16:55:17 | Donnerstag, 26. März 2009
Benedikt XVI.
In den letzten Wochen ereignete sich eine mediale Hinrichtung der Kirche und des Papstes. Eine Auslegung. Von Bischof Marc Aillet von Bayonne, Lescar und Oloron.
(kreuz.net) „Das ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist. Aber die Menschen liebten die
Finsternis mehr als das Licht. Denn ihre Werke waren böse“ (Joh 3,10).
Höre Israel, wie aktuell das
Gotteswort ist: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ –
„Es ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Heb 4,12).
Das Licht ist in die Welt gekommen,
„und die Welt hat es nicht erkannt“ (Joh 1,10). Sie hat es gehaßt (vgl. Joh 15,18).
„Es ist zu den Seinen
gekommen. Aber die Seinen nahmen es nicht an“ (Joh 1,11).
Sogar: „Sie stießen ihn zur Stadt hinaus und
führten ihn an den Abhang des Berges […], um ihn hinabzustürzen. Aber er ging mitten durch sie hinweg“
(Lk 4,29-30).
Sprechen wir nicht von „Schnitzern“Die mediale Hinrichtung der Kirche und des Heilige
Vater in den letzten Wochen illustrieren diese immer noch aktuellen Worte:
„Der Knecht ist nicht größer
als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“ (Joh 15,20).
Heute wie gestern
brauchen die Richter „falsche Zeugen“, wie jene, die sich im Sanhedrin erhoben, um Jesus zu verurteilen,
indem sie seine Aussagen verdrehten (Mk 14,57-58).
Jesus – der Kommunikator schlechthin – konnte der
Böswilligkeit der Menschen nicht entgehen. Warum wundern wir uns dann, daß die Kirche heute so behandelt
wird?
Die Kirche ist weit davon entfernt, sich den Gesetzen der menschlichen Kommunikation zu unterwerfen,
die man ihr heute auferlegen will. Sie kann sich ihrer prophetischen Mission nicht entziehen.
Nennen
wir nicht „Schnitzer“ oder „Ausrutscher“, was in Wahrheit nichts anderes ist, als ein Zeugnis, das für
die Wahrheit geleistet wurde.
Sie haben nach einem kleinen Satz gegriffenSo ist es mit den Aussagen
des Heiligen Vaters, die voll von Wahrheit und Mitleid über die Mittel des Kampfes gegen Aids sprechen.
Die Journalisten – von denen einige zur sogenannten katholischen Presse gehören – haben erneut nach
einem kleinen Satz gegriffen.
Die Politiker – die häufig Meinungssklaven sind – haben sie ohne Urteilsfähigkeit
noch übertroffen und die „unzulässigen Aussagen“ des Heiligen Vaters angeprangert oder die „unverantwortliche
Rede der Kirche“.
Söhne und Töchter der Kirche, wir können erhobenen Hauptes sein. Denn die Aussagen
des Papstes wurden von den Bischöfen Afrikas und von den Oberhäuptern jener Staaten, die von Aids verwüstet
werden, bestätigt.
Kondom-RassismusSie haben den „verborgenen Rassismus“ der Westler angeklagt, die
ihnen im Namen einer sakrosankten sexuellen Freizügigkeit oder im Namen des Wirtschafts-Materialismus,
von dem man gut sieht, wem er nützt, ihre todbringenden Pläne aufzwingen wollen.
Die Rede der Medien
hat vor der Faktenlage keinen Bestand.
Gemäß den Statistiken der ‘Weltgesundheitsorganisation’ breitet
sich Aids in jenen afrikanischen Ländern am meisten aus, wo am meisten Präservative verteilt werden.
In den Ländern, wo die Katholiken zahlreicher sind und wo man auch in den Aktionsprogrammen der Regierungen
auf Abstinenz und Treue setzt und das Kondom nur als letzter Ausweg angesehen wird, sinken die Aids-Zahlen –
wie in Burundi und in Angola.
Darum haßt euch die WeltAngesichts der Voreingenommenheit – das heißt
Verfälschung – gewisser Medien, müssen sich die Katholiken an den Quellen informieren und die Informationen
um sich herum mit allen Mitteln weiterverbreiten, vor allem mit dem Internet.
Doch zuletzt müssen sie
akzeptieren, im Namen Christi zu leiden und sich nicht über Diffamierungs-Kampagnen wundern:
„Wäret
ihr von der Welt, so würde die Welt euch lieben. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch
aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt“ (Joh 15,19)
„Aber seid getrost, ich habe die Welt
überwunden“ (Joh 16,33).
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