Deutschland
Werden die Bistümer verschmolzen?
In Deutschland gibt es für die schmelzende Zahl der davonlaufenden Gläubigen zu viele Pfarreien. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch zu viele Diözesen geben wird.
Brunnen beim Essener Münster. Die drei Schalen, aus denen Wasser fließt, markieren die drei Bistümer aus denen das Bistum Essen 1956 enstanden ist, Münster, Paderborn und Köln.
Brunnen beim Essener Münster. Die drei Schalen, aus denen Wasser fließt, markieren die drei Bistümer aus denen das Bistum Essen 1956 enstanden ist, Münster, Paderborn und Köln.
(kreuz.net) Schon vor Monaten hat der Buersche Unternehmer Konrad Herz senior dem Papst in einem Schreiben nahegelegt, den Bischof von Essen, Mons. Felix Genn, auch zum Bischof von Münster zu ernennen.

Auf sein Schreiben erhielt Herz „Post aus dem Vatikan von Papst Benedikt XVI.“ – behauptete das deutsche Medienprotal ‘Der Westen’ am 21. Dezember.

Buer ist der größte Stadtteil von Gelsenkirchen im Ruhrgebiet.

Herz hatte dem Papst seine persönlichen Überlegungen im Hinblick auf die finanzielle und pastorale Situation im Bistum Essen geschildert.

Anschließend erhielt der Unternehmer einen Standard-Brief aus dem Staatssekretariat: „Ich darf Ihnen versichern, daß Ihre Ausführungen zur Kenntnis genommen wurden.“

Das Medienportal interpretierte das als „Papst-Antwort“.

Herz hatte sich mit dem – wohl realistischen – Vorschlag an den Papst gewandt, angesichts der Krise im Bistum Essen und der personellen Probleme im Bistum Münster, Mons Genn „in Personalunion auch mit der Leitung des benachbarten Bistums Münster zu beauftragen“.

Diese Lösung hätte nach Herz den Vorteil, die beiden Bistümer Essen und Münster möglicherweise künftig miteinander zu verschmelzen.

Angesichts der Umstrukturierung im Bistum Essen werde dies bereits von vielen Interessierten diskutiert – erklärt Herz in seinem Brief.

„Papst Benedikt“ habe dem Unternehmer in dem Antwortbrief Dank für dessen „Mitsorge um die Entwicklung der kirchlichen Situation“ ausgerichtet.
      
23 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#23   No Comment   12:34:28 | Donnerstag, 15. Januar 2009
Megabistum Münster?
Das wäre doch kontraproduktiv, dem territorial völlig zusammengeflickten Bistum MS (fünf Regionalbischöfe!!) auch noch Essen hinzuzupacken. Besser: Die Region Niederrhein mit den Kreisdekanaten Kleve und Wesel zu Essen, das dann Xanten-Essen wird.
Redaktion benachrichtigen
#22   Confiteor   00:56:28 | Samstag, 10. Januar 2009
Die deutschen Bistümer
werden nicht verschmolzen, sondern sie schmelzen wie der Schnee in der Frühlingssonne und die Bischöfe bekommen Hartz IV… :-|
Redaktion benachrichtigen
#21   Marcelus   12:26:09 | Montag, 5. Januar 2009
Natürlich sind es die Liberalen und Modernisten, die heute die rechtgläubigen Katholiken aus der
Kirche ausschließen, und diese auszurotten suchen, aber nur im vereinsrechtlichen Sinne, weil sie keine Staatsmacht mehr besitzen,
und sind damit natürlich dieselben, die in Staatsmachtzeiten ihre Gegner physisch vernichtet haben: Eine gottlose Brut, deren Ende die ewige Verdammnis sein könnte, genau wie jene Hierarchen, die jene anderer Meinung einst auch physisch ausrotteten.
Redaktion benachrichtigen
#20   nomen_domini   08:15:41 | Montag, 5. Januar 2009
Falscher Film?
Jetzt kommen die ach so glaubenstreuen Kommentatoren, die angeblich für den vollen katholischen Glauben eintreten, mit Ideen das Bischofsamt de Facto abzuschaffen. Dabei ist es unzweifelhaft ein katholisches Glaubensdogma, dass das Bischofsamt von göttlichem Recht ist und auch der Papst nicht befugt ist, sämtliche andere Diözesen aufzulösen und dem Bistum Rom einzuverleiben. Gerade der Selige Pius IX. hat im Bezug auf die von ihm erlassene Bulle Pastor Aeternus betont, dass der Papst weder Bischof von Köln, noch von irgendeinem anderen Bistum sein könne, diese auch nicht ersetzen könne und dass es nicht katholisch sei zu glauben, man bräuchte wegen der Universaljurisdiktion des Papstes keine Bischöfe mehr.
Die Kommentare zeigen aber sehr schön was von sogenannten Traditionalisten zu halten ist, die von Tradition nicht die geringste Ahnung haben und meinen, die tridentinische Messe sei schon in den Katakomben gelesen worden.
Redaktion benachrichtigen
#19   ignosti †   00:29:48 | Montag, 5. Januar 2009
Schon recht, marcelsus
du musst dir ja nur die Poastings der betreffenden „Lager“ hier im Forum durchlesen. Es sind die sogenannten „Neugläubigen“ und „II.VK-Sektierer“, die die anderen mit ewigen Höllenstrafen versehen, mit Todesstrafe (wie Eli), mit Auschluss und Verbannung günstigstenfalls, die pausenlos andere Lebensweisen als schwer bis extremst sündhaft, widernatürlich und dergleichen mehr qualifizieren.
Hast schon recht Marcelsus, … und jetzt suche weiter deine Welt im Innersten der Erde.
ignosti, milde lächelnd
Redaktion benachrichtigen
#18   Gotthard   22:59:59 | Sonntag, 4. Januar 2009
@marcelus
die ihnen nicht ins Weltbild paßten, physisch vernichtet:
dann kannst Du der Kirche ja nur von Herzen danken, dass du physisch überlebst hast.
[du tickst auch nicht mehr ganz richtig]
Redaktion benachrichtigen
#17   Zarathustra   22:32:58 | Sonntag, 4. Januar 2009
Rompilger
Liebe Leute, die hier unbedingt nach Rom zur Messe wollen,
am Weihnachtsmorgen 2002 begann in St. Peter die Meßfeier des Erzpriesters am Kathedraaltar [sic!] mit den Worten des Chorleiters über Mikro: „Questa mattina dobbiamo celebrare la Messa un po’ in fretta.“ – M.a.W.: Wir müssen uns heute etwas beeilen.
Ich denke, daß da der Kirchbesuch und der Pilgerstrom nach St. Peter auf Dauer genauso abnehmen würde wie bei uns in den letzten 40 Jahren Auf-, sorry, Abbruch.
Redaktion benachrichtigen
#16   Marcelus   17:50:59 | Sonntag, 4. Januar 2009
Die Kirchenautorität hat in nichtunfehlbaren Fragen häufig Fehler gemacht, und auch ihre Gegner,
die ihnen nicht ins Weltbild paßten, physisch vernichtet:
Wenn die Kirchenautorität heute noch Macht besäße, sieht man ja, wer dieser heute nicht passen würde: unter Paul VI. und Johannes Paul II. Erzbischof Lefebvre und die Vorkämpfer der Römischen Messe,
und ein Großteil der heutigen Kirchenautorität unter dem heutigen Papst ist immer noch aus den Zeiten Paul VI. und Johannes Paul II. stammend.
Mir fällt gerade ein Giorano Bruno ein. Man hat ihn zwar verbrannt, aber doch immerhin nach 400 Jahren rehabilitiert. Die Kirche ist halt immer etwas hinten an.
Das ist aber auch ein gutes Beispiel für die Wissenschaftsfakultäten, die meistens Leute, die das alte Weltbild infragegestellt haben, zu Fakultätsketzern erklärt haben, auch wenn Fakultäten Ketzer nicht verbrannt haben.
Redaktion benachrichtigen
#15   ignosti †   17:37:48 | Sonntag, 4. Januar 2009
Also was die Kirche da
schon alles gelehrt hat!
Mir fällt gerade ein Giorano Bruno ein. Man hat ihn zwar verbrannt, aber doch immerhin nach 400 Jahren rehabilitiert. Die Kirche ist halt immer etwas hinten an. Braucht auch etwas länger, aber es wird schon.
Vielleicht hat Lingen recht und die Kirche weiß es noch gar nicht? Wird der „Pater“ nachträglich geweiht und heilig gesprochen?
ignosti, amüsiert lächelnd
Redaktion benachrichtigen
#14   Doriano   17:36:59 | Sonntag, 4. Januar 2009
Tja, ignosti…
…zu früh gefreut:
Die Kirche als solche kann kein Mensch der Welt gültig auflösen
Redaktion benachrichtigen
#13   Marcelus   17:33:07 | Sonntag, 4. Januar 2009
ignosti: Die Kirche als solche kann kein Mensch der Welt gültig auflösen,
nicht einmal der Papst, der in der Kirche zwischen Himmel und Erde eine Binde- und Lösegewalt besitzt (Mt 16,18-19).
Es ist unfehlbare Lehre der Kirche, daß die Pforten der Hölle die Kirche niemals überwältigen und auflösen können (Mt 16,18), nicht einmal der Papst.
Ein Papst, der das behaupten würde, würde nur selbst abdanken,
und eine neue Papstwahl notwendig machen.
Redaktion benachrichtigen
#12   ignosti †   17:26:15 | Sonntag, 4. Januar 2009
Marcelsus
Theoretisch könnte der Papst alle Diözesen auflösen…
Theoretisch sogar die Kirche selbst!
Das wäre ein Fest der Befreiung und würde weltweit gefeiert werden als Tag der Menschenrechte, Tag der Menschenwürde, Tag der Befreiung, wie Weihnachten, Ostern, Neujahr und Valentin zusammen.
Diesen Tag erleben und dann sterben: Kann es Schöneres geben?
ignosti, träumend lächelnd
Redaktion benachrichtigen
#11   Confiteor   16:57:01 | Sonntag, 4. Januar 2009
Statt Personalpfarreien
wäre es doch viel interessanter, Päpstliche Personalprälaturen daraus zu machen… Ähnlich wie
Opus Dei…!
Redaktion benachrichtigen
#10   Marcelus   16:21:47 | Sonntag, 4. Januar 2009
Die ganze Welt ist eine einzige päpstliche Territorial- und Personalpfarrei,
und der Papst der oberste Pfarrer für die gesamte Menschheit, wo immer sie wohnt, auf dem Planeten, im Planeten oder außerhalb des Planeten.
Redaktion benachrichtigen
#9   Der Großinquisitor   14:47:26 | Sonntag, 4. Januar 2009
die ganze Welt als päpstliche Personalpfarrei ?
Die Errichtung von päpstlichen Personalpfarreien bietet ebenfalls interessante Möglichkeiten, auch in Deutschland…
Redaktion benachrichtigen
#8   Marcelus   14:43:33 | Sonntag, 4. Januar 2009
Theoretisch könnte der Papst alle Diözesen auflösen – mit Ausnahme der Diözese des Papstes, die nac…
Meinung der meisten Theologen aufgrund göttlichen Rechtes unlösbar mit der Diözese Rom verbunden ist,
und die ganze Welt zur Diözese Rom erklären, in denen lokale Vertreter alleine den Willen des Papstes vertreten und ausführen.
Der Vorteil wäre, daß der Papst diese lokalen Vertreter ohne großen Aufwand von einem Tag auf den anderen durch andere lokale Vertreter ersetzen könnte, wenn er mit ihnen unzufrieden wäre, und diese lokalen Vertreter könnten ja auch die Bischofsweihe besitzen, ohne selbst mit einer Diözese verbunden zu sein.
Redaktion benachrichtigen
#7   Der Großinquisitor   14:38:58 | Sonntag, 4. Januar 2009
sonntäglicher Flug nach Rom zur Messe in St.Peter…
…die zweite Lösung finde ich wesentlich attraktiver…da würde der Gläubigenschwund aufhören…
;-)
Redaktion benachrichtigen
#6   Confiteor   14:35:33 | Sonntag, 4. Januar 2009
@ Der Großinquisitor
Ihr Vorschlag hat etwas Bezirzendes… :-D :-D
Redaktion benachrichtigen
#5   Der Großinquisitor   14:33:17 | Sonntag, 4. Januar 2009
Fusion mit Rom?
„Wenn für jede Messe die dann alle Jubeljahre in Deutschland gelesen werden soll, ein päpstlicher Legat immer eigens aus Rom eingeflogen wird, ist doch alles bestens geregelt.“
Oder man könnte Deutschland mit der Diözese Rom fusionieren und die Gläubigen aus Deutschland sonntags nach Rom fliegen…
Beide Lösungen hätten gegenüber der derzeitigen Situation gewisse Vorteile…
Redaktion benachrichtigen
#4   Confiteor   14:24:41 | Sonntag, 4. Januar 2009
Eigentlich könnte man
bei dem Gläubigenschwund auch auf das Nord- und Südbistum verzichten.
Wenn für jede Messe die dann alle Jubeljahre in Deutschland gelesen werden soll, ein päpstlicher Legat immer eigens aus Rom eingeflogen wird, ist doch alles bestens geregelt.
Das müsste doch genügen, Leute!! o^/ o^/
Redaktion benachrichtigen
#3   carolusmagnus   14:15:18 | Sonntag, 4. Januar 2009
Nord- und Südbistum für Deutschland
Fusionen von Bistümern, notfalls Zwangsfusionen in Analogie zu den Zwangspfarrfusionen im Bistum Aachen, erscheinen bei anhaltendem Gläubigenschwund und anhaltendem Glaubensschwund durchaus sinnvoll – nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Das Bistum Aachen würde man sinnvollerweise wieder zwischen Münster und Köln aufteilen, aus diesen Bistümern ist es ja auch entstanden. Langfristig würde für Deutschland ein Nord- und ein Südbistum ausreichen. Darin läge noch eine ganz andere Chance: Auflösung der überflüssigen „Bischofskonferenz“ und Besetzung dieser beiden Bistümer mit papst- und glaubenstreuen Bischöfen…
Redaktion benachrichtigen
#2   Siegfried   14:14:56 | Sonntag, 4. Januar 2009
Die Pastoral in Deutschland und in der katholischen Kirche allgemein
Nach Beendigung des zweiten VK wurde die Hauptaufgabe der Kirche, der von seinem Gründer erteilte Missionsauftrag eingestellt. Dies aus einem falschen Verständnis über den Begriff der Ökumene. Den Protestanten sollten keine Mitglieder abgworben werden. Der Unterschied wurde zwischen den Konfessionen aufgehoben. Die männlichen und weiblichen Missionsorden wurden von ihren Mitarbeitern befreit und können keinen Auftrag mehr wahrnehmen. Priester und Ordensangehörige, welche diese neue Pastoral als schädlich empfanden, wurden zum Teil gegen ihren Willen, mit einem starken Mobbing in die Zwangslaiisierung getrieben. Die reifen und glaubenstreuen Bischöfe wurden durch eine erstmalig weltweite Berrentung der Bischöfe aus dem Missionsauftzrag der Kirche entlassen.
Mit der gewöllten Beendigung der weltweiten Mission, ist selbstverständlich der erste Missionauftrag in den Heimatbistümern beendet worden.
Die pastoralen Vorgaben von VK 2 nehmen der Kirche und besonders den Bistümern die Luft zum atmen. Wenn dieser eingeschlagene Weg der 40jährigen Wüstenwanderung nicht beendet wird, dann sterben die Pfarreien und selbstverständlich die Bistümer. Dies ist dann die Gesundschrumpfung nach Lehmann, Döpfner und Rahner und ihren Helfern.
Der Kirche bringt es keinen Nutzen, daß der vorherige Papst den Gläubigen den Zuspruch gab, kirchliches Fehlverhalten an den Hl. Stuhl zu melden, wenn der Ortsbischof nicht tätig wird.
Eine Handlung erfolgt auch von Rom nicht! o^/
Redaktion benachrichtigen
#1   Dr. Schlämmer   13:28:16 | Sonntag, 4. Januar 2009
Gähn …
Die Antwort des Papstes kann man auch so lesen:
Sie nerven, aber immerhin zeigen Sie Interesse an der Kirche.
Diesmal ausnahmsweise mal kein Denunziant, sondern ein besorgter Unternehmer.
Er hätte er sich besser Gedanken darum gemacht, wie man mehr Priester für priesterlose Pfarreien bekommt.
Das entspräche mehr den Erfordernissen des Augenblicks.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
DeutschlandUnsichere Kirchen DeutschlandKein Land in Sicht DeutschlandLiegt’s an der Aufklärung oder vielleicht doch an der Sexualaufklärung? DeutschlandWegen der Liturgie und der schönen Gewänder DeutschlandHat David gegen Goliath gesiegt? DeutschlandWiderspruch gegen den Entscheid des Kölner Erzbischofs DeutschlandEx-Pfarrer suspendiert AmtsenthebungKämpfen bis zum Untergang DeutschlandPiep, piep, piep? DeutschlandKölner Pfarrer seines Amtes enthoben DeutschlandBistum Erfurt stellt die Kirche unter Generalverdacht Priester vor LaisiserungNicht ganz überraschend DeutschlandEx-Gemeinde mausert sich zum Projekt DeutschlandBrutale atheistische Aggression DeutschlandDie Baukosten sind nicht absehbar
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net