Heiliges Land
Ein kleines Schiff im offenen Meer
Seit Jahrzehnten entführt Israel Boote in den internationalen Gewässern zwischen Zypern und Libanon. Das Land tötet oder verschleppt dabei Passagiere. Von Noam Chomsky.
Ein einsames Schiff auf dem Meer
Ein einsames Schiff auf dem Meer
© bongo vongo, CC
(kreuz.net) Als die Dezember-Januar-Attacke der US-israelischen Streitkräfte auf Gaza begann, befand sich ein kleines Schiff, die ‘Dignity’, auf dem Weg von Zypern nach Gaza.

Die Ärzte und Menschenrechtsaktivisten an Bord wollten gegen Israels kriminelle Blockade verstoßen und der eingeschlossenen Bevölkerung von Gaza medizinischen Nachschub bringen.

Israelische Marineboote stoppten das Schiff in internationalen Gewässern. Sie rammten es so stark, daß es beinahe sank. Mit Hängen und Würgen schaffte es das Schiff bis zum Libanon. Israel veröffentlichte die üblichen Lügen.

Ein schweres Verbrechen

Journalisten und Passagiere an Bord widersprachen diesen – darunter auch CNN-Reporter Karl Penhaul oder die ehemalige Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses und ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Grünen Cynthia McKinney (54).

Dies war ein schweres Verbrechen – weit schlimmer als zum Beispiel die Entführung von Booten vor der Küste Somalias. Es wurde kaum Notiz davon genommen.

Die stillschweigende Akzeptanz gegenüber Verbrechen dieser Art zeigt, daß man Gaza als besetztes Gebiet betrachtet und Israel das Recht zubilligt, seine Besatzung aufrechtzuerhalten.

Ja man nimmt sogar an, daß Israel von den Wächtern der internationalen Ordnung dazu befugt sei, Verbrechen auf hoher See zu verüben, um seine Bestrafungsprogramme gegenüber einer Zivilbevölkerung, die sich gegen israelische Befehle auflehnt, umzusetzen.

Als Vorwand wird auf – nahezu – universell Akzeptiertes zurückgegriffen, das jedoch offensichtlich unhaltbar ist.

Totgeschwiegen

Auch dieser Mangel an Notiz macht Sinn: Seit Jahrzehnten entführt Israel Boote in den internationalen Gewässern zwischen Zypern und Libanon. Israel tötet oder verschleppt dabei Passagiere.

Manchmal werden sie in israelische Gefängnisse verschleppt, einschließlich Geheimgefängnissen und Folterkammern, um sie in jahrelanger Geiselhaft zu halten.

Diese Praxis hat Routine. Warum sollte man auf das neue Verbrechen anders reagieren als mit Gähnen? Zypern und der Libanon haben anders reagiert – aber, was haben sie in diesem Zusammenhang schon zu sagen?

Technisch fortschrittlich – moralisch rückschrittlich

Oder wen interessiert es, daß die Redaktion der libanesischen Tageszeitung ‘Daily Star’, die normalerweise prowestlich ist, schreibt:

„Rund 1,5 Millionen Menschen in Gaza sind den mörderischen Aktionen einer der technisch fortschrittlichsten aber moralisch rückschrittlichsten Militärmaschinerie der Welt ausgesetzt.

Häufig wird gesagt, die Palästinenser seien in der arabischen Welt das geworden, was die Juden vor dem Zweiten Weltkrieg in Europa waren. Diese Interpretation enthält eine gewisse Wahrheit.

Dazu paßt, und es macht krank, daß die Araber Wege finden, um wegzuschauen und nichts zu unternehmen, wenn Israel palästinensische Kinder tötet, ebenso wie die Europäer und Nordamerikaner wegschauten, als die Nazis den Holocaust verübten“.


Korrupte arabische Regime

Die brutale Diktatur Ägyptens ist vielleicht das schändlichste unter den arabischen Regimen. Dieses Regime erhält – neben Israel – die meiste US-Militärhilfe.

Laut der libanesischen Presse „verschleppt“ Israel noch immer „routinemäßig“ libanesische Zivilisten von der anderen Seite der internationalen Grenze – zuletzt im Dezember 2008.

Natürlich „verletzen israelische Flugzeuge den libanesischen Luftraum täglich und verstoßen damit gegen UN-Resolution 1701“ – wie der libanesische Gelehrte Amal Saad-Ghorayeb am 13. Januar in der libanesischen Tageszeitung ‘The Daily Star’ schrieb. Auch das geht seit langem so.

Der Verfasser (80) war Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technologie. Er revolutionierte in den 60er Jahren die Vorstellungen über Sprache und Denken. Zugleich ist er einer der prominentesten und schärfsten Kritiker der gegenwärtigen Weltordnung und des US-Imperialismus. Der Text ist eine sprachliche Bearbeitung eines Artikels, der ursprünglich auf ‘ZNet Deutschland’ erschien.

Nächstes Mal: Heuchelei wird zur Routine
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Die Doktrin des Staatsterrorismus 2. Wegen Sabbat geschlossen 3. Das Monopol der Gewalt 4. Der Feind hat viele Augen
5. Ein kleines Schiff im offenen Meer
6. Heuchelei wird zur Routine 7. Es war der engherzige Schritt eines engstirnigen Besatzers 8. Deutsche kollaborieren mit Kriegsverbrechern 9. Vor dieser Krise wirken die Finanzkrisen sehr klein
      
16 Lesermeinungen
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#16   DJM †   08:23:53 | Montag, 11. Mai 2009
@fragender
Könnte von einem Frosch sein, dieser Satz. :-! Mit der Zunge die Fliege und mit den Schenkeln die Kraft. Frösche können halt nicht laufen…
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#15   Fragender   07:58:27 | Montag, 11. Mai 2009
@ Kapituliernix
beschränken sich unsere ausländischen Sieger und inländischen Satrapen auf eine semipermeaple temporäne moralische Partialwahrnehmung.
:)3 :)3 :)3 :)3 :)3
Toller Satz!!!!!
Sagen Sie mal: was rauchen Sie eigentlich- ich glaub das zeug möcht ich auch mal probieren…
;-)
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#14   Bodo11 †   10:37:01 | Sonntag, 10. Mai 2009
Die Fieberphantasien phatologischer Kirchenha-SS-er
Inhaltsangabe Angels and Demons von Dan Brown:
In der Schweiz wird ein bekannter Astro-Physiker ermordet – auf der Brust ein grausames Brandzeichen. Symbologe Robert Langdon soll den rätselhaften Mord aufklären. Zur gleichen Zeit wird in Rom ein neuer Papst gewählt. Während die Menschheit gespannt auf den Schornstein im Vatikan blickt, erschüttert eine schreckliche Entführung die festen Mauern der Kirche: Sämtliche Papst-Kandidaten sind zunächst verschwunden und werden dann nach und nach tot aufgefunden – mit denselben geheimnisvollen Brandzeichen auf der Brust
Die nächste Welle der Kirchenhasser rollt.
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#13   St. Anton †   21:36:52 | Samstag, 9. Mai 2009
Eine Auswahl
von Chomsky höchstpersönlich und von seiner eigenen Website veröffentlicht: www.chomsky.info/… www.chomsky.info/…erviews/1990----.htm
Man kann sich nicht mit Autoren schmücken, denen man einerseits Autorität zumisst, dessen sonstige Meinungen man aber verteufeln würde.
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#12   Freier Geist   16:59:26 | Samstag, 9. Mai 2009
Der Autor verrät, welch Geistes Kind er ist
Dies war ein schweres Verbrechen – weit schlimmer als zum Beispiel die Entführung von Booten vor der Küste Somalias.
Toller Vergleich! Er sollte mal diejenigen befragen, die vor Somalja in die Mündungen von Schnellfeuergewehren schauen dürfen und tage- bis wochenlang nicht wissen, ob se lebend aus der (Piraten-)gefangenschaft wieder ‘rauskommen. Wie üblich ist dieser Artikel plumpe Propaganda, was nicht heißen soll, dass Israel immer wieder Menschenrechte verletzt. Mit dem Argument „Selbstschutz“ verlassen viele sogenannte „zivilisierte“ Gesellschaften die Basis eines humanen Miteinanders.
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#11   Kapituliernix von Koppelschloß   15:46:55 | Samstag, 9. Mai 2009
Ohne Seele kein Frieden
Hinsichtlich aller Christen Schabbesfreunde beschränken sich unsere ausländischen Sieger und inländischen Satrapen auf eine semipermeaple temporäne moralische Partialwahrnehmung. Und solange die gekauften Bräute des Löwen von Babylon ihre Existenzberechtigung aus dem kollektiven Ritualmord beziehen, wird sich daran gar nichts ändern. Es sei denn, es gelingt Jesus Christus, deren versteinerte Herzen mit Seele zu erfüllen. Aber wer von unseren Vorturnern im Westen, ist schon befähigt, Reue zu zeigen. Diese Herrschaften sind doch noch nicht einmal bereit, den geringsten Fahrfehler einzusehen, geschweige denn einen groben Rechenfehler.
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#10   Legolas der Schnelle   15:27:03 | Samstag, 9. Mai 2009
Die Wahrheit bricht sich ihre Bahnen:
www.npd.de/…1/artikel/detail/633/
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#9   Elijahu †   15:09:24 | Samstag, 9. Mai 2009
Ahahaha
Das Allerheiligste der Homo-Priester ist und bleibt ihr Zwangszölibat.
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#8   Domenico Tuttisanti   14:58:01 | Samstag, 9. Mai 2009
Sollen Priester heiraten dürfen?
–--- Aber ja doch, wenn sie sich lieben! :-)
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#7   r.ruhrgebietler   14:56:32 | Samstag, 9. Mai 2009
was wohl fr. knobloch dazu sagt??
entschuldigung – hier war ein schreibfehler
die knobloch wird mit sicherheit diese attacken leugnen…
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#6   Elijahu †   14:54:22 | Samstag, 9. Mai 2009
Kannst sie ja mal fragen
Die frisst dich auf mit Haut und Haaren.
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#5   r.ruhrgebietler   14:42:48 | Samstag, 9. Mai 2009
was wohl fr. knoloch dazu sagt??
vermutlich wird sie diese attacken leugnen…
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#4   biomilch   14:30:26 | Samstag, 9. Mai 2009
Kann gar nicht sein
Die Geschichte ist bestimmt gelogen und Chomsky ist ein übler Volksverhetzer wie der Stürmer.
Die Juden sind immer die Guten. Sie sind höchstens Opfer.
Das Schiff war bestimmt gepanzert und hatte ein großes Geschütz an Bord. Alle Passagiere waren getarnte schwerbewaffnete Terroristen und Soldaten.
Oder Kinder mit Patronengürtel.
Aber die Juden tun nie Böses und die anderen sind immer die schlimmen.
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#3   Domenico Tuttisanti   14:28:06 | Samstag, 9. Mai 2009
Noam Chomsky
tendiert nach eigenem Bekunden zum Anarchosyndikalismus. Seine libertär-sozialistischen Anschauungen machen ihn sicher zu einem wichtigen und glaubwürdigen Gewährsmann für kreuz.net! :-S
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#2   Elijahu †   14:11:22 | Samstag, 9. Mai 2009
Die Juden sind die Nazis des 21. Jahrhunderts
Sehnsüchtig erwartet diese Synagoge des Teufels die Ankunft ihres Königs, des Antichristen.
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#1   St. Anton †   14:11:15 | Samstag, 9. Mai 2009
Chomsky
Ich würde gern mehr von Chomsky hier lesen. Vor allem seine Texte über Religion und die Katholische Kirche würden mich brennend interessieren.
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