Requiem
Versöhnungsgesten bei der Beerdigung
Am Donnerstag, den 10. März 2005, wurde der katholische Geistliche und Buchautor, Pater Manfred Adler auf dem Friedhof von Ludwigshafen-Maudach beerdigt. Zur Überraschung vieler Trauernder erschien auch der Bischof des Bistums Speyer, Mons. Anton Schlembach. Der Bischof war auch beim darauffolgenden ersten Sterbeamt anwesend.
(kreuz.net, Ludwigshafen-Maudach) Die Beerdigung von Pater Manfred Adler nahm Pfarresignat Msgr. Herbert Mensinger vor, der ein Kurskollege des Verstorbenen war und mit diesem 1953 zum Priester geweiht wurde. In seiner Ansprache würdigte er den Verstorbenen etwas kritisch. Er habe es sich, „aber auch anderen“ oft nicht leicht gemacht. Pater Adler habe dennoch sein Priestertum konsequent leben wollen. Charakteristisch für seine Christusnachfolge sei die Geradlinigkeit gewesen.

Täglich feierte der Verstorbene die heilige Messe, was ihm sehr wichtig war. Zuletzt habe er seinen Tod klar vor Augen gehabt und ihn wie auch das Leiden bewußt angenommen.

Eine Vertreterin der Pfarrei St. Bonifatius in Limburgerhof dankte dem Verstorbenen dafür, daß er im dortigen Seniorenheim St. Bonifatius täglich die Messe feierte, beim Großen Gebet und auch sonst in der Pfarrei aushalf. Es war dieselbe Pfarrei, in der er 2003 sein Goldenes Priesterjubiläum feierte. Limburgerhof befindet sich rund zehn Kilometer nördlich von Speyer im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Viele Gläubige der Pfarrei St. Michael (Maudach), wo die Beerdigung stattfand, auch der ehemalige Pfarrer dieser Pfarrei sowie Priester des Bistums waren zugegen.

Unter den Trauernden befanden sich bekannte Namen aus dem sedisvakantistischen Flügel des traditionsverbundenen Lagers der Kirche: der Theologe Johannes Rothkranz, der Verleger Anton Schmid und der Autor Manfred Jacobs. Herr Rothkranz nahm aber an der hl. Messe nach der Beerdigung nicht teil – vermutlich weil das erste Sterbeamt im nachkonziliären Ritus gefeiert wurde.

Der Verstorbene selbst zelebrierte die hl. Messe normalerweise im nachkonziliaren, neuen Ritus. Nur bei besonderen Anlässen, etwa bei seinem Priesterjubiläum, feierte er die Liturgie im überlieferten, tridentinischen Ritus. Pater Adler las die neue Messe „genau nach Vorschrift“ und hatte daher weniger Probleme damit, obwohl er sah, daß heute fast kein Priester so handelt.

Daß Bischof Schlembach dem Verstorbenen durch seine Anwesenheit die letzte Ehre erwies, darf als Versöhnungsgeste gewertet werden. Kurz vor Pater Adlers Tod informierte eine Ordensschwester die zuständigen diözesanen Instanzen, daß nun für das Bistum die letzte Möglichkeit bestehe, alte Fehler wieder gut zu machen, weil der Pater bald sterben werde. Kurz darauf besuchte der Speyerer Generalvikar Josef Damian Szuba den todkranken Priester und führte ein versöhnliches Gespräch mit ihm.

Pater Adler war nicht nachtragend und konnte seiner Situation auch gute Aspekte abgewinnen.

Dem Bischof von Speyer und seinem Generalvikar sind ihre Versöhnungsbereitschaft hoch anzurechnen, zumal nicht sie, sondern ihre Amtsvorgänger, die unmittelbare Verantwortung für die Uneinigkeiten mit P. Adler trugen.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Athanasius   14:20:07 | Montag, 21. März 2005
Angst vor ‘anti-Tridentinische-Messe’-‘Papalistischen’-‘Apparitionistischen’-Fanatiker haben
vielleicht den Autor abgeschreckt.
R.I.P. Pater Adler.
Leider wurde die Requiem-Messe im Bugnini-Ritus gefeiert. Das ist leider, obwohl der Kurs des Paters natürlich auch nicht konsequent ist. Anti-Assisi-Sein und trotzdem den Ökumenistischen Ritus feiern welcher eingeführt wurde um den Protestanten und Katholiken Abendmahl/Eucharistie im gleichen Ritus feiern lassen zu können. (Sieh Ds. Max Thurian, „New York Times“, 1970, Mitarbeiter der Bugnini-Kommission).
Der Papst nimmt nur die Konsequenzen aus dieser Haltung auch: zusammenbeten mit Häretikern, Gottesleugnern, und Polytheisten.
„Communicatio in sacris“ ist Schlüßelwort sowohl in der Neuen Messe-Frage als im Oekumenismus.
–--------------
Der Pater war aber grosser Verteidiger des Glaubens. Er hat den guten Kampf gestritten.
Er ruhe in Frieden! Dicht am Throne unseres Herrn Jesus-Christus!
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#1   Catholicus   14:14:02 | Montag, 21. März 2005
Begrüßenswerte Geste
Es ist erfreulich, dass es vor dem Tod P. Adlers und anläßlich seines Begräbnisses zu Gesten der Versöhnung vonseiten der Diözesanleitung gekommen ist. Vergessen sollte man jedoch nicht, dass – abgesehen von als antisemitisch angesehenen Publikationen – die von Adler angesprochenen (von mir nicht geteilten) sachlichen Einwände gegen das Gottesbild des gegenwärtigen Papstes prhl.crosswinds.net/adler.png in ihren offen gelassenen sedisvakantistischen Konsequenzen aus der Natur der Sache heraus eine Distanz zwischen Adler und der damaligen Diözesanleitung bedingten. – Frage an kreuz.net: Hat der Autor dieser Würdigung von P. Adler den Mut, sich namentlich kenntlich zu machen? So schlecht ist der Beitrag nämlich nicht, dass er sich hier verstecken müßte … ;-)
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