16:03:17 | Montag, 29. Dezember 2008
Johannes XXIII.
Kürzlich wurden die ungekürzten Tagebücher von Johannes XXIII. veröffentlicht. Zu Benito Mussolini fand der Selige nicht nur verdammende Worte.
(kreuz.net) Mitte Dezember wurden die Tagebücher des Seligen Papstes Johannes XXIII. († 1963) in Rom
publiziert.
In seinen Aufzeichnungen äußert sich Johannes XXIII. auch über politische Ereignisse seiner
Zeit.
Als die italienischen Wahlen im Jahr 1924 die Faschisten an die Macht brachten, schrieb er: „In
meinem Gewissen als Priester und Christ kann ich den Faschisten meine Stimme nicht geben.“
Weiter: „In
einer Sache bin ich mir gewiß: Das Heil für Italien kann nicht von Mussolini kommen, obwohl er begabt
ist. Seine Ziele mögen vielleicht gut und korrekt sein. Aber die Mittel, die er gebraucht, um sie zu
verwirklichen, sind böse und dem Evangelium entgegengesetzt.“
Nach dem italienischen Einmarsch in Äthiopien
im Jahr 1936 schrieb Erzbischof Roncalli an Mussolini, daß „eine verborgene Kraft ihn leite und Italien
beschütze.“
Der spätere Papst war in den 1930er Jahren als Apostolischer Delegat in Bulgarien, der
Türkei und in Griechenland tätig.
In dieser Zeit rettet er auf Anordnung von Papst Pius XII. († 1958)
zahllose Juden vor der nationalsozialistischen Verfolgung.

Angelo Roncalli, der spätere Johannes XXIII.1901
Im Juli 1943 kommentierte der damalige Erzbischof
in seinem Tagebuch den Sturz des faschistischen Diktators, Benito Mussolini († 1945):
„Die schwerwiegendste
Neuigkeit dieses Tages ist Entfernung Mussolinis von der Macht“ – schreibt der spätere Papst:
„Dieser
Schritt des Duce ist, wie ich glaube, eine weise Tat, die ihn ehrt. Nein, ich werde ihm keine Steine nachwerfen.“
„Auch für ihn gilt: Sic transit gloria mundi – so vergeht die Herrlichkeit dieser Welt. Aber das große
Gute, das er für Italien getan hat, bleibt. Seine Abberufung ist eine Sühne für einige seiner Sünden.
Dominus parcat illi – der Herr möge ihn verschonen.“
In seinem Tagebuch kommentiert der spätere Papst
auch seine Abscheu angesichts der im April 1945 erfolgten Ermordung Mussolinis durch kommunistische Partisanen,
die der spätere Papst „sogenannte Patrioten“ nennt.
Danach wurde der Leichnam des Ex-Diktators in Mailand
an den Füßen aufgehängt.
Erzbischof Roncalli nennt das in seinem Tagebuch einen „traurigen Tag“.
Doch nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnete er die Diktatur Mussolinis als ein „enormes Unglück“, das
„viel Leid über das italienische Volk“ gebracht habe.
Teil des Tagebuches von Papst Johannes XXIII.,
das er schon als junger Mann zu schreiben begann, wurde in der Vergangenheit unter dem Titel „Tagebuch
einer Seele“ veröffentlicht.
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#8
ignosti † 02:40:10 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#7
sexychrist 01:22:29 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#6
Marcelus 00:48:15 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#5
Gotthard 00:39:35 | Dienstag, 30. Dezember 2008
#4
Marcelus 23:30:35 | Montag, 29. Dezember 2008
#3
Rodolfo Panetta 21:33:48 | Montag, 29. Dezember 2008
#2
Alois Bischof 18:20:47 | Montag, 29. Dezember 2008
#1
matt 17:26:44 | Montag, 29. Dezember 2008