Kommunismus
Die kommunistische Partei will neue Bischöfe ernennen
Gegen den Widerstand der Gläubigen will die in China herrschende Kommunistische Partei zwei Priester zu Diözesanbischöfen erheben.
(kreuz.net, Peking) Die zwei Bischöfe sollen für Diözesen in der chinesischen Provinz Setschuan ernannt werden. Das berichtete der katholische Nachrichtendienst CWNews. Beide Priester gehören der sogenannten „Patriotischen Vereinigung“ an.

In China lebt die katholische Kirche seit der kommunistischen Machtübernahme im Untergrund und wird brutal verfolgt. Um der Kirche das Wasser abzugraben, gründete der kommunistische Staat eine sogenannte „Patriotische Vereinigung“. Sie wird von Bischöfen und Priestern gebildet, die mit dem Regime kollaborieren. Die Bischöfe dieser Staatskirche werden von den Kommunisten ernannt und arbeiten unter direkter staatlicher Kontrolle. Zwischen den Vertretern der Untergrundkirche und der „Patriotischen Vereinigung“ gibt es praktisch keine Kontakte. Die Katholiken im Untergrund beschuldigen die Mitglieder der „Patriotischen Vereinigung“ des Verrates.

Schon seit Jahren unterhält der Vatikan auch zu den Bischöfen und Priestern der „Patriotischen Vereinigung“ sehr gute Beziehungen. Patriotische Priester und Bischöfe werden regelmäßig von Vertretern des Vatikans besucht. Diese Kontakte geschehen mit Wissen und Zustimmung des kommunistischen Regimes.

Trotz ihrer irregulären Ernennung und Weihe sind die Patriotischen Bischöfe dem Vatikan gewöhnlich nicht feindlich gesinnt. Den Weg der Kollaboration haben sie meist nicht aus einer antirömischen Haltung gewählt. Es handelt sich bei ihnen sehr häufig um schwache Charaktere, die sich den kommunistischen Manipulationen nicht widersetzen wollen und den Weg der Anpassung gewählt haben.

Der Priester Lei Schiying, ein führender Vertreter der „Patriotischen Vereinigung“, soll von den Kommunisten für das Amt des Diözesanbischofs von Leschan vorgesehen sein. Der Priester Li Schigang soll die Diözese von Tschendu übenehmen.

Es scheint, daß die beiden kommunistischen Bischofskandidaten die politische Gunst auf Kosten ihres Ansehens bei den Gläubigen der „Patriotischen Vereinigung“ gewonnen haben. Ihre Ernennung könnte darum auch dazu dienen, Konflikte in der Vereinigung zu schüren, um das Ansehen der Kirche gesellschaftlich zu schwächen.

Offenbar haben beide Priester angeblich auch Frauengeschichten hinter sich. Einer von ihnen sei sogar der Vater eines Kindes. Das würde ihre Position als Diözesanbischöfe noch schwächer und sie für Druckversuche von außen noch empfänglicher machen. Außerdem wäre das eine weitere Gelegenheit, die katholische Kirche in Mißkredit zu bringen.

Im Januar 2004 hat die chinesische Regierung offenbar eine vatikanische Beteiligung bei der Ernennung von Bischof Peter Feng Xiunmao als Koadjutorbischof der Diözese Hengshui erlaubt. Ein Koadjutorbischof ist ein Hilfsbischof, der während der Amtszeit des Diözesanbischofs ernannt wird, und ihm nach seinem Rücktritt im Amt nachfolgt.

Dagegen wurden im Januar 2000 sechs patriotische Bischöfe trotz wiederholter Proteste von Seiten des Vatikans ernannt.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Yersinia   01:45:42 | Freitag, 25. März 2005
@Sulpicius: für Chinesen ist es unerträglich
dass eine fremde Macht – in diesem Fall der Vatikan – in chinesische Angelegenheiten eingreift; deshalb diese „Position“ gegenüber den römisch-katholischen Gläubigen. Politisch ist es allerdings interessant, dass das kommunistische China mit seiner Wirtschaftsweise den „Neoliberalismus“ in Europa erst ermöglicht hat; durch diese Art des Wirtschaftens kommen die einfachen Arbeiter in Europa am meisten unter Druck.
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#7   spectator †   22:27:50 | Mittwoch, 23. März 2005
@ sttn
Lies Paulus, dann weißt Du warum es OK ist das Priester Familie und Kinder haben können.
Junge, ich kannte seine Briefe auswendig bevor du lesen konntest.
Womit ich ein Problem habe ist das behauptet wurde das Frau und Kinder die Kirche in Mißkredit bringt.
Wer sagt, dass Frau und Kinder etwas schlechtes ist???
In einer Kirche, in der Priester zur Ehelosigkeit verpflichtet sind, ist Frau und Kind kein konstruktives Beispiel für die Gläubigen – das wurde hier gemeint.
Das angeblich so schlimme – Frau und Kinder – ist ein Segen und es würde manch einen verbitterten sicher ganz gut tun wenn sie jemanden Lieben hätten.
Sind diejenigen, die im Zölibat leben, keine liebenden Menschen?
– du musst du noch viel über die Menschen lernen.
P.S.: Wußtest Du das viele othodoxe Priesteranwärter gerne etwas länger warten, damit sie heiraten können bevor sie Priester werden.
Junge, was ich weiß, übersteigt dein Vorstellungsvermögen.
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#6   sttn   22:14:45 | Mittwoch, 23. März 2005
@spectator
Lies Paulus, dann weißt Du warum es OK ist das Priester Familie und Kinder haben können. Wobei ich jetzt hier nicht gegen das Zölibat argumentieren möchte denn es ist allgemein bekannt das es laut Bibel nicht notwendig ist. Und außerdem habe ich ja nichts dagegen. Ich finde das absolut OK wenn es jemand für sich beschließt so zu leben, absolut keine Frage.
Womit ich ein Problem habe ist das behauptet wurde das Frau und Kinder die Kirche in Mißkredit bringt. Das angeblich so schlimme – Frau und Kinder – ist ein Segen und es würde manch einen verbitterten sicher ganz gut tun wenn sie jemanden Lieben hätten.
Deshalb finde ich es auch nicht so tragisch das man es früher nicht so eng gesehen hat, sondern durchaus verständlich.
P.S.: Wußtest Du das viele othodoxe Priesteranwärter gerne etwas länger warten, damit sie heiraten können bevor sie Priester werden. An sich ja durchaus verständlich, oder?
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#5   spectator †   18:03:27 | Mittwoch, 23. März 2005
@ sttn & Möchtegernkatholiken
[von Red zensuriert]
Es gibt in der katholischen Kirche:
– Katholische Pfarrer die ehemalige Evangelische Pfarrer waren und die verheiratet sind und Kinder haben
Diese haben Christus in Seiner Kirche erkannt und wollen Ihm in der RK-Kirche folgen. Es wird ihnen erlaubt die Familie zu behalten.
– bei unierten Kirchen (z.B. Orthodox Kirchen) oftmals Pfarrer die sehr wohl verheiratet sind und Kinder haben.
Weil sie geheiratet haben, bevor sie zum Priester geweiht wurden. Nach einer Priesterweihe eines Unverheirateten, ist eine Eheschließung auch bei den orthodoxen nicht möglich. Genauso, wie die Situation der ständigen Diakone in der RK-Kirche.
Und es gab in der katholischen Kirche viele Bischöfe, Kardinäle und Päpste die Väter waren.
Aha, und deshalb muss das Zölibat, das von der Obrigkeit der Kirche eingeführt wurde, abgeschafft werden?
[von Red. zensuriert]
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#4   sttn   15:24:21 | Mittwoch, 23. März 2005
Was ich nicht verstehe…
Wieso bringen Ehefrauen bzw. Kinder jemanden in Mißkredit?
Es gibt in der katholischen Kirche:
– Katholische Pfarrer die ehemalige Evangelische Pfarrer waren und die verheiratet sind und Kinder haben
– bei unierten Kirchen (z.B. Othodox Kirchen) oftmals Pfrarrer die sehr wohl verheiratet sind und Kinder haben.
Und es gab in der katholischen Kirche viele Bischöfe, Kardinäle und Päpste die Väter waren.
… und wenn man da so in de Bibel nachliest was da über Ehe und Bischöfe steht.
Also an sich nichts wofür man sich schämen sollte und noch weniger etwas wofür man in Mißkredit kommen kann.
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#3   Sulpicius   13:02:06 | Mittwoch, 23. März 2005
Kommunisten…
…ernennen Bischöfe. Ist wirklich eine Realsatire!
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#2   Athanasius   12:55:52 | Mittwoch, 23. März 2005
Und kardinal Danneels van Mechelen-Brüssel
besucht AUF EINLADUNG DER KOMMUNISTISCHE PARTEIKOMMISSION FÜR RELIGIONSSACHEN die „Chinesisch-Katholische Kirche“.
Viel Römisches ist da nicht.
Stimme, vor kurzem zelebrierte noch Kardinal Etchegaray mit den Kommunistischen Strohmännern in einem „Heiligtum“ der Chinenischen Patriottischen Allianz (Chinesische Staatskirche) die hl. Messe, und verriet nochmals die treue Untergrundkirche!!!
Wenn Kardinäle sich gebrauchen lassen und „pastoralen Kontakte“ wollen, da macht doch der Vatikan längst nichts mehr!
Aber weh jenem, der die hl. Messe der Tradition feiert oder sogar Weihbischöfe bittet vom hl. Vater und mit dem Datum nicht zufrieden ist! Dann bist exkommuniziert! Dann bist Du vom Teufel als langjähriger Erzbischof von West-Afrika und Assistent des päpstlichen Thrones von Johannes XXIII.!
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#1   Stimme aus dem Tradiland   12:46:43 | Mittwoch, 23. März 2005
Und wo bleibt da die Exkommunikation
dieser durch die KPC ernannten Bischöfe? Wie aus dem Artikel ersichtlich, berufen sich diese nicht einmal auf Rechtfertigungsgründe. Dies alles zum Unterschied von Erzbischof Marcel Lefebvre, zu dessen von ihm gegründeter Priesterbruderschaft St. Pius X. der Vatikan auch keine freundschaftlichen Kontakte unterhält.
Offenbar ist es aus römischer Perspektive schlimmer, Traditionalist zu sein, als Günstling oder gar Sympathisant der Kommunisten! Nicht vergessen werden darf, dass Papst Johannes Paul II. für diese spezielle Ungerechtigkeit voll die Verantwortung trägt. Er wird sich dafür verantworten müssen.
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