Der Erzbischof von Detroit, der heute Freitag das 75. Lebensjahr vollendet, wird dem Papst, wie vom Kirchenrecht vorgesehen, seinen Rücktritt unterbreiten. Ob der Rücktritt angenommen wird, ist ungewiß.
(kreuz.net, Detroit) Der Erzbischof von Detroit, Adam Kardinal Maida, hat trotz seines vorgerückten Alters
Pläne für die Zukunft. Heute Freitag wird er wie vom Kirchenrecht vorgesehen aus Altersgründen dem
Papst seinen Rücktritt unterbreiten. Es ist allerdings eher unwahrscheinlich, daß Johannes Paul II.
das Ansuchen des Kardinals annimmt.
In den letzen Jahren hat es sich eingebürgert, daß Kardinäle,
sofern sie gesundheitlich dazu in der Lage sind, auch nach der Vollendung des 75. Lebensjahres weiter
in ihrem Amt belassen werden. Auch Kardinal Maida rechnet damit, noch ein paar Jahre als Erzbischof von
Detroit ausharren zu müssen.
Danach – wenn er so um die 80 ist – möchte er sich nicht zur Ruhe setzen,
sondern als Pfarrer oder Spitalseelsorger arbeiten. Optimismus? Nicht unbedingt. Schließlich lebt auch
Sophie Maida noch, die 96-jährige polnisch-amerikanische Mutter des Kardinals.
Der Kardinal fühlt keine
Altersbeschwerden und hat noch keine Nacht seines Lebens in einem Spital verbracht. Seine körperliche
Leistungsfähigkeit erhält sich der Prälat auf einem Fitnessfahrrad in seiner Wohnung: „Aber das Beste
ist, daß ich jeden Morgen eine Stunde bete, bevor ich das Radio andrehe und mir die Neuigkeiten anhöre.
Das ist meine größte Kraftquelle.“
„Die Leute werden überrascht sein, wenn sie in Zukunft einen anderen
Kardinal Maida sehen“, meinte der Kirchenfürst kürzlich in einem Interview mit der Tageszeitung „Detroit
Free Press“. Nach seinem Rücktritt will er wieder im engen seelsorgerischen Kontakt mit den Menschen
arbeiten, die Kranken besuchen und für die Gläubigen auf eine Weise dasein, wie ihm das in seinem jetzigen
Amt nicht möglich ist.
Daß ein Kardinal seine Karriere in der praktischen Seelsorge beendet, wäre
ein ganz unüblicher Vorgang: Am Ende zu meinen priesterlichen Anfängen zurückzukehren, wäre für mich
sehr erfreulich,“ meint der Kardinal zu dieser Perspektive.
Adam Kardinal Maida wurde am 18. März 1930
geboren und mit 26 Jahren zum Priester geweiht. 1984 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof
und 1990 zum Erzbischof von Detroit. 1994 erhielt er den Kardinalshut. In seinem Jahrgang im Priesterseminar
war er der Klassenbeste. Später studierte er Kirchenrecht und ziviles Recht. Der Lieblingssport des Kardinals
ist Golf.
Im Jahre 1991 startete Kardinal Maida zusammen mit Protestanten die erste ökumenische Schule
in einer Pfarrei. Im Jahre 2000 eröffnete er das „Johannes Paul II. Kulturzentrum“ in der Bundeshauptstadt
Washington. Das Zentrum ist ein Multimediamuseum. Deren Errichtung kostete 47 Millionen Euro.
Im Vatikan
ist Kardinal Maida Mitglied der Kongregationen für den Klerus und die katholische Erziehung und des Rates
für die Migranten und Itineranten.
Lob bekommt der Kardinal auch von den Lobbisten der Homosexuellenszene:
„Für uns ist er ein Anführer in der Inquisition gegen die Homosexualität.“
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