14:36:01 | Donnerstag, 15. Januar 2009
Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und „Mama! Mama!“ schreit. Von Uri Avnery, Tel Aviv.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mit der US-Außenministerin unter George W. Bush.
(kreuz.net) Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering
wie möglich zu halten, da sie wußten, daß die Stimmung eines großen Teils der Pro-Krieg-Öffentlichkeit
sich ändern würde, sobald Berichte über eigene Todesopfer kommen würden.
So war es beim ersten und
zweiten Libanonkrieg.
Diese Einstellung spielte eine besonders wichtige Rolle, weil der ganze Krieg ein
Teil der Wahlkampagne ist.
Ehud Barak – der in den ersten Tagen des Krieges in den Umfragen gewonnen
hatte – wußte, daß seine Werte fallen würden, sobald Bilder mit toten Soldaten die Fernsehschirme füllen
würden.
Die Opfer im Gazastreifen

© Palestinian Centre for Human Rights

© Palestinian Centre for Human
Rights

© Palestinian Centre for Human Rights

© Palestinian Centre for Human Rights

© Palestinian Centre
for Human Rights

© Palestinian Centre for Human Rights

© Palestinian Centre for Human Rights
Die israelische
DoktrinDeshalb wurde eine neue Doktrin formuliert: um Verluste unter unseren Soldaten zu vermeiden,
solle alles, was in ihrem Weg steht, total zerstört werden.
Die Planer waren also nicht nur bereit,
achtzig Palästinenser zu töten, um einen israelischen Soldaten zu retten, wie es schon geschehen ist,
sondern auch 800.
Die Vermeidung von Todesfällen auf unserer Seite ist der vordringlichste Befehl, der
Rekordzahlen von zivilen Toten auf der andern Seite verursachte.
Bewußt grausame KriegsführungDies
bedeutete die bewußte Entscheidung für eine besonders grausame Kriegsführung – und das war ihre Achillesferse.
Eine Person ohne Phantasie wie Barak – sein Wahlslogan heißt: „Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer“ –
kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung
ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von
Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil
die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die
auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel
bringen, reagieren.
Photographische RaketeneinschlägeDie Photos aus den Krankenhäusern mit den Toten,
Sterbenden und Verletzten, die aus Platzmangel alle zusammen auf dem Fußboden liegen, haben die Welt
erschüttert.
Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort
auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und „Mama! Mama!“ schreit.
Die Kriegsplaner dachten,
sie könnten die Welt daran hindern, solche Bilder zu sehen, wenn sie die Presse gewaltsam davon abhalten,
zum Schauplatz der Kämpfe zu gelangen.
Die israelischen Journalisten waren zu ihrer Schande damit einverstanden,
die Berichte und Photos zu bringen, die sie vom Armeesprecher erhalten, als ob dies authentische Nachrichten
seien, während sie selbst meilenweit von den Ereignissen entfernt blieben.
Die furchtbarste WaffeAusländische
Journalisten wurden gar nicht erst zugelassen, bis sie protestierten und dann zu kurzen ausgewählten
und überwachten Trips mitgenommen wurden.
Aber in einem modernen Krieg kann eine solch sterile und fabrizierte
Sicht alle anderen Perspektiven nicht vollständig ausschließen. Die Kameras sind im Gazastreifen mitten
in der Hölle und können nicht kontrolliert werden.
Der arabische Sender Aljazeera bringt die Bilder
rund um die Uhr und erreicht jedes Haus.
Uri Avnery (85) wurde im nordrhein-westfälischen Beckum als
Helmut Ostermann geboren. Er ist ein israelischer Publizist und Friedensaktivist und veröffentlicht auf
seiner Webseite regelmäßig Stellungnahmen zum Konflikt im Nahen Osten.Nächstes Mal: Ein Sieg des
Geistes über das Material
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W4C † 22:05:40 | Montag, 9. November 2009
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Jena-boy † 21:46:54 | Montag, 9. November 2009
#21
W4C † 21:45:54 | Montag, 9. November 2009
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Jena-boy † 21:45:17 | Montag, 9. November 2009
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LM. 21:44:39 | Montag, 9. November 2009
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DJM † 21:42:41 | Montag, 9. November 2009
#16
Schalom 21:41:50 | Montag, 9. November 2009
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DJM † 21:39:31 | Montag, 9. November 2009
#14
W4C † 21:39:03 | Montag, 9. November 2009
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DJM † 21:37:04 | Montag, 9. November 2009
#11
Schalom 21:34:39 | Montag, 9. November 2009
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Cutty Sark 09:57:00 | Freitag, 16. Januar 2009
#4
Marcelus 17:22:05 | Donnerstag, 15. Januar 2009
#3
Cutty Sark 16:31:22 | Donnerstag, 15. Januar 2009