Heiliges Land
Das Monopol der Gewalt
Wirklich, eine äußerst „lobenswerte“ Logik. Man betrachte hierzu auch die nationalsozialistischen Angriffe auf Lidice und Oradour. Von Noam Chomsky.
Die Opfer im Gazastreifen.
Die Opfer im Gazastreifen.
(kreuz.net) Während die jüngste US-israelische Attacke gegen den Gaza-Streifen wütete, erläuterte der Kolumnist der New York Times, Thomas Friedman, Israels Kriegstaktik – sowohl bei dem aktuellen Angriff als auch bei der Libanon-Invasion 2006.

Diese Taktik basiere auf dem gesunden Prinzip, „zu versuchen, die Hamas ‘zu belehren’, indem man den Hamas-Militanten hohe Verluste und der Bevölkerung Gazas große Schmerzen zufügt“.

In pragmatischer Hinsicht ergibt das Sinn – auch im Libanon, wo die „einzige langfristige Möglichkeit der Abschreckung“ nach Friedman „darin bestand, den Zivilisten – den Familien und Arbeitgebern der Militanten – ausreichend Schmerzen zuzufügen, um die Hisbollah künftig abzuschrecken.“

Die Logik der Nationalsozialisten

Es ist dieselbe Logik, mit der Osama bin Laden versuchte, die US-Amerikaner am 11. September ‘zu belehren’.

Wirklich, eine äußerst „lobenswerte“ Logik. Man betrachte hierzu auch die nationalsozialistischen Angriffe auf Lidice und Oradour, Wladimir Putins Zerstörung von der Tschetschenischen Hauptstadt Grosny oder andere Versuche der „Belehrung“.

Israel war sichtlich bemüht, sich an diese Leitprinzipien zu halten.

Wie der Korrespondent der New York Times, Stephen Erlanger, berichtete, „sorgten sich“ israelische Menschenrechtsgruppen „über israelische Angriffe auf Gebäude, die nach ihrer Meinung als zivil eingestuft werden sollten – wie das Parlament, Polizeistationen und der Präsidentenpalast“.

Massaker im Gazastreifen
Ein neunjähriger verletzter Junge auf dem Weg ins Krankenhaus.Gaza brennt.Luftangriff auf eine arabische Polizeistation.

Jedes Ziel ist legitim

Aber auch Dörfer, Privathäuser, dichtbesiedelte Flüchtlingslager, Wasser- und Abwassersysteme, Schulen, Krankenhäuser, Universitäten, Moscheen, Einrichtungen des UN-Hilfswerks, Krankenwagen und alles andere, was das Leid der unwürdigen Opfer verringert, sollte so eingestuft werden.

Ein hochrangiger israelischer Geheimdienstoffizier erklärte, die israelische Armee wolle „beide Aspekte der Hamas“ angreifen – sowohl „ihren Widerstands- oder Militärflügel, als auch ihre Dawa, ihren sozialen Flügel“.

Der letztgenannte Begriff ist ein Euphemismus. Gemeint ist die Zivilgesellschaft.

Der Geheimdienstoffizier erklärte nach Angaben von Erlanger, daß die Hamas aus einem Stück bestünde: „In einem Krieg seien ihre Instrumente der politischen und sozialen Kontrolle ebenso legitime Ziele wie Raketenverstecke“.

Offene Werbung für Kriegsverbrechen

Erlanger und seine Redaktion kommentierten diese Praxis und die offene Werbung für massiven Terrorismus gegen Zivilisten nicht.

Andere Korrespondenten und Kolumnisten signalisierten Toleranz oder sogar offene Werbung für diese Kriegsverbrechen.

Erlanger hielt sich an die Norm, doch vergaß er nicht, zu betonen, daß der Raketenbeschuß der Hamas, „ein offensichtlicher Verstoß gegen das Prinzip der Unterscheidung“ zwischen Zivilisten und Militär sei und der „klassischen Definition von Terrorismus“ entspreche.

Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft

Der Nahostexperte Fawwaz Gerges bemerkt – wie auch andere, die sich in der Region auskennen:

„Was die israelischen Offiziellen und ihre US-Verbündeten nicht anerkennen, ist, daß die Hamas nicht nur eine bewaffnete Miliz ist, sondern auch eine Sozialbewegung mit einer großen Basis im Volk, die tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.“

Indem sie ihre Pläne zur Zerstörung des „sozialen Flügels“ der Hamas ausführen, zielen sie daher auf die Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft.

Gerges ist wohl etwas zu freundlich. Es ist äußerst unwahrscheinlich, daß die Offiziellen in Israel und den USA – oder die Medien und andere Kommentatoren – diese Tatsachen nicht ‘anerkennen’.

Die Perspektive jener, die das Monopol der Gewalt haben

Sie übernehmen vielmehr die traditionelle Perspektive jener, die das Monopol auf die Mittel der Gewalt haben:

Unsere stählerne Faust kann jede Opposition zermalmen, und falls unser wüster Angriff viele Tote unter den Zivilisten fordert, hat dies doch sein Gutes – vielleicht haben die Überlebenden ihre Lektion wirklich gelernt.

Der Verfasser (80) war Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technologie. Er revolutionierte in den 60er Jahren die Vorstellungen über Sprache und Denken. Zugleich ist er einer der prominentesten und schärfsten Kritiker der gegenwärtigen Weltordnung und des US-Imperialismus. Der Text ist eine sprachliche Bearbeitung eines Artikels, der ursprünglich auf ‘ZNet Deutschland’ erschien.

Nächstes Mal: Der Feind hat viele Augen
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Die Doktrin des Staatsterrorismus 2. Wegen Sabbat geschlossen
3. Das Monopol der Gewalt
4. Der Feind hat viele Augen 5. Ein kleines Schiff im offenen Meer 6. Heuchelei wird zur Routine 7. Es war der engherzige Schritt eines engstirnigen Besatzers 8. Deutsche kollaborieren mit Kriegsverbrechern 9. Vor dieser Krise wirken die Finanzkrisen sehr klein
      
11 Lesermeinungen
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#14   caritatem   09:42:36 | Samstag, 2. Mai 2009
Die acht Seligkeiten
Selig die arm sind vor Gott,
denn für sie ist das Himmelreich.
Selig die traurig sind,
denn sie werden getröstet.
Selig die voll Sanftmut sind,
denn sie erben das Land.
Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden gesättigt.
Selig die barmherzig sind,
denn sie finden Erbarmen.
Selig die lauteren Herzens sind,
denn sie werden Gott schauen.
Selig die dem Frieden dienen,
denn sie werden Kinder Gottes genannt.
Selig die man verfolgt,weil sie die Gerechtigkeit suchen,
denn für sie ist das Himmelreich.
FREUT EUCH UND JUBELT,
DENN EUER LOHN IST GROß . :(3
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#12   DerRabe   18:14:20 | Freitag, 24. April 2009
Die einseitigkeit von Kreuz.net…
…bezüglich Palästinenser kann ich unmöglich gut heißen. Beide Seiten haben erdenklich viel Dreck am Stecken, Palästinenser und Israelis.
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#11   Bodo11 †   18:04:52 | Freitag, 24. April 2009
Kult der Stärke und Sozialdarwinismus contra Jesus
Der antichristliche Kult der Stärke,der jedem seinen Willen mit Gewalt aufzwingen kann,feiert hier offensichtlich fröhliche Urständ.
Aber sehen sie sich doch die Hollywoodproduktionen an:So gut wie alle verherrlichen diesen Kult der Stärke,nur wessen Faust mächtiger ist,der überlebt.
Es ist purer Sozialdarwinismus,der da zu uns aus den USA herüberschwappt.Und wo der herrscht,ist die Eugenik nicht weit.
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#9   hildegardfan   17:07:33 | Freitag, 24. April 2009
Oh je…
der Beitrag von dr.hanf wurde gelöscht, bevor ich den lesen konnte… wie gemein…
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#7   hildegardfan   15:40:27 | Freitag, 24. April 2009
@ dr. hanf:
Pssst…
ich habe was gehört, das muss der Heilige Geist im Auftrag der hiesigen Irrläufer sein… *ergriffenlauscht*
… verdammt… daneben, war nur die Toilettenspülung… :-S
Kommt da auch soviel an bei Ihnen, wie bei mir?
Hm, ja, aber ich bin ja auch unbelehrbar… :-]
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#6   dr hanf †   15:37:45 | Freitag, 24. April 2009
hildegardfan
Pssst,
nicht stören!
Er ist in göttlicher Mission und möchte Verblendete wie uns damit erreichen.
Kommt da auch soviel an bei Ihnen, wie bei mir?
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#5   hildegardfan   15:33:22 | Freitag, 24. April 2009
@ Antipacelli:
Sie sind ein geistiger Irrläufer!!!
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#4   Antipacelli †   15:17:26 | Freitag, 24. April 2009
Verbietet das Halchajudentum! Bringt die israelischen Völkermörder vor das Kriegsverbrechertribunal…
.
Verbietet das Halchajudentum! Löst den Staat Israel auf! Bringt die israelischen Völkermörder vor das Kriegsver-brechertribunal in Den Haag! o^/
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#3   Kreuznetter †   12:18:59 | Freitag, 24. April 2009
@hildegardfan
Klar, es sind die Extremisten, die den Konflikt am Köcheln halten. Die breite Masse im Volk hat nix von diesem Konflikt und will in Ruhe und Frieden leben. Aber solange Palästinenser und v.a. Gaza-Bewohner wirtschaftlich ausgehungert und Wasservorräte eingeschränkt werden, finden sich genug desillusionierte, ihrer Zukunft beraubten Jugendliche, die sich für den heiligen Krieg einspannen lassen.
Einen Beschuß des eigenen Staatsgebietes wird wohl kein Staat zulassen, und so kommt es eben zur Gegenreaktion, wie du so schön sagst.
Ein religiös aufgeladener Konflikt, hier sieht man, daß falsch verstandene Religionen nicht unbedingt Frieden bringen.
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#2   hildegardfan   12:09:49 | Freitag, 24. April 2009
@ Kreuznetter:
Man sollte nicht pauschalieren…
Das Problem auf Beiden Seiten sind die Extremisten, die keinen Frieden wollen.
Die bedingen sich einandern… Aktion = Reaktion
Beschuss aus dem Gaza-Streifen = Gegenbeschuss
Solange die Israelis wie auch die Palästinenser nicht Ihre Eigenen Extremisten loswerden / ruhig stellen, solange sehe ich wenig Chancen auf dauerhaften Frieden.
Und jetzt ist die Lage und der Konflikt dermaßen aufgeheizt, das es sehr schwierig sein dürfte.
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#1   Kreuznetter †   12:07:07 | Freitag, 24. April 2009
Der israelische Staat
und die muslimische palästinenserfreundliche Welt bedingen einander, das jeweilige Feindbild schürt den Konflikt weiter, und so sehe ich wenig Hoffnung, daß in dieser Region einst der Frieden einkehrt.
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