11:59:57 | Dienstag, 21. April 2009
Weil der Modernist und Relativist nicht glaubt, was er glaubt, ist ihm letztlich auch alles egal. Das ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ will die Juden nicht bekehren, weil es selber nicht bekehrt ist.
(kreuz.net) Die Heilige Edith Stein († 1942) – jüdische Konvertitin und Karmelitin – ging, wie sie sich
in ihrem Testament äußerte, „zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes“ in den Tod.
Daran
erinnerte der deutsche Philosoph Robert Spaemann (81) am 20. April in einem Beitrag für die ‘Frankfurter
Allgemeine Zeitung’.
Wie Jean-Marie Kardinal Lustiger von Paris († 2007) habe sie im Bekenntnis zu Jesus
Christus die Erfüllung der jüdischen Bestimmung gesehen.
Karl Kardinal Lehmann von Mainz habe das Beispiel
der beiden allerdings nur „als Ausnahmen“ gelten lassen. Der „normale Heilsweg der Juden“ gehe nicht über
Jesus.
Spaemann erwähnt auch die Broschüre „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und
Christen“ des umstrittenen ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’.
Das ‘Zentralkomitee’ habe in der
Broschüre den Weg von Kardinal Lehmann konsequent zu Ende gedacht.
Ein neuer GlaubeDie Kleinschrift
behauptet, daß es keinen Auftrag Jesu gebe, Juden zum Glauben an ihn und zur Taufe zu bewegen. Der neue
Bund erfülle und ersetze nicht den alten, sondern trete als ein zweiter Bund neben diesen.
Spaemann
erkennt, daß diese Auffassung einen scharfen Bruch mit dem katholischen Glauben darstellt:
„Es gibt
also danach nicht mehr, wie es die Apostel und mit ihnen die ganze christliche Tradition sahen, das eine
Bundesvolk Israel, das sich in Christus nun für alle Völker öffnet und zur »Kirche aus Juden und Heiden«
wird.“
Und: „Die Kirche braucht angeblich die Juden nicht mehr.“
Das Fazit des Philosophen: „Ich für
meinen Teil könnte dieser Kirche nicht mehr angehören.“
Kirche aus Juden und HeidenSeit dem Apostelkonzil
verstehe sich die Kirche als Kirche aus Juden und Heiden: „Durch das Kreuz Christi ist nach dem Heiligen
Paulus der Zaun zwischen Juden und Heiden niedergerissen.“
Spaemann verweist auf die Liturgie der Osternacht.
Diese spricht davon, daß in dieser Nacht Gott „unsere Väter, die Kinder Israels“, trockenen Fußes durch
das Rote Meer geführt hat.
Sie dankt Gott, Abraham durch die Taufe zum Stammvater vieler Völker gemacht
zu haben:
„Wenn sie bittet, daß die Fülle der ganzen Welt Teil gewinne »an der Kindschaft Abrahams
und an der Würde Israels«, dann wirkt das, was das Konzil hierzu zu sagen hat, eher blaß“ – analysiert
Spaemann.
Gott ist kein BigamistDer Gedanke zweier Bundesvölker sei dem Neuen Testament vollkommen
fremd.
Der Heilige Paulus sehe zwar in der Verblendung der Juden ein providentielles Ereignis, das bis
ans Ende der Geschichte fortwirkt. Dennoch tue er alles, „um wenigstens einige von ihnen zu retten“.
Der Versuch, das Verhältnis von Altem und Neuem Bund „durch die Gründung einer zweiten Familie zu lösen,
hat mit dem Neuen Testament nichts zu tun“ – so Spaemann:
„Das Bundesvolk wird im Alten Testament auch
als Braut dargestellt und Gott als eifersüchtiger Bräutigam. Die Braut soll nicht fremdgehen.“
Gleichzeitig
sei Gott auch kein Bigamist, dem es genüge, „wenn die beiden Familien »im Gespräch sind«.“
Der Relativismus
tötet jede DiskussionSpaemann weist auch darauf hin, daß der Heilige Petrus die Christen auch auffordert,
nicht einen blinden Glauben zu bezeugen, sondern „jedermann Rechenschaft zu geben über den Grund unserer
Hoffnung“.
Der Philosoph erklärt: „Ein Grund (eine »raison«) ist etwas nur, wenn es wirklich begründet.“
Ferner seien alle universalistischen Religionen in ihrem Wesen missionarisch: „Sie würden sich aufgeben,
wenn sie ihre Botschaft partikularisieren und damit relativieren würden.“
Der Austausch zwischen Christen
und Juden habe immer schon zu vertieften Einsichten beider Partner und zu gegenseitigem Lernen geführt –
ruft Spaemann in Erinnerung.
Allerdings sei das zu Zeiten der beiden jüdischen Religionsphilosophen
Franz Rosenzweigs († 1929) und Martin Buber († 1965) mehr der Fall gewesen als heute – „weil der Relativismus
noch nicht alles durchdrang“.
Spaemann zitiert den katholischen Schriftsteller Charles Péguy († 1914),
der den Modernismus mit „nicht glauben, was man glaubt“ definiert hat.
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JMX 11:38:23 | Mittwoch, 22. April 2009
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LM. 15:46:43 | Dienstag, 21. April 2009
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rums 14:04:48 | Dienstag, 21. April 2009