Der im Februar ausgebrochene Rorschacher Eucharistie-Streit wurde kürzlich nach einer Aussprache mit dem Bischof der Diözese St. Gallen beigelegt. Man habe sich in Freundschaft unterhalten. Im übrigen bleibt alles beim alten.
(kreuz.net, St. Gallen) Nach einem Bericht der Ostschweizer Tageszeitung „St. Galler Tagblatt“ haben sich
die Priester und Laientheologen des Dekanates Rorschach zu einer Aussprache getroffen. Rorschach ist eine
Stadt am Bodensee im Nordosten der Schweiz. Kirchlich gehört sie zum Bistum St. Gallen.
Am 2. Februar
dieses Jahres hatten zehn Pastoralreferenten und ein Pfarrer aus dem Dekanat im Regionalteil des „St.
Galler Tagblatts“ in einem Offenen Brief Nichtkatholiken zum Empfang der Heiligen Kommunion ermutigt.
Man berief sich auf eine dazu notwendige aber nicht näher definierte „innere Bereitschaft“, die im Offenen
Brief praktischerweise gegen eine „Konfessions- oder Religionszugehörigkeit auf dem Papier“ ausgespielt
wird.
Kenner der kirchlichen Szene im Bistum St. Gallen erklärten, daß der eigentliche Skandal nicht
in der Ermutigung zum unterschiedslosen Kommunionempfang durch katechetische Kirchenmitarbeiter bestehe.
Es stimme zwar, daß diese Einladung streng genommen der katholischen Lehre widerspreche. Doch werde die
Heilige Kommunion in der Schweiz schon seit Jahren ohne Rücksicht auf die Konfessionszugehörigkeit verteilt.
Die Absicht des Priesters und der zehn Laienmitarbeiter habe darin bestanden, den Bischof mit ihrem Offenen
Brief in einer weltlichen Tageszeitung zu einer Stellungnahme zu provozieren und dadurch die Diskussion
über das Thema zu fördern. Das sei auch gelungen.
Der Bischof von St. Gallen hat sich nach Angaben
seiner Pressesprecherin mit dem Priester und den Pastoralreferenten in der bischöflichen Wohnung in St.
Gallen getroffen. Dabei habe der Bischof den Standpunkt der Katholischen Kirche klargelegt.
Nach katholischer
Lehre setzt der Empfang der Heiligen Kommunion als wichtigste Elemente die Kirchenmitgliedschaft, den
Glauben und den Stand der Gnade voraus. Gläubige, die sich einer schweren Sünde bewußt sind, müssen
vor dem Empfang der Heiligen Kommunion beichten. Im übrigen ist es nicht der Priester – oder gar der
Pastoralreferent – der zur Kommunion ‘einlädt’, sondern der eucharistische Christus selber.
Ein vom
katholischen Glauben losgelöster Kommunionempfang bringt nach kirchlicher Lehre ein magisches oder psychologisches
Sakramentenverständnis zum Ausdruck und ist ein schwerer Mißbrauch der Eucharistie.
Handkehrum wies
der Bischof im Gespräch mit seinen Untergebenen darauf hin, daß es aus praktischen Gründen nicht möglich
sei, vor der Austeilung der Kommunion die Leute auf ihre Konfessionszugehörigkeit zu überprüfen.
Bischof,
Priester und Pastoralreferenten einigten sich schließlich auf die Grundsätze und lobten den „guten Rahmen“
des Gesprächs. Im Dekanat Rorschach wolle man jetzt im Sinne des gegenwärtigen Jahres der Eucharistie
die Gedanken über die Bedeutung der heiligen Messe weiter „vertiefen“.
Der Bischof von St. Gallen ließ
auch über seine Pressesprecherin ausrichten, daß er den Ökumenismus hochhalte. Praktisch sieht das
so aus, daß er sich regelmäßig mit dem Präsidenten der reformierten Landeskirche des Kantons St. Gallen
treffe oder die Reformierten und die Kirche gemeinsam eine Seelsorgestelle im Kinderspital St. Gallen
finanzieren würden. Der gegenwärtige Stelleninhaber ist eine reformierte Pfarrerin.
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