Kirche in Not
„Unsere neue Regierung ist rassistisch“
Die Menschen leben in der Geburtsstadt Christi wegen der Mauer wie in einem Gefängnis. Sie fühlen sich wie Gefangene und sie sind es auch.
Kinderheim in Bethlehem
Kinderheim in Bethlehem
© delayed gratification, CC
(kreuz.net) Marie-Ange Siebrecht – Länderreferentin des katholischen Hilfswerkes ‘Kirche in Not’ – ist am Sonntag von einer Heilig-Land-Reise zurückgekehrt.

In einem Interview berichtet sie über ihre Eindrücke angesichts des bevorstehenden Papstbesuches.

Wie waren Ihre Eindrücke in der Gegend von Bethlehem in der Westbank?

Dort habe ich die größten Probleme erlebt – vor allem in Bethlehem selber. Die Menschen leben dort wegen der Mauer wie im Gefängnis. Sie können nicht hinein, nicht heraus. Sie fühlen sich wie Gefangene und sie sind es auch.

Bethlehemer Ghetto
"Apartheid tötet""Ich bin kein Terrorist."

Die ganze Problematik wird gerade bei jungen christlichen Paaren deutlich.

Ein junger Mann hatte zum Beispiel einen Personalausweis für Jerusalem und konnte dort arbeiten. Aber seine Frau durfte Bethlehem nicht verlassen, um bei ihm zu leben.

Er darf seinerseits auch nicht in Bethlehem wohnen. Das Ergebnis dieser Situation ist, daß alle versuchen, das mit falschen Papieren zu umgehen.

Diese Leute leben alle mit der Angst, ob sie am Abend eines Tages überhaupt nach Hause kommen dürfen, oder ob ihre Familienmitglieder von der Arbeit oder von Besuchen zurückkehren dürfen.

Es ist sehr schwer für die Christen in der Region um Bethlehem – es ist ein riesiger Berg, der auf den Schultern dieser Menschen lastet.

Wir Mitteleuropäer, die wir das Heilige Land besuchen, verstehen das nicht und bemerken es auch nicht.

Denn wir dürfen überall hin, und die Strecke von Bethlehem nach Jerusalem ist für Ausländer ein Katzensprung.

Aber für die Palästinenser – und die meisten Christen im Heiligen Land sind Palästinenser – ist das ein gewaltiges Problem.

Kann der Papst hier vielleicht etwas bewirken?

Wir hoffen, daß der Papst dieses Problem ansprechen wird. Meiner Ansicht nach wird und muß das auch ein Schwerpunkt seiner Gespräche und Ansprachen sein.

Nur was soll man tun, wenn die Gespräche zu keinem befriedigenden Ergebnis führen?

Es geht ja unter anderem auch um die Visa-Regelungen für katholische Orden, für die Priester, Schwestern und Ordensleute.

Es ist sehr viel Arbeit für Seelsorger, überhaupt ein Visum zu bekommen.

Außerdem gibt es eine Diskussion darüber, daß der Staat Israel von der Kirche Steuern verlangen will.

Ich habe mit mehreren Juden in Israel gesprochen, die mir gesagt haben – und ich zitiere hier nur, ich gebe hier nicht meine persönliche Einschätzung oder die von ‘Kirche in Not’ wider – aber mir haben mehrere Juden gesagt: „Unsere neue Regierung ist rassistisch“.

Wenn das so gesehen wird, ist das bedrückend.

Nächstes Mal: Vermutlich hilft nur noch Beten
      
8 Lesermeinungen
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#8   Homosex ist schwer gestört   21:28:04 | Montag, 11. Mai 2009
Eine Mauer um das Homoviertel?
Das wäre doch eine gute Idee.
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#7   König Boris   19:00:34 | Montag, 11. Mai 2009
ich schon!
und wenns geht wander ich nach texas aus!!
hab die schnauze voll von links-liberalen „katholiken“ die den ganzen tag nicht besseres zu tun haben als den heiligen vater zu kritisieren oder ihre meinung (die wirklich niemanden interessiert) hier auf kreuz.net zu schreiben…!
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#6   Beatus Theophilus_89   16:01:44 | Montag, 11. Mai 2009
Die perfidere Taktik der Amerikaner sich abzuschotten sollte mal mit einer…
…Selbstblockade fortgeführt werden.
Z. B. zur See, zu Land, zu Luft usw.
Dann bleibt nur noch eins zu sagen. Amerika ist eine Festung, diese Festung will niemand mehr betreten. Auch ich nicht.
Wer Grenzen zieht und Stacheldrahtflächen ebnet. Der hat schon verloren.
Genauso wie die Israelis diesen Krieg verlieren, wenn sie nicht auf die andere Seite zugehen.
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#5   Bodo11 †   16:00:08 | Montag, 11. Mai 2009
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#4   Marcelus   15:30:18 | Montag, 11. Mai 2009
Eine riesige Mauer gegen ein feindliches Ausland ist immer zielführend –
auch die USA-Südgrenze hat eine dicke Mauer zu Mexiko.
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#3   Jena-boy †   15:26:14 | Montag, 11. Mai 2009
Jaja, das Problem mit den Mauern…
Ein vorbild haben alle: Die Chinesen.
Achso: Die Bevölkerung im Westjordanland und im Gaza-Streifen íst übrigens ehr zum Islam einzuordnen. Findet man aber übrigens nicht in der Bibel.
Aber bedenkt:
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“
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#2   Marcelus   15:00:26 | Montag, 11. Mai 2009
Die israelische Demokratie ist ein Land, das sich seit seiner Gründung im Kriegszustand befindet,
ständig in Gefahr, bei Erstarken seiner Nachbarstaaten von diesen eingenommen und aufgelöst zu werden.
Da ist es nur logisch, daß auch nationalistische oder sogar rassistische Splitterparteien ihren Einzug ins israelische Parlament halten, aber dies gilt immer nur für kleine Fraktionen und nie für die gesamte Demokratie, und erst recht nicht für die gesamte Regierung, selbst wenn dort auch Nationalisten zu finden sein sollten – man darf nicht vergessen, daß sich die Israelis im Kriegszustand befinden!
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#1   HaAcher   14:51:25 | Montag, 11. Mai 2009
Gefängnis Betlehem
Hier usahm.info/…ber2006/Ummauert.htm noch ein anderer Erfahrungsbericht aus dem ummauerten Betlehem…
…und wer wissen will, wer den Christen in Betlehem wirklich zusetzt, der lese das hier www.israeltoday.co.il/Default.aspx?tabid=128&view…
„Ich habe mit mehreren Juden in Israel gesprochen, die mir gesagt haben – und ich zitiere hier nur, ich gebe hier nicht meine persönliche Einschätzung oder die von ‘Kirche in Not’ wider – aber mir haben mehrere Juden gesagt: „Unsere neue Regierung ist rassistisch“.“
:-D Wetten, dass die gute Frau keine Namen wird nennen können für dieses dummdreist-verleumderische Allgemeinplätzchen, das sie sich da zusammengebacken hat? :-D Die aktuelle Regierung in IL ist genauso rassistisch, wie es eine CDU-CSU-SPD-PBC-Koalition in D wäre bzw. ist… (Mal angesehen davon, dass die PBC – Patrei bibeltreuer Christen – nicht in der Regierung sitzt…)
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