Johannes XXIII.
Es war nicht alles falsch
Kürzlich wurden die ungekürzten Tagebücher von Johannes XXIII. veröffentlicht. Zu Benito Mussolini fand der Selige nicht nur verdammende Worte.
Papst Johannes XXIII.
Papst Johannes XXIII.
(kreuz.net) Mitte Dezember wurden die Tagebücher des Seligen Papstes Johannes XXIII. († 1963) in Rom publiziert.

In seinen Aufzeichnungen äußert sich Johannes XXIII. auch über politische Ereignisse seiner Zeit.

Als die italienischen Wahlen im Jahr 1924 die Faschisten an die Macht brachten, schrieb er: „In meinem Gewissen als Priester und Christ kann ich den Faschisten meine Stimme nicht geben.“

Weiter: „In einer Sache bin ich mir gewiß: Das Heil für Italien kann nicht von Mussolini kommen, obwohl er begabt ist. Seine Ziele mögen vielleicht gut und korrekt sein. Aber die Mittel, die er gebraucht, um sie zu verwirklichen, sind böse und dem Evangelium entgegengesetzt.“

Nach dem italienischen Einmarsch in Äthiopien im Jahr 1936 schrieb Erzbischof Roncalli an Mussolini, daß „eine verborgene Kraft ihn leite und Italien beschütze.“

Der spätere Papst war in den 1930er Jahren als Apostolischer Delegat in Bulgarien, der Türkei und in Griechenland tätig.

In dieser Zeit rettet er auf Anordnung von Papst Pius XII. († 1958) zahllose Juden vor der nationalsozialistischen Verfolgung.

Angelo Roncalli, der spätere Johannes XXIII.1901
Angelo Roncalli, der spätere Johannes XXIII.1901
Im Juli 1943 kommentierte der damalige Erzbischof in seinem Tagebuch den Sturz des faschistischen Diktators, Benito Mussolini († 1945):

„Die schwerwiegendste Neuigkeit dieses Tages ist Entfernung Mussolinis von der Macht“ – schreibt der spätere Papst:

„Dieser Schritt des Duce ist, wie ich glaube, eine weise Tat, die ihn ehrt. Nein, ich werde ihm keine Steine nachwerfen.“

„Auch für ihn gilt: Sic transit gloria mundi – so vergeht die Herrlichkeit dieser Welt. Aber das große Gute, das er für Italien getan hat, bleibt. Seine Abberufung ist eine Sühne für einige seiner Sünden. Dominus parcat illi – der Herr möge ihn verschonen.“

In seinem Tagebuch kommentiert der spätere Papst auch seine Abscheu angesichts der im April 1945 erfolgten Ermordung Mussolinis durch kommunistische Partisanen, die der spätere Papst „sogenannte Patrioten“ nennt.

Danach wurde der Leichnam des Ex-Diktators in Mailand an den Füßen aufgehängt.

Erzbischof Roncalli nennt das in seinem Tagebuch einen „traurigen Tag“.

Doch nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnete er die Diktatur Mussolinis als ein „enormes Unglück“, das „viel Leid über das italienische Volk“ gebracht habe.

Teil des Tagebuches von Papst Johannes XXIII., das er schon als junger Mann zu schreiben begann, wurde in der Vergangenheit unter dem Titel „Tagebuch einer Seele“ veröffentlicht.
      
8 Lesermeinungen
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#8   ignosti †   02:40:10 | Dienstag, 30. Dezember 2008
sexychrist
sexymeinung
ignosti
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#7   sexychrist   01:22:29 | Dienstag, 30. Dezember 2008
„fest steht“ alleine, dass…
… es widerlich ist, auch nur eine Tat Mussolinis als etwas positives für die Nachwelt darzustellen. Dieser Mann war ein brutaler Diktator, der unzählige Menschen verfolgt und ermordet hat.
Ein Mörder wird auch nicht besser dadurch, dass er einmal eine größere Spende an Misereor getätigt hat.
Er würde ein wenig besser dadurch, dass er seine Taten bereut – was Mussolini niemals getan hat.
Ich verstehe zudem nicht, was Alois Kommentar soll, dass Mussolini ein „Ex-Marxist“ war – soll die Ideologie Karl Marx etwa Schuld sein an den Gräueltaten? Sozialismus ist nichts was mit einem christlichen Menschenbild nicht zu vereinbaren ist – im Gegenteil, wahre soziale Gerechtigkeit kann nur im demokratischen Sozialismus erreicht werden.
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#6   Marcelus   00:48:15 | Dienstag, 30. Dezember 2008
Die alten volksdeutschen Siedlungen in Jugoslawien bestanden schon seit dem Mittelalter,
wie alle anderen volksdeutschen Siedlungen in Osteuropa auch.
Fest steht, daß das kroatische Ustascharegime mit Hitlerdeutschland verbündet war.
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#5   Gotthard   00:39:35 | Dienstag, 30. Dezember 2008
@marcelus
Ich bin in Geschichte keine Leuchte … kannst Du mir bitte mal erklären, welchem Generalangriff Jugoslawiens auf das Großdeutsche Reich die Reichswehr mit der Besetzung Jugoslawiens zuvorgekommen ist?
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#4   Marcelus   23:30:35 | Montag, 29. Dezember 2008
Das kommunistisch regierte Jugoslawien hat nicht nur einige volksdeutsche Familien ermordet,
sondern den Genozid der vollständigen Vernichtung aller jugoslawiendeutschen Siedlungen begangen,
in brutalster Weise in jugoslawischen Konzentrationslagern (siehe Schwarzbuch Vertreibung. 1945 bis 1948 von Heinz Nawratil, Universitas-Verlag, Wien,
wie dies auch mit allen anderen deutschen Gebieten unter slawischer und UdSSR-Herrschaft geschehen ist.
Und es gab ernsthafte Bestrebungen Südkärnten mit Klagenfurt dasselbe Schicksal zukommen zu lassen, nämlich nach einem jugoslawischen Annexionsversuch, nach dem Südkärnten jugoslawisch geworden wäre, und alle Kärntendeutschen vernichtet worden wären.
So wie kommunistische Partisanen volksdeutsche Familien und katholische Geistlichen ermordet haben – zum Teil nach Absprache mit Josip Broz Tito, dem jugoslawischen Bolschewistensau.
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#3   Rodolfo Panetta   21:33:48 | Montag, 29. Dezember 2008
Ein interessantes Tagebuch
Angelo Roncalli hat durchaus differenziert gedacht. Es scheint aber, daß er auch vom jeweils herrschenden Zeitgeist beeinflußt war.
Alois Bischof, Sie schreiben zum Teil wirres Zeug. Was in den Fosse Ardeatine geschah, so bedauerlich es auch war, entsprach dem damals herrschenden Kriegsrecht. Wegen einer mehrfachen willkürlichen Rechtsbeugung muß der 95jährige Erich Priebke heute noch Hausarrest verbüßen. Das ist eine Schande für alle Beteiligten. Im Gegensatz zu Christian Klar setzt sich kein deutscher Politiker für Erich Priebke ein.
Die heutigen Verbrechen der israelischen Armee zeigen, daß jene, die die Macht in der westlichen Welt in den Händen halten, brutal morden, wenn es ihnen so gefällt. Merkel und alle unsere Politiker sind in diese Verbrechen der Israeli zutiefst verstrickt.
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#2   Alois Bischof   18:20:47 | Montag, 29. Dezember 2008
Mussolini war ein Ex-Marxist
und bis 1927 Ungetaufter. Das hat dem eher liberalen (und angeblich mit Sozialisten und Freimaurern befreundeten oder – nach Angaben einiger Schriftsteller – in die Loge eingetretenen) Nuntius Angelo Roncalli keine Sorgen bereitet.
Mussolini hatte auch Affären mit jüdischen Faschistinnen, z.B. mit Frau Sarfatti, einer italienischen Jüdin, die wie Benito selbst dem ex-marxistischen Milieu entstammte.
Die Geschichte ist ja nicht was einseitige alliierte Umerziehung (oder Zionisten, oder Neonazis, oder Kommunisten, oder Radikalliberale Franzosen, oder Japaner) daraus gemacht hat.
Die objektive Geschichtsrealität ist sehr kompliziert. Mussolini hat sowohl Blasphemien von sich gegeben, als auch die Lateransverträge unterzeichnet und dem Vatikan seine politische Freiheit zurückgegeben, und zeitweise Österreich vor der NS-Annektierung beschützt.
So wie kommunistische Partisanen volksdeutsche Familien und katholische Geistlichen ermordet haben – zum Teil nach Absprache mit Josip Broz Tito, dem jugoslawischen Bolschewistensau.
Genauso wie auch verbrecherische NS-Ärzte wie Dr. Josef Mengele (leider über die argentinische Botschaft in Rom nach Lateinamerika geflohen) jüdische Kinder gequält und ermordet haben (und KZ-Häftlinge der Abtreibung unterworfen haben, Mengele machte ab 1958 in Buenos Aires Geschäfte mit illegalen Abtreibungen!), genausowie SS-Männer in den Fosse Ardeatine italienische unschuldige Zivilisten hingerichtet haben.
Geschichte ist nicht einseitig. Opfer&Täter.
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#1   matt   17:26:44 | Montag, 29. Dezember 2008
Mussolinis Verbrechen war der Packt mit Hitler…
der Duce hatte zunächst keine Sympathien für ihn und seine Rassenideologie. Er wollte offensichtlich Österreich stärken und dessen Unabhängigkeit wahren auch noch nach Dollfuß’ Tod.
Was immer ihn zu diesem Schritt veranlaßte, damit wurde er zum Verräter am eigenen Volk und vielleicht erklärt sich damit auch sein gewaltsamer Tod.
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