Kirchlicher Niedergang
Ein laue, fade Brühe
Der Kompromißkurs der Bischöfe, ihre Speichelleckerei und Anpassung an die Welt haben zum schlimmstmöglichsten Ergebnis geführt. Das merken jetzt auch Journalisten.
Seit Jahren leeren sich die Kirchenbänke immer mehr.
Seit Jahren leeren sich die Kirchenbänke immer mehr.
© photosan0, CC
(kreuz.net) An die Auferstehung Christi – das Festgeheimnis von Ostern – glauben in Österreich noch 28 Prozent der Bevölkerung.

Das stellte Chefredaktor Andreas Unterberger (60) am 11. April in einem Kommentar für die ‘Wiener Zeitung’ fest und ergänzt, daß sich in Österreich noch eine Minderheit von 47 Prozent als gottgläubig ausgibt.

Damit beantwortet sich für Unterberger die in Kirchenkreisen oft diskutierte Frage, ob man lieber eine Massenkirche mit vielen Lauen oder eine Minderheitskirche voller Überzeugter sein wolle, von selber: „Es geht Richtung Minderheitskirche – voll lauer Mitglieder.“

Die Kirche sei dabei, uns wunderschöne Architektur, Musik und Kunst zu hinterlassen – „über deren Ursache und Sinn aber bald nur noch gerätselt werden wird, so wie es Archäologen mit steinzeitlichen Höhlenmalereien tun.“

Dieser Trend erstaunt den Journalisten: „Entwickelt sich doch das Christentum anderswo viel positiver, wobei man freilich nicht genau weiß, ob es dort dasselbe oder ein anderes Christentum ist.“

Erstaunt ist Unterberger über die kirchliche Situation in Österreich auch deshalb, weil die Menschen nach dem Scheitern der diversen Kommunismen und Egoismen von Investmentbankern, Politikern und Gewerkschaftern eindeutig auf Sinnsuche sind:

„Diese Sinnsucher müßten dem Angebot der Christen eigentlich die Türen einstürmen.“

Das Problem sieht der Journalist darin, daß die Kirchen diesen Menschen auch die Türen öffnen müssen.

Dagegen stellt er fest, daß die österlichen Klassenkampf-Töne gewisser Kirchenfunktionäre eher danach klingen, „als ob sie ihre Kirchen nur für die fast schon ausgestorbenen Altmarxisten offen halten wollten.“

Schwere Probleme konstatiert Unterberger auch in der Kirchenleitung:

„Die vielen kirchlichen Würdenträger – von Bischöfen bis zu den gefolgschaftslosen Führern diverser katholischer Aktiönchen –, die sich wochenlang öffentlich über Ungeschicklichkeiten des Papstes alteriert und nie versucht haben, ihn zu verstehen oder gar zu verteidigen, sind mitschuld, daß Kirche und Glaube weiter an Attraktivität für die Menschen verlieren.“

Für Unterberger ist das schon deshalb schade, weil die Menschen „nichts Besseres haben“ als die Kirche.
      
14 Lesermeinungen
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#14   HarroMeyer †   22:39:37 | Donnerstag, 30. April 2009
@badhofer, richtig, aber sie glauben doch alle an das Geld
weil die Kirche ausser ihren Wundermären und den Anempfindungen an die moderne Zeit nichts bietet, (Heer)>:) .
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#13   Paulaner †   19:39:53 | Donnerstag, 30. April 2009
… die Häresie gelehrt
das ist eine faule Ausrede!
Die Gläubigen laufen der katholischen Kirche doch nicht wegen ein paar theologischer Details davon, über die sich die Studenten das Köpfchen heiß reden.
Die Gläubigen laufen davon, weil die Priester sonst fast nichts tun als akademisch palavern und sich nicht um die Gläubigen scheren. Dieses weltfremde, hochnäsige Schnöselvolk ist so abstoßend wie die 68er Studenten, nur redet es noch dümmeres Zeug als die Linken.
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#12   biomilch   17:56:03 | Donnerstag, 30. April 2009
Kardinal Faulhaber
„Es ist ein großes Verdienst der Reichsregierung und besonders des Herrn Reichskanzlers, dass dem würdelosen Treiben der Gottlosen energisch Halt geboten, dass der geistigen Entartung der Völker, dem Bolschewismus ein Ende bereitet wurde. Niemand von uns darf je die Regierung in diesem schweren Kampfe im Stich lassen.“ Bischof Bornewasser am 25. Juni 1933
„Wir protestieren nicht gegen den Staat und gegen die staatliche Obrigkeit, deren Fundamente und höchste Würde als Stellvertreterin Gottes gerade wir schützen und verteidigen, sondern gegen die Schädigung des Staates und die Untergrabung seiner Autorität durch die öffentliche Verbreitung und Propaganda neuheidnischer Irrlehren, welche bisher fast immer ungestraft mit dem Anspruch auftreten, die Weltanschauung des Nationalsozialismus zu sein …“ Predigt Graf von Galens am 23. September 1934 in Recklinghausen
Galen war überzeugt, daß der NS nicht neuheidnisch war; Deppen, die das behauptet haben, gab es aber schon damals.
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#11   badhofer †   16:40:17 | Donnerstag, 30. April 2009
@HarroMeyer
Geld kann man nicht essen, noch gibt es genuegend Waerme, wenn man es verheizt. Die Finanzkrise ist bedeutungslos, sie hat nur Bedeutung fuer die, welche an das Geld glauben.
Wenn der letzte Fisch aus dem Meer gefischt ist, dann gibts eine Krise
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#10   HarroMeyer †   16:36:53 | Donnerstag, 30. April 2009
@badhofer: Nichts hat sich getan
Nochmal Friedrich Heer:Der religiöse Leerraum, in den Hitler eindrang, ist geblieben trotz jenes »Anfanges eines Anfanges«, den das II. Vatikanische Konzil und Bewegungen in den evangelischen Kirchen anzeigen mögen. Die geistige, religiöse und politische Krise, die durch Hitler erstmalig in ungeheurem Umfange sichtbar
wurde, entfaltet sich heute immer mehr. Die neuen Bewegungen, das unmoralische Desaster finanz-und wirtschaftspolitischer Prozesse in aller Welt sind Vorzeichen der Brände, die bevorstehen; die nicht erlöschen werden, bevor sie eine bankrotte Welt verzehrt haben. >:)
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#9   Mrs.Cologne   16:15:40 | Donnerstag, 30. April 2009
So schaut’s aus.
Während die Bischöfe Altäre und Statuen weihen, wird an den Schulen (mit bischöflicher Approbation!) dem „Nachwuchs“ die Häresie gelehrt. :-S
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#8   badhofer †   15:24:29 | Donnerstag, 30. April 2009
@HarroMeyer
Die Praxis der Sonntagspredigten war in der Zeit von Hitler aber gerade diese Praxis, die man heute wieder einfuehren moechte.
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#7   stimme der vernunft †   14:31:49 | Donnerstag, 30. April 2009
@Ruhrgebietler
Wer Gott und seinen Sohn Jesus Christus nicht respektiert, der wird auch seinen Nächsten nicht respektieren
Umgekehrt wird ein Schuh draus:
Wer so wie die ganzen Oberfrömmler hier mit seinem Nächsten umgeht, dem geht auch Gott und sein Sohn Jesus Christus am scheinheiligen Allerwertesten vorbei.
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#6   HarroMeyer †   12:53:25 | Donnerstag, 30. April 2009
Er hat’s Ihnen gesagt:
Der österr. Historiker Friedrich Heer:
Wer die Praxis der Sonntagspredigt kennt, darf nicht verblüfft sein, dass die Massen sich von der religiös-politischen Predigt eines begnadeten Volkspredigers wie Hitler mehr angesprochen fühlten als durch die Wundermären und Anempfindungen an den Zeitgeist der Kirchenmänner von heute.
Die geistige, religiöse und politische Leerraum, der durch Hitler erstmalig in ungeheurem Umfange sichtbar wurde, entfaltet sich heute immer mehr und kann von den Kirchen in den Köpfen der Menschen nicht erfüllt werden. >:)
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#5   Guiseppe   11:42:19 | Donnerstag, 30. April 2009
„Speichelleckerei“
Kritisieren Sie Mißstände bei den Bischöfen / in der katholischen Kirche in Deutschland, aber bitte sparen Sie sich solche giftigen Ausdrücke wie „Speichelleckerei“. Mit solchen Ausdrücken machen Sie Ihre Kritik und sich selbst lächerlich!
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#4   r.ruhrgebietler   11:40:52 | Donnerstag, 30. April 2009
na, alles!
ausgehend von den 10 Geboten wäre es doch sicherlich nicht zu den krassen Mißständen innert der rkK gekommen, oder gibt es da etwas zu leugnen?
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#3   badhofer †   11:29:38 | Donnerstag, 30. April 2009
@ r.ruhrgebietler
Was hat das Respektieren von Gott und seinen Sohn Jesus Christus mit dem Milliardengeschäft Kirche zu tun?
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#2   r.ruhrgebietler   11:13:59 | Donnerstag, 30. April 2009
Wer Gott und seinen Sohn Jesus Christus nicht respektiert,
der wird auch seinen Nächsten nicht respektieren!
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#1   badhofer †   11:07:49 | Donnerstag, 30. April 2009
Für Unterberger ist das schon deshalb schade, weil die Menschen „nichts Besseres haben“ als Kirche
Die Menschen haben sehr wohl etwas besseres als die Kirche, nämlich hat jeder Mensch seinen Nächsten.
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