Benedikt XVI.
Die Finsterlinge wollen kein Licht
In den letzten Wochen ereignete sich eine mediale Hinrichtung der Kirche und des Papstes. Eine Auslegung. Von Bischof Marc Aillet von Bayonne, Lescar und Oloron.
Bischof Marc Aillet
Bischof Marc Aillet
(kreuz.net) „Das ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist. Aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Denn ihre Werke waren böse“ (Joh 3,10).

Höre Israel, wie aktuell das Gotteswort ist: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ – „Es ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Heb 4,12).

Das Licht ist in die Welt gekommen, „und die Welt hat es nicht erkannt“ (Joh 1,10). Sie hat es gehaßt (vgl. Joh 15,18).

„Es ist zu den Seinen gekommen. Aber die Seinen nahmen es nicht an“ (Joh 1,11).

Sogar: „Sie stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Abhang des Berges […], um ihn hinabzustürzen. Aber er ging mitten durch sie hinweg“ (Lk 4,29-30).

Sprechen wir nicht von „Schnitzern“

Die mediale Hinrichtung der Kirche und des Heilige Vater in den letzten Wochen illustrieren diese immer noch aktuellen Worte:

„Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“ (Joh 15,20).

Heute wie gestern brauchen die Richter „falsche Zeugen“, wie jene, die sich im Sanhedrin erhoben, um Jesus zu verurteilen, indem sie seine Aussagen verdrehten (Mk 14,57-58).

Jesus – der Kommunikator schlechthin – konnte der Böswilligkeit der Menschen nicht entgehen. Warum wundern wir uns dann, daß die Kirche heute so behandelt wird?

Die Kirche ist weit davon entfernt, sich den Gesetzen der menschlichen Kommunikation zu unterwerfen, die man ihr heute auferlegen will. Sie kann sich ihrer prophetischen Mission nicht entziehen.

Nennen wir nicht „Schnitzer“ oder „Ausrutscher“, was in Wahrheit nichts anderes ist, als ein Zeugnis, das für die Wahrheit geleistet wurde.

Sie haben nach einem kleinen Satz gegriffen

So ist es mit den Aussagen des Heiligen Vaters, die voll von Wahrheit und Mitleid über die Mittel des Kampfes gegen Aids sprechen.

Die Journalisten – von denen einige zur sogenannten katholischen Presse gehören – haben erneut nach einem kleinen Satz gegriffen.

Die Politiker – die häufig Meinungssklaven sind – haben sie ohne Urteilsfähigkeit noch übertroffen und die „unzulässigen Aussagen“ des Heiligen Vaters angeprangert oder die „unverantwortliche Rede der Kirche“.

Söhne und Töchter der Kirche, wir können erhobenen Hauptes sein. Denn die Aussagen des Papstes wurden von den Bischöfen Afrikas und von den Oberhäuptern jener Staaten, die von Aids verwüstet werden, bestätigt.

Kondom-Rassismus

Sie haben den „verborgenen Rassismus“ der Westler angeklagt, die ihnen im Namen einer sakrosankten sexuellen Freizügigkeit oder im Namen des Wirtschafts-Materialismus, von dem man gut sieht, wem er nützt, ihre todbringenden Pläne aufzwingen wollen.

Die Rede der Medien hat vor der Faktenlage keinen Bestand.

Gemäß den Statistiken der ‘Weltgesundheitsorganisation’ breitet sich Aids in jenen afrikanischen Ländern am meisten aus, wo am meisten Präservative verteilt werden.

In den Ländern, wo die Katholiken zahlreicher sind und wo man auch in den Aktionsprogrammen der Regierungen auf Abstinenz und Treue setzt und das Kondom nur als letzter Ausweg angesehen wird, sinken die Aids-Zahlen – wie in Burundi und in Angola.

Darum haßt euch die Welt

Angesichts der Voreingenommenheit – das heißt Verfälschung – gewisser Medien, müssen sich die Katholiken an den Quellen informieren und die Informationen um sich herum mit allen Mitteln weiterverbreiten, vor allem mit dem Internet.

Doch zuletzt müssen sie akzeptieren, im Namen Christi zu leiden und sich nicht über Diffamierungs-Kampagnen wundern:

„Wäret ihr von der Welt, so würde die Welt euch lieben. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt“ (Joh 15,19)

„Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33).
      
5 Lesermeinungen
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#5   Franz Kappes   10:21:59 | Freitag, 27. März 2009
Das Böse
Wer Böses im Schilde führt, kommt wohl eher nicht zum Licht. Danke, Hochwürden.
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#4   r.ruhrgebietler   08:08:29 | Freitag, 27. März 2009
was in Afrika auf dem Spiel steht?
ist doch klar: ein großer, räumlich fast abgegrenzter Platz für: * die Pharmaindustrie für groß angelegte Feldversuche ihr „Neuentwicklungen“
* nützlichen Idioten des Kapitalismusses ein potentieller Absatzmarkt
* die Rüstungsindustrie ein idealer Platz den alten Kram aus den Läger meistbietend zu verscherbeln
* die islamisten ihren Irrsinn weiter zu eskalieren

die Liste ist beliebig verlängerbar.
Das steht in Afrika auf dem Spiel.
Nichts anderes.
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#3   Airbag   22:31:35 | Donnerstag, 26. März 2009
Die Wohlstandswelt diskutiert lieber über Gummis
über Kondome spricht, hat nicht kapiert, was in Afrika auf dem Spiel steht.
,,Entwicklung ist ein anderes Wort für Friede“ lautet ein Schlüsselsatz der Enzyklika ,,Populorum progressio“. Der Text ist vor über vierzig jahren erschienen und hat von seiner Aktualität bis heute nichts verloren. Schon der damalige Papst kritisierte ein wachsendes Nord-Süd-Gefälle, machte sich zum Anwalt der armen Länder und prangerte die Auswüchse eines ungehemmten Kapitalismus an. Die Enzyklika ist ein Beispiel dafür, dass die viel gescholtene Kirche ihrer Zeit oft weiter voraus ist, als viele meinen. ,,Populorum progressio“ stammt übrigens aus der Feder von Paul VI., eben jenes Papstes, der eigentlich ein ziemlich moderner, weitsichtiger Mann war, den man als
,,Pillen Paul“ schubladisiert hat. Noch ein Grund mehr also, das Spiel mit alten Vorurteilen zu lassen und genau hinzuhören, welche Akzente Benedikt XVI. in Afrika setzt. Diese Papstreise dürfte für die Wohlstandshälfte der Welt viel unbequemer werden, als man das hierzulande wahrhaben will. Wohl auch deshalb spricht man lieber über Kirche und Kondome.
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#2   Beatus Theophilus_89   19:17:20 | Donnerstag, 26. März 2009
@ Airbag! Du nimmst mir die Worte aus dem Mund…
:)3 1.000 :(3 4 u!
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#1   Airbag   16:59:24 | Donnerstag, 26. März 2009
Die Wohlstandswelt diskutiert lieber über Gummis
Der Papst bereist Afrika und der westlichen Medienwelt fällt nichts besseres dazu ein, als eine Gummi-Diskussion loszutreten. Leider war genau das zu befürchten. Afrika schreit nach Entwicklung, Gerechtigkeit, und einer stärkung der Frauen. Und der Westen antwortet:,,Nehmt doch Kondome!“ Das ist billig, ignorant und selbstgerecht. Billig, weil man so lieber die eigenen Vorurteile pflegt, statt genau hinzuhören, was der Papst in Afrika zu sagen hat.
Selbsrgerecht, weil sich die erste Welt aus der Verantwortung stiehlt, wenn sie die Nöte des schwarzen Kontinents auf Kondomniveau reduziehrt, um dann der Kirche die Schuld in die Schuhe zu schieben. Und es ist realitätsblind, weil der Gummi eben nicht die Probleme Afrikas löst. Wem zu Afrika nichts anderes einfällt als Kondome, der sorgt dafür, dass Afrika weiter der ,,vergessene Kontinent“ bleibt.
,,Die menschlichkeit unserer Welt entscheidet sich am Schiksal Afrikas“, dieser Satz von Horst Köhler öffnet den Blick für die Tiefendimension der Papstreise. Globale Gerechtigkeit, Bildung, Humanität: Wer sich vor diesen Fragen drückt, weil er lieber über Kondome spricht, hat nicht kapiert, was in Afrika auf dem Spiel steht.
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