13:02:22 | Montag, 9. März 2009
Es ist nicht nötig, im Fehlverhalten von Pater Marcial Maciel herumzuwühlen. Doch jene, die in einer möglichen Vertuschungs-Aktion involviert sind, müssen von ihren Positionen entfernt werden.

Pressebild der Legionäre Christi zum Tod von Pater Macial Maciel
(kreuz.net) „Was Sie oder ich über den verstorbenen
Pater Marcial Maciel Degollado denken, ist für ihn
bedeutungslos. Er ist bereits vor eine höhere Obrigkeit getreten.“
Das erklärte der katholische Journalist
Phil Lawler am 3. Februar in einem Artikel für seine Webseite ‘catholic-culture’.
Lawler ist ehemaliger
Chefredaktor des Magazins ‘Catholic World Report’.
Stunde der WahrheitDie jüngsten Enthüllungen über
Pater Marciel werfen – so Lawler – ernsthafte Fragen zur Zukunft der Legionäre und der mit ihnen verbundenen
Laienbewegung Regnum Christi auf.
Jahrzehntelang sei der Gründer als „Objekt intensiver Verehrung“ hochgehalten
worden:
„Doch schlußendlich scheinen die Legionäre eingestanden zu haben, daß Pater Maciel kein Vorbild
der Keuschheit und der Tugend war.“
Es sei schmerzhaft, sich den Schock und die Enttäuschung vorzustellen,
welche dieses Eingeständnis in Tausenden guter katholischer Mitglieder der Legion und der Bewegung Regnum
Christi auslösen.
Hat das Umfeld nichts gewußt?Dann stellt Lawler die Frage: „Was ist mit den Priestern
in der Leitung der Legionäre, die den Personenkult um Pater Maciel ermutigt haben?“
„Was ist mit den
Legionären, welche die Ankläger ihres Gründers anprangerten, ihren Schmerz ignorierten und ihnen schlechte
Motive unterstellten?“
Angesichts der zahlreichen Vorwürfe gegen Pater Maciel ist es für Lawer „immer
schwieriger zu glauben, daß die Mitarbeiter im engen Umfeld von Pater Maciel von seinem Fehlverhalten
keine Ahnung hatten.“
Darum stellt Lawler die „alte Frage“: „Was wußten sie und wann wußten sie es?“
Lawler lobt das Eingeständnis der Legionäre, daß das Verhalten ihres Gründers „unangemessen“ gewesen
sei: „Doch mehr ist notwendig.“
Ernsthafte FragenUm ihre schwer angeschlagene Glaubwürdigkeit wiederherzustellen,
müßten die Legionäre ihre eigenen Führungskräfte einer aggressiven Untersuchung unterwerfen.
Dabei
sind nach Lawler einige „offensichtliche Fragen“ zu beantworten:
• Wußten Mitglieder der Ordensleitung
um das Fehlverhalten von Pater Maciel? Wenn nicht: Warum waren sie so blind? Wenn ja: Warum leiteten sie
ihre Informationen nicht weiter?
• Wußten oder vermuteten die Sprecher der Legion – oder jene, die
sie beauftragten – zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Anklagen ein Fehlverhalten des Gründers?
• Warum
ermutigten die Legionäre die Beweihräucherung ihres Gründers? Warum ergriffen sie zu so scharfen Maßnahmen,
um interne Kritik zu unterdrücken? Gab es Versuche, aus dem Personenkult Kapital zu schlagen? Wenn ja:
Wer ist dafür verantwortlich?
• Unterdrückten Mitglieder der Ordensleitung Beweise und wiesen sie
gleichzeitig die Gläubigen an, Pater Maciel zu verehren? Wenn ja: Sind diese Personen immer noch in Leitungsfunktionen.
Vertrauen futsch„Noch vor einem oder zwei Jahren hätten die Legionäre auf diese Frage geantwortet:
»Vertraut uns!«“ – erklärt Lawler. Doch diese Antwort sei nicht länger möglich:
„Die Bande des Vertrauens
sind zerrüttet und können nur durch Aufrichtigkeit wiederhergestellt werden.“
Lawler erinnert an das
Verhalten der US-Bischöfe in der vor einigen Jahren entbrannten Affäre um sexuelle Mißbräuche:
„Wir
erfuhren zu unserer großen Scham, daß die Hierarchie sich zuerst bemühte, dem Skandal mit der Beseitigung
von Beweisen zu begegnen.“
Dann gestanden die Bischöfe einige – meist bereits öffentliche – Mißbrauchsfälle
ein: „Ihre Entschuldigungen waren nicht genug.“
Danach erließen die Bischöfe rigorose Regeln, um fehlbare
Kleriker zu bestrafen.
Auch das ist für Lawler nicht genug: „Jene, welche die Mißbräuche ermöglichten,
ihnen zuschauten oder sie vertuschten – in allzu vielen Fällen die Bischöfe selber – blieben unbestraft.“
Deshalb klebt der Makel des Skandals – so Lawler – bis jetzt an der US-Hierarchie:
„Wir wollen beten,
daß die Legionäre vom schlechten Beispiel der US-Bischöfe lernen.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#33
pamino 12:25:28 | Dienstag, 10. März 2009
#31
Vineta 03:11:19 | Dienstag, 10. März 2009
#23
DJM † 15:11:17 | Montag, 9. März 2009
#17
matt3 14:28:50 | Montag, 9. März 2009
#5
pamino 13:39:51 | Montag, 9. März 2009