14:19:56 | Dienstag, 28. April 2009
Das Problem kennen die Amerikaner aus Südvietnam, die Russen aus Afghanistan, die nationalsozialistischen Deutschen aus der Zeit, als sie Europa besetzt hielten. Von Noam Chomsky.
(kreuz.net) Die Offiziere der israelischen Armee wissen genau, daß sie in Gaza eine Zivilgesellschaft
zerstören.
Ethan Bronner – Jerusalem-Korrespondent der US-Tageszeitung ‘New York Times’ – zitiert einen
israelischen Oberst, der sagte, er und seine Leute seien wenig „beeindruckt von den Kämpfern der Hamas“.
„Es sind Dorfbewohner mit Gewehren“, erklärt ein Gewehrschütze auf einem Transportpanzer. Sie ähneln
den Opfern der mörderischen Operationen „Eiserne Faust“, welche die Israelis im Jahr 1985 im besetzten
Südlibanon unter der Leitung von Schimon Peres durchführten.
Ein Terrorist führt Krieg gegen Terror
Peres war einer der großen Terroristenkommandeure in der Ära von US-Präsident Ronald Reagan († 2004)
und seines „Krieges gegen den Terror“.
Während der Operationen erklärten die damaligen israelischen
Kommandeure und strategische Analysten, daß es sich bei den Opfern um „terroristische Dorfbewohner“ handle.
Es sei schwierig, sie auszulöschen, da „diese Terroristen mit der Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung
operieren“.
Ein israelischer Kommandeur beschwerte sich, daß „die Terroristen“ hier viele Augen hätten,
„da sie hier leben“.
Der Militärkorrespondent der Tageszeitung ‘Jerusalem Post’ schrieb über die Probleme
der israelischen Streitkräfte im Kampf gegen die „terroristischen Söldner“, gegen „die Fanatiker, die
sich alle ihrer Sache hinlänglich hingegeben haben, um weiter ihr Leben zu riskieren, während sie gegen
die israelische Armee operieren“.
Den Preis zahlen die EinheimischenDie israelische Armee müsse „die
Ordnung und Sicherheit“ im besetzten Südlibanon aufrechterhalten – trotz „des Preises, den die Einwohner
dafür zahlen müssen“.
Das Problem kennen die Amerikaner aus Südvietnam, die Russen aus Afghanistan,
die Deutschen aus der Zeit, als sie Europa besetzt hielten und andere Aggressoren, welche die Gur-Eban-Friedman-Doktrin
umsetzten.
Der Nahostexperte Fawwaz Gerges glaubt, daß der US-israelische Staatsterrorismus scheitern
wird: Er schreibt, die Hamas „kann nicht ausgelöscht werden, ohne daß man eine halbe Million Palästinenser
massakriert.
Warum sind wir da, wo wir sind?Sollte es Israel gelingen, die hochrangigsten Führer der
Hamas zu töten, wird eine neue, noch radikalere Generation diese schnell ersetzen. Die Hamas ist eine
Tatsache. Sie wird nicht verschwinden, und sie wird nicht die weiße Flagge hissen, egal, wie viele Opfer
sie erleidet“.
Möglich. Doch es gibt die Tendenz, die Effizienz von Gewalt zu unterschätzen. So zu
denken, ist besonders in den USA absonderlich. Warum sind wir da, wo wir sind?
Hamas wird regelmäßig
als „die vom Iran unterstützte Hamas“ beschrieben, „deren Ziel es ist, Israel zu zerstören“.
Man dürfte
lange suchen, um etwas in der Art zu finden: „Die demokratisch gewählte Hamas, die seit langem eine Zweistaatenlösung
in Übereinstimmung mit dem internationalen Konsens fordert.“
Diese Lösung wird seit über dreißig
Jahren von den USA und Israel blockiert, die das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung offen und
rundweg ablehnen.
Das alles ist wahr, aber weil es nicht zur Parteilinie paßt, kann man es weglassen.
Der Verfasser (80) war Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technologie. Er revolutionierte
in den 60er Jahren die Vorstellungen über Sprache und Denken. Zugleich ist er einer der prominentesten
und schärfsten Kritiker der gegenwärtigen Weltordnung und des US-Imperialismus. Der Text ist eine sprachliche
Bearbeitung eines Artikels, der ursprünglich auf ‘ZNet Deutschland’ erschien.Nächstes Mal: Ein kleines
Schiff im offenen Meer
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#33
caritatem 09:31:44 | Samstag, 2. Mai 2009
#31
Abu 18:14:54 | Mittwoch, 29. April 2009
#29
caritatem 11:45:24 | Mittwoch, 29. April 2009
#28
badhofer † 09:13:07 | Mittwoch, 29. April 2009
#27
Abu 08:01:17 | Mittwoch, 29. April 2009
#26
Stephanus 01:51:44 | Mittwoch, 29. April 2009
#24
caritatem 22:36:48 | Dienstag, 28. April 2009
#22
caritatem 22:17:41 | Dienstag, 28. April 2009
#20
Schalom 22:13:08 | Dienstag, 28. April 2009
#18
Schalom 21:45:08 | Dienstag, 28. April 2009
#17
caritatem 21:39:48 | Dienstag, 28. April 2009
#15
caritatem 21:31:17 | Dienstag, 28. April 2009
#14
Schalom 20:58:28 | Dienstag, 28. April 2009
#13
Navon 20:52:47 | Dienstag, 28. April 2009
#11
Schalom 20:47:28 | Dienstag, 28. April 2009
#10
Navon 20:42:11 | Dienstag, 28. April 2009
#9
caritatem 19:49:22 | Dienstag, 28. April 2009
#8
Navon 19:46:48 | Dienstag, 28. April 2009
#7
badhofer † 17:18:17 | Dienstag, 28. April 2009
#6
Navon 16:55:14 | Dienstag, 28. April 2009
#5
badhofer † 15:44:32 | Dienstag, 28. April 2009
#4
Navon 15:37:10 | Dienstag, 28. April 2009
#3
Anmut 14:41:07 | Dienstag, 28. April 2009
#2
karljosef 14:39:27 | Dienstag, 28. April 2009
#1
Navon 14:31:57 | Dienstag, 28. April 2009