Kommentar
Der Abt und seine leeren Stühle
Man kann der Kirche nicht Friede, Freude, Eierkuchen und zugleich Demokratie wünschen. Denn Demokratie bedeutet Parteien und Kampf der Meinungen. Ein Kommentar.
Klosterkirche des Benediktinerstifts Einsiedeln
Klosterkirche des Benediktinerstifts Einsiedeln
© Tuuur, CC
(kreuz.net) In seiner Predigt zum Gründonnerstag erinnerte der Einsiedler Abt Martin Werlen (47) an die schweren innerkirchlichen Grabenkämpfe in der Schweiz.

Das Benediktinerkloster Einsiedeln befindet sich in der Zentralschweiz.

Abt Werlen wurde für seine lieblose Stellungnahme gegen Papst Benedikt XVI. bekannt, die er nur zwei Tage nach dessen Wahl veröffentlichte.

Ein Scherbenhaufen als Symbol der Vielfalt?

In seiner Predigt am Gründonnerstag erinnerte der Prälat an eine Demonstrationen und einen Gebetstag, die Anfang März in der Zentralschweizer Stadt Luzern stattfanden.

Bei der Demonstration handelte sich um einen von den kirchenfeindlichen Medien bejubelten Auftritt altliberaler Kräfte gegen Glaube, Kirche und Papst.

Gleichzeitig versammelten sich einige an den Rand gedrängte Katholiken zu einem Gebetsnachmittag in einer altgläubigen Kirche der Stadt. Die altliberalen Pfarreien der Stadt hätten ihnen keinen Zutritt gewährt.

Bei beiden Veranstaltungen nahm der altliberale Abt von Einsiedeln als Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz teil und richtete ein paar Worte an die Anwesenden.

Danach lud er je sechs Vertreter der altliberalen Demonstration und der katholischen Gebetsveranstaltung zum Abendessen und zur Fußwaschung am Gründonnerstag in sein Kloster ein.

Der Abt wollte mit diesen zwölf Personen die „Kirche in ihrer Vielfalt“ symbolisieren, der man angeblich „bereits im Jüngerkreis“ begegne.

Ein größeres Problem

Doch seine Rechnung ging nicht auf: „Heute bleiben sechs Stühle leer“ – erklärte der Abt ernüchtert in seiner Predigt.

Die altliberalen Organisatoren der Demonstration hätten sofort zugesagt. Doch: „Von Seiten der Veranstalter des Gebetsnachmittags kam die Meldung, daß niemand gefunden wurde, der bereit wäre, am 9. April nach Einsiedeln zu reisen.“

Der Prälat fällt aus allen Wolken: „Wir haben ganz offensichtlich in der Kirche ein größeres Problem“ – staunt er:

„Wir gehen einander aus dem Weg. Selbst die Liturgie kann uns nicht mehr zusammenführen.“

Was der Abt, der einen Abschluß in Psychologie besitzt, nicht bedachte:

Den altliberalen, glaubensfernen und von den Bischöfen hofierten Berufskatholiken fällt ein selbstdarstellerischer Auftritt bei der Fußwaschung eines altliberalen Abtes leichter als einfachen Katholiken, die aus eigener Initiative und unbezahlt an einem Gebetsnachmittag teilnahmen.

Seit Jahrzehnten werden diese Gläubigen in der Schweizer Staatskirche in eine Ecke gedrängt, als Fremde behandelt, mit Unterstützung kirchenfeindlicher Medien diffamiert und schikaniert.

Jetzt wundert sich ein altliberaler Vertreter der Bischofskonferenz, die diesen Zustand seit Jahren fördert, daß es diese Menschen keine Lust haben, in der Rampenlicht-Liturgie eines altliberalen Klosters vorgeführt zu werden.

Spannender Zusammenbruch

Zurecht stellte der Abt in seiner Predigt fest: „Wir gehen getrennte Wege“. Für ihn ist „tragisch“, daß „wir“ uns weitgehend damit abgefunden hätten.

Was er nicht erwähnt: Hatten die an den Rand gedrängten Schweizer Katholiken eine andere Wahl?

Der vertriebene Churer Bischof Wolfgang Haas sitzt bekanntlich seit über zehn Jahren – mit erzbischöflichen Federn geschmückt – im Gästehaus eines Liechtensteiner Frauenklosters.

Abt Werlen versucht aus dem kirchlichen Bürgerkrieg eine verpaßte Chance herbeizureden: „Die Folgen sind verheerend: Wir lassen uns nicht mehr gegenseitig herausfordern“ – sprüchelt er.

Oder: „Das, was Kirche so spannend macht – ihre Vielfalt und Katholizität – geht verloren.“

Was Abt Werlen als „Vielfalt und Katholizität“ bejubelt ist in Wahrheit Glaubensabfall und Häresie – genau jene Dinge, welche die Kirche in der Schweiz so langweilig und blutleer machen, sodaß Schweizer, die nach Religion suchen, sich besser an die evangelischen Freikirchen wenden.

Dialektischer Schwindel

An einer Stelle bemerkt der Abt selber die Verdrängung der Katholiken aus der Kirche: „In der Kirche tragen wir füreinander Verantwortung – auch für diejenigen, die nicht da sind“ – säuselt er vielsagend.

Dann strickt er die alte Masche, die allen Recht gibt und im Endergebnis für die Altliberalen Partei nimmt: „Es ist keine Sünde, eher progressiv eingestellt zu sein. Und es ist keine Sünde, eher konservativ eingestellt zu sein.“

Die Lösung sieht der Prälat in der „Liebe“: „Es ist eine Sünde, lieblos, überheblich oder gleichgültig zu sein. Und gerade in der Liebe – selbst zu den Ärmsten und Geringsten – zeigt sich unser Glaube.“

Mit einem passenden Wort von Papst Johannes Paul II. spielt er diese „Liebe“ sogleich gegen den Glauben aus. Das Zitat: „Daran mißt die Kirche ihre Treue als Braut Christi nicht weniger, als wenn es um die Rechtgläubigkeit geht.“

Erwartungsgemäß wird diese Aussage augenblicklich dialektisch in ihr Gegenteil verdreht: „Damit ist auch klar gesagt, daß Rechtgläubigkeit und Liebe nicht gegeneinander ausgespielt werden können.“

Das ist der bekannte altliberale Seiltanz, der sich vor der Wahrheit solange dreht, wendet und im Kreis dreht, bis als Endergebnis ein allgemeiner Schwindel übrigbleibt.

Diese Schwindel-Argumentation spielt der Abt noch an weiteren Beispielen durch, die freilich für den, der das Prinzip verstanden hat, keine Erkenntnisse mehr beinhalten.

Er will also doch den kirchlichen Meinungskrieg

Am Ende seiner Predigt läßt der Abt die altliberale Katze ganz aus dem Sack: „Wir sind uns wohl alle bewußt, daß in unserer Kirche Reformen anstehen“ – erklärt er.

Eilig stellt er sich hinter das Hauptverlangen der antikirchlichen Luzerner Demonstranten: „Zum Beispiel die Forderung nach mehr demokratischen Prozessen.“

Hat der Abt diesen Gedanken jenseits seiner weltfrommen Worte zu Ende gedacht?

Denn eine gesunde Demokratie basiert auf dem Meinungskampf und auf der Parteienbildung – beides Dinge, die Abt Werlen im vorausgehenden Teil seiner Predigt noch kritisiert hat.

Wer die Kirche nach dem politischen Modell der Demokratie strukturieren will, darf „getrennte Wege“ nicht ablehnen, sondern muß sie wollen. Die Demokratie einer Einheitspartei ist bekanntlich Diktatur.

Wenn die Altliberalen wirklich eine kirchliche Demokratie wünschen, dann liegt es an ihnen, dafür zu sorgen, daß sich die altliberale kirchliche Räterepublik – die seit dem Zweiten Vatikanum festbetoniert ist – öffnet, damit die katholischen Stühle in der Klosterkirche zu Einsiedeln nicht mehr länger leer bleiben.
      
23 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#23   wolfgang11 †   18:47:30 | Sonntag, 12. April 2009
Christus war nicht „tot“
als er ins Grab gelegt wurde.
Redaktion benachrichtigen
#22   gelobtseijesus   06:57:57 | Sonntag, 12. April 2009
Eilt!+++Er ist auferstanden+++
Eiltmeldung:
Christus ist auferstanden!
Ja, er ist wahrhaft auferstanden!
„Ich sage dir, steh auf!“
Bleibe nicht da, wo du jetzt liegst oder stehst. Stehe auf und gehe, laufe, eile. Trage die Botschaft weiter in deinem Herzen, in deinen Augen, in deinen Händen und Füßen.
Flüstere sie oder schreie sie heraus, je nachdem, wie dir gerade zu Mute ist. Und wenn dir noch die Tränen kommen, es gibt auch die Tränen der Freude.
Bleibe nicht am Karfreitag stehen, das Kreuz ist nur eine Station und nicht die Endstation, auch nicht das Grab!
Das ist die glückliche, froh machende, Osterbotschaft:
AUFERSTANDEN.net
Christliche Nachrichten
Redaktion benachrichtigen
#21   r.ruhrgebietler   06:27:35 | Sonntag, 12. April 2009
Der Herr Jesus Christus ist auferstanden!
„Gott, Du hast am heutigen Tag durch deinen Eingeborenen den Tod besiegt und uns die Pforte des ewigen Lebens erschlossen: begleite unsre Wünsche, die deine zuvorkommende Gnade uns eingibt, auch weiterhin mit deinem Beistand …“
(Kirchengebet am Fest des Auferstehung des Herrn)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (16, 1-7):
Redaktion benachrichtigen
#20   wolfgang11 †   00:11:42 | Sonntag, 12. April 2009
Dann war er
nicht tot. Tote sind tot wie töter.
Redaktion benachrichtigen
#19   Schalom   22:15:23 | Samstag, 11. April 2009
Lieber Samurai* der Auferstandene Jesus Christus ist unsere Hoffnung und Orientierung
Christos ist von den Toten auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja :(3
Frohe Ostern
Redaktion benachrichtigen
#18   Samurai   22:06:11 | Samstag, 11. April 2009
@ vH-O
Wie bitte? Wer ist ein Witzbold?
Redaktion benachrichtigen
#17   vonHerzmanovsky-Orlando   21:56:36 | Samstag, 11. April 2009
@Samurai
Er ist ein Witzbold. Sonst ist er genauso geschmacklos wie hier.
Redaktion benachrichtigen
#16   Samurai   21:55:17 | Samstag, 11. April 2009
@ Shalom
Nun, man kann über theologische und kirchliche Fragen debattieren und streiten – sei es sachlich mit Stil oder auch stillos.
Aber heute Abend werde ich es sicher nicht mehr, denn heute ist mir das Gedenken an die erste „Osternacht“ und insbesondere an den ersten „Ostermorgen“ wichtiger, denn damals hat Jesus den Tod besiegt und das ewige Leben gewonnen. :(3 :(3 o^/
Christus ressurexit, alleluja!! :-) :-) :-) :)3
Redaktion benachrichtigen
#15   Schalom   21:12:23 | Samstag, 11. April 2009
lux in tenebris*** Viele Menschen sind berufstätig und keine Mönche
so wird aus praktischen Gründen nicht zweimal (Samstagabend und Sonntag gefeiert), sondern um 5 Uhr früh oder in der Nacht.
Sind wir katholisch großzügig ohne Schlendrian.
Gute Nacht. :(3 :)3
Redaktion benachrichtigen
#14   lux in tenebris   20:55:06 | Samstag, 11. April 2009
schalom: protestprotestprotest im dunklen wie im hellen
wir aber ERWARTEN doch die auferstehung in der VIGIL, das OsterHOCHAMT kann meinethalben 5:00 uhr gefeiert werden, dös wär korrekt, liturgisch…
aber recht ham’s, mer wolle keinen osterfeststreit nicht
pax tecum, charmantisierender konzilsgeist :(3 ;-)
Redaktion benachrichtigen
#13   Schalom   20:27:03 | Samstag, 11. April 2009
Lux et tenbris Was Sie als Unsitte bezeichnen entspricht dem Ostermorgen, an dem Christus auferstan…
Es ist ja wieder typisch, alles was anders ist, wird von Tradis runtergemacht.
Als Erzbischof von München wünschte der jetzige PapsT die Osternachtfeier um 5 Uhr in der früh und praktizierte es selbst so. Der Vorabend ist auch nicht verkehrt gewesen.
Die ersten Christen versammelten sich zum Herrenmahl am ersten Wochentag beim Aufgange der Sonne, am Tag der Sonne, Sonntag.
In der Heiligen Orthodoxie ist es seit 2000 Jahren so.
Ich bin so voller Freude und will deshalb drüber nicht streiten.
Osterfrieden. :(3
Redaktion benachrichtigen
#12   lux in tenebris   20:00:50 | Samstag, 11. April 2009
naja, geduld schalom, noch ist ja nicht aller morgen abend!
übrigens: ich ergreife die gelegenheit und protestiere hier einmal nachdrücklich und in aller öffentlichkeit gegen die liturgische unsitte der feier der ostervigil um 5:00 morgens! gottlob feiert unser heiliger vater die vigil um 21:00 uhr, so wie es sich gehört! man sollte dies zur verpflichtung für den gesamten katholischen erdlkreis machen!
gesegnete ostern :(3
Redaktion benachrichtigen
#11   Schalom   19:54:27 | Samstag, 11. April 2009
Die Osternacht beginnt im ganzen Dekanat Berchtesgaden um 5 Uhr früh
und alle Kirchen sind bei uns immer gerammelt voll.
Warum? Weil die Osternacht und die Eucharistie würdig gestaltet sind, lebendig und verständlich. Es kommen neben der deutschen Sprache auch griechische und lateinische Liturgiegesänge.
Wäre alles nur in Latein und mit dem Rücken zum Volk wie im 16. Jahrhundert, wäre außer einer Gruppe alter Frauen und Männer, das Volk nicht da.
Das 2. Vatikanum war schon richtig.
Auch der Ostergottesdienst des Papstes auf dem Petersplatz wird wieder eine Eucharistiefeier lebendiger internationaler Katholizität.
In meiner Pfarrei in der Osternacht dienen viele Jugendliche als Ministranten/innen.
Bei der Alten 1570 Messe bei uns leider nur einer.
Redaktion benachrichtigen
#10   lux in tenebris   17:27:40 | Samstag, 11. April 2009
leg’ aber erst deine pfote ins fenster, damit wir sehen, ob du unsere mutter bist…
komisch, warum nur fällt mir immer das märchen vom wolf und den sieben geislein ein, wenn ich den guten abt w. nach art von erich mielke so kreidefresserisch säuseln höre: „ich liebe – ich liebe doch alle – alle menschen – na ich liebe doch – ich setzte mich doch dafür ein“…
aber warum waren es nur sechs stühle? hatte sich das siebente vielleicht schon schon unauffindbar ins sakramentshäuschen versteckt? hatte es zuvor gar schon die schreie seiner armen glaubensgeschwister vernehmen müssen: „HIILFE, DU BIST GAR NICHT UNSERE GUTE MUTTER; DU BIST DER BÖSE W-W-WERLEN!“
;-)
Redaktion benachrichtigen
#9   hieronymus333   17:26:08 | Samstag, 11. April 2009
Nicht einmal
die österlichen Tage sind weder kreuz.net noch einigen Pseudo-Katholiken heilig den Satan in Gestalt der Zwietracht unter das gläubige Volk zu säen, oder kann es sich dabei um Menschen handeln, die nicht beim Beichten waren.
Redaktion benachrichtigen
#8   möchtegern-kathole   16:54:41 | Samstag, 11. April 2009
@ Eli
Nein, statt dessen retten, was zu retten ist. Sonst würde uns alle der Liebe Gott im Stich lassen; der steht aber auch auf dem Standpunkt, uns zu retten, so wir trotz unserer Sünden irgendwie zu retten sind: Er ist für uns – auch für mich und für Sie – sogar nach Golotha gegangen; gehen wir ihm also nach, für die Sünden, unsere eigenen und auch der anderen.
Redaktion benachrichtigen
#7   proetcontra   16:22:02 | Samstag, 11. April 2009
ELIJAHU
:-S
Armer Kerl!
Redaktion benachrichtigen
#6   Elijahu †   16:07:21 | Samstag, 11. April 2009
Lasst die liberalen Säcke links liegen…
…das Gebot der Stunde lautet: so weitermachen und die Altliberalen VOLLKOMMEN abwirtschaften lassen, bis zum Totalbankrott der 68er-Kirche. Und dann wird es keine „Versöhnung“ verschiedener „Flügel“ in der Kirche geben, sondern dann kann die Piusbruderschaft antreten und den Laden übernehmen, dann werden die Altliberalen nicht zu „Versöhnungstreffen“ eingeladen sondern in hohem Bogen hinausgeschmissen, inklusive modernistischen Abt-Darstellern.
Aber erst: lasst die Altliberalen ihr Zerstörungswerk ganz zu Ende führen bis der Papst euch auf Knien anfleht das Ruder zu übernehmen.
Redaktion benachrichtigen
#5   Jubärens   15:58:07 | Samstag, 11. April 2009
Demokratie – auf Rechtsstaat oder Pöbelherrschaft gegründet?
Politeia und Ochlokratie sind nach Aristoteles beides Staatsformen mit demokratischen Volksversammlung, wie damals in Athen üblich.
Aber in der Politeia war die Volksversammlung von rechtschaffenden Politikern geleitet, die an Recht und Gerechtigkeit orientiert waren. Letztlich sollte das Recht herrschen, wie es J. Locke ausdrückte: „Rule of Law“. Der Volksstaat basiert darauf und ist damit zugleich darin eingeschränkt, dass das vorstaatliche (Natur-) Recht „herrscht“.
Für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bedeutet das, das die demokratisch legitimierten Politiker auf Zeit nur im Rahmen und auf der Basis der normierenden Grundrechte Entscheidungen fällen dürfen und nicht etwa das „Recht auf Leben“ – Artikel 2 Grundgesetz – durch gesetzliche Winkelzüge aufheben dürfen.
In der Pöbeldemokratie (Ochlokratie) dagegen wurde die Volksversammlung durch sophistische „Schmeichler“ des Volkes beherrscht und gelenkt. Diese geschickten Demagogen agitierten mit Stimmungen und lancierten mit schmeichlerischen Parolen willkürliche Entscheidungen, die sich nicht auf Recht und Naturrecht, auf Wahrheit und Gerechtigkeit stützen konnten.
Der Gegensatz zwischen Ochlokratie und Politeia ist also weniger im Gegeneinander von Egoismus und Gemeinwohl zu suchen, sondern eher als verführte Stimmungsdemokratie gegenüber einer rechtsstaatlich geführten, beschränkten und legitimierten Herrschaft zu sehen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Romulus   15:52:33 | Samstag, 11. April 2009
Dieser Abt ist Schnee von gestern
So langsam dämmert es den kirchlichen Oligarchen, dass sie abgewirtschaftet haben.
Redaktion benachrichtigen
#3   Biene Maja   15:05:40 | Samstag, 11. April 2009
Antwort
Die Einheit in der Kirche lassen wir und nicht auseinander bringen das ist nur eine Finte des Satans
verdeckt erkennen wir das sonst ist es zu spät
und der Zusammenbruch droht und das will der Teufel
und er lacht heute schon über uns :'( :-@
Redaktion benachrichtigen
#2   Samurai   14:58:37 | Samstag, 11. April 2009
@Seefeld
Ich stimme Ihnen zu, daß leider mancher Politiker mehr an das eigene Wohl als an das Gemeinwohl denkt, wobei ich viele normale Kommunal-und >Landtagsabgeordnete kenne, die gute, verantwortungsbewusste Arbeit leisten, denoch oder gerade deswegen halte ich unsere parlamentarische Demokratie für die beste Regierungsform.
Redaktion benachrichtigen
#1   Seefeldt   14:54:15 | Samstag, 11. April 2009
Politeia oder Demokratie?
Aristoteles unterschied in seiner „Politik“ zwischen verschiedenen Staats- bzw. Regierungsformen. Dabei teilte er die Staatsformen nach Zahl der Regierungsträger (ein einziger, einige oder das ganze Volk) und nach Qualität oder Ausrichtung der Regierung (wenn auf das Gemeinwohl ausgerichtet, dann gut, wenn auf den Eigennutz ausgerichtet, dann schlecht) ein.
Die gute durch das Volk bestimmte Staatsform nannte er „Politeia“ (wohl am ehesten mit „Bürgerstaat“ zu übersetzen), die schlechte durch das Volk bestimmte Staatsform dagegen „Demokratie“ (Herrschaft des Pöbels).
Wenn der Artikel schreibt Denn eine gesunde Demokratie basiert auf dem Meinungskampf und auf der Parteienbildung, so wird damit nicht eine Politeia in aristotelischem Sinne, sondern eine Demokratie beschrieben, eine Demokratie von der Art oder vielmehr Unart, wie sie derzeit in weiten Teilen der Welt üblich ist. Denn gerade unter der Parteienbildung leiden derzeit viele Republiken, da in diesen Staaten für die Politiker oft die Parteien wichtiger sind als der ganze Staat. Man muß eingestehen, daß Parteienstaaten eigentlich keine Demokratien sind, sondern eher Oligarchien, Herrschaften einiger Weniger, die nicht auf das Allgemeinwohl, sondern auf den Eigennutz ausgerichtet und damit schlecht sind.
Die bestmögliche Staatsform ist für Aristoteles aber die Basileia, das Königtum, die Herrschaft eines Einzelnen zugunsten des Gesamtstaates. Die Kirche wurde von einem Einzelnen (Gott) gegründet und von einem geleitet…
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KommentarEs lebe die Revolution! Kommentar„Judenhaß“ – das neue Codewort der Kirchenhasser KommentarDieses Magazin freut sich über jeden Antisemiten KommentarTriumph, Triumph, Triumph KommentarBraucht er einen stärkeren Beruhigungstee? KommentarDen Schweinestall ausmisten KommentarAuf die Fürsprache des Heiligen Georg KommentarSind alle Busfahrer Volksverächter? KommentarAltliberaler Träumer von vorgestern KommentarSein letztes Röcheln KommentarWo steckt das Ferkel? KommentarDanke, Jesus KommentarWo bleibt die aktive Teilnahme beim Lesen eines Buches? KommentarLinke Sehnsüchte nach Bischof Haas Kardinal LehmannWo bleiben die nachdenklichen Stimmen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net