Befreiungstheologie
Priester und Altkommunist verteidigt Kuba und Castro
Der Priester Ernesto Cardenal, ehemaliger Trappist, kommunistischer Kulturminister und Guru der Befreiungstheologie, hat kürzlich eine Lanze für den kubanischen Diktator Fidel Castro gebrochen.
(kreuz.net, La Habana) „Kuba verteidigen heißt, uns selber verteidigen“, erklärte der nikaraguanische Priester und Poet Ernesto Cardenal (80) in der vergangenen Woche in der kubanischen Hauptstadt La Habana. Pater Cardenal ist einer von 900 Intellektuellen aus der ganzen Welt, die ein Manifest gegen die antikubanischen Machenschaften der gegenwärtigen Regierung der USA gegen Kuba unterzeichnet haben.

Vor der kubanischen Tageszeitung „Prensa Latina“ verurteilte der Priester die Bestrebungen der Vereinigten Staaten, während der gegenwärtigen Sitzung der UNO-Menschenrechtskommission eine Resolution gegen Kuba durchzusetzen. Die Session der Menschenrechtskommission tagt in Genf.

„Kuba ist das einzige Land der Welt, das vom nordamerikanischen Imperialismus wirklich unabhängig ist. Das Land ist ein Beispiel für den Rest der Völker der Welt“, erklärte Cardenal. Der Priester fügte hinzu, daß die wahre Menschlichkeit auch in Venezuela verteidigt werde, ein Land, das in gleicher Weise durch die rechtsnationalistische Regierung von Präsident George W. Bush bedroht sei.

Der Priester nannte die USA ein terroristisches Land, das keine moralische Autorität besitze, die Lage der Menschenrechte in einem anderen Land zu beurteilen.

Die Unterstützungserklärung für Kuba wurde am Montag vor zwei Wochen in der kubanischen Hauptstadt La Habana vom argentinischen Schriftsteller und Parlamentarier Miguel Bonasso und dem kubanischen Dichter Roberto Fernández Retamar vorgestellt.

Das Manifest steht unter dem Titel „Stoppen wir ein neues Manöver gegen Kuba!“. Es appelliert an die Regierungen, die in der UNO-Menschenrechtskommission vertreten sind, nicht zuzulassen, daß die Kommission von der antikubanischen Aggression der Bush-Regierung mißbraucht werde.

Das Manifest ist unterschrieben von den zwei Trägern des Literaturnobelpreises, dem Portugiesen, José Saramago, und der Südafrikanerin Nadine Gordimer. Unterschrieben haben auch die Hollywood-Schauspieler Harry Belafonte und Danny Glover, der Regisseur Walter Salles, der ehemalige Dirigent der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, der Sänger Joaquín Sabina und der Musiker Manu Chao.

Weitere Unterzeichner sind der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der britische Regisseur Alex Cox und die US-amerikanische Schriftstellerin Alice Walker.
      
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