18:34:31 | Freitag, 27. März 2009
Kürzlich machte ein Kurienerzbischof klare Aussagen zur Kinderschlachtung. Einen Tag später kam der Rückzieher: Er sei nicht davon ausgegangen, daß seine Aussagen von den Dächern verkündigt würden.
(kreuz.net, Vatikan) Wer sich öffentlich im Stand der Todsünde befindet, darf die Heilige Kommunion
nicht empfangen.
Das sagte der Präfekt der Apostolischen Signatur, Erzbischof Raymond Burke, am 2. März
in einem gefilmten Interview mit dem Journalisten Randall Terry. Terry zeigte das zwölfminütige Interview
am 25. März bei einer Pressekonferenz.
Bei der Gelegenheit forderte er die Absetzung von Erzbischof
Donald Wuerl (68) von Washington und Erzbischof Paul Loverde (68) von Arlington.
Die beiden Erzbischöfe
bestehen darauf, Abtreibungspolitikern die Heilige Kommunion zu spenden.
Terry kämpft seit Jahren für
das Lebensrecht ungeborener Menschen. Er konvertierte im Jahr 2005 zum Katholizismus.
Der Kommunionspender
muß verweigernIn dem Interview erklärte Mons. Burke, daß der Kanon 915 des Kirchenrechtes völlig
klar sei. Dessen Wortlaut unterliege nicht seinem Urteil oder anderer Interpretationen – so der Erzbischof.
Der Kanon bestimmt, daß Leute, „die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren“, nicht
zur Heiligen Kommunion zugelassen werden dürfen.
Der Kanon wolle den Sünder und das Allerheiligste
vor einem Sakrileg schützen – erklärt Mons. Burke.
Terry fragte den Erzbischof in dem Interview auch
nach Oberhirten, die zur Kommunionspendung an Abtreibungspolitikern keine Stellung nehmen.
Erzbischof
Burke verwies auch hier auf den genannten Kanon 915: Katholiken, die in „irgendeiner Form“ an der Schlachtung
ungeborener Kinder beteiligt seien, könnten selbstverständlich die Heilige Kommunion nicht empfangen.
Der Erzbischof empfahl Gläubigen, die bemerken, daß ein hartnäckiger Todsünder die Heilige Kommunion
empfängt, sich an ihre Hirten – Pfarrer oder Bischof – zu wenden.
Er ermutigte die Gläubigen sogar,
die Hirten zu drängen, diesen „Skandal“ zu beenden. Es liege am Priester oder Bischof, dem öffentlichen
Sünder die Kommunion zu verweigern.
Mons. Burke hat die Erfahrung gemacht, daß man mit Abtreibungspolitikern
reden kann:
„Wenn ich ihnen gesagt habe, daß sie nicht zur Kommunion gehen dürfen, haben sie das meiner
Erfahrung nach nicht mehr gemacht.“
Doch wo die Bischöfe den Kanon nicht angewendet hätten, sei es
bei der Kommunionspendung sogar zu Chaos gekommen.
Schnell nachgegebenNach der Veröffentlichung des
Interviews polemisierten US-Kommentatoren gegen den Erzbischof.
Er habe die „bischöfliche Etikette“
verletzt: „Man kritisiert die anderen Bischöfe nicht in der Öffentlichkeit, und man sagt anderen Bischöfen
nicht, wie sie ihre Diözese zu führen haben“ – erklärte der Pater Thomas Reese von der Jesuitenuniversität
Georgetown laut der Tageszeitung ‘Washington Post’.
Doch in dem Interview hat Erzbischof Burke keinen
Mitbruder angegriffen. Er spricht dort allgemein über die notwendige Abweisung von Abtreibungspolitiker
vom Kommunionempfang.
Trotzdem entschuldigte sich Mons. Burke am Donnerstag in einer kurzen Stellungnahme.
Terry habe ihn um ein Interview gebeten, um die Lebensrechtler zu stärken. Doch der Journalist habe
das Gespräch für einen anderen Zweck benützt. Mons. Burke findet das „verwerflich“.
In einer Aussendung
von Terry sei der Eindruck vermittelt worden, als würde er – Erzbischof Burke – bei der Pressekonferenz
vom 25. März, wo das Videointerview gezeigt wurde, persönlich anwesend sein.
Mons. Burke erklärte,
nicht darüber informiert worden zu sein, daß das Videoband für eine Kampagne gegen andere Bischöfe
benützt würde:
„Wenn ich gewußt hätte, was der wahre Grund für das Interview war, hätte ich es
nicht gegeben.“
Es tue ihm sehr leid, daß der falsche Gebrauch des Interviews, besonders bei seinen
Mitbrüdern im Bischofsamt, Irritationen und Verletzungen hervorgerufen habe – so Mons. Burke.
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