Benedikt XVI.
Kirche in der Defensive
Vor einer französischen Boulevardzeitung hat der vatikanische Pressesprecher den obligaten Fragenkanon abgearbeitet. Das ist die übliche Methode, um die Kirche zum Schweigen zu bringen.
Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz im September 2008
Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz im September 2008
© Samuraijohnny, CC
(kreuz.net) In seinem Brief an die Bischöfe habe der Papst mit äußerster Ehrlichkeit untersucht, was bei der Aufhebung der Pius- Exkommunikationen nicht funktioniert habe.

Das erklärte der Pressesprecher des Vatikan, Pater Federico Lombardi, vor der französischen Boulevardzeitung ‘Le Parisien’.

Der Papst habe auf diese Weise ein Beispiel der Demut gegeben: „Wenn wir in der Lage wären, diesem Beispiel zu folgen, würden wir viele Schritte nach vorne tun, nicht nur im Vatikan.“

Gezielte Mißverständnisse

Zu der Aufhebung der Pius-Exkommunikationen erklärt Pater Lombardi weiter, daß die Verhandlungen mit dem Oberen der Bruderschaft geführt worden seien, nicht mit Mons. Richard Williamson.

Die Exkommunikation hätten eine disziplinäre Entscheidung betroffen, die vor zwanzig Jahren im Gefolge unerlaubter Bischofsweihen gefällt wurde: „Es ging dabei nicht um die persönlichen Ansichten der konsekrierten Bischöfe.“

Pater Lombardi stellt auch angebliche vatikanische Kommunikationsprobleme in Frage: Wenn die Verlautbarungen des Vatikan „nur zum Teil oder verändert übernommen werden, dann wird kein Mensch sie verstehen können.“

Schwimmt sie wirklich gegen den Strom?

Der Pressesprecher äußert sich zu zur Exkommunikation brasilianischer Abtreibungsverbrecher, die für die skrupellose Ermordung von Zwillingen verantwortlich sind:

„Die Heftigkeit der Reaktionen in Europa von seiten schlecht informierter Personen überraschte mich“ – erklärt der Pater.

Er glaube, daß die Exkommunikation ein schwer zu verstehendes Wort sei, daß Verwirrung schaffe: „Darum hätte man – wie der Osservatore Romano erklärt hat – nicht auf der Exkommunikation bestehen sollen.“

Die Kirche wisse, daß sie in der Abtreibungsfrage gegen den Strom schwimme – entschuldigt sich der Pater: „Denn sie betrachtet das als Tod eines unschuldigen Wesens.“

Seiltanz um den Gummi-Geschlechtsverkehr

Dann wird Pater Lombardi über die jüngsten Feststellungen des Papstes zur ehelichen Vereinigung hinter Gummi-Pessaren befragt:

„Ich war dabei, als der Papst gesprochen hat und habe seine Antwort sehr gut gehört“ – erklärt er und behauptet:

„Ich habe verstanden, daß der Ausdruck »verschärfen« zu Diskussionen führen könnte, doch der Sinn der päpstlichen Aussagen war klar.“

Auf seinem Flug nach Afrika erklärte der Papst Ende März:

„Ich würde sagen, daß das Problem der Aids-Krankheit nicht allein mit Werbeslogans gelöst werden kann.

Wenn da keine Seele ist, wenn den Afrikanern nicht geholfen wird, kann das Übel nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr, das Problem zu verschärfen.“


Der Papst habe nicht die Absicht gehabt, einen Vortrag über den Kampf gegen Aids zu halten – entschuldigt sich Pater Lombardi wieder.

Privatmeinung des Papstes?

‘Le Parisien’ wirft ihm vor, sich um die Beantwortung der Frage nach der Immoralität der Pessare herumzudrücken.

„Viele legen den Nachdruck vor allem auf das Präservativ als »wirksame« Lösung des Problems“ – weicht der Pater weiter aus:

„Genau das stellt der Papst in Frage und ist der Ansicht, daß man so die persönliche Verantwortung nicht in Rechnung stellt.“

Der Papst habe alles Recht, das zu sagen – winselt Pater Lombardi: „Es handelt sich um eine ganz und gar vernünftige Aussage.“

Im übrigen hatten auch Untersuchungen bestätigt, daß die Förderung der Treue das beste Mittel gegen Aids ist.

Es sei eine „andere Frage“, Präservative bei „Beziehungen, die als unvermeidlich betrachtet werden und mit hohen Risiken verbunden sind,“ zu akzeptieren oder nicht. Doch dieses Problem sei nicht mit den Grundaussagen des Papstes zu vermischen.

Die große Leere ist schon da

Die Boulevardzeitung konfrontiert den Pressesprecher mit einer Aussage des ehemaligen französischen Politikers Alain Juppé (63), wonach „dieser Papst beginnt, ein echtes Problem zu werden“.

Juppé war in den 1990er Jahren in Finanzskandale verwickelt und wurde deshalb rechtskräftig verurteilt.

Pater Lombardi geht zum Angriff über: „Mir scheint eher, daß solche Erklärungen ein wahres Problem darstellen.“

Wenn gesellschaftliche Verantwortungsträger sich schlecht informiert über den Papst äußerten, dann bedeutet das, daß sie sich der moralischen Autorität des Papstes in der Welt nicht bewußt seien:

„Man muß aufpassen, die Autorität der Kirche nicht in den Herzen der Menschen zu zerstören, sonst besteht die Gefahr, eine große Leere zu hinterlassen.“

Auf die Unterstellung, daß der Papst fern der täglichen Wirklichkeiten sei, erklärt Pater Lombardi, daß Benedikt XVI. weder isoliert noch einsam sei:

„Er schaut die Informationen im Fernsehen an, liest die Zeitungen, erhält jeden Morgen eine Pressemappe.“ Das fülle einen guten Teil seines Tages.

Im übrigen sei es vielleicht nicht so schlecht, nicht zu sehr von den Medien abzuhängen.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Jotef   13:52:30 | Mittwoch, 15. April 2009
@Franziskus – wenn Sie den Papst durchs Rote Meer marschieren lassen, macht ihn das bestenfalls
zu einem Uralt-Juden, etwa 1400 Jahre vor Christus, aber nicht zum Stellvertreter Christi.
‘Moderne Geschichtsforschung’ will uns übrigens weismachen, dass der ‘Exodus’ nur Fiktion ist, inkl. der so genannten 10 Gebote. „Das alles“ hat nicht mehr Realitätsbeiwert als die Karl-May-Geschichten, die ihren Lesern immerhin eine Menge Wissen über das Schicksal der Indianer beibrachten.
„Kirche in der Defensive“ – wie es über dieser Seite steht – braucht deshalb weder beweint, noch bejubelt zu werden.
Das ist einfach ein Stück dessen, was im Zuge der Kommunikation zwischen Gott und den Menschen erfahrbar wird.
Diese kreuz.net-Seite liefert dazu einen bescheidenen Beitrag. Das gilt es zu würdigen, denn wann gab es dergleichen schon?
:(3
P.S. Der Scheißhaus-Parolen-Produzent (namens Sozi-Kath) kann als Trittbrettfahrer gerne mitgenommen werden. Er erscheint mir als klassische Verkörperung dessen, was der Volksmund umschrieb mit „Kein Mensch ist unnütz; er kann immer noch als abschreckendes Beispiel dienen.“
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#13   franziskus   19:41:45 | Dienstag, 14. April 2009
Jotef, der Auserwählte,
O:) meinte, die RKK oder die Piusbr. seien nicht „Kirche Jesu“.
Was sagt der Papst dazu?
Zur Situation der Kirche in der Geschichte der Welt sagte der Papst, daß sie – „menschlich gesprochen – untergehen“ müsse. Doch sie wandere gleichzeitig mitten im Roten Meer und lasse das Loblied des Moses und des Lammes erklingen.
Das Weiterbestehen der RKK scheint also eine Art Gottebeweis zu sein.
Letzlich ist jeder, „der sich zum Herrn gehörig“ fühlt, im hl. Geist ein Mitglied seiner großen Gemeinschaft, wie es das altgriechische Ursprungswort „Kyriake’“ ausdrückt.
o^/
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#12   Sozialkatholisch   13:57:42 | Dienstag, 14. April 2009
@ Biegerlein
Nun, du wirfst doch nur mit Wattebäuschchen!
:-D :-D :-D
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#11   MartinBieger   13:54:24 | Dienstag, 14. April 2009
@Sozialkatholisch
Auf dich bin ich nicht angewiesen.Da habe ich genug andere und auch gebildetere wie du.
Es ist aber eine Frage wer hier zuerst eine auf die Futterklappe bekommt.
Aber da bin ich mir sicher hast du nur hier ein grosses Maul.
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#10   Sozialkatholisch   13:49:49 | Dienstag, 14. April 2009
@ Klotef
Dafür kricht deinen ganzen Scheiß nochnichmal die häßliche klofrau hier weg!
:-D :-D :-D
@ biegerlein
du Stachelschwein, ich freu mich das du Homosau nicht auf mich stehst sonst müßt ich ja deine Knabberleiste bearbeiten!
^-^
Aber so verpeilte wie du haben nacher sogar daran Spass
:-D :-D :-D
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#9   MartinBieger   12:57:12 | Dienstag, 14. April 2009
@Jotef
Und leider noch kein Ende abzusehen. :-!
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#8   Jotef   12:56:17 | Dienstag, 14. April 2009
„Ohne Fleiß kein Preis“ – heißt nicht, dass ‘ein Preis’ zwangsläufig die Folge von Fleiß ist, aber
die 7280 „sozialkatholischen“ Einträge seit dem 9.8. 2005 verführen mich, eine Wahrheit besonderer Art zum Besten zu geben. Es müsste heißen: Ohne Scheiß kein Preis.
:(3
o^/
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#7   Sozialkatholisch   11:06:46 | Dienstag, 14. April 2009
@ Jotef
so viel Scheiß wie du kann man auch nur schreiben wenn man Heilsgewissheit hat!
:-D :-D :-D
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#6   Jotef   11:05:01 | Dienstag, 14. April 2009
Der Titel dieser Seite „Kirche in der Defensive“ geht irreführenderweise darüber hinweg, dass weder
die RKK noch die Pius-Brüder „Kirche Jesu“ sind.
Er ist bei keiner dieser Fakultäten dabei. Auch nicht bei Kirchen ‘anderer Glaubensgemeinsachten’. Wie sollte er auch. Solange „Kirche“ als „BrautChristi“ gilt,
Ganz anders natürlich, wenn „zwei oder drei“ in seinem Namen versammelt sind, dann ist er selbstverständlich dabei. Das zu begreifen bringt ‘Kirche nicht in die Defensive’ sondern vorwärts.
Die einzelnen Positionen in der französischen Boulevardzeitung ‘Le Parisien’ mögen richtig wiedergegeben sein oder nicht. Im Grunde ist es nur ‘Streit um des Kaisers Bart’. – Solange die Träger dieses Streites aber warmblütige lebendige Lebewesen sind, unterliegen sie auch den Gesetzen der Wärmelehre. Da gibt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik aus mehreren Gründen reichlich Anlaß zu philosophischen Betrachtungen:
1. Der zweite Hauptsatz ist das einzige „Axiom“ der harten (= mathematischen) Naturwissenschaft, das eine Richtung der Zeit definiert.
Denn alle anderen Grundgesetze oder Grundgleichungen der Physik sind zeitinvariant.
Das bedeutet, dass man in allen Gleichungen grundsätzlich die Variable Zeit t durch -t ersetzen kann ohne dass Widersprüche auftauchen. Die Vorgänge, die dann rückwärts in der Zeit laufen, sind genauso Lösungen der Grundgleichungen wie die zeitlich vorwärtslaufenden Vorgänge. – Zitat Ende.
Das bedeutet hier für kreuz.net: Kirche ist nicht reversibel.
:(3
o^/
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#5   badhofer †   23:25:42 | Montag, 13. April 2009
@Schalom
Wenn man so wenig Selbsvertrauen hat wie der Sukigaskasa, dann ist es für ihm sicher schwierig, Anderssein zu akzeptieren. Ausserdem scheint er ein Machosist zu sein, wenn er immer wieder Beiträge von jemanden liest, bei dem er schon von vorherein weiss, dass sie ihn zur Weissglut bringen.
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#4   Schalom   21:16:55 | Montag, 13. April 2009
Lieber Sukigaskasa*** Reden und reden lassen.
Mich könnte sogar des Teufels General befetzen. Dagegen bin ich immun.
Jeder Raser bremst einmal.
Lass Dich nicht aus Ruhe bringen.
herzlich :(3 Schalom
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#3   badhofer †   17:44:14 | Montag, 13. April 2009
@Sukigasakasa:
Warum betrebst du nicht selbst ein Plattform. Dann kannst du rauswerfen, wem du willst?
Ausserdem zwingt dich niemand, zu lesen, was Elijahu schreibt.
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#2   Sukigasakasa †   17:24:45 | Montag, 13. April 2009
Redaktion
Elijahu ist immer noch nicht rausgeworfen.
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#1   Sozialkatholisch   13:24:20 | Montag, 13. April 2009
Gott segne unseren hl. Vater Papst Beneedikt!
Gott segne seinen brillianten Verstand, das dieser uns noch viele Jahre die Geheimnisse Christi mehr aufschließen wolle.
Gott segne seine Gesundheit, das sie ihm noch viele Jahre erhalten bleibt und er uns noch oft öffentlich segnen kann.
Gott segne seine Schafe, die Katholiken, das sie seine Botschaft verstehen und Gott immer näher kommen.
Gott segne seine Feinde, das sie sich bekehren und auch immer mehr zu Gott finden wollen.
o^/
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