum Volksaltar.
Jesu hatte sein Abendmahl ja auch nicht zur Wand hin zelebriert, mit dem Rücken zu den Aposteln. Auch
in den frühen Hausgemeinden setzten sich die Christen um den Tisch.Man kann alles begründen. Sicher,
auch Priester und Gemeinde in einer Richtung vor Gott, nach Osten zur aufgehenden Sonne, Sinnbild des
Auferstandenen Christus. Vielleicht gelingt es uns heute, gegenseitig die Vielfalt der Riten ganzheitlich,
katholisch, anzuerkennen. Die katholische Kirche ist so weltweit geworden, weil sie in der Frühzeit vieles
aus den Völkern, auch von den Heiden, weise und einfühlsam integriert hat. Davon sollten wir lernen
und uns nicht nur auf unsere alteuropäische Form fixieren. dhz…
@ Marcelus Was ist denn der Neurömische Ritus? Ich kenne den römischen Ritus (ordentlich und ausserordentlich)
aber einen neu(!)römischen? Oder beziehen Sie das auf die liturgischen Mißstände, die hier und dort
im Gottesdienst vorkommen können – nicht in Ordnung, keine Frage – aber nicht sollten, die ich aber zumindest
in Münster noch nicht erlebt habe.
Wenn man sich den real existierenden Neuen Römischen Ritus weltweit ansieht, so muß man sagen, ordnungsgemäß
und würdig zelebrierte Messen im Neuen Ritus sind die Ausnahme, und ansonsten ist der Neurömische Ritus
der Mißstand, der wieder ausgemerzt werden muß, ähnlich wie in Zeiten mittelalterlicher und renaissancezeitlicher
Mißstände, die wir seit Einführung des Neurömischen Ritusses wieder an der Tagesordnung haben. Und
die kanonisierte Römische Messe für alle Zeiten wurden stattdessen durch liberale Päpste verfolgt,
und wird es immer noch.
@ Mathias Wagner Was spricht denn gegen Jugendmessen, wie ich sie in meinem letzten Beitrag gestern im
Ansatz beschrieben habe? – die von den Jugendlichen ausgesuchten oder geschriebenen Fürbitten? – die
Musik, die nicht nur Orgelmusik sein muß? – die Predigt, die auch mit dem Leben der Jugendlichen zu tun
haben darf – oder besser: sollte? Oder was?
#37 Samurai 14:26:09 | Mittwoch, 31. Dezember 2008
Jugendmessen, lieber b.Theo, können sehr wohl würdig gestaltet sein. Und mit gestaltet meine ich z.B.
Fürbitten, die von den Jugendlichen kommen, Lieder,deren Texte die Jugendlichen nachvollziehen können
und Predigten mit Bezug zu deren Lebensalltag. Und schwachsinnig sind die jugendlichen Messbesucher sicherlich
nicht, glauben Sie es mir, ich habe hier oft Jugendmessen mitgefeiert.
Also ehrlich!… …da fahre ich nach Maria Vesperbild, zum Imkamp. Der feiert alte Messen in würdigster
Weise. Predigt gesalzenes und kernige Botschaften noch dazu! Was will man mehr! Wenn man als Priester
nicht das Schmalz und das Herzblut dafür hat seiner Gemeinde eine würdige Messe zu bieten. Dann frage
ich mich. WAS IST LOS? Gemein finde ich diese Jugendmessen, die in der Art eines Popkonzertes oder auch
eines Schwachsinnsveranstaltung aufetakelt werden. Das gehört nämlich verboten!
#35 ignosti † 02:38:55 | Mittwoch, 31. Dezember 2008
Also ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht viel mit dieser Mem-Kulturkörperchen-Theorie anzufangen…
Vielleicht auch nur deshalb, weil ich mich mit ihr bisher nie beschäftigt habe. Das „in den Mutterbauch
zurück“ ist etwas zutiefst der Religion eigenes. Nicht ohne Grund waren die ersten Religionen von Muttergottheiten
(Fruchtbarkeit als Ausdruck existenteller Sicherheit) geprägt. Die „Heiligen Löcher“ (Gefäße des Guten –
aber auch der Gefahr) dieser Religionen (die nur der Priester öffnen durfte; jus primae noctis) und nicht
zuletzt diese Sehnsucht des Menschen nach Geborgenheit und Wärme, nach Schutz: bestimmt wesenhaft Religion
Man sieht es an den Tradis hier, ihre Sehnsucht nach dem „Wahren“, der „Wahrheit“, dem „unverfälschten
Ritus“ usw. ist Ausdruck dieses sich geborgen-wissens, nicht der „feindlichen Umwelt“ außerhalb des Mutterbauchs
ausgesetzt zu sein. Ihr Kampf gegen das Böse, die Häresie, die „Vernichter“ dessen, was ihnen Schutz
und existentielle Wärme vermittelt, erklärt sich daraus. Deswegen ist es schswer mit ihnen zu diskutieren.
Für uns ist es eine Frage des Pro und Contra von sachlichen Argumenten, für sie aber sind psychisch-existentielle
Bedürfnisse angesprochen. Daher ihr städniges Bedrohungsgefühl, ihre Abschottung und Verteidigungshaltung.
ignosti, mitleidig bedauernd
#33 Ultramontanus 18:40:08 | Dienstag, 30. Dezember 2008
Ja, OK, stimmt natürlich, ich wollte dir eigentlich nicht widersprechen :)3 Ich glaube FSSPX & CO ist
das „Zurück zu den Ursprüngen“ -Mem. Wer weiter zurückgeht, ist näher an den Ursprüngen. Und der
Gläubige will mit seinem Glauben wahrscheinlich zurück in die Kindheit/Mutterbauch, also gaanz weit
zu seinem eigenen Ursprung zurück. Das Mem findet umso mehr statt und verbreitet sich, als eigentlich
keine Argumente mehr vorhanden sind für eine Religion/Weltanschauung –--> Dann komme welche und sagen
man muss sich wieder auf die Ursprünge besinnen…
#32 ignosti † 18:33:20 | Dienstag, 30. Dezember 2008
also mit einem chemischen analogon kann ich etwa anfangen, aber ein memsiches? Religion hat nach wie vor
alle Wirkungen und Nebenwirkungen der Sucht, teilweise bis in den biologischen Bereich hinein. Beispiele
für negative Auswirkungen von Religion gibt es zuhauf hier auf dieser Seite (Grand Sol, Elijahu, marcelsus,
ruhrpottler und Lingen sind wohl allgemein akzeptierte Beispiele für das, wie Religion missbraucht wird!
oder wozu sie führt! – wie man es sehen will). matt in drei Zügen. Tief durchatmen, ruuuuhiiiig, eiiiiiiin …
auuuus. Immer gleichmäßig! ignosti, amüsiert lachend
#31 Ultramontanus 18:17:11 | Dienstag, 30. Dezember 2008
Nicht Droge aber möglicherweise irgendein memisches Analogon, das sich repliziert hat. So wie das Gen,
wo sich die DNA immer wieder repliziert und hin -und wieder mutiert.
@ignosti: du „glaubst“ auch du hast die Weisheit mit dem Löffel gefressen, was? wie auch immer du dich
darzustellen gedenkst, ob lächelnd, amüsiert oder meinetwegen schockiert. Ich sehe unter dem Strich
einen eingebildeten Narren.
#28 ignosti † 18:02:31 | Dienstag, 30. Dezember 2008
Amanda Ich würde eher meinen, dass der Glaubende etwas „sehen“ muss, damit er zum Glaubenden wird. Er
sieht etwas, was ein Nichtglaubender „so“ nicht sieht, und weil er es „so“ zu sehen vermag eröffnen sich
ihm neue Perspektiven. Es ist wie der erste Schritt eines Drogenjunkies: Jede Sucht beginnt mit dem einzelnen –
spielerischen – Konsum, der sich steigert und steigert. Ähnlich der Glaubende: Auf den Geschmack gekommen,
vermeint er Dinge zu erkennen, die ihm helfen, trösten, Wärme und Geborgenheit vermitteln. Bald ist
er im Stadium der Hilflosigkeit, des „ohne geht es nicht mehr“. Feinde stellen sich ein, die ihm seinen
„Stoff“ weg nehmen versuchen! Und jetzt schau dir die Tradis hier an, wie sie schimpfen und toben, weil
ihnen jemand den gleichen Stoff, nur in einer gefälligeren Form und Farbe anbietet! Wo ist unser guter
alter Stoff? ignosti, clean lächelnd
#27 Samurai 13:58:23 | Dienstag, 30. Dezember 2008
@ sacerdos Entschuldigung, dann hatte ich es mißverstanden- ich hatte wohl noch die getrennten Häuser
im Kopf. Ich kenne das Borromäum übrigens gut, zum Einen, weil ich Münsteraner bin, zum Anderenm, weil
ein Freund von mir dort „auf Priesteramt“ studierte.
#25 ignosti † 11:56:42 | Dienstag, 30. Dezember 2008
Gläubige Immer wieder taucht die abzulehnende Einstellung des „Gäubigen“ auf. Der Mensch sollte nicht
glauben, sondern zu verstehen versuchen. Und über das, was er nicht versteht spekulieren, über was er
aber mangels Wissen und Objekt auch nicht mehr spekulieren („ausschauen“, „beobachten“) kann, sollte er
SCHWEIGEN. Glauben lähmt, macht blind und manipulerbar! ignosti, freudig nichtglaubend
Borromaeum seit jeher ein Priesterseminar Samurai schrieb: Interessant,…mir war nicht bekannt, daß
das Collegium Borromaeum in Münster ein Priesterseminar istEin Priesterseminar ist das Collegium Borromaeum
am Münsterschen Domplatz set seiner Gründung im Jahre 1854. Es nannte sich zwar in jüngster Vergangenheit
„Theologenkonvikt“, was darauf zurückzuführen war, dass in Münster die Priesteramtskandidaten während
ihres Theologiestudiums dort wohnten, während sie nach Abschluss des akademischen Studiums zur Vorbereitung
auf Diakonen- und Priesterweihe im „Bischöflichen Priesterseminar“ an der èberwasserkirche wohnten.
Diese Aufteilung der Priesterausbildung auf zwei Häuser -die es so oder ähnlich auch in anderen deutschen
Diözesen gibt- ändert jedoch nichts daran, dass das Collegium Borromaeum im Sinne des Kirchenrechtes
immer ein Priesterseminarwar. Seit 2005 sind nun beide Häuser am Domplatz in den räumen des Collegium
Borromaeum unter einer gemeinsamen Hausleitung zusammengelegt.
Das war aber einmal anders, Herr Heggi. Gotthards Beiträge habe ich mir neugiershalber einmal angesehen.
Einen erstaunlicheren Geisteswandel kann man erst mal suchen gehen. Entschuldigen Sie, Herr Gotthard,
dass ich nicht Sie direkt anspreche, aber angesichts Ihrer permanenten Präsenz auf kreuz.net ist dies
schon eine Entwicklung, über die man nachdenkt.
@heggi dann haben Sie argumentativ komplett abgerüstet. Außer Redaktions- und Publikumsbeschimpfung
kommt nichts mehr. Artikel wie dieser der Redaktion iniiieren bei mir nur noch Häme … eine argumentative
Auseinandersetzung auf diesem niedrigen Niveau ist mir zuwider.
Gotthard wenn ich so die gesammelten letzten Seiten Ihrer Einlassungen nachblättere, dann haben Sie argumentativ
komplett abgerüstet. Außer Redaktions- und Publikumsbeschimpfung kommt nichts mehr.
#18 Leblhuber 20:18:32 | Montag, 29. Dezember 2008
@Bernd Stromberg und @Samurai: Leider ist das Forum hier ein Tummelplatz für Extremisten und Fanatiker,
wobei völlig egal ist, ob sich diese links oder rechts stehen. Würden hier nur Menschen Ihrer Denkungsart
schreiben, wäre kreuz.net nicht kreuz.net. Fundamentalistisches und braunes Gedankengut käme nicht unter
die Leute und linker oder anderer Widerspruchsgeist brauchte sich nicht zu regen. Was sich hier tummelt,
wird von der Mannschaft im Hintergrund dirigiert. Und die hat kein Konzept. Leider!
@Wandregisel Danke. Ich lese Ihre Beiträge auch immer mit Interesse, da Sie von großem Kenntnisreichtum
zeugen. Leider ist das Forum hier ein Tummelplatz für Extremisten und Fanatiker, wobei völlig egal ist,
ob sich diese links oder rechts stehen. Die „Vernünftigen“ sind hier klar in der Unterzahl. Es überwiegt
Häme und Hass, wobei es ein und dasselbe ist, ob diese von Agnostikern oder Hardcoretradis ausgestoßen
werden. Insgesamt ist die Art vieler Lesermeinungen eine denkbar schlechte Werbung für das Anliegen einer
würdigen und sakralen Liturgie, egal ob ordentlich oder außerordentlich. Denn beide Usus gehören zur
Liturgie der kath. Kirche. Anders läuft die Sache im „New Liturgical Movement“. Dort sind die Lesermeinungen
sehr viel sachlicher und sachbezogener. Hier meint man, dass viele User den Internetzugang von Kindergärten
und Landeskliniken im Übermaß nutzen. Man müsste eine deutsche Adaptation des „New Liturgical Movements“
installieren, wo Fanatiker und ideologische Brandstifter der Alt-68er wie der Hardcoretradis nicht geduldet
werden. Aber das bleibt wohl ein Traum…
#16 Wandregisel 19:49:06 | Montag, 29. Dezember 2008
@Stromberg Ein Beitrag den ich unterschreiben würde. Aber hier ist es bei solchen Themen immer dasselbe…da
kommt man sich vor wie der einsame Rufer im Walde…
Nüchterne Betrachtung Wie immer streiten sich hier im Kreuznet die linken mit den rechten Extremisten.
Das Geheimnis jeder Religion ist die Ausrichtung auf eine jenseitige Wirklichkeit, und die Riten machen
diese gleichsam im Hier und Jetzt „erahnbar“. Zur Religion gehört also immer auch eine Überschreitung
des Irdischen. Nüchtern betrachtet, muss man sagen, dass es heute in der Tat ziemliche Probleme in der
Liturgie gibt. Diese liegen nicht so sehr in der Liturgiereform, als vielmehr im Zusammenbruch liturgischer
Ordnung an vielen Orten. Banalitäten griffen um sich und tun dies oft nocht heute. Die Liturgie erscheint
„verbürgerlicht“; Priester bedienen sich bürgerlicher Umgangsformen in der Liturgie (Guten Morgen, liebe
Christen etc), man gefällt sich im seichten Discosound, man verwendet Texte nach Gutdünken unter Hintansetzung
der offiziell vorgeschriebenen. Nun gut, dies ist eigentlich immer gut gemeint. Aber auf diese Weise verliert
die Liturgie oft ihre ureigene Kraft des Transzendierens, denn in ihrem Wesen verweist die Liturgie auf
eine andere, immaterielle Welt, die wir als „Transzendenz“ bezeichnen. Die Hl. Riten werden zu etwas,
was sich problemlos in den „Alltag“ integrieren lässt, ihm gleich wird. Es fehlt aber das mysterium fascinosum
et tremendum, wie R. Otto dies nennt. Liturgie hat ihre eigenen Gesetze, ihre eigene Formelsprache und
Ästhetik. Wohlgemerkt: Dies ist alles auch in der ordentlichen Liturgie vorhanden, oft aber verschüttet
durch die „Banalität des Augenblicks“.
@ Alois Bischof Wie gut kennen Sie Herrn Sternberg eigentlich persönlich, daß Sie sich so eine unverschämte
Beurteilung – oder besser: Verurteilung – seiner Person erlauben dürfen?
#13 Alois Bischof 18:26:08 | Montag, 29. Dezember 2008
Sternberg versucht seine Stelle zu retten die er ja durch Lippendienst am Zeitgeist und durch Treue der
68er-Kirchenführung empfangen hatte. Vielleicht wurde Thomas Sternberg ja auch als 20-Jähriger in den
1970ern zu stark einer linksliberalen und theologisch-neomodernistischen Hirnwäsche unterzogen, was erklärt,
warum er nicht akzeptieren kann, daß sein „Kirchenkonzept“ in den Abgrund führt. Die Landesbischöfinnen
der fast verschwundenen Evangelischen Gemeinschaften Deutschlands würden Sternberg gerne Raum übergeben
an Mahltischen in der Sprache Martin Luthers zu „feiern“. Da kann Sternberg auch weiterhin Wähler suchen
(wohl eher SPD’ler und Grünen) für seinen gesicherten Arbeitsplatz und seine psychiatrische Befreiung
vom piuspäpstlich-papistischen Joch feiern. Es ist traurig, wenn ein Mensch sich so der Ideologie liturgischer
und theologischer Willkür ausgeliefert hat, das er nicht einmal vernünftig argumentieren kann. Sogar
der frustrierte (politische) Hetzer Ralph Giordano kann dies noch.
#12 Confiteor 17:51:06 | Montag, 29. Dezember 2008
Was Interesse an dem Mosebach-Essay weckt, ist der Titel „Häresie der Formlosigkeit“. Und dann hat es
sich. Alles andere ist ein heftiger Salto mortale rückwärts, zeitlich keineswegs ungechickt auf den
Markt gebracht im Vorfeld des Motu proprio. Fast könnte man meinen, es sei eine Auftragsarbeit…!
@Gotthard Welcher Journalismus? Ich habe mir vor einigen Monaten schonmal erlaubt, den nicht vorhandenen
journalistischen Stil dieser Seite zu kritisieren. Einige Leser waren damit nicht einverstanden, es sei
schließlich nichts auszusetzen…
Neue Messe = Zerstörung Wer denken kann, der kann sich nicht verschließen vor der Erkenntnis der Zerstörung
des katholischen Glaubens durch die sogenannte Neue Messe. Wenn das Produkt Luthers seine „Deutsche Messe“
fünfhundert Jahre benötige, um den Glauben der Protestanten auszulöschen, dann schafft die Neue Messe
ihr Zerstörungswerk in fünfzig Jahren. Welch ein grandioser Fortschritt für die aktive Teilnahme der
Gläubigen, die in Massen gegangen sind! Den Rest des Glaubens vernichten die Konzilsjünger auch noch!
Jungs, macht nur so weiter, ein wenig Nostalgie durch den gegenwärtigen Papst hält euch ohnehin icht
auf. Pardon, nicht nur Jungs, es gibt ja auch Mädels als Gemeindeleiterinnen oder ?
Wider dem V-II! Die gottlosen Attacken gg. Jesus Christus sind noch nie in Centraleuropa so ausgeprägt
gewesen wie heute! Welch ein Unterschied wenn bei FSSPX die Liturgie zelebriert wird. In alle Ehrfurcht
und Ehrerbietung gg. dem, dem alle Ehre zuteil werden soll – Jesus Christus in der Opfermesse. @Redaktion –
Danke für die aufschlußreichen Bilder! Welch krasser Unterschied! Wider dem V-II!
mieser Journalismus diese Redaktion ist in ihrer Primitivität kaum zu überbieten. Über Mosebach wird
wohl korrekt berichtet … über Sternberg wird berichtet und in üblicher Manier gleichzeitig negativ
geurteilt.
Der ultimative Befreiungsschlag ist gelungen! „Die Feier in Landessprache und auf Mahltischen bezeichnet
Sternberg als Befreiungsschläge. Darauf hätten die Katholiken angeblich seit Jahrzehnten gewartet.“
Erstaunlich, woher will Sternberg wissen, daß „die Katholiken“ darauf jahrzehntelang gewartet hätten?
Unbestritten hat Sternberg Recht, wenn er die Feier in der Landessprache und auf Mahltischen als „Befreiungsschlag“
bezeichnet. Nur, befreit wovon: von zahlreichen Kirchgängern…
Der neue Meßritus beinhaltet Mißstände in nahezu jeder Messe, die nach diesem Meßbuch gefeiert werden,
nämlich in den regulären Pfarren und Kathedralen, und ob das alte Meßbuch, nämlich seit dessen Kanonisation
1570 u.Z. (2323 a.u.c.), solche Mißstände auch nur ansatzweise möglich gemacht hat, ist sicherlich
zu bestreiten. und während der langen Bestandsdauer des alten Messritus naturgemäß mehr als während
der des neuen Messritus.
Mit der Überschrift hat der Artikel rech: Liturgische Missbräuche hat es tatsächlich schon immer gegeben,
und während der langen Bestandsdauer des alten Messritus naturgemäß mehr als während der des neuen
Messritus.