Der Konflikt um den Röschenzer Pfarradministrator Franz Sabo droht zu eskalieren. Trotz des Entzugs der „Missio canonica“ will der Kirchgemeinderat seinen Pfarrer nicht gehen lassen. In dieser Situation ist ein Übertritt der Gemeinde in die christkatholische Gemeinschaft nicht ausgeschlossen.
(kreuz.net, Röschenz/Basel) Der Konflikt um Pfarradministrator Franz Sabo (52) in der Nordschweizer Kirchgemeinde
Röschenz unweit von Basel hält an. Laut einem Bericht der ‘Basler Zeitung’ (baz) vom Dienstag denkt
die Kirchgemeinde bereits laut über einen Übertritt zur christkatholischen Gemeinschaft nach.
Franz
Sabo wurde vom Bischof des Bistums Basel, Mons. Kurt Koch, per Ende September die „Missio canonica“ entzogen.
Dieser Schritt hat zur Folge, daß Sabo im Bistum keine Funktion mehr ausüben darf. Im Jahr 2003 hatte
Franz Sabo in der Öffentlichkeit schwere Attacken gegen Bischof Kurt Koch geritten. Zudem denunzierte
er vermehrt die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität.
Die Kirchgemeinderat hat am Dienstag
in einer Medienmitteilung betont, daß er sich gegen die Entlassung Franz Sabos als Pfarradministrator
stelle. Dem in der Aussendung scharf kritisierten Generalvikar des Bistums Basel, Pater Roland-B. Trauffer
OP, wird Rigorosität und Unbarmherzigkeit im Umgang mit Franz Sabo vorgeworfen.
In ihrer Dienstagausgabe
erweckt die ‘Basler Zeitung’ den Eindruck, der christkatholische Bischof, Fritz René Müller, habe der
Kirchgemeinde nun eine Aufnahme in sein Bistum angeboten. Wörtlich sagt der christkatholische Bischof
zum Konflikt in Röschenz: „Vielleicht entdeckt die Kirchgemeinde Röschenz das christkatholische Bistum
als eine Kirche, in der genau die Strukturen leben, die sie selber sucht.“
Eine Sprecherin des Bischofs
betonte allerdings, Müller sei nicht von sich aus an die Pfarrgemeinde Röschenz herangetreten sondern
habe seine Aussage auf Anfrage der ‘Basler Zeitung’ getätigt. Müller ist ein alter Schulkollege des
Weihbischofs der Diözese Basel, Mons. Martin Gächter.
Die Christkatholische Kirche in der Schweiz,
die in Deutschland und Österreich Alt-Katholische Kirche genannt wird, spaltete sich nach dem ersten
Vatikanischen Konzil 1870 von der katholischen Kirche ab. Grund für diesen Schritt waren die dogmatischen
Definitionen vom Jurisdiktionsprimat und von der Unfehlbarkeit des Papstes.
Ein Mitglied des Röschenzer
Pfarrgemeinderates erklärte, ein Übertritt der Pfarrgemeinde in die Christkatholische Kirche sei nur
eine der Möglichkeiten, die für die Zukunft geprüft würden.
Der Kirchgemeinderat wolle in erster
Linie, daß der entlassene Pfarrer Franz Sabo trotz des Entzugs der „Missio canonica“ als Pfarradministrator
erhalten bleibe. Aus diesem Grund werde der Kirchgemeinderat in kürze eine außerordentliche Versammlung
abhalten. Später werde eine Abstimmung der Pfarreimitglieder über den Rückhalt gegenüber Pfarrer Franz
Sabo an der Urne stattfinden.
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