08:35:19 | Dienstag, 29. März 2005
Der Erzbischof von Westminster, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, hat am Sonntag die Kinderabtreibung in Großbritannien mit der Massenvernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten verglichen.
(kreuz.net, London) Die Kinderabtreibung führe zu einer Geburtenkontrolle im Stil der Nationalsozialisten.
Die „entsetzliche Wahrheit“ bestehe darin, daß in dieser Frage die Starken das Schicksal der Schwachen
entscheiden. Der Erzbischof von Westminster, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, schreibt in seinem Osterartikel
in der britischen Tageszeitung ‘Telegraph’: „Menschen werden von anderen Menschen instrumentalisiert.
Das ist die Richtung, in welche die Eugenik geht, und wir wissen aus der deutschen Geschichte wohin das
führt.“
Zu den sechs Millionen Juden, die von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden, bemerkte
der Kardinal, daß wir bereits auf derselben Straße liefen: „Was sonst ist die Vernichtung von sechs
Millionen Menschenleben seit der Einführung der Abtreibung in Großbritannien?“, fragt Kardinal Murphy-O’Connor.
Der Kardinal verbindet ferner die
Selektion von ungeborenen Kindern wegen ihres Geschlechtes und ihrer
Gene mit dem Völkermord der Nationalsozialisten.
Er sei froh – so der Kardinal –, daß er in der jüngsten
Vergangenheit zur Frage der Kinderabtreibung das Wort ergriffen habe: „Ich habe einen wunden Punkt berührt
und damit vielen Leuten die Möglichkeit gegeben, ihren Unmut gegen die tausenden Abtreibungen in unserem
Land auszudrücken.“
Kardinal Murphy O’Connor hatte Mitte März eine
Stellungnahme des Parteichefs der
oppositionellen Konservativen gegen die Spätabtreibungen gelobt. Im gleichen Atemzug meinte er, die Sozialisten
seien aufgrund ihrer Kinderfeindlichkeit unwählbar. Nach einem medialen Aufschrei
relativierte der Kardinal
seine Aussage gegen die abtreibungsfreudigen Sozialisten.
Der Erzbischof von Westminster betonte erneut,
daß seine Äußerungen gegen die Kinderabtreibung nicht als Wahlempfehlung zu sehen seien. Er wolle keinesfalls
den Stil US-amerikanischer Wahlkampagnen religiöser Lebensschutzvereinigungen in die britische Politik
importieren.
Mittlerweile haben mehrere Kämpfer für die Kinderabtreibung und Vertreter von abtreibungsfreundlichen
jüdischen Organisationen heftige Kritik an den Aussagen des Kardinals geübt.
Auch britische Lebensschützer
äußerten sich: „Die Hinrichtungslager des Dritten Reiches nehmen eindrücklich jenen Haß vorweg, mit
dem man sich heute gegen eine andere Menschengruppe wendet: die Kinder im Mutterschoß.“
Man sei dem
Kardinal für seine klaren Worte dankbar: „Die Fristenlösung in den Abtreibungslagern kann erst vernichtet
werden, wenn man sie öffentlich aufdeckt und als brutale Endlösung an unschuldigen Kindern entlarvt.“
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