[ « 454 455 456 457 458 » ]
Mittwoch, 23. März 2005 17:52
Wo die Heiligen vorüberzieh’n
Seele, würdest Du es wagen, Gott um das Fleisch seines Sohnes zu bitten? Niemals wären wir auf diesen Gedanken gekommen, meint der Heilige Pfarrer von Ars. Doch Gott vollbrachte, was die Fassungskraft des Menschen übersteigt. Und was tut der Mensch? Er verdurstet am Ufer des Flusses.
„Worum ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet“, so sagt Christus, „das wird er euch geben.“ Niemals wären wir auf den Gedanken gekommen, Gott um seinen eigenen Sohn zu bitten.

Gott vollbrachte das, von dem der Mensch sich keine Vorstellung machen konnte. Er sprach, plante und verwirklichte in seiner Liebe, was der Mensch weder aussprechen noch ausdenken konnte, was er sich zu wünschen nie gewagt hätte.

Hätten wir uns je getraut, Gott zu bitten, er möge seinen Sohn für uns sterben lassen und uns sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken geben?

Ohne die göttliche Eucharistie gäbe es kein wahres Glück in dieser Welt. Das Leben wäre nicht zu ertragen. Unsere Freude und Seligkeit erhalten wir mit der heiligen Kommunion.

Der liebe Gott, der sich uns im Sakrament seiner Liebe schenken will, gab uns ein starkes, tiefes Verlangen, das nur er zu stillen imstande ist. Würden wir diesem großen Sakrament keine Beachtung schenken, so wären wir wie ein Verdurstender am Flußufer. Dabei bräuchte er sich nur zu bücken…

Könnten wir Christen doch verstehen, was der Heiland uns sagt: „Trotz deiner Erbärmlichkeit möchte ich dich aus nächster Nähe sehen, deine schöne Seele, die ich für mich erschaffen habe. So groß habe ich sie gemacht, daß nur ich sie füllen kann, so rein, daß nur mein Leib für sie Nahrung ist.“

Meine Kinder, es gibt nichts Größeres als die Eucharistie. Wie ein Staubkorn vor einem Gebirge sind alle guten Werke auf Erden im Vergleich zu einer einzigen würdig empfangenen Kommunion.

Könnte doch das Menschenherz alle in der heiligen Kommunion eingeschlossenen Reichtümer ausschöpfen. Er würde dann nichts Weiteres benötigen, um glücklich und zufrieden zu sein. Der Geizige liefe nicht mehr dem Gelde nach. Der Ehrgeizige würde keine äußeren Ehren mehr begehren. Jeder würde die Erde gerne verlassen, den Staub von seinen Schuhen schütteln und dem Himmel entgegeneilen.

Wer die heilige Eucharistie empfängt, verliert sich in Gott wie ein Wassertropfen im Ozean. Man kann beide nicht mehr voneinander trennen.

Wenn uns jemand nach der Kommunion mit der Frage überraschte: „Was tragt ihr mit euch nach Hause?“, so könnten wir antworten: „Wir tragen den Himmel mit uns fort.“ Das trifft genau zu.

Der heilige Johannes Maria Vianney († 1859), genannt der Heilige Pfarrer von Ars, lebte in den Wirren der Französischen Revolution ein Leben der Buße und völligen Hingabe als Seelsorger. Er wird als Patron der Priester angerufen.
Keine Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net