14:12:00 | Montag, 11. Mai 2009
Die Menschen leben in der Geburtsstadt Christi wegen der Mauer wie in einem Gefängnis. Sie fühlen sich wie Gefangene und sie sind es auch.
(kreuz.net) Marie-Ange Siebrecht – Länderreferentin des katholischen Hilfswerkes ‘Kirche in Not’ – ist
am Sonntag von einer Heilig-Land-Reise zurückgekehrt.
In einem Interview berichtet sie über ihre Eindrücke
angesichts des bevorstehenden Papstbesuches.
Wie waren Ihre Eindrücke in der Gegend von Bethlehem in
der Westbank?Dort habe ich die größten Probleme erlebt – vor allem in Bethlehem selber. Die Menschen
leben dort wegen der Mauer wie im Gefängnis. Sie können nicht hinein, nicht heraus. Sie fühlen sich
wie Gefangene und sie sind es auch.
Die ganze Problematik wird gerade bei jungen christlichen Paaren deutlich.
Ein junger
Mann hatte zum Beispiel einen Personalausweis für Jerusalem und konnte dort arbeiten. Aber seine Frau
durfte Bethlehem nicht verlassen, um bei ihm zu leben.
Er darf seinerseits auch nicht in Bethlehem wohnen.
Das Ergebnis dieser Situation ist, daß alle versuchen, das mit falschen Papieren zu umgehen.
Diese Leute
leben alle mit der Angst, ob sie am Abend eines Tages überhaupt nach Hause kommen dürfen, oder ob ihre
Familienmitglieder von der Arbeit oder von Besuchen zurückkehren dürfen.
Es ist sehr schwer für die
Christen in der Region um Bethlehem – es ist ein riesiger Berg, der auf den Schultern dieser Menschen
lastet.
Wir Mitteleuropäer, die wir das Heilige Land besuchen, verstehen das nicht und bemerken es auch
nicht.
Denn wir dürfen überall hin, und die Strecke von Bethlehem nach Jerusalem ist für Ausländer
ein Katzensprung.
Aber für die Palästinenser – und die meisten Christen im Heiligen Land sind Palästinenser –
ist das ein gewaltiges Problem.
Kann der Papst hier vielleicht etwas bewirken?Wir hoffen, daß der
Papst dieses Problem ansprechen wird. Meiner Ansicht nach wird und muß das auch ein Schwerpunkt seiner
Gespräche und Ansprachen sein.
Nur was soll man tun, wenn die Gespräche zu keinem befriedigenden Ergebnis
führen?
Es geht ja unter anderem auch um die Visa-Regelungen für katholische Orden, für die Priester,
Schwestern und Ordensleute.
Es ist sehr viel Arbeit für Seelsorger, überhaupt ein Visum zu bekommen.
Außerdem gibt es eine Diskussion darüber, daß der Staat Israel von der Kirche Steuern verlangen will.
Ich habe mit mehreren Juden in Israel gesprochen, die mir gesagt haben – und ich zitiere hier nur, ich
gebe hier nicht meine persönliche Einschätzung oder die von ‘Kirche in Not’ wider – aber mir haben mehrere
Juden gesagt: „Unsere neue Regierung ist rassistisch“.
Wenn das so gesehen wird, ist das bedrückend.
Nächstes Mal: Vermutlich hilft nur noch Beten
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#7
König Boris 19:00:34 | Montag, 11. Mai 2009
#6
Beatus Theophilus_89 16:01:44 | Montag, 11. Mai 2009
#5
Bodo11 † 16:00:08 | Montag, 11. Mai 2009
#4
Marcelus 15:30:18 | Montag, 11. Mai 2009
#3
Jena-boy † 15:26:14 | Montag, 11. Mai 2009
#2
Marcelus 15:00:26 | Montag, 11. Mai 2009
#1
HaAcher 14:51:25 | Montag, 11. Mai 2009