13:33:42 | Montag, 21. März 2005
Am Donnerstag, den 10. März 2005, wurde der katholische Geistliche und Buchautor, Pater Manfred Adler auf dem Friedhof von Ludwigshafen-Maudach beerdigt. Zur Überraschung vieler Trauernder erschien auch der Bischof des Bistums Speyer, Mons. Anton Schlembach. Der Bischof war auch beim darauffolgenden ersten Sterbeamt anwesend.
(kreuz.net, Ludwigshafen-Maudach) Die Beerdigung von
Pater Manfred Adler nahm Pfarresignat Msgr. Herbert
Mensinger vor, der ein Kurskollege des Verstorbenen war und mit diesem 1953 zum Priester geweiht wurde.
In seiner Ansprache würdigte er den Verstorbenen etwas kritisch. Er habe es sich, „aber auch anderen“
oft nicht leicht gemacht. Pater Adler habe dennoch sein Priestertum konsequent leben wollen. Charakteristisch
für seine Christusnachfolge sei die Geradlinigkeit gewesen.
Täglich feierte der Verstorbene die heilige
Messe, was ihm sehr wichtig war. Zuletzt habe er seinen Tod klar vor Augen gehabt und ihn wie auch das
Leiden bewußt angenommen.
Eine Vertreterin der Pfarrei St. Bonifatius in Limburgerhof dankte dem Verstorbenen
dafür, daß er im dortigen Seniorenheim St. Bonifatius täglich die Messe feierte, beim Großen Gebet
und auch sonst in der Pfarrei aushalf. Es war dieselbe Pfarrei, in der er 2003 sein Goldenes Priesterjubiläum
feierte. Limburgerhof befindet sich rund zehn Kilometer nördlich von Speyer im Bundesland Rheinland-Pfalz.
Viele Gläubige der Pfarrei St. Michael (Maudach), wo die Beerdigung stattfand, auch der ehemalige Pfarrer
dieser Pfarrei sowie Priester des Bistums waren zugegen.
Unter den Trauernden befanden sich bekannte
Namen aus dem sedisvakantistischen Flügel des traditionsverbundenen Lagers der Kirche: der Theologe Johannes
Rothkranz, der Verleger Anton Schmid und der Autor Manfred Jacobs. Herr Rothkranz nahm aber an der hl.
Messe nach der Beerdigung nicht teil – vermutlich weil das erste Sterbeamt im nachkonziliären Ritus gefeiert
wurde.
Der Verstorbene selbst zelebrierte die hl. Messe normalerweise im nachkonziliaren, neuen Ritus.
Nur bei besonderen Anlässen, etwa bei seinem Priesterjubiläum, feierte er die Liturgie im überlieferten,
tridentinischen Ritus. Pater Adler las die neue Messe „genau nach Vorschrift“ und hatte daher weniger
Probleme damit, obwohl er sah, daß heute fast kein Priester so handelt.
Daß Bischof Schlembach dem
Verstorbenen durch seine Anwesenheit die letzte Ehre erwies, darf als Versöhnungsgeste gewertet werden.
Kurz vor Pater Adlers Tod informierte eine Ordensschwester die zuständigen diözesanen Instanzen, daß
nun für das Bistum die letzte Möglichkeit bestehe, alte Fehler wieder gut zu machen, weil der Pater
bald sterben werde. Kurz darauf besuchte der Speyerer Generalvikar Josef Damian Szuba den todkranken Priester
und führte ein versöhnliches Gespräch mit ihm.
Pater Adler war nicht nachtragend und konnte seiner
Situation auch gute Aspekte abgewinnen.
Dem Bischof von Speyer und seinem Generalvikar sind ihre Versöhnungsbereitschaft
hoch anzurechnen, zumal nicht sie, sondern ihre Amtsvorgänger, die unmittelbare Verantwortung für die
Uneinigkeiten mit P. Adler trugen.
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#2
Athanasius 14:20:07 | Montag, 21. März 2005
#1
Catholicus 14:14:02 | Montag, 21. März 2005