Zweites Vatikanum
Wie bekommt man die Widersprüche des Konzils auf die Reihe?
Ein Zusammenspiel von Kontinuität und Diskontinuität hat angeblich die Entwicklung des Neuen befördert und zugleich die Kontinuität bewahrt.
Zweites Vatikanisches Konzil 1962-1965
Zweites Vatikanisches Konzil 1962-1965
(kreuz.net) Am 22. April grenzte sich Pater Stephan Otto Horn (74) in einem Artikel für die ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ von dem emeritierten Tübinger Dogmatiker Hw. Peter Hünermann ab.

Pater Horn ist Salvatorianer und emeritierte Passauer Fundamentaltheologe. Von 1972 bis 1977 war er Assistent bei Hw. Joseph Ratzinger in Regensburg. Er ist Sprecher des Schülerkreises von Papst Benedikt XVI.

Hw. Hünermann erklärte in einem März-Artikel der Zeitschrift ‘Herder Korrespondenz’, daß die Aufhebung der Pius-Exkommunikationen die Gewährung der Kirchengemeinschaft und eine „Aufhebung des Schismas“ bedeute.

Pater Horn bezeichnet diese Aussage als „einen schwerwiegenden Irrtum“.

Was ist eine Exkommunikation?

Der Papst habe vielmehr eine Strafe aufgehoben, „die auf Umkehr zielt und erlassen werden muß, wenn sie ihr Ziel erreicht hat, nämlich den Schuldigen zur Aufgabe seiner Widersetzlichkeit zu führen.“

Die Exkommunikation sei eine außerordentlich schwere Beugestrafe, die das Leben eines Christen sehr beeinträchtige:

„Er darf keine Dienste mehr bei einer gottesdienstlichen Feier verrichten, keine Sakramente empfangen oder spenden und keine kirchlichen Ämter und Dienste mehr ausüben.“

Mit Bezug auf den Münchner Kirchenrechtler Hw. Winfried Aymans erklärt Hw. Horn:

„Exkommunikation ist also nicht Ausschluß aus der Kirche, sondern Ausschluß vom sakramentalen Leben in der Kirche.“

Noch keine volle Gemeinschaft

Entsprechend sei ihre Aufhebung auch nicht eine „Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft“ – wie Hw. Hünermann behauptet hat.

Die Bischöfe, deren Exkommunikation aufgehoben wurde, „gehören auch gemäß dem Dekret von Papst Benedikt dadurch nicht in voller Weise der Kirche an.“

Ihre volle Communio werde erst für die Zukunft erhofft.

Wem fehlt die Reue?

Nach Canon 1347, Paragraph 2, des Kirchenrechtes stehe die Aufhebung einer Beugestrafe am Ende eines Weges der Umkehr:

„Sie gehört zum Augenblick, in dem die Widersetzlichkeit (contumacia) aufgegeben ist, und bedeutet dann die Erfüllung eines Rechtsanspruchs.“

Hw. Hünermann vertrete nun die Auffassung, bei den vier Pius-Bischöfen liege keine Reue vor, und so sei der Akt der Aufhebung der Exkommunikation ungültig.

„Aber trifft dies wirklich zu?“ – fragt Pater Horn zurück.

Der Papst sehe vor sich eine außerordentliche Situation – „die Möglichkeit und Hoffnung, einen Weg zur Umkehr, der schon beschritten wurde, aber bei weitem noch nicht zu Ende gegangen ist“.

Mehr Bejahung der päpstlichen Autorität als bei den Altliberalen

Er stütze sich darauf, daß sich die betroffenen vier Bischöfe nach dem Schreiben vom 15. Dezember 2008 verpflichtet haben, „keine Mühe zu scheuen, um die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl in den noch offenen Fragen zu vertiefen“.

Pater Horn folgert: „Bereitschaft zum Dialog, Bejahung der päpstlichen Autorität: Das konnte Papst Benedikt zu Recht als Zeichen für eine gewisse Bereitschaft betrachten, die Widersetzlichkeit aufzugeben.“

Benedikt XVI. sei zwar mit seiner Entscheidung über den Wortlaut des bestehenden Gesetzes hinausgegangen: „Aber liegt das nicht doch in der Linie des tieferen Sinnes des Gesetzes und des Kirchenrechts?“

Ist der Papst ein Konzils-Leugner?

Pater Horn kommentiert auch die Unterstellung von Hw. Hünermann, wonach der Papst selber das Konzil leugne, weil er die Exkommunikationen ohne Zustimmung zu jenen Teilen des Zweiten Vatikanischen Konzils verlangt hat, die von den Lefebvristen abgelehnt werden.

Wieder kontert Pater Horn: „In Wirklichkeit bedeutet die Aufhebung der Exkommunikation nicht die Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft.“

Papst Benedikt habe mit seinem Akt gegenüber einer nicht mehr so kleinen Gemeinschaft in voller Treue zum Konzil ein mutiges Zeichen für den ökumenischen Dialog gegeben.

Die Position des Papstes

Hw. Horn erinnert an die „Neujahrsansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der Römischen Kurie beim Weihnachtsempfang“ vom 22. Dezember 2005.

Bei dieser Gelegenheit behandelte Benedikt XVI. das Thema der Deutung des Zweiten Vatikanums.

Damals unterschied der Papst zwischen zwei einander entgegengesetzten Grundkonzeptionen der Konzilsauslegung – die „Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches“ und die „Hermeneutik der Reform“.

Letztere leitet der Papst aus der Konzeption von Johannes XXIII. für das Zweite Vatikanische Konzil ab und verweist dabei auf ein Wort seines Vorgängers:

„Es ist notwendig, die unumstößliche und unveränderliche Lehre, die treu geachtet werden muß, zu vertiefen und sie so zu formulieren, daß sie den Erfordernissen unserer Zeit entspricht.“

Hebeireden einer positiven Diskontinuität?

Pater Horn stellt fest, daß Benedikt XVI. in der Neujahrsansprache ausgiebig über die Möglichkeit einer Form der Hermeneutik der Diskontinuität nachdachte, „die nicht zugleich eine Hermeneutik des Bruches ist.“

Dabei nimmt der Papst eine Anregung von Papst Paul VI. aus dessen Rede zum Abschluß des Konzils auf, wonach ein Zusammenspiel von Kontinuität und Diskontinuität auf verschiedenen Ebenen als Entwicklungsprozeß des Neuen unter Bewahrung der Kontinuität geführt habe.

So kommt Benedikt XVI. in seiner Ansprach zum Schluß, daß das Zweite Vatikanum trotz einer scheinbaren Diskontinuität die wahre Natur und Identität der Kirche bewahrt und vertieft habe.

Hw. Horn faßt in hegelianischer Formulierung zusammen: „Wir sehen, wie es dem Papst gelingt, die Diskontinuitäten in einer tieferen Kontinuität aufgehoben zu sehen.“
      
27 Lesermeinungen
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#27   Stephanus   15:24:25 | Montag, 4. Mai 2009
Was ist der Bauer doch herauszuheben aus der Masse der Menschen
Nun lesen wir seit Milliarden von Zeilen und Sätzen hochgelehrte „tiefgründige“ Unterweisungen, Lehrsätze, Abhandlungen, Überlegungen usw über Gesetze und ihre Bedeutung und ihre Auslegung und ihre Notwendigkeit usw und verspüren beim Lesen zu so mancher Stunde an so vielen Tagen übers Jahr und die Jahrzehnte und Jahrhunderte und sogar über die Jahrtausende immer wieder einen quälenden Hunger. Und wie kommen wir ihm bei?
Indem wir uns einen Topf Kartoffeln kochen, oder Reis oder Nudeln, oder Gemüse dünsten oder einen Salat zubereiten mit herzhaftem Olivenöl und Kräutern der Saison und dazu genehmigen wir uns eine Bratwurst oder ein Schnitzel, oder einen deftigen Gulasch und ein erfrischendes Glas Bier rundet die Sache ab.
Nachher denn läßt sich weiterlesen, gesättigt und in Ruhe und vor allem in ruhegelassenwerdend von diesem fiesen Hungergefühl.
Und wem haben wir diese Wohltat , all diese Wohltaten zu verdanken?
Dem Bauer!
auch Landwirt genannt.
Mir gefällt das Wort Bauer aber besser, weil darin bauen, anbauen vorkommt. Der Bauer baut mit, nach den Vorgaben (dem Willen), des Dreifaltigen Schöpfergottes an der Schöpfung und ihm verdanken wir unser Fortbestehen ohne Angst haben zu müssen vor dem Morgen.
So gesehen bin ich von all den Theoretikern und Gelehrten mehr als enttäuscht!
Was haben sie getan,um meinen (Wissens)Hunger zu stillen?
Was um meine unsterbliche Seele zu nähren auf ihrem Weg in die Ewigkeit?
Was? um ihnen, gleich dem Bauern, voll Ehrfurcht begegnen zu können…
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#26   defendor   10:55:23 | Montag, 4. Mai 2009
Erschreckende liturgische Missstände durch Ungehorsam nach dem Vaticanum II. !
Ein zügelloser zersetzerisch-synkretische Modernisten-Zeitgeist will vorgaukeln, dass eine
HEILIGE MESSE
nur dann „ansprechend“ ist, wenn sie dem selbstherrlichen Ego frönt !
ABER :
Das HEILIGE MESSOPFERwar niemals und wird niemals ein plumpes „Freizeit-Vergnügen“ werden !
Das HEILIGE MESSOPFER lässt sich eben nicht in die debil gewordene Vergnügungs- und Genussgesellschaft „integrieren“, denn sie ist
ANBETUNG der heiligsten Dreifaltigkeit, GOTTES
LOBPREIS der heiligsten Dreifalitgkeit, GOTTES
SÜHNE vor der heiligsten Dreifaltigkeit, GOTT
DANKSAGUNG an die heilgste Dreifaltigkeit, GOTT
Das HEILIGE MESSOPFER soll den Gläubigen stets aufs Neue dazu führen
sich selbst als OPFER unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS darzubringen…
IHM, dem Mensch gewordenen eingeborenen SOHN GOTTES…
dem LAMM GOTTES…dessen KREUZESOPFER in jedem heiligen Messopfer VERGENWÄRTIG wird …und im Tabernakel GEGENWÄRTIG bleibt
unserem ERLÖSER von Sünde und Tod…
aufdass
durch IHN, mit IHM und IHM dem allmächtigen VATER in der Einheit mit dem HEILIGEN GEISTE alle Herrlichkeit und Ehre zuteil werde !
Wer also „zeitgeist-ansprechende“ HEILIGE MESSEN sucht, der ist in der HEILIGEN MUTTER KIRCHE fehl am Platze, obwohl sich leider laue, gleichgültige „Glieder“ derselben mittlerweile teils auch als Lakaien der Profanierung des ALLERHEILGSTEN hervortun…durch „interessante Gottesdienste“, die freilich einen gemeinsamen Nenner aufweisen;
H Ä R E S I E ! bis hin zur Blasphemie !
www.gloriapolo.net
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#25   clarissa colonia   10:30:38 | Montag, 4. Mai 2009
Care spectator,
nonne in monumento indicium et memoriam complecti sunt
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#24   pamino   10:12:47 | Montag, 4. Mai 2009
le voyeur à la penseuse
Montag, 4. Mai 2009 08:49, clarissa colonia: Schade nur, daß dem „Merker“ der „Denker“ abhandengekommen zu sein scheint …
Immerhin besser ein Merkmal, als ein Denkmal.
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#23   Przybislav Iamesseblo   08:50:44 | Montag, 4. Mai 2009
zölibat. wozu dann der Werbefeldzug Kardinal Hoyos?
wenn Rom wirklich überglücklich über die losgewordenen Bremser wäre, warum schickt es dann ständig Kardinal Hoyos auf Werbetourneen? Ist es nicht eindeutig klar, dass die Konzilssekte ein schlechtes Gewissen hat. Auch der Frevler Roncalli soll als er das von ihm angerichtete Unheil erkannt hatte darüber geweint haben und gesagt haben: mein Gott wie konnte ich nur so etwas tun. Das ganze Konzil war doch nichts anderes als das Produkt einer Wahnvorstellung eines alten Mannes, der glaubte damit ein neues Pfingsten herbeizuführen
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#22   clarissa colonia   08:49:03 | Montag, 4. Mai 2009
Schade nur,
daß dem „Merker“ der „Denker“ abhandengekommen zu sein scheint …
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#21   Merker   07:32:01 | Montag, 4. Mai 2009
Mißlungenes Kunststück
Über kirchenrechtliche Fragen will ich mich nicht äußern, weil ich sie nur als Randnotwendigkeit sehe.
Gestern war ich wieder einmal in einer neumodischen Meßfeier und war von der unglaublichen Geistlosigkeit und Leere entsetzt. Nein, das sind keine heiligen Meßopfer mehr, das sind bloße Zirkusattraktionen.
Wenn Kirche, dann schon lieber diejenige, welche die ewig gleichbleibende Gotteswahrheit verkündet, den lebendigen Gott. Einen anderen brauche ich nicht.
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#20   pamino   00:41:08 | Montag, 4. Mai 2009
@Paulaner, d’un agent provoqué
Sonntag, 3. Mai 2009 17:57, Paulaner: Da habe ich provoziert, aus Sorge, pamino. Danke jedenfalls für die Reaktion.
Gut. Ich habe mich gefragt, ob Du provozierst, und mir gesagt: In dem Fall lasse ich mich provozieren.
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#19   catholic   00:01:02 | Montag, 4. Mai 2009
Das 2. Vatikanum hat die Kirche mehr dazu befähigt,
ihre Licht- und Schattenseiten ehrlich zu sehen.
Diese Kirche ist, trotz massiver Fehler in ihrer Geschichte,
aus einer europäischer „Lateinkirche“ zu einer alle Völker einladenden Universalkirche geworden, wie es ihrer ursprünglichen Katholizität entspricht.
Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass auch ein Prozess stattgefunden hat, der festgefahrene und unbewegliche Leute in eine selbsterrichtete Randgruppe brachte, die Musealien pflegt, aber in aktiver Diakonie und verständlicher Verkündigung kaum etwas Konkretes zuwege bringt. Trotzdem
kann die Kirche dankbar sein, denn sie hat die Bremser los.
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#18   Przybislav Iamesseblo   23:18:30 | Sonntag, 3. Mai 2009
stört mich in keiner Weise
weiterhin exkommuniziert zu bleiben stört mich in keiner Weise. Die Schriften der Päpste einschliesslich Pius XII, sowie jener der grossen Theologen und die Teilnahme an der katholischen Messe und der dortige Empfang der Sakramente sind ausreichend. Wozu eine Gemeinschaft mit einem Oberhaupt, dem die guten Bziehungen zu den Juden wichtiger sind als die seinem Vorgänger Pius XII geschuldete Gerechtigkeit. Wozu eine Gemeinschaft mit rabiaten Ökumenikern à la Gauthier le Geuignol und anderen. Wozu eine Gemeinschaft mit Häretikern wie Zollitsch, der für seine Häresien nicht die geringsten Warnung erhielt.
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#17   möchtegern-kathole   21:38:37 | Sonntag, 3. Mai 2009
An der Sache vorbei
Da das V2 keine Dogmen verkündet, kann man guter Kathole sein und dieses gleichzeitig ablehnen. Die ganze Diskussion über die V2-Inhalte ist zwar nett, gut und richtig, aber für die Eingliederung der Piusse irrelevant.
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#16   Paulaner †   19:05:14 | Sonntag, 3. Mai 2009
Dann muss er leiden, der „festgehaltene Glauben“
contra Przybislav Iamesseblo eine Einigung zwischen der Konzilssekte und der am katholischen Glauben festhaltenden Piusbruderschaft ist unter den jetzigen Umständen ausgeschlossen.
Wir Gläubigen sind wichtiger als die Rechthaber im Talar. :-)
Sonst wäre ja gleich der Rückschritt auf Biblisch-Lutherisch eine Alternative >:) .
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#15   DJM †   18:59:40 | Sonntag, 3. Mai 2009
@Przybislav Iamesseblo
Das ist ketzerei! Verstoßt ihn!
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#14   Przybislav Iamesseblo   18:58:47 | Sonntag, 3. Mai 2009
lux in tenebris.
wenn Benedikt XVI etwas behauptet, so heisst es nicht, dass es stimmen muss. Ich jedenfalls habe meine grossen Bedenken diesbezüglich und auch in der FSSPX ist man sich dessen bewusst, will es aber nicht wahr haben.
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#13   lux in tenebris   18:39:13 | Sonntag, 3. Mai 2009
bitte genauer lesen
3. die „hermeneutik der reform“ ihrerseits als gegensatz zur kontinuität zu verstehen, wäre ein mißverständnis. vielmehr besteht für bXVI. echte reform nur in der kontinuität! in seiner ansprache versucht bXVI. nicht eine „positive diskontinuität“ herbeizureden, sondern will lediglich erklären, wie der eindruck von diskontinuität bei vat II. entstehen konnte. er unterscheidet die grundsatzebene von der anwendungsebene. in der anwendung der lehre bezüglich der veränderlichen wirklichkeit kann der eindruck der dsikontinuität entstehen, obgleich diese anwendung in den grundsätzen von der kontinuität in der lehre getragen wird. der papst: „Man mußte lernen, zu akzeptieren, daß bei solchen Entscheidungen nur die Grundsätze den dauerhaften Aspekt darstellen, wobei sie selbst im Hintergrund bleiben und die Entscheidung von innen heraus begründen. Die konkreten Umstände, die von der historischen Situation abhängen und daher Veränderungen unterworfen sein können, sind dagegen nicht ebenso beständig. So können die grundsätzlichen Entscheidungen ihre Gültigkeit behalten, während die Art ihrer Anwendung auf neue Zusammenhänge sich ändern kann.“ wichtig und traged ist die grundsätzliche ebene der kontinuität. so hat schon jesus analog auch nichts anderes getan, als den alten in den neuen bund aufzuheben und dabei fortzusetzen. die gespräche mit der fsspx müssen klären, ob die kontinuität der lehre in den beschlüssen von vatII verletzt wurde.
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#12   Przybislav Iamesseblo   18:15:01 | Sonntag, 3. Mai 2009
klarer Wein wäre zu begrüssen
eine Einigung zwischen der Konzilssekte und der am katholischen Glauben festhaltenden Piusbruderschaft ist unter den jetzigen Umständen ausgeschlossen. Weshalb also ständig dieses Gerede von Annäherung und warum schenken uns die Oberen keinen klaren Wein ein. Umögliches lässt sich – ob man es will oder nicht – einfach nicht versöhnen
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#11   Paulaner †   17:57:04 | Sonntag, 3. Mai 2009
Da habe ich provoziert,
aus Sorge, pamino.
Danke jedenfalls für die Reaktion.
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#10   auchdasnoch   17:24:46 | Sonntag, 3. Mai 2009
UUPS! – ET ORBI.
Presse Freiheit Total:
Einige Gratisexemplare der neusten Spiegel (Iran) Ausgabe Nr. 19.
Ohne westliche Werbung oder Spyware!
www.torrent-tatty.ir/index.php?board=101.0
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#9   Alois Bischof   17:19:17 | Sonntag, 3. Mai 2009
In der römisch-katholischen Glaubenslehre
kann es keine Dynamik einer Synthese geben, so wie Ratzinger und der erwähnte ehemalige Assistent dies wollen.
Man kann das Dogma der Gottheit Christi nicht mit z.B. der rabbinisch-talmudischen Ablehnung derselben ‘synthetisieren’. So etwas ist unmöglich.
Das ist eine kranke Philosophie. Und zum Scheitern verdammt.
Auch wenn das heute als „der neue Konservatismus“ bezeichnet wird. Das ist keine Konservierung der römisch-katholischen Dogmatik, d.h. des katholischen Dogmas.
Es ist nur eine weniger radikale Verwässerung des Glaubens, wo noch nominell einzelne Aspekte der kath. Kirche befürwortet und verteidigt werden. Andere aber verschwiegen und durch Synthese verstümmelt.
Ein sehr guter Artikel kreuz.net-Redaktion. Dies beweist auch, weshalb eine Übereinkunft zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und den heutigen neomodernistischen Vertretern der Konzilskirche unmöglich ist. Die FSSPX kämpft für das apostolische Rom, für das ewige Rom. Mit einem Zeitgeist-Rom, mit Hegel-Rom, mit Neo-Vatikan, kann es keine Einigung geben.
Jedenfalls nicht, wenn Ratzinger die Reversion des II. Vatikanums wie es bisher durchgeführt wurde für „unmöglich“ erklärt. Und genau dies tut er.
Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Ratzinger ist kein Restaurator.
Leider nicht. Gott wird aber einen Papst schicken, der den römisch-katholischen Glauben wiederherstellen und verteidigen wird. Einen Integralisten, vielleicht.
Si Deus nobiscum, quis contra nos?
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#8   Vineta   17:16:20 | Sonntag, 3. Mai 2009
Probleme nur schöngeredet?
So kommt Benedikt XVI. in seiner Ansprach zum Schluß, daß das Zweite Vatikanum trotz einer scheinbaren Diskontinuität die wahre Natur und Identität der Kirche bewahrt und vertieft habe
Das hört sich ja an, als hätte der Papst bereits im einzelnen für alle strittigen Passagen der Konzilstexte den überzeugenden Nachweis erbringen können, daß sie als Fortschreibung traditioneller Auffassungen gelten können und nur scheinbare Widersprüche zur Tradition bestehen.
Tja wenn dem so ist, dann ist der Dialog mit den Piusbrüdern zwecks Einigung ja wohl nur mehr eine reine Formsache.
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#7   Przybislav Iamesseblo   16:15:07 | Sonntag, 3. Mai 2009
das Konzil stellt ein Bruch dar
das Konzil stellt insofern einen Bruch dar, als der Frevler Roncalli in seiner skandalösen Eröffnungsrede einen unmissverständlich Amtsverzicht geleistet hat mit seiner Erklärungen: a.) es wird nichts definiert, b.) die Kirche wird nicht mehr verurteilen, c.) es gibt eine dreifache Gemeinschaft und zwar jene der Katholiken unter sich, jene der Katholiken mit allen Christgläubigen und schliesslich jene der Katholiken mit allen die an den einen Gott glauben. Unter Berufung auf Kardinal Cajetan lässt sich feststellen, dass der Frevler Roncalli damit das Band der Kontinuität zerrissen hat und dementsprechend nicht mehr als das Oberhaupt der katholischen Kirche sondern als das Oberhaupt einer von ihm gegründeten Sekte – Konzilssekte genannt – anzusehen ist. Wer es noch nicht begriffen hat, sollte einmal bei Congar, Ratzinger oder Rahner nachlesen, was sie unter der Kirche verstehen und wie sie zum katholischen Kirchenverständnis stehen. Über das Kirchenverständnis Ratzingers hat die der Piusbruderschaft nahestehende Zeitschrift SiSiNoNo (La strana teologia die Ratzinger) in ihrer Nummer vom 31.März 2009 berichtet. Empfehlenswert ist ebenfalls: Maximilian Heinrich Heim: Joseph Ratzinger – Kirchliche Existenz und existentielle Theologie.
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#6   pamino   16:08:37 | Sonntag, 3. Mai 2009
@lux in tenebris
Ich harre der Hermeneutik und fahre spazieren rad, sofern es nicht regne.
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#5   Mrs.Cologne   16:06:13 | Sonntag, 3. Mai 2009
Worin besteht denn die Kontinuität…
im hochachtungsvollen Betrachten der Muslime (fehlt auf vatican.va) und darin, dass sie (angeblich) an den selben Gott glauben wie wir Christen?
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#4   lux in tenebris   15:38:12 | Sonntag, 3. Mai 2009
pamino, sie haben recht
und dieser artikel ist eine -hoffentlich unbeabsichtigte- falschinterpretation, nicht nur des artikels von hw. pater horn, sondern auch der aussagen des papstes hinsichtlich der auslegung des konzils.
1. „Entsprechend sei ihre Aufhebung auch nicht eine „Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft“ – wie Hw. Hünermann behauptet hat.“ sehr richtig. weil die exkommunizierten niemals aufgehört haben, als getaufte glieder der kirche zu sein. sie waren, sind und bleiben glieder der kirche. auch sind sie gültig geweihte bischöfe der katholischen kirche, aber:
2. „Die Bischöfe, deren Exkommunikation aufgehoben wurde, „gehören auch gemäß dem Dekret von Papst Benedikt dadurch nicht in voller Weise der Kirche an.“ richtig. aber nur hinsichtlich der ausübung ihres amtes als bischof, da sie unerlaubt geweiht wurden. diese unerlaubtheit bleibt – trotz aufhebung der exkommunikation- bestehen, deshalb sind sie an der ausübung ihres amtes gehindert, solange, bis durch eine endgültige rechtliche regelung die unerlaubtheit ihrer weihe durch päpstlichen rechtsakt revidiert wird. ab dann gehören sie auch als bischöfe -so meint es der autor- in voller weise der kirche an. dessenungeachtet ist ihre weihe jedoch bereits jetzt gültig, ebenso ihre -unerlaubt- vollzogenen weihehandlungen.
3. hermeneutik des konzils… kommt später ;-)
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#3   pamino   15:34:25 | Sonntag, 3. Mai 2009
@paulaner
Ich redete vor allem realpolitisch. Was ich voraussage, wird geschehen; ich weiß nur nicht, wie. Das aber gesagt:
FSSPX-Priester arbeiten sehr hart für wenig Geld, obwohl sie keinem Armutsgelübde unterliegen. Das meiste, was sie tun, ist Seelsorge, wie der abbé de Cacqueray sagt (s. in der Leserzeitung übersetzten Artikel; aber ich habe es auch immer selber aus einer gewissen Ferne beobachtet). Selbstverteidigung ist für sie eine notwendige, aber weniger zeitaufwendige Beschäftigung. Das Altmodisch-Herablassende (das, was an den altliberalen Bischöfen als einzig noch Traditionelles außer dem Fressen und Saufen bleibt) war am Anfang bei der FSSPX noch da, ist aber – sogar hierzulande! – inzwischen fast gänzlich abgelegt worden. Inwiefern das gemeinsame Unterschlupfen unter den Mantel Mariæ unerträglich ist, weiß ich nicht, aber die unsuspendierte FSSP schlüpft genausoviel dorthin, wie die suspendierte FSSPX, und ich kann mir nicht gut vorstellen, daß es – besonders in diesem Monat – mit den SJM usw. viel anders ist.
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#2   Paulaner †   14:57:44 | Sonntag, 3. Mai 2009
Fern von den juristischen Haarspaltereien
geht es darum, ob die „illegal“ geweihten Priester auch gute Seelsorger sind oder womöglich bessere oder ob sie nur altmodisch-herablassendere gegenüber den Gläubigen sind.
Ob sie einen grossen Teil ihrer Arbeitskraft für theologischen und liturgischen Streit verbrauchen.
Ob sie sich bereits so fern entwickelt und zerstritten haben, dass das Unterschlupfen unter den gemeinsamen Mantel Mariä unerträglich ist.
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#1   pamino   14:35:02 | Sonntag, 3. Mai 2009
kirchenjuristische Haarspaltereien
Die Bischöfe, deren Exkommunikation aufgehoben wurde, „gehören auch gemäß dem Dekret von Papst Benedikt dadurch nicht in voller Weise der Kirche an.“
Das ist ein Nonsens. Die Bischöfe gehören der Kirche deshalb an, weil sie nie aufgehört haben, der Kirche anzugehören, auch nicht, wo sie Bischöfe geworden sind. Sie gehören der Kirche seit 1988 als Bischöfe an. Man kann die Mantra ad nauseam widerholen, sie üben ihre Bischofsamt illegal aus; sie über es genauso gültig aus, wie die Bischöfe, die Talleyrand gegen Rom geweiht hat, und wie die hunderte von illegalen Priestern, die diese illegalen Bischöfe gültig geweiht haben, und ohne die die weitergehende Katholizität Frankreichs nach der Großen Revolution nicht denkbar ist. Was hört man heute noch von diesen Bischöfen und Priestern? Nichts, und das ist nicht überraschend. Wer wird sich in hundert Jahren noch überhaupt um die Haarspaltereien dieser kanonischen Winkeladvokaten kummern? Die Kirche wird weitergehen, und zwar mit den inkriminierten Bischöfen und Priestern, und zwar mit irgendeiner Rechtfertigung, die die Winkeladvokaten finden werden, sobald das ihnen karrieredienlich erscheint.
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