Zweites Vatikanum
Derselbe oder ein anderer?
Der Bischof von Regensburg (Bayern) äußerte sich in einer deutschen Tageszeitung zur Frage, ob die Moschee und die Kirche den gleichen Gott verehren. Diese Frage wird seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil kontrovers diskutiert. Unsicherheit.
Also doch nicht derselbe Gott?

Deutschland. Am 24. März 2005 stellte sich der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, einem Interview der deutschen Tageszeitung „Die Welt“.

Die Frage: Das Diktum „Wir beten doch alle zum selben Gott“ schafft Verunsicherung. Traditionelle Katholiken sehen Signale einer Religionsvermischung.

Mons. Gerhard Ludwig Müller: Sicher, es gibt Unsicherheit. Zunächst durch die Optik unserer Mediengesellschaft. Wenn der Papst neben anderen Religionsführern auftritt, führt das bei dem einen oder anderen zu Zweifeln. Aber Religionsvermischung? Wir beten nicht zum gleichen Gott. Im Koran hat Gott keinen Sohn, die Trinität wird als Götzenanbetung verworfen. Wir sagen: Es gibt keinen anderen Gott als den, der in Jesus Christus, seinem Sohn, zu uns gesprochen hat und sich durch den Heiligen Geist mitgeteilt hat. Das ist nicht derselbe Gott, zu dem die Muslime beten.

Also doch derselbe Gott?

„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.“ (Nostra Aetate, Nr. 3)

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ (Lumen Gentium Nr. 16)
      
8 Lesermeinungen
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#9   chato †   18:11:31 | Mittwoch, 30. März 2005
vom Zweiten Vatikanischen Konzil
zu behaupten…
es habe Wahrheit und Irrtum die gleiche Ehre gegeben und sei daher nicht in der Wahrheit Jesu Christi,
ist überaus gewagt und nicht zu rechtfertigen vor Jesus Christus.
Bevor solche und ähnliche Richtsätze vor der Allgemeinheit ausgesprochen werden, prüfe man in innigem Gebet den Gehalt solcher Aussagen.
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#8   Ireneus   16:42:53 | Mittwoch, 30. März 2005
GerdEric †
bedeutet das Zeichen des Kreuzes hinter dem Namen GerdEric dass er endlich ausgeschlossen wurde, oder, dass er vertorben ist?
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#6   Stimme aus dem Tradiland   09:59:19 | Mittwoch, 30. März 2005
Ceterum censeo…
V2 war kein ökumenisches Konzil, da keine Dogmen verkündend. Siehe dazu auch die zitierten Belegstellen, denen wohl anderslautende entgegengehalten werden können. Wer aber – wie V2 – Wahrheit und Irrtum die gleiche Ehre gibt, ist nicht in der Wahrheit, die Christus ist.
Der Islam ist daemonischen Ursprungs, dafür spricht – abgesehen von den wirren, widersprüchlichen Inhalten des Koran – auch die Entstehungsgeschichte mit dem Würgeengel (typisch daemonische Manifestation) namens „Gabriel“, dem sich Mohammed letztlich unterworfen hat. Eine „Erscheinung“, die dem Menschen die Freiheit nimmt, ist niemals von Gott.
Gleiches gilt übrigens – wenn auch ohne überirdische Manifestation – für den Talmud und damit für das darauf – und nicht etwa auf das Alte Testament – gestützte Judentum. Kein Jude und kein Moslem kann als Jude oder Moslem in den Himmel kommen, abgesehen von der nur für Katechumenen geltenden Begierdetaufe ist auf die absolute Heilsnotwendigkeit der Taufe hinzuweisen. Diese kann aber dafür auch von Protestanten, Ungläubigen und Heiden gespendet werden (Form und Materie sowie die Intention müssen aber gegeben sein).
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#5   GerdEric   09:48:38 | Mittwoch, 30. März 2005
Es gibt hier Diese und Jene
Diese haben die Möglichkeit,
Andere zu überzeugen,
doch Jene beweisen immer wieder das Gegenteil,
dass der Katholizismus die Hölle auf Erden bedeuten kann,
wie der Katholizismus es leider schon zu häufig bewiesen hat.
spectator,
Du bist einer der Schlimmsten Jener,
Du bist verblendet, dass Du die Wahrheit gefressen hast,
doch auch Du weisst nicht,
ob Du nicht doch dem Teufel aufgesessen bist.
Selbst,
wenn das richtig wäre,
was Du glaubst,
denn mit Deiner Verachtung allen anderen,
befindest Du Dich in falscher Hand.
Und Du weisst auch,
dass Deine Sünden,
die Du hier demonstrativ leugnest,
die Du hier lauthals als Sünde darstellst,
Deine eigenen sind.
Du hast mich davon überzeugt,
dass Du in den Ersten Topf gehörst…
in dem die sind,
die um ihrer Sünden wissen,
die sie immer wieder bekämpfen,
immer wieder bekämpfen müssen,
und die aber wissen,
dass sie ihnen immer wieder unterliegen.
Das ist wie mit den Schwulen,
die die böswilligsten Schwulenwitze machen,
die am lautesten gegen Schwule hetzen,
um nicht aufzufallen…
Lieber spectator,
ich hoffe,
dass Dir Gott Dein elendes Treiben verzeiht,
welches auch immer.
Und wenn Du wirklich mal so weit bist,
dann wird Dir Gott auch Deine Sünden vergeben.
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#4   spectator †   09:31:53 | Mittwoch, 30. März 2005
@ Catholicus
Kein Mensch kann über das Herz eines anderen urteilen: Gott allein ist der Richter.
Man, du hast Amerika neu entdeckt!
Weil du das nicht kannst, darf auch kein andere urteilen.
War das jetzt eine kurze Predigt, oder ein Schrei der Verzweiflung?
Um die katholische Religion als die einzig wahre zu erkennen, müssen bei einem Menschen das Erkennen und Wollen mit der göttlichen Gnade zusammenwirken.
Und wenn das Erkennen und Wollen nicht mit der Gnade zusammenwirkt – was dann?
– dann müssen wir die Klappe halten und wenn uns in die Fresse gespuckt wird, müssen wir uns höflich bedanken und behaupten, dass es angefangen hat zu regnen – wolltest du nicht das sagen?
Da es viele Hindernisse gibt, welche das Erkennen und Wollen einschränken können, kann der Anteil subjektiver Schuld bei einzelnen durchaus geringer, aber umgekehrt auch größer sein…
Nichts verhindert das Erkennen Gottes und Seiner Botschaft so sehr, wie die eigene aufgeladene Schuld.
Die eigene Rechtgläubigkeit wird uns nichts nützen, wenn wir nicht danach leben…
Ja, ja, ja…
Gott sagte aber auch: „Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.“
[Von Red. zensuriert] Für eure Vernachlässigungen werdet ihr euch genauso vor Jesus Christus verantworten müssen, wie diejenigen, die wegen eurer Lauheit nie zum Glauben kommen.
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#3   Catholicus   20:32:39 | Dienstag, 29. März 2005
Wahrheitssuche
Kein Mensch kann über das Herz eines anderen urteilen: Gott allein ist der Richter. Um die katholische Religion als die einzig wahre zu erkennen, müssen bei einem Menschen das Erkennen und Wollen mit der göttlichen Gnade zusammenwirken. Da es viele Hindernisse gibt, welche das Erkennen und Wollen einschränken können, kann der Anteil subjektiver Schuld bei einzelnen durchaus geringer, aber umgekehrt auch größer sein, als wir von außen vermuten. Und noch etwas: Die eigene Rechtgläubigkeit wird uns nichts nützen, wenn wir nicht danach leben und vor allem, wenn wir nicht den Geist der Liebe haben – auch zu den Feinden!
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#2   Ireneus   18:52:00 | Dienstag, 29. März 2005
und wie begegnen wir dem Wort Christi, das da sagt:
Joh 14,6
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
oder
Mt 10,33
Wer aber mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel.
Grundsätzlich ist zitierter HEILSWILLE alle Menschen betreffend. Der Heilswille Gottes, muss aber angenommen werden von Gott und kann nicht durch eigenen Heilswillen des Menschen ersetzt werden.
Wird Gottes Heilswille abgelehnt; wird die Erlösung – somit Jesus Christus abgelehnt.
Juden und Moslems lieben, verehren, achten Gott, lehnen aber Sein Wort ab, vom Zeitpunkt des Heilsgeschehens an.
Wie kann ein Mensch Gott anbeten, aber Seinem Wort nur bis Punkt X glauben; jedes weitere soteriologische Wirken als Trugbild verwerfen?
Sage Niemand, er hätte das Wort Jesu nicht gekannt. Die Wissenden und Lehrenden jeden Glaubens, kennen zumindest jede Weltreligion und haben somit Kunde von Jesus Christus, dessen Wort dem, der Ohren hat zu hören und dem die Gnade innewohnt zu verstehen, mehr ist, als ein Wort: Es ist das Universum, das All, die Schöpfung, die Erlösung – es ist Gott.
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#1   Konrad   16:46:37 | Dienstag, 29. März 2005
Derselbe Gott?
Dem Bischof von Regensburg ist uneingeschränkt recht zu geben. Aber dennoch ist bei hermeutisch exakter Lesart kein Widerspruch zum von Ihnen zitierten Konzilstext zu erkennen. Die Äusserung des Konzils wurde schon vom reformierten Theologen Karl Barth kritisiert, weil sie im zeitbedingten Irenismus der 60er Jahre nur das mögliche Positive und mögliche Gemeinsame hervorhebt. Aber man kann auch nun nicht in das Gegenteil verfallen und das Gottesverständnis des Islam generell dämonisieren, denn es gibt auch dort demütige Menschen mit demütigem Gebet, auch wenn es nicht die Fülle des trinitarischen und inkarnatorischen Gebetes erreicht. Unterscheidet die Geister!
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