Neuer Lutherischer Landesbischof will keine homosexuellen Pastoren
Anfang März ernannte die Regierung von Norwegen einen neuen Landesbischof von Oslo. Zwei Minister der Regierung stellten sich öffentlich gegen die Wahl. Angeblich sollen sich auch 70% der Bewohner von Oslo gegen den neuen Landesbischof ausgesprochen haben.
(kreuz.net, Oslo) Der neue lutherische Landesbischof von Oslo heißt Ole Christian Kvarme. Nicht alle
haben am frisch erwählten Amtsinhaber Freude. Justizminister Odd Einar Dørum und der konservative Finanzminister
Per Kristian Foss versagten dem neuen Landesbischof ihre Unterstützung. Das berichtete die norwegische
Tageszeitung ‘Aftenposten’ am 11. März.
Derartige öffentliche Konflikte sind in Norwegen sehr selten.
Ein lutherischer Landesbischof ist ein normaler Pastor, der für eine bestimmte Amtszeit, besondere Verwaltungs-
und Leitungsaufgaben übernimmt.
Der ehemalige sozialistische Premierminister Jens Stoltenberg erklärte
sogar, daß Bischof Kvarme „unwillkommen“ sei und empfahl der Regierung, einen anderen der drei Kandidaten
auszuwählen.
Der Grund für die Widerstände gegen den neuen Landesbischof ist die Homosexuellen-Frage.
Landesbischof Kvarme hat es abgelehnt, praktizierende Homosexuelle als Pastoren der Landeskirche zu akzeptieren.
Oslo besitzt die höchste Konzentration von Homosexuellen im Land. Linke Kräfte in der Kirche verlangen
schon seit langem eine „offenere“ Haltung gegenüber der homosexuellen Unzucht.
Eine solche unkritische
Sicht wurde vom Vorgängerbischof Gunnar Stålsett praktiziert. Einige hofften nach seinem Abgang, daß
sich diese Politik mit dem neuen Bischof fortsetzen würde.
Der neue Landesbischof erklärte, daß er
den Vorsitz der Lutheraner von Oslo mit einer gleichen Dosis von Freude und Demut übernommen habe. Sein
Vorgänger habe den Leuten ein Gefühl gegeben, zur Kirche zu gehören. Er selber habe die Absicht, eine
lebendige, Jesus-orientierte, bedeutsame und zugängliche Kirche zu schaffen.
Auch die Einheit innerhalb
der Kirche möchte der neue Landesbischof fördern. Er möchte alle ernstnehmen, zuhören und Beziehungen
schaffen: „Ich möchte ein Brückenbauer sein und mit anderen Kirchen und Religionen zusammenarbeiten.“
Freude über die Wahl von Landesbischof Kvarme herrscht bei der Ministerin für Kultur und Religion,
Valgerd Svarstad Haugland, die zur kleinen Christdemokratischen Partei gehört. Sie ist dafür verantwortlich,
daß sich der neue Landesbischof durchsetzen konnte. Die Ministerin kritisierte die Medien für die einseitige
Berichterstattung.
„Ich bin glücklich, Kvarme als neuen Landesbischof von Oslo präsentieren zu können“,
meinte die Ministerin und fügte hinzu, daß die Übernahme des neuen Amtes für den Neuernannten keine
leichte Aufgabe sein werde.
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