10:11:56 | Mittwoch, 27. Mai 2009
Flucht vor der Realität: Ein deutscher Jesuit hat kürzlich alle Register gezogen, um nicht aus seinen Konzils-Halluzinationen geweckt zu werden. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Die wichtigste Entscheidung des Konzils in dessen angeblichem „Dialog mit der Moderne“ sei
die Erklärung über die Religionsfreiheit.
Das erklärte der Jesuit, Pater Wolfgang Seibel (81), am
23. April in einem Vortrag vor dem altliberalen ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’.
Der ‘Fuldaer
Kreis’ entstand aus einer Initiative von acht Diözesanpriestern aus dem Bistum Fulda. Sie wird vom Fuldaer
Bischof Heinz Josef Algermissen teilweise gefördert.
Pater Seibel war Berichterstatter am Pastoralkonzil
und danach Chefredakteur der in München erscheinenden Zeitschrift ‘Stimmen der Zeit’. Er gilt als altersstarrer
Altliberaler.
Das Pastoralkonzil widerspricht der katholischen LehreIn seinem Vortrag stellt der Pater
fest, daß die Aussagen des Pastoralkonzils der Lehre der Kirche widersprechen:
„Die traditionelle katholische
Lehre hat die Anerkennung eines Rechts auf Religionsfreiheit immer abgelehnt.“
Korrekt zitiert der Pater
die katholische Lehre: „Dem Irrtum, so hieß es, komme kein Recht gegenüber der Wahrheit zu. Und da allein
die katholische Kirche die wahre Kirche sei und sie allein die Wahrheit verkünde, dürfe der Staat im
idealen Fall nur diese Kirche anerkennen.“
Das Urteil des Jesuiten: „Hier hat das Konzil die bisherige
Lehre grundlegend revidiert.“
Große KonzilssprücheDas Konzil habe auch das „Kirchenbild“ geändert –
weiß Pater Seibel.
Es sehe die Kirche „als Volk Gottes, als eine Gemeinschaft, in der alle zunächst
einmal in ihrer Würde als Christen gleich sind und die Ämter nur als ein Dienst innerhalb dieser Gleichheit
zu verstehen sind.“
Das Konzil habe das angebliche „Bild der Kirche als einer Zweiklassengesellschaft“
und damit den angeblich „darin herrschenden Klerikalismus“ überwinden wollen.
Wie sich die Unterdrückung
des katholischen Kirchenvolkes durch altliberale Konzilsprälaten in dieses Bild einfügt, läßt Pater
Seibel offen.
Statt dessen versteigt er sich zu der Aussage: „Für das Konzil gibt es keine Christen
minderen Rechts“.
Der Priester war noch nie so alleineDie Liturgiereform gründet nach Angaben des
Paters in dem Verständnis der Kirche als Volk Gottes.
Trotz gähnend leerer Kirchenbänke wiederholt
der Jesuit unbeirrt die alte Leier: „Der Gottesdienst ist nicht mehr wie noch die Jahrhunderte vorher
eine Feier des Priesters allein, der das Volk nur beiwohnt oder die es »hört«.“
Der Gottesdienst sei
angeblich eine „Feier der ganzen Gemeinde“ – wobei der Jesuit verschweigt, daß der durchschnittliche
Konzilskatholik nicht einmal mehr das Vaterunser auswendig kann.
Kritik am PastoralkonzilPater Seidel
wagt auch eine Kritik am Zweiten Vatikanum. So sei der Papst – angeblich -immer noch ein „absoluter Monarch“.
Daß der Heilige Vater – wie jüngst in Linz geschehen – nicht einmal mehr in der Lage ist, einen Weihbischof
zu ernennen, läßt den Jesuiten nicht aus seiner altliberalen Totenstarre aufwachen.
Er bejammert auch,
daß die Bischöfe „den Laien“ nicht gehorchen müssen. Auch hier hat der Jesuit den Anschluß an die
Realität verpaßt.
Denn in Wirklichkeit leben, regieren und entscheiden die Bischöfe schon längst
unter der Fuchtel von „Laien“, die in der Form kirchenfeindlicher Lokalredakteure den Prälaten vorschreiben,
was sie denken und was sie sagen dürfen.
Jesuit ohne SchafspelzNachdem der Jesuit viel von Dialog,
Gemeinschaft, Mitbestimmung, Ökumenismus und anderen Religionen geflötet hat, wendet er sich undialogisch
und hart seinen Haßobjekten zu.
Das sind in erster Linie die Lefebvristen – für die der unversöhnliche
Jesuit seine jubelnde Begrüßung der Religionsfreiheit und des Dialoges nicht gelten läßt.
Diktatorisch
empört er sich lieber darüber, daß der Papst – ganz im Sinne des Zweiten Vatikanums – auf die legitimen
Anliegen der Piusbruderschaft eingegangen ist.
Doch Pater Seibel hat in seiner ideologischen Verbohrung
kein Verständnis für diesen Dialog: „Das ist eigentlich ein unerhörter Vorgang“ – schimpft er: „Hier
diktierte eine Splittergruppe dem Vatikan Bedingungen“.
Gegen die Lefebvristen ist dem Jesuiten das reaktionärste
Scheinargument noch gut genug: „So etwas hat es jedenfalls in der neueren Kirchengeschichte noch nie gegeben.“
Dann stellt er die Gläubigen der Piusbruderschaft auf eine Stufe mit Ehebrechern, abgefallenen Priestern
und häretischen Theologen – und verlangt vom Papst, daß er diese offenbar amnestieren solle.
Haßerfüllt
schimpft der Ideologe gegen Benedikt XVI.: „In diese Richtung erstreckt sich seine Barmherzigkeit nicht“.
Dann verliert er die Kontrolle völllig: „Ich kann nur sagen: Das ist ein Skandal!“
Man muß dem papst-
und kirchenfeindlichen Jesuiten dankbar sein.
Denn deutlicher hätte er seine vorausgehenden frommen
Heucheleien über das Pastoralkonzil nicht desavouieren können.
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