14:26:01 | Sonntag, 17. Mai 2009
Einer der vielen Dienste, den Israel seinem Patron leistet, ist die Bereitstellung einer wertvollen Militärbasis an der Peripherie der wichtigsten Energieressourcen der Welt. Von Noam Chomsky.
(kreuz.net) Ein technischer Umstand von minderer Bedeutung ist die Tatsache, daß Washington am 31. Dezember
2008 – als die terrorisierten Menschen in Gaza verzweifelt Schutz vor dem gewissenlosen Angriff suchten
–, ein deutsches Handelsschiff anheuerte, um eine Großfracht von 3.000 Tonnen, bestehend aus nichtidentifizierter
„Munition“, von Griechenland nach Israel zu transportieren.
Reuters berichtete: Die neue Lieferung „erfolgte,
nachdem ein kommerzielles Schiff gemietet worden war, um im Dezember eine weit größere Bestellung von
den USA nach Israel zu bringen, (das war) vor den Luftangriffen auf den Gazastreifen“.
21 Milliarden
Dollar für Waffengeschenke an IsraelDas Ganze hat nichts mit der Summe von mehr als 21 Milliarden Dollar
US-Militärhilfe zu tun, welche die Regierung Bush für Israel bereitgestellt hat und die, bis auf einen
sehr geringen Teil, ein Geschenk ist.
„Israels Intervention im Gazastreifen wurde weitgehend mit Waffen
betrieben, die Amerika bereitstellte und für die amerikanische Steuerzahler bezahlten“, steht in einem
Briefing der ‘New America Foundation’, die den Waffenhandel überwacht.
Die neue Lieferung wurde durch
die griechische Regierung behindert, welche die Nutzung sämtlicher griechischer Häfen „für Lieferungen
an die israelische Armee“ untersagt hatte.
Ein zivilisiertes Land inmitten von BarbarenDie Reaktion
Griechenlands auf die Verbrechen, die mit Unterstützung der USA begangen wurden, unterschied sich sehr
von den Auftritten der meisten europäischen Politiker.
Dieser Unterschied zeigt, daß Washington vielleicht
ganz realistisch war, als es Griechenland – bis zum Sturz der von den USA unterstützten faschistischen
Regierung, 1974 – als Teil des Nahen Ostens einschätzte und nicht als Teil Europas.
Vielleicht ist Griechenland
zu zivilisiert, um ein Teil Europas zu sein.
Wer das Timing der Waffenlieferungen an Israel kurios findet
und nähere Nachforschungen betreibt, bekommt vom Pentagon eine Antwort: Die Lieferung sei zu spät erfolgt,
um zu einer Eskalation der Angriffe auf Gaza geführt zu haben.
Die militärische Ausrüstung – was immer
es war –, werde in Israel zwischengelagert, um irgendwann vom US-Militär verwendet zu werden. Das mag
stimmen.
Israel als Wachhund der USAEiner der vielen Dienste, den Israel seinem Patron leistet, ist
die Bereitstellung einer wertvollen Militärbasis an der Peripherie der wichtigsten Energieressourcen
der Welt.
Israel ist also als vorgerückte Basis für US-Angriffe nutzbar – oder, um es mit den entsprechenden
technischen Begriffen auszudrücken, „zur Verteidigung des Golfes“ und „zur Sicherung der Stabilität“.
Der massive Waffenfluß nach Israel erfüllt außerdem viele nebenrangige Zwecke.
Palästinenser als
Zielscheiben der US-WaffenindustrieWie der jordanische Analyst für Nahostpolitik Mouin Rabbani bemerkte,
kann Israel so neuentwickelte Waffensysteme, gegen wehrlose Ziele, testen.
Dies ist sowohl für Israel
als auch für die USA wertvoll – „in doppeltem Sinne, denn weniger effektive Versionen genau dieser Waffensysteme
werden anschließend, massiv überteuert, an arabische Staaten verkauft, welche die US-Waffenindustrie
und die Geschenke des US-Militärs an Israel im Grunde subventionieren“.
Dies ist eine zusätzliche Bedeutung,
die Israel für das von Amerika beherrschte System Naher/Mittlerer Osten zukommt und ein weiterer Grund,
weshalb Israel von der US-Regierung, von einer großen Bandbreite US-amerikanischer Hightech-Konzerne –
und natürlich von der Militär- und Geheimdienstindustrie – so favorisiert wird.
Der Verfasser (80)
war Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technologie. Er revolutionierte in den 60er
Jahren die Vorstellungen über Sprache und Denken. Zugleich ist er einer der prominentesten und schärfsten
Kritiker der gegenwärtigen Weltordnung und des US-Imperialismus. Der Text ist eine sprachliche Bearbeitung
eines Artikels, der ursprünglich auf ‘ZNet Deutschland’ erschien.Nächstes Mal. Vor dieser Krise wirken
die Finanzkrisen sehr klein
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pneumat 11:59:50 | Montag, 18. Mai 2009
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karljosef 09:43:20 | Montag, 18. Mai 2009
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catholic 22:54:26 | Sonntag, 17. Mai 2009
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pneumat 22:45:20 | Sonntag, 17. Mai 2009
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Fragender 22:14:49 | Sonntag, 17. Mai 2009
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Tacitus 21:06:59 | Sonntag, 17. Mai 2009
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biomilch 20:51:43 | Sonntag, 17. Mai 2009
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Marcelus 18:26:03 | Sonntag, 17. Mai 2009
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Stephanus 17:00:49 | Sonntag, 17. Mai 2009
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wickerl 16:40:17 | Sonntag, 17. Mai 2009