Heiliges Land
Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer
Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und „Mama! Mama!“ schreit. Von Uri Avnery, Tel Aviv.
Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mit der US-Außenministerin unter George W. Bush.
Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mit der US-Außenministerin unter George W. Bush.
(kreuz.net) Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten, da sie wußten, daß die Stimmung eines großen Teils der Pro-Krieg-Öffentlichkeit sich ändern würde, sobald Berichte über eigene Todesopfer kommen würden.

So war es beim ersten und zweiten Libanonkrieg.

Diese Einstellung spielte eine besonders wichtige Rolle, weil der ganze Krieg ein Teil der Wahlkampagne ist.

Ehud Barak – der in den ersten Tagen des Krieges in den Umfragen gewonnen hatte – wußte, daß seine Werte fallen würden, sobald Bilder mit toten Soldaten die Fernsehschirme füllen würden.

Die Opfer im Gazastreifen

Die israelische Doktrin

Deshalb wurde eine neue Doktrin formuliert: um Verluste unter unseren Soldaten zu vermeiden, solle alles, was in ihrem Weg steht, total zerstört werden.

Die Planer waren also nicht nur bereit, achtzig Palästinenser zu töten, um einen israelischen Soldaten zu retten, wie es schon geschehen ist, sondern auch 800.

Die Vermeidung von Todesfällen auf unserer Seite ist der vordringlichste Befehl, der Rekordzahlen von zivilen Toten auf der andern Seite verursachte.

Bewußt grausame Kriegsführung

Dies bedeutete die bewußte Entscheidung für eine besonders grausame Kriegsführung – und das war ihre Achillesferse.

Eine Person ohne Phantasie wie Barak – sein Wahlslogan heißt: „Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer“ – kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel bringen, reagieren.

Photographische Raketeneinschläge

Die Photos aus den Krankenhäusern mit den Toten, Sterbenden und Verletzten, die aus Platzmangel alle zusammen auf dem Fußboden liegen, haben die Welt erschüttert.

Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und „Mama! Mama!“ schreit.

Die Kriegsplaner dachten, sie könnten die Welt daran hindern, solche Bilder zu sehen, wenn sie die Presse gewaltsam davon abhalten, zum Schauplatz der Kämpfe zu gelangen.

Die israelischen Journalisten waren zu ihrer Schande damit einverstanden, die Berichte und Photos zu bringen, die sie vom Armeesprecher erhalten, als ob dies authentische Nachrichten seien, während sie selbst meilenweit von den Ereignissen entfernt blieben.

Die furchtbarste Waffe

Ausländische Journalisten wurden gar nicht erst zugelassen, bis sie protestierten und dann zu kurzen ausgewählten und überwachten Trips mitgenommen wurden.

Aber in einem modernen Krieg kann eine solch sterile und fabrizierte Sicht alle anderen Perspektiven nicht vollständig ausschließen. Die Kameras sind im Gazastreifen mitten in der Hölle und können nicht kontrolliert werden.

Der arabische Sender Aljazeera bringt die Bilder rund um die Uhr und erreicht jedes Haus.

Uri Avnery (85) wurde im nordrhein-westfälischen Beckum als Helmut Ostermann geboren. Er ist ein israelischer Publizist und Friedensaktivist und veröffentlicht auf seiner Webseite regelmäßig Stellungnahmen zum Konflikt im Nahen Osten.

Nächstes Mal: Ein Sieg des Geistes über das Material
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Die Deutschen hatten keine andere Wahl 2. Also eine Fälschung
3. Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer
4. Ein Sieg des Geistes über das Material
      
17 Lesermeinungen
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#23   W4C †   22:05:40 | Montag, 9. November 2009
Welche
Leserzeitung?
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#22   Jena-boy †   21:46:54 | Montag, 9. November 2009
@W4C:
Schonmal die Leserzeitung gesehen?
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#21   W4C †   21:45:54 | Montag, 9. November 2009
Stimmt auch wieder
Ich hab schon so viele Reinkarnationen hinter mir :-D
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#20   Jena-boy †   21:45:17 | Montag, 9. November 2009
@W4C:
Keine Angst, auf dieser Seite ist eine Wiedergeburt möglich.
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#19   LM.   21:44:39 | Montag, 9. November 2009
zehntnergreis
bald kommt der wurm
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#18   clarissa colonia   21:44:13 | Montag, 9. November 2009
Ob es wohl Ihrer Gesundheit zuträglich ist,
sich dauerhaft „Nervtötern“ auszusetzen?
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#17   DJM †   21:42:41 | Montag, 9. November 2009
Der Nächste
der mir auf die Nerven geht.
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#16   Schalom   21:41:50 | Montag, 9. November 2009
Jena-boy, bei der braunen Molke ist alles zu spät.
Man kann diese verdorbenen bigotten Sülzer nur noch ärgern.
Die Redaktion ist ist ein Klüngel von Teufeln!
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#15   DJM †   21:39:31 | Montag, 9. November 2009
@ Jena-boy
Ich will gespert werden.
Sie möchten, dass sich „jemand“ für Sie einsetzt? In zwei Tagen ist Martini. Wissen Sie, die Laternen auf dem Friedhof, tragen das Gedenken nicht das Gedenken der Toten.
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#14   W4C †   21:39:03 | Montag, 9. November 2009
Jena Boy
Das wäre aber schade drum!!!!
Ehrlich!!!! :(3 Bleib doch bitte!!!!
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#12   DJM †   21:37:04 | Montag, 9. November 2009
@ Schalom
„Jena-boy“ gibt ihr kleinod.
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#11   Schalom   21:34:39 | Montag, 9. November 2009
Die Redaktion hat keinen zügellosen Sex.
Dafür eine zügellose geistige Impotenz!
@ jena-boy, lass die provokation dieser kreuzweh-toten.
Abgeschlaffte brauchen ihren geschlechtslosen gipsjesus. Der echte ist anders.
Die Redaktion :-! :-! :-! hat sich sich selbst entfernt.
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#6   Cutty Sark   09:57:00 | Freitag, 16. Januar 2009
Marcelus // Orlando
marcelus: Ich weiß es doch auch nicht. Nur der uneingeschränkte Krieg gegen die Zivilbevölkerung kann auch nicht die Antwort sein und schürt doch auch nur den Haß bei denen, die für die nächste Generation übrigbleiben. Ich hab da auch keine Antworten. Dass ist ja die Tragik an diesem Konflikt, dass irgendwie beide Seiten – zumindest für mich – zu verstehen sind. Und diese Tragik finde ich so … Und da ist es nicht verständlich, wie kreuz-net eindeutig Partei ergreift, es sei denn, es handelt sich tatsächlich um Antisemitismus.
Orlando
Ich bin nicht begeistert von der Auffassung Israels. Doch in der Regel ist die Vermeidung des Todes der eigenen Soldaten für den kriegsführenden Staat ein maßgebliches Kriterium. Das kann man dann den Leuten auch nicht so richtig übel nehmen. Nur wenn das zum uneingeschränkten Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung führt, ist das zum Kotzen.
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#5   vonHerzmanovsky-Orlando   21:06:43 | Donnerstag, 15. Januar 2009
@cutty sark
Einem Staat vorzuwerfen: „!Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten!“
ist absolut lächerlich.
Klar, mit verbrannter Erde geht das am besten.
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#4   Marcelus   17:22:05 | Donnerstag, 15. Januar 2009
Krieg ist eine Geißel Gottes, aber wie sollte ein Staat reagiern, wenn er von Bürgern aus
Grenzgebieten militärisch attackiert wird, und einen Krieg gegen diesen Staat wünschen.
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#3   Cutty Sark   16:31:22 | Donnerstag, 15. Januar 2009
Krieg íst immer grauenhaft
Ich sehe die Verhaltensweise Israels, die Blockade von Ghaza, die Art und Weise, in der die Siedlungen zurückgelassen wurden (auch das letzte Haus wurde noch abgebaut und / oder niedergebrannt, Olivenhaine wurden zerstört), die Nichtanerkennung der demokratischen Wahl, weil das Ergebnis nicht gefiel usw. absolut kritisch. Aber die Art und Weise, wie die Artikel hier gegen Israel prügeln, ist zum :-! :-! :-! .
Einem Staat vorzuwerfen: „!Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten!“
ist absolut lächerlich. Wenn einem angesichts des schrecklichen Leids auf beiden Seiten zum Lachen zumute sein könnte :-( :'( .
Wenn ich für eines dankbar bin, ist es, dass ich keiner von denen bin, die dort jetzt Entscheidungen treffen müssen. Das ist nämlich ziemlich schwer und für alle gräßlich. Ich bete für beide Seiten um den Frieden bzw. den Eintritt in den Frieden. Für die, die das albern finden, ich kann nichts anderes tun und ich glaube daran (nicht das Gott sofort das macht, was ich will, sondern das er mich hört).
Verstehen tue ich das auch nicht, warum er es zuläßt, warum er die Vergangenheit zuließ, aber das geht jetzt hier zu weit. Ich vertraue ihn und daher bete ich in dieser Situation in der die Menschen leiden. Übrigens nicht nur die, ich kenne da in Afrika (spez. Kongo u.a.) ebenfalls grauenhafte Situationen. Es ist schon mehr als offensichtlich, warum die Redaktion auf diesem Krieg so „rumreitet“. Muss jetzt we…
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#2   engelhardt †   14:51:30 | Donnerstag, 15. Januar 2009
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Das lustige dabei: selbst wenn kreuz.net jetzt „echte“ Bilder veroeffentlicht, ein fahler Beigeschmack bleibt immer.
Tja, Luegen haben eben kurze Beine und wer einmal luegt…
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Es wurden 6 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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