11:58:46 | Samstag, 28. Februar 2009
Einem Pfarrer in der Diözese Aachen ist endgültig der römische Kragen geplatzt: „Während auf dem Gebiet der Verkündigung und der Liturgie jeder machen kann, was er will, wird auf dem Gebiet des Organisatorischen nun plötzlich per Dekret regiert.“
(kreuz.net, Herzogenrath) „Wir bestreiten nicht die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Kirchengemeinden.
Im Gegenteil.“
Das erklärte Pfarrer Guido Rodheudt von Herzogenrath im Bistum Aachen in einem Interview
vom 24. Februar mit der ‘Aachener Zeitung’.
Die Pfarrei von Hw. Rodheudt hat im Jahr 2005 sogar eine
freiwillige Fusion durchgeführt.
Denken vor HandelnDie Kritik des Geistlichen: „Es muß durchdachte
Zusammenschlüsse geben, bei denen das Urteil der Priester vor Ort gehört wird.“
Darum üben der Pfarrer
und seine Mitstreiter Widerstand gegen die Pläne von Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen und seines
Generalvikars Manfred von Holtum.
Die beiden wollen großflächige „Gemeinschaften der Gemeinden“ und
sogenannte Kirchengemeindeverbände bilden.
Der Bischof favorisiere die Abschaffung der territorialen
Seelsorge zugunsten großflächiger Seelsorgebezirke im Stil des Verbandswesens – kritisiert Hw. Rodheudt.
Bischöflicher BefehlstonDer Geistliche weist darauf hin, daß der Architekt des „Abschieds von der
Pfarrei“ – Pfarrer Rolf-Peter Cremer – jahrelang Bundespräses des ‘Bundes der Deutschen Katholischen
Jugend’ war:
„Von daher wundert es nicht, wenn er das Bistum im Stil des ‘Bundes der Deutschen Katholischen
Jugend’ umbauen will. Und der Bischof schließt sich an.“
Pfarrer Rodheudt stört sich vor allem am bischöflichen
Befehlston, der in dieser Art im Bistum Aachen bisher unbekannt gewesen sei:
„Während auf dem Gebiet
der Verkündigung und der Liturgie jeder machen kann, was er will, wird auf dem Gebiet des Organisatorischen
nun plötzlich per Dekret regiert.“
Auf einen Weg geprügeltIm Zusammenhang der Strukturreform wirke
diese „Gleichschaltung“ totalitär: „Statt behutsam zu führen, prügelt der Hirte die Herde auf einen
Weg, von dem alles andere als klar ist, ob man auf ihm überhaupt neue Weideplätze erreichen wird.“
Hinzu komme, „daß der Bischof über Jahre in manchen Pfarreien große Abweichungen von der Norm kirchlichen
Lebens zugelassen hat, die sich unmöglich in den angeordneten Zwangsehen harmonisieren lassen werden.“
Pfarrer Rodheudt zählt zahlreiche Mängel an dem bisherigen Ergebnis der Fusionen auf: die chaotisch
arbeitenden, neu eingerichteten Verwaltungszentren, Absterben des Ehrenamtes, Kirchenaustritte und Amtsniederlegungen
von Pfarrern.
Es geht auch andersIn seiner Fusionspfarrei Sankt Gertrud habe man bereits vor Jahren
alte Zöpfe abgeschnitten und gezeigt, wie man eine Pfarrei zukunftsfähig vergrößern und sparsam organisieren
könne: „Wichtig ist dabei die Sicherung des sakramentalen Lebens.“
Die Pfarrei kann erstaunliche Erfolge
vorweisen: „Die Frucht ist ein stetiger Anstieg an Meßbesuchern, Gönnern und ehrenamtlichen Helfern.“
Doch dann kommt der Rückschlag: „Die neue unübersichtliche Struktur wird genau dies zum Erliegen bringen.“
SeelsorgekolchosenPfarrer Rodheudt fürchtet, daß das Bistum Aachen eine Funktionärskirche wird:
„Mit brachialer Gewalt wird unter dem Motto »den Wandel aktiv gestalten« das Prinzip der territorialen
Seelsorge einfach abgewürgt. Wir empfinden diesen Jargon als zynisch.“
Außerdem stellt der Geistliche
„massive Fragwürdigkeiten im kirchenrechtlichen und theologischen Bereich“ fest:
„Zum Beispiel wird
der Priester in den neuen »Seelsorgekolchosen« ein wichtiges Wesensmerkmal des Weihepriestertums – die
Leitungsvollmacht – nicht mehr leben können.“
Diese werde ihm faktisch durch eine „Demokratisierung
der Seelsorge“ genommen: „Dieses Profildefizit wird meines Erachtens zu noch größerem Priestermangel
führen.“
Jedes Vertrauen in den Bischof verlorenJetzt lädt Hw. Rodheud alle Bedenkenträger ein,
„sich zu einem öffentlichen Widerstand zu formieren und sich dem Aktionsbündnis »Kirche vor Ort« anzuschließen.“
Gemeinsame Gespräche mit dem Bistum Aachen sieht der Pfarrer kritisch:
„Gespräche dienten bisher seitens
des Bistums dazu, kritische Gemeinden ruhigzustellen – entweder durch Einschüchterung oder durch falsche
Versprechungen.“
Aus dieser Erfahrung habe man jedes Vertrauen in den Bischof und die Bistumsleitung
verloren: „Er allein kann das nur noch ändern.“
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wassers 19:31:36 | Dienstag, 21. April 2009
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wassers 19:10:58 | Dienstag, 21. April 2009
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geghard 18:06:21 | Samstag, 28. Februar 2009
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Schalom 14:15:15 | Samstag, 28. Februar 2009
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Kraut 14:10:29 | Samstag, 28. Februar 2009
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Schalom 14:06:41 | Samstag, 28. Februar 2009
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DJM † 12:33:23 | Samstag, 28. Februar 2009