Kinderschlachtung
Wird der Bischof von Innsbruck abschwören?
Ein Kommentar in der Tiroler Kirchenzeitung schlägt hohe Wellen. Die abtreibungsfreudigen Linken seien für Christen unwählbar. Jetzt soll der Bischof dementieren.
(kreuz.net, Tirol) Am 13. März hat die Tiroler Kirchenzeitung die Abtreibungslinken erzürnt. In einem Kommentar auf der Titelseite der Diözesanzeitung sprach Chefredaktor Franz Stocker Klartext. Die unverantwortliche Haltung führender Sozialisten und Grüner in der Frage des Lebensschutzes mache es einem Christen unmöglich die respektiven Parteien zu wählen.

Jetzt – eine Woche nach der Veröffentlichung des Kommentars – schreien die kinderfeindlichen Genossen nach einem offiziellen Dementi. Dies berichtete die Online Ausgabe der „Tirol Tageszeitung“ am gestrigen Montag.

Der Kommentar in der Kirchenzeitung brachte die Sache auf den Punkt. Die sozialistische Chefin der Salzburger Landesregierung, Gabriele Burgstaller, habe vorgeführt – so Stocker im Kommentar – wie die Kinderabtreibung an öffentlichen Krankenhäusern durchgesetzt werden kann. Chefredaktor Stocker gibt Beispiele wie auch die Tiroler Genossen die Kindertötungsmaschine in ihrem Landeskrankenhaus ankurbeln wollen: „Die Tiroler SPÖ lädt zu diesem Zweck zu einer Diskussionsveranstaltung.“ Das Grüne Parteiblatt ‘Standpunkte’, das gewöhnlich für den Umweltschutz kämpft und gleichzeitig nichts vom Lebensschutz hält, erklärte, daß das Land Tirol in der Kinderabtreibungsfrage ‘weit daneben steht’. Man wolle das Thema der Einführung der Kinderabtreibung im Tiroler Landeskrankenhaus am Kochen halten.

Als Reaktion auf den Kommentar erwarten sich zwei abtreibungsfreudige Genossen – die Nationalratsabgeordnete Gisela Wurm und Gemeinderätin Sigrid Marinell –, daß der Diözesanbischof von Innsbruck abschwört und sich von den Äußerungen im Kommentar seiner Kirchenzeitung distanziert. Es habe sich – so die empörten Sozialisten – kein Privatmann zu Wort gemeldet, sondern der Chefredakteur einer offiziellen diözesanen Publikation: „Wir haben eigentlich gehofft, daß die Zeiten vorbei sind, in denen sich Kirchenmänner von der Kanzel aus in die Politik einmischen“, meint die entrüstete Wurm.

Zahmer gab sich die Frauensprecherin der Grünen, Uschi Schwarzl. Sie forderte lediglich eine „respektvolle“ Diskussion.

Der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Innsbruck sieht in den Aussagen von Chefredakteur Stocker keine Wahlempfehlung. Stocker habe lediglich das Recht auf Leben betont. Die Stellungnahme der Abtreibungspolitiker sei eine bedauerliche Skandalisierung.

In der Zwischenzeit hat die christdemokratische ÖVP beschlossen, den Kopf in den Sand zu stecken. Der ÖVP-Frauen- und Gesundheitslandesrätin Elisabeth Zanon fehlen die Worte. Sie will sich jeden Kommentars enthalten. Der ÖVP-Parteichef Herwig van Staa weilt zurzeit im Kloster auf Fastenkur. Der Landesgeschäftsführer der Christdemokraten will es der Kirche überlassen, welche Inhalte sie veröffentlicht: „Von einem Maulkorberlaß halte ich nichts.“
      
6 Lesermeinungen
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#7   Jörg Guttenberger, Köln   01:14:27 | Sonntag, 8. Januar 2006
Initiative für das Leben
ich bewundere aufrichtig den hohen Einsatz von „Jugend für das Leben“ und anderer östereichischer Laien. Herzlichen Glückwunsch! Hiergegen machen unsere deutschen Lebensschützer eher den Eindruck von Schlafmützen. Hoffentlich unterstützt der Bischof von Innsbruck den Mut und die Initiative des Chefredakteurs seiner Kirchenzeitung vollumfänglich und ohne Vorbehalt.
„Herr, in unserer Schwachheit mache uns stark, einer lieblosen Welt voller Haß, Zwietracht und Eigennutz kraftvolle und glaubwürdige Zeugen Deiner alles menschliche Begreifen übersteigenden Liebe und Herzensgüte zu sein!“
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#6   franco.felice   03:20:39 | Donnerstag, 24. März 2005
Der Bischof abschwören?
„Wir haben eigentlich gehofft, daß die Zeiten vorbei sind, in denen sich Kirchenmänner von der Kanzel aus in die Politik einmischen“, meint die entrüstete Wurm.
Das ist klar, wo solche Politiker ihr trauriges Handwerk ausüben, haben Kirchenmänner nichts zu suchen.
Es ist allerdings schade, daß die Mütter solcher „Linken“ nicht abgetrieben haben. Wäre vielleicht so etwas wie präventiver Tyrannenmord gewesen. Vielleicht stand aber auch im Ultraschallbild auf der Bauchdecke: „Vorsicht Politiker! Besonders wertvoll! Abtreiben verboten!“
Und nun kommen diese, deren Mütter sich nicht wie Richter am Reichsgerichtshof aufspielten und eben keine Kapitalstrafe verhängten, und glauben sich legitimiert, durch eine Regierungsbildung, die der Wähler mit Staunen hinnehmen muß, das Leben anderer zum Abschuß freigeben zu dürfen.
Für so perfides Tun fehlen einem die Worte; ja, da täte man sogar dem Teufel Unrecht, ihn mit solchen zu vergleichen.
Und dazu soll ein Bischof „gehorsamst“ eine Wahlempfehlung geben, oder sich dort, wo es um die (vorerst!) letzte Bastion der Ethik geht, raushalten? – Wäre ja irrsinnig komisch!
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#4   GerdEric   10:39:15 | Dienstag, 22. März 2005
Niclaas
die Priester sind immer die Pfarriseer
und die övp bleiben die Herodianer
wärend die Sozialisten die verachteten Samarianer sind.
leider ist das in der Politik immer käuflich
weshalb Jesus jeden Staat ablehnte.
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#3   Niclaas   10:27:53 | Dienstag, 22. März 2005
Die Parteien und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter
Den Sozialisten kommt die Rolle der Räuber zu.
Die ÖVP spielt lieber den Priester und Leviten.
Welche Schlußfolgerung sollen nun die Leser der Kirchenzeitung ziehen?
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#2   GerdEric   09:35:54 | Dienstag, 22. März 2005
Guten Morgen Marcel
gut dass ich Dich hier treffe
wie war das noch mit deinem Kom zum Thema Pogrom?
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#1   Marcel   09:25:05 | Dienstag, 22. März 2005
Gut
Sehr gut, Herr Stocker. Endlich vermeidet ein Redakteur das Neu-Sprech, das sich die Kindermassenmörder ausgedacht haben, wenn sie von „Lösungen“ sprechen und Mord meinen.
Solche seltenen und mutigen Kommentare – von Laien leider nur! – machen einmal mehr deutlich, in was für einer kranken und perversen Satansgesellschaft wir leben. Das ist das wahre „4. Reich“… Nur daß diesesmal die Kirche schweigt, wohingegen im 3. immerhin noch mutige Priester, Bischöfe, Kardinäle und sogar Päpste dagegen aufstanden im Rahmen des möglichen.
Das schlimmste – und das machen wir uns zu selten klar – werden die fürchterlichen Strafen sein, die wir für diese Massenverbrechen, die schamlos und ohne Unrechtsbewußtsein der Massen seit Jahrzehten verübt werden, auf uns ziehen.
Nichts geschieht ungestraft.
Die in Fatima angedrohten Strafen des Himmels für unseren Unglauben werden fürchterlich ausfallen; apokalyptisch.
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