Überraschende Erscheinung + Wende im Kampf um Terri? + Rücktritts-Spekulationen + Sakrileg ist Zeitverschwendung + Alte Gedichte neu verlegt + Semitisch?
Überraschende Erscheinung
Vatikan. Obwohl die Generalaudienz mit Papst Johannes Paul II. aus gesundheitlichen
Gründen gestern nicht stattfinden konnte, zeigte sich der Heilige Vater den zahlreich gekommen Gläubigen
am Fenster seiner Wohnung. Der Papst segnete stumm die versammelte Menschenmenge auf dem Petersplatz.
Wende im Kampf um Terri?
USA. Die Eltern der Komapatientin Terri Schiavo haben sich im Kampf um das
Überleben ihrer Tochter mit einem Dringlichkeitsantrag an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten
gewandt. Rechtsexperten geben den Eltern und ihrem Anliegen nur wenig Erfolgschancen – schließlich habe
es das Gericht bereits mehrfach abgelehnt, den Fall anzuhören. Währenddessen trug der Gouverneur von
Florida, Jeb Bush, neue medizinische Erkenntnisse an der Komapatientin vor die Behörden. Er stellte einen
Antrag auf eine neue medizinische Untersuchung und auf die sofortige Wiederaufnahme der Nahrung.
Rücktritts-Spekulationen
Vatikan. Gemäß Spekulationen der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“ soll Kardinalstaatssekretär
Angelo Sodano unmittelbar nach Ostern aus Altersgründen von seinem Amt zurücktreten. Er wird im kommenden
November 77 Jahre alt. Als wahrscheinlichen Nachfolger nennt die Tageszeitung den gegenwärtigen Präfekten
der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re. Außerdem soll, so das Blatt, von Papst Johannes
Paul II. an den Ostertagen ein neues Konsistorium angekündigt werden.
Sakrileg ist Zeitverschwendung
Vatikan. Der phänomenale Erfolg des Romans „Sakrileg“ von Dan Brown zeige den krankhaften Zustand unserer
gegenwärtigen Kultur, meint der Apostolische Großpönitenziar James Francis Kardinal Stafford. Die hohen
Verkaufszahlen bewiesen, daß die Wahrheit in der westlichen Kultur abgelehnt würde. Der Autor habe die
Größe Roms zu einer Banalität degradiert, so Kardinal Stafford. Der Großpönitenziar empfindet die
Lektüre des Thrillers als „Zeitverschwendung“. Schlimmer sei jedoch, daß das Buch einen „erheblichen
Schaden“ anrichten könne. Es würde Leser irritieren und das Evangelium gewaltig verzerren. Ein Bann
des Vatikans sei deswegen nicht vorgesehen.
Alte Gedichte neu verlegt
Deutschland. Nach einem Bericht
der ‘Rheinischen Post’ veröffentlichte die ‘Bild-Zeitung’ gemeinsam mit dem Musiklabel ‘edel records’
eine CD mit 15 Gedichten von Papst Johannes Paul II. Die Verse stammen aus den 50er und 60er Jahren und
werden durch Erläuterungen ergänzt. Die Einleitung ist vom römischen Kardinalvikar Camillo Ruini.
Semitisch?
»Hoc est enim corpus meum quod pro vobis tradetur.« Der Leib und das Blut Christi sind hingegeben
für das Heil des Menschen, des ganzen Menschen und aller Menschen. Dieses Heil ist integral und gleichzeitig
universal, damit es keinen Menschen gibt, der – wenn nicht durch einen freien Akt der Ablehnung – von
der Heilsmacht des Blutes Christi ausgeschlossen bliebe: »qui pro vobis et pro multis effundetur«. Es
handelt sich um ein Opfer, das für »viele« hingegeben wird, wie der biblische Text (Mk 14, 24; Mt 26,
28; vgl. Jes 53, 11-12) in einer typisch semitischen Ausdrucksweise sagt. Während diese die große Schar
bezeichnet, zu der das Heil gelangt, das der eine Christus gewirkt hat, schließt sie zugleich die Gesamtheit
der Menschen ein, der es dargeboten wird: Es ist das Blut, »das für euch und für alle vergossen wird«,
wie einige Übersetzungen legitim deutlich machen. Das Fleisch Christi ist in der Tat hingegeben »für
das Leben der Welt« (Joh 6, 51; vgl. 1 Joh 2, 2).“ Aus dem Schreiben von Papst Johannes Paul II. an die
Priester zum Gründonnerstag 2005.
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5 Lesermeinungen
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#5 Catholicus 16:25:38 | Donnerstag, 24. März 2005
Eucharistie als Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi Abgesehen von dem hier angesprochenen Übersetzungsproblem
drückt gerade das aktuelle Gründonnerstagsschreiben des Papstes an die Priester besonders wichtige Wahrheiten
aus: Klar wird ausgesagt, dass die heilige Messe ein Opfer ist und dass in ihr das Kreuzesopfer Christi
auf geheimnisvolle Weise vergegenwärtigt wird.
Doppelter Skandal! Ich habe mich gerade davon überzeugt, dass die getarnte Allerslösungstheorie der
päpstlichen Gründonnerstagsbotschaft auch mit der Version auf der Vatikan-Webseite übereinstimmt: Dokument
www.vatican.va/…oly-thursday_ge.html (Leider ist es mir nicht gelungen, das als Link auszubilden). Noch
schlimmer ist, dass auf der Webseite des Vatikan die päpstliche Enzyklika Ecclesia de Eucharistia nach
wie vor mit der falschen Version „für alle“ wiedergegeben wird, obwohl der offizielle Wortlaut in der
AAS schon vor vielen Monaten korrigiert wurde. Das ist das typische Muster: Zuerst erscheint in einem
päpstlichen Dokument eine falsche Aussage, die der katholischen Lehrtradition zuwiderläuft. Diese Version
wird breit veröffentlicht, in den Diözesanblättern, im Internet auf vielen katholischen Webseiten und
in den Medien überhaupt. Hintenrum wird dann verschämt in die AAS eine korrigierte Version gesetzt.
Davon wird die Öffentlichkeit nicht informiert, auch auf der offiziellen Webseite des Vatikan erfolgt
keine Korrektur. Damit bleibt die falsche Lehre in der Öffentlichkeit. Die paar traditionellen „Federfuchser“,
die das Wort Christi, seine Lehre und die Tradition ernstnehmen, können auf die AAS verwiesen werden.
Im übrigen darf ungeniert die falsche Lehre, die doch sogar auf der Vatikan-Webseite drauf ist, verkündet
werden…
#2 Paul Mayer 13:05:40 | Donnerstag, 24. März 2005
Auch in den semitischen Sprachen wird selbstverständlich zwischen „viele“ und „alle“ unterschieden. Die
sind ja nicht blöde. Und ich dachte immer, das NT sei griechisch verfasst, wenn auch mit Aramaismen und
Hebraismen.
Päpstlicher Quark (Topfen)? Zitat: Es ist das Blut, »das für euch und für alle vergossen wird«, wie
einige Übersetzungen legitim deutlich machen. Falsche Übersetzungen des Wortes Christi sind niemals
legitim. Es heißt im altgriechischen Original des Evangeliums, durch 2.000jährige Tradition bekräftigt,
„für viele“. Auch ein Papst hat seine Finger von der authentischen Überlieferung zu lassen und nicht
Allerlösungslehren (-phantasien) Vorschub zu leisten. Offenkundig wollen die Wühlmäuse im Vatikan noch
zu Lebzeiten von Johannes Paul II. „alles klar“ machen und die von ihnen veranstalteten Falschübersetzungen
des NOM-Meßbuches lehramtlich bestätigt sehen – und sei es noch auf so geringer Stufe; daraus ein „Superdogma“
zu machen, ist ja auch bei „V2“, bei der Räubersynode von 1962-1965, hervorragend gelungen.