(kreuz.net) Die Novizen des berühmten französischen Benediktiner- klosters Solesmes – in der Diözese
Le Mans – stellten als Ministranten bei der Privatmesse von Pater Joseph Gajard OSB († 1971) fest, daß
dieser sich bei der Zelebration eigenartig verhielt.
Pater Joseph Gajard war jahrzehntelang Choralmagister
der berühmten französischen Benediktinerabtei Solesmes, die im 19. und 20. Jahrhundert für eine Wiederentdeckung
des Gregorianischen Chorals bekannt wurde.
Jeweils nach dem Introitus, dem Graduale, dem Offertorium
und der Communio – also nach jenen Teilen, die in der Konventmesse gesungen wurden – machte er eine Pause,
die von den Rubriken nicht vorgesehen war.
Dann versank er in Meditation.
Eines Tages fragte ihn einer
der Ministranten, warum er das tue.
Der Betreffende erhielt die folgende Antwort:
„Für die gesungenen
Teile der Messe gibt das Meßbuch nur den Text, der allerdings für viele Interpretationen offen ist.
Ich interessiere mich für die Interpretation der Kirche – und ich glaube, daß diese deutlich in den
Melodien des Graduale, welche die Propriumstexte der Messe umkleiden, enthalten ist.
Darum halte ich
während der Feier der Messe etwas an, um mich an die Melodien zu erinnern:
Der Gregorianische Choral
ist der offizielle Kommentar der liturgischen Texte, der von der Kirche selber gegeben wurde.“
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Grammatica, logica, rhetorica; arithmetica, astronomica, geometria, musica Ganz schnell, da es für mich
leider eher spät, als früh ist: Der tonus peregrinus ist ein Bastardton; die erste Hälfte des Psalmverses
hat Anfang, tenorem (Rezitierton) und mediationem praktisch wie im 1. oder im 6. Ton; auch ist die terminatio
wie im 1. Ton, aber der tenor der zweiten Vershälfte ist nicht mehr das a des 1. Tons, sondern das g
einen Ganzton tiefer, was sonst nirgendwo in der Psalmodie vorkommt. Deshalb heißt dieser Ton peregrinus:
Der tenor ‘pilgert’ mitten im Vers von a bis g hinunter, dann zurück auf a für den Anfang des nächsten
Verses. Der Ton ist deshalb bekannt, weil der 5. Psalm der normalen Sonntagsvesper, In exitu Israel, darauf
gesungen wird. Auch wird das erste Sopransolo des Mozart-Requiems, der Psalmvers des Introitus, Te decet
hymnus, Deus, in Sion, et tibi reddetur votum in Jerusalem, mit nur zwei kleinen Abweichungen in tono
peregrino gesungen. Die tonos irregulares kenne ich mehr aus der Praxis, als aus der Theorie. Sie kommen
selten vor, z. B. hier und da in der Karwoche, sind einfach und werden ohne Antiphonen gesungen, d. h.,
sie gehören dem kanonischen Tonvorrat nicht an. Den Tönen im Sinne von 1. bis zum 8. (kanonisch) und
später bis zum 12. Ton entsprechen Tonleitern, und in dem Sinne sind der peregrinus und die irregulares
keine Töne, da sie keine Tonleitern haben. Musicorum et cantorum magna est distancia; iste canit, ille
sapit que componit musica; nam qui canit, quod non sapit, diffinitur bestia. (sed quid sapit is, qui non
canit?)
pamino: Kirchenton Wikipädriatie ist im Zusammenhang mit mir Dienstmädchengeschwätz, ich benutze diese
Sammlung selbstverständlich nicht. Mit Ihren Ausführungen ist noch nichts über den tonus irregularis
und den tonus perregrinuns gesagt. Damit ist meine Frage weiter unbeantwortet. Außerdem habe ich GL nicht
als wissenschaftliche Quelle angeführt, sondern nur auf den dortigen Sprachgebrauch verwiesen.
Proprium Missæ: von der Schola zu singender bzw. vom Celebranten zu sprechender Text Ich war eine Zeitlang
mehr da und werde mich später mit den Neuheiten beschäftigen; dazu vorläufig nur: Daß J. Guttenberger
den Gotteslob als wiss. Quelle benutzt, ist noch besser, als seine Wikipädiatrie. Es gibt eben Leute,
die nicht wissen, die sie nichts wissen, wie jemand vor mir irgendwo gesagt hat. Was ich in meinem Hauptbeitrag
zu sagen vergessen habe: Der im Graduale Romanum befindliche amtliche Singtext des Propriums ist nicht
immer genau der gleiche, wie der im Missale Romanum befindliche amtliche Lesetext. Bsp.: Die Antiphon
zur Weihwasserprozession am Karsamstag, Sicut cervus, von deren 4st. Palestrina-Vertonung bestens bekannt,
heißt im Missale Quemadmodum cervus (Vulgata-Text des betreffenden Psalmes). Die aus der Vetus Latina
stammenden Texte des Graduale sind wegen der auch damals schon längst vorliegenden Vertonungen nie auf
das Missale von 1570 standardisiert worden und stehen, allerdings in der neuen, besserwissenden Reihenfolge,
zusammen mit den ihnen zugehörigen Noten auch im postkonziliarischen Graduale. Hic est digitus Dei.
sankt niketas: Pilgerton Sind tonus irregularis und tonus perregrinus nicht zwei verschiedene Bezeichnungen
für denselben Ton? Es gäbe andernfalls insgesamt 10 Kirchentöne. Ist das richtig? Im „Gotteslob“ sind
jedenfalls nur 9 Kirchentöne aufgeführt.
@ Guttenberger Davon gibt es 8 zuzüglich des tonus irregularis, auch Pilgertron. Das sind aber zwei verschiedene.
Es gibt also 8, dazu den tonus irregularis, dazu den tonus perregrinus (wenn ich das richtig in Erinnerung
habe), Letzterer ist der von Ihnen so genannte Pilgerton.
Landorganist, Freinsberg, Pamiuno: Choral Daß der Kammerton mit dem Kirchenton nichts zu tunhat, ist
klar. Beim Kirchenton, so z. B. beim Psalm, handelt es sich um eine Melodie. Davon gibt es 8 zuzüglich
des tonus irregularis, auch Pilgertron. Die byzantinische Traditionn kennt nur 8 Töne. Wie schon festgestgellt,
ging es bei der Temperierung um die Einteilung der Tonleiter in 12 gleich große Halbtonschritte, deswegen
cis = des. Mit der Mensorierung hat das nichts zu tuen. Wenn man nach der Tonleiter vor 1600 alle Halbtöne
aufaddiert, kommt man auf keine Oktav. Der Tonumfang ist größer. Inwieweit die Editio Medicaea etwas
mit Palestrina zu tuen hat, kann ich im Augenblich nicht sagen. Mit ist nur bekannt, daß er den Choral
neu herausgegeben hat. Wegen des Benediktberges: heute ist m. W. für die Pflege einer eigenständigen
Choralktradition keine Genehmigung mehr notwendig.
@Guttenberger Was erzählen Sie denn da für interessante Geschichten zum Thema „Temperierung von Tasteninstrumenten“?
Meinen Sie damit den langsamen Umstieg von der mitteltönigen zur gleichschwebenden Stimmung? Nun, da
liegen aber noch einige Stimmungssysteme dazwischen, z. B. Kirnberger oder Werckmeister I-III. Mir scheint,
Sie haben das Stimmungssystem im Grundsatz auch nicht richtig verstanden. Maßgeblich sind die Abstände
innerhalb der Toninterwalle, z. B. in den Terzen oder Quinten.
@pamino Dein Post ist mir völlig untergegangen. Es ist selten, daß ich in Maria Hilf bin. Ich bin immer
„hinterm Bahnhof“. Ein Freund von mir geht regelmäßig – eben wegen den Scholen. Ich war allerdings in
der Osternacht dabei – als draußen außer dem Osterfeuer auf der anderen Rheinseite noch ein Feuerwerk
abgebrannt wurde. P.S.: Bei euren Fachgesprächen hier komm’ ich nicht mehr mit.
@ pamino Die Beuroner Ausgabe kenne ich nicht. Vielleicht haben die Beuroner die sogenannten rhythmischen
Zeichen der späteren Solesmenser Bücher nicht übernommen, welche gegenüber der Editio Vaticana hinzugefügt
sind. Rom hat mehrmals erklärt, dass solche Zusätze nur geduldet, aber nicht approbiert werden.
@Pamino Der Kammerton ist nicht der Kirchenton! Temperierungssysteme, i. e. Lügen, damit Tasteninstrumente
überhaupt erträglich werden, haben auf Singen a cappella Gott sei dank keine Macht. Wenn man als Sänger
oder Geiger nach soundsovielen Takten noch mit dem Tasteninstrument beeinander sein will, dann muss man
schon gut sein.
wohlverdienter Verriß Der Beitrag von Jörg Guttenberger ist von mehreren halbverstandenen wikipediaähnlichen
Quellen zusammengeschrieben. Zuerst: wiederentdeckt und neu herausgegeben, und zwar im Auftrag des Vatikans,
nachdem dieser dem Stümper Pustet (Regensburg) die missionem abzegogen hatte. Wenn die alte Ausgabe irgendwo
noch gesungen wird, so explizit gegen das Dekret der Ritenkongregation vom 07.08.1907 (s. vorne im Graduale
Romanum). Die von mir inkriminierte Beuroner Volksausgabe fußt schon auf der vatikanischen (Solesmes),
hat aber diese entgegen dem Dekret nach Gusto geändert. Daß die vatikanische aber auf die Medicea aufgebaut
ist, ist ein Nonsens; die Behauptung zeigt, daß der Verf. rein gar nichts über die Recherchen der Solesmenser
weiß. Und was, bitte, ist ‘der griechische Choral’? hier werden Praxis und doppelt falsch verstandene
Theorie durcheinandergebracht. Die Kirchentonarten: es gab modos auf d, e, f und g beginnend, jeden mit
einer authentischen (1., 3., 5. und 7. Ton) und einer plagalen Form (2., 4., 6. und 8. Ton). Das sind
die einzigen, die in den liturgischen Büchern stehen. Später kamen die modi auf a (9. und 10. Ton; unser
Moll) und c (11. und 12. Ton; unser Dur) dazu. „a“ hat es immer gegeben, nur wurde es erst gegen Ende
des 19. Jh. in Hz festgelegt (und dann wieder geändert). Der Kammerton ist nicht der Kirchenton! Temperierungssysteme,
i. e. Lügen, damit Tasteninstrumente überhaupt erträglich werden, haben auf Singen a cappella Gott
sei dank keine Macht. Laus Deo.
@ Guttenberger Dass die Editio Medicaea nicht auf Palestrina zurückgeht, haben bereits Carlo Respighi
(1899) und Raphael Molitor (1901) nachgewiesen: Carlo Respighi, Giovanni Pier Luigi da Palestrina e l’emendazione
del Graduale Romano. Rom: Desclée – Lefebvre 1899; ders., Nuovo studio su Giovanni Pier Luigi da Palestrina
e l’emendazione del Graduale Romano con appendice di documenti: Rom: Desclée – Lefebvre 1900. Raphael
Molitor, Die nachtridentinische Choralreform zu Rom. Ein Beitrag zur Musikgeschichte des XVI. und XVII.
Jahrhunderts. Bd. 1-2. Leipzig: Leuckart 1901.
Gregorianischer Choral Die Abtei Solesmes hat den gregorianischen Choral nicht wiederentdeckt, sondern
neu herausgegeben! Der Choral hat sich aus dem griechischen Choral entwickelt, der wiederum auf Antiochien
zurückgeht. Die erste uns bekannte Neuausgabe stammt von Palestrina und wird heute noch auf dem Benediktberg
in der Nähe von Aachen gesungen. Auf dieser Ausgabe baut die Neuherausgabe von Solesmes auf. Der in Deutschland
übliche Gesang stammt aus Beuron, desen Ausgabe wiederum auf Solesmes fußt. Die Neuausgabe Palestrinas
lag nahe, weil sein Zeitgenosse, der Musiktheoretiker Zarlino, die Dur- und Moll-Lehre herausgegeben hat,
die lediglich zwei der bis dahin bekannten Kirchentonarten fortschreibt. Um 1600 wurde der reine Kammerton
„a“ eingeführt. Bis dahin galt es, wie heute noch bei den Griechen und anderen Musiktraditionen als künstlerisch
wertvoll, den jeweligen Ton selbst zu formen. Zur Zeit J.S. Bachs wurde die Tonleiter temperiert, d. h.
cis wurde gleich des gesetzt, so daß man mit jedem Tasteninstrument jede Tonleiter spielen konnte. Vorher
brauchte man wegen cis ungleich des für jede Tonleiter ein eigenes Tasteninstrument (bei den Streichinstrumenten
gab es diese Probleme nicht). Folge dieser Neuerung waren u. a. die Kompositionen „das wohltemperierte
Klavier“ von J.S. Bach. Der Begriff „Klavier“ war damals ein Oberbegriff für Tasteninstrument (also Cembalo,
Spinett, Clavichord, Orgel) und nicht deckungsgleich mit unserem heutigen Klavier.
@chico flojo Warst Du heute da? Die Schola, die heute gesungen hat, ist die, die global die wenigsten
Nachteile hat, und auch die, die am wenigsten dran ist. Leider haben die da eine Tendenz, das, was nach
der Epistel kommt, zu kürzen. Heute z. B. haben sie nur die zweite Alleluia gesungen. Die anderen beiden
Scholen singen alles. Gut an diesem Leiter ist es dazu, daß er beim Orgeln im Ordinarium Feuer unter
das Volk setzt.
Cöllscher Choral Samstag, 23. Mai 2009 23:24, chico flojo @pamino: Das Domine, non sum dignus haben Sie
aber nicht mit einbezogen, oder? Doch, das extramissale (aber natürlich nicht das vorhergehende, das
des Priesters). Und ich bin gerade was Liturgie anbelangt noch ein Neuling – also verzeihen Sie mir noch
mal. Keine Ursache. Ein vielversprechender, wenn ich’s sagen darf. Und was die Kölner Schola anbelangt –
ich sehe das relativ. Gut – vielleicht nicht hervorragend. Aha, die kennst Du? Jetzt aber frage ich mich,
welche der dreien Du meinst; wohl die, die am häufigsten singt. In der Schola gibt es nur einen Mann,
der durchweg sauber singt, und man hört ihn leider nicht. Da ist der Leiter zu faul, um dem eigenen lauten
und falschen Schreien zuzuhören. Aber sind das alles ausgebildete Spezialisten, die sich mit fast nichts
anderem beschäftigen? Nein (obwohl zwei Leiter ausgebildete Kirchenmusiker sind), und das ist an sich
gut so; die heutigen ‘Spezialisten’ gehören der neo-konservativen Szene an. Aber es gibt Arroganz (‘ich
bin alter Kirchenmusiker’); Faulheit (nur schnelles Durchsingen vor der Messe, keine richtige Probe);
Geltungs’bedürfnis’ seitens von Leuten, die kein musikalisches Gehör haben; fehlende Lateinkenntnisse
(fällt sehr auf, wenn ein ganzer Ps. gesungen werden muß, wie in der Karwoche), usw. Die Zauberflöte-Leute,
die von vorne singen (nichts dagegen, im Gegenteil – aber sie sollten Chortracht tragen) haben faule Intonationsverderber
unter sich. Die beste Schola kommt selten…
Die Gregorianik hat ihre Wurzeln in den Synagogengesängen und im Tempelkult Israels. Das gregorianische
Psalmengebet pflegen vorallem die katholischen Mönche um den ganzen Globus. Auch die Gesänge des „Jugendklosters“
von Taizé sind von der Gregorianik stark beeinflußt. Es wär schön, wenn jede Pfarrei eine gregorianische
Schola hätte. Hier muss man vielleicht catholic zustimmen.
@Bodo11 Im Zweifelsfalle würde ich die westliche Schutzsphäre durchaus gern gegen eine kontinentale
tauschen. Aber das gegenwärtige russiche Regime ist, ei aller Sympathie für Putin, in meinen Augen nur
verlängerter Stalinismus. Und der gegenwärtige Präsident ist ja auch ein „Mitbürger“. Wie viele von
den in Russland lebenden 10.000en stalinistischen Massenmördern sind abgeurteilt worden?
und einiges spricht dafür, daß unser Accountpirat mit dictionary attacks und eingeschränkten Wortkategorien
arbeitet, was die schnelle Arbeit erklärt – einfache DAs, erst recht Bruteforce, bräuchten viel länger
bis zum Treffer. Ich habe mein Paßwort deshalb schon vor einiger Zeit so angepaßt, daß entsprechende
Aktionen schiefgehen müssen, und verändere es in kurzen Abständen. Am besten wählt man immer ein Paßwort
ohne jeden persönlichen Bezug. Dann ist er aufgeschmissen.
@pamino Sanctus geschlabbert – das passiert, wenn man zu schnell ist. Daß das angesprochene Confiteor
und die Absolution nicht Teil der Messe ist, ist mir klar. Aber als Bestandteil der Liturgie sehe ich
es schon. Das Domine, non sum dignus haben Sie aber nicht mit einbezogen, oder? Und ich bin gerade was
Liturgie anbelangt noch ein Neuling – also verzeihen Sie mir noch mal. Und was die Kölner Schola anbelangt –
ich sehe das relativ. Gut – vielleicht nicht hervorragend. Aber sind das alles ausgebildete Spezialisten,
die sich mit fast nichts anderem beschäftigen?
kann gut sein, Großwildjäger … ich habe dem echten John-Boy mal einen Hinweis zukommen lassen. Zwar
kann irgendein Scherzkeks den Account kapern, aber die Mailbox kann er nicht verändern. Für einen Scriptkiddie-Scherz
spricht auch, daß dieses Posting nicht den geringsten Bezug zum Thread hat.
Der Name ist john-boy, die Sprache Elijahu Dazu ein Bibeltext: „In Euerem Herzen herrsche der Friede Christi.“
Es war ein Jude, der dies Griechen gesagt hat. Wer findet den Namen raus?
Die Gregorianik, getragen und würdevoll gesungen, erhebt die Seele in das Lob Gottes hinein. Priester,
Chorleiter und Laien, die sich bemühen, in den Pfarrgemeinden ein Gespür für Hymnen, Choräle und Psalmen
zu wecken, fördern das spirituelle, meditative Leben vieler Mitchristen und auch von Menschen, die der
Kirche nicht so nahe stehen. Der gesungene Glaube ist lebendige Verkündigung. Bitte fördern Sie in Ihrer
Gemeinde den Chorgesang, den Volksgsang und die Kirchenmusik.
@brandenburgis Wenn in der Liturgie etwas wiederbelebt wird, bzw. wiederbelebt werden „muß“, dann handelt
es sich meist um zu Recht vergessenes. Etwas organisch notwendiges kann gar nicht „vergessen“ werden.
sehr gut gesagt! Darum werden die Versuche zur Wiederbelebung der tridentinischen Messe auch keinen Erfolg
haben.
www.de.rian.ru/ …die gleiche deutsch-feindliche Hetzpropaganda wiederholt Sie können das sicher an
konkreten Beispielen belegen. www.de.rian.ru/ Ja mit dieser Quelle können sie die gleichgeschalteten
Westmedien umgehen.
@Bodo11 Wieso beschimpfen Sie mich denn dauernd, obwohl ich Ihnen gar nichts getan habe? Ich lese täglich
die Nachrichten und Kommmentare auf RIA-Novosti und dort wird nur leicht abgestuft geringer die gleiche
deutsch-feindliche Hetzpropaganda wiederholt, wie wir sie seit dem Kriege ununterbrochen von überall
her hören. Und ich verfolge sehr viele russische, auch wissenschaftliche Stimmen. Und von überall her
wird Deutschland eben noch als Feindstaat und moralisch minderwertiger Kriegsgegner abqualifiziert. Rußland
würde nie Deutschland entlastende Beweise veröffentlichen, und von diesen hat Rußland sehr viele in
der Hand. Jetzt soll sogar die stalinistsiche Geschihctssicht gesetzlich für verbindlich erklärt werden.
Das ist wirklich ein außerordentlicher Tiefpunkt.
bis orat, qui – bene ! – cantat @Paulaner: Ja, besser als die meisten Artikel. @Freinsberg: Ja, die eigentliche
Messe ist das levitierte Hochamt. @Gotthard: Aber, aber; z. B., der 14jährige Mozart mußte als Meisterwerk
in Bologna die Magnificat-Antiphon von Dom. XV p. Pent. im 4st. strengen Kontrapunkt aussetzen. @möchtegern-kathole:
Ja, was erwartest Du denn? @Gotthard: Die Deutsche Messe von Schubert ist ein VNICVM. Credoteile, mit
denen er nicht einverstanden ist, vertont er oft auch nicht. @Freinsberg: Natürlich. Bei (dt.) Pius hat
man nur Ordinarium. meistens abominabel gesungen. Neumenkunde ist zuviel gesagt. Auch im Kloster wird
das Proprium (und die Responsorien der Mette) von einer Schola gesungen. @chico flojo: Petrus, natürlich,
bei uns in Köln hat man auch immer das ganze Proprium. Aber hervorragend… wo bist Du? Vielleicht migriere
ich. @Freinsberg: Mir wäre lieber, die editio magis critica bliebe aus, bis die moderne Besserwisserei
wieder abgeflaut ist. Es reicht mir schon, daß hier in Köln das Volk aus anti-Solesmes-Büchlein von
Beuron singt, mit anderen rhythmischen Werten, als im Graduale Romanum. (Man hatte sie gratis bekommen.)
@chico: Du hast Sanctus vergessen. Und was ist dieser Confiteor-Quatsch? Du denkst wohl an Confiteor,
Absolution und Domine non sum dignus vor der Kommunion des Volkes; aber diese ist kein Teil der trad.
Messe und steht deshalb nicht im Missale, sondern im Rituale. @möchtegern-kathole: O actuosam insipientiam !
Wer nicht sauber singen kann, soll schweigend mitbeten…
Brandenburgis Brandenburgis,sie Schlappschwanz,ich warte immer noch auf eine Antwort auf ihre ungeheuerlich
dummen Vorwürfe in Richtung Russland Wirds bald,sie Feigling.
Wenn in der Liturgie etwas wiederbelebt wird, bzw. wiederbelebt werden „muß“, dann handelt es sich meist
um zu Recht vergessenes. Etwas organisch notwendiges kann gar nicht „vergessen“ werden. Oder haben Sie
schon mal das Atmen oder K… vergessen?
Die Gregorianischen Gesänge sind hervorragenden Merkmale des Römisch Katholischen Mönchtums. Die Choräle
sind gesungenes Lob Gottes. Die Gregorianische Messe sollte in jeder Pfarrgemeinde zum gepflegten Element
im Jahreskreis gehören. Gregorianik, Volksgesang und auch rhythmische Lieder ( wenn sie nicht seicht
sind) können einander sinnvoll ergänzen. Die Gregorianik ist einer der großen Schätze der Römischen
Kirche und durchaus so wertvoll wie die wunderbaren Hymnen und Choräle der 21 unierten Rituskirchen.
Bitte fördern Sie in Ihrer Pfarrei eine Gregorianische Schola.
@brandenburgis Der gregorianische Choral war nie vergessen warum wurde er aber fast nicht mehr gesungen
in den Gemeinden bis zur Wiederbelebung im ausgehenden 19. Jahrhundert?
@Freinsberg Das Proprium ist ja auch nicht notwendig – die Gemeinde soll nicht mehr singen als sie singen
kann. Das Kyriale reicht aus. Ansonsten unterschätzen Sie so manche Gemeinde – habe schon Pius-Gemeinden
gehört, die eine Sonntagsverper mit tagesabhängigem Choral-Gesang und Magnificat usw. halbwegs richtig
mitsingen.
@Freinsberg Sie haben’s vergessen und ich auch: Die tätige Teilnahme der Gläubigen besteht aus dem Kyriale.
Also Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei. Dazu kommen noch die gesungenen Antworten und evtl. von einem
Messdiener oder einem Mitglied der Schola ein gesungenes Confiteor vor dem Domine, non sum Dignus. A ja –
das Asperges bzw. Vidi Aquam nicht zu vergessen. Noch was geschlabbert? Übrigens gibt es auch noch die
dialogisierte Messe. Aber leider zu selten.
@ gotthard zur Wiederentdeckung der Gregorianik: Die Solesmenser Mönche betrieben Choralforschung und
erstellten – zunächst für sich – Bücher mit nach den älteren Quellen restituierten Gesängen (wichtigste
Persinen: Joseph Pothier, André Micquereau) . Bisher hatte man nach der Editio Medicaea aus dem 16. Jh.
gesungen, die verballhornte, gekürzte und nach dem Zeitgeschmack veränderte Melodien enthielt. Die unter
Pius X. herausgegebene Editio Vaticana beruht v. a. auf den Forschungen von Solesmes. Das II. Vat. Konzil
forderte eine „editio magis critica“, weil die Choralwissenschaft natürlich nicht stehengeblieben ist.
@Paulaner Klar – Ettal liegt ja auch mal eben um die Ecke – ungefähr 6 Stunden für mich. Und die Petrusbruderschaft
fiel Ihnen aber nicht ein? Die haben hier bei uns z.B. eine hervorragende Schola. Wissen Sie, was auch
ein Problem ist? Die hervorragende gesangliche Nichtausbildung der Priester. In meiner früheren Stammkirche
dachte ich manchmal, die gesungene Praefatio ist Dosis genug. Mehr wäre anstrengend geworden. Haben Sie
eigentlich schon mal P.Schmidberger gehört? Er hat ja eine sehr angerauhte Stimme sag ich mal. Also nicht
gerade, was man einen wohlklingenden Klangkörper nennen würde. Aber auch er schafft es, die gesungenen
Teile der Messe nicht zu einem Abenteuer mit zweifelhaftem Ausgang werden zu lassen – indem er gekonnt
tremoliert.
@freinsberg Zugleich sieht man daran, dass die sogenannte Privatmesse eine (äußerlich) defizitäre Form
ist, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Die Privatmesse war ein Ergebnis der Klerikalisierung der
Möchskonvente. Ursprünglich hatten die Mönchskonvente nur so viele Priester, wie für die Gemeinschaft
notwendig waren. Diese Klerikalisierung war eine Fehlentwicklung, die mit der Herabsetzung der Laienbrüder
Hand in Hand ging. Die gesellschaftliche Schichtung in Herren und Knechte nahm seine Fortsetzung im Kloster.
Das paulinische „Ihr alle seid Brüder“ wurde erst in den Regelerneuerungen der Nachkonzilszeit in den
Blick genommen. Selbst Frauenkonvente, die keiner Klerikalisierung entlagen, hatten ihre innerklösterliche
Schichtung zwischen Adel und Mägden: Chorschwestern und Arbeitsschwestern. Auch dieser Blick in die Historie
ist ein Kommentar zum GG: alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Leider keine Errungenschaft der Kirche.
@ möchtegern-kathole Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den Piusbrüdern die ganze Gemeinde das
Proprium singt. Das ist wirklich Sache einer spezialisierten (und in Neumenkunde geschulten) Schola.
Verloren Benediktinerabtei Solesmes, die im 19. und 20. Jahrhundert für eine Wiederentdeckung des Gregorianischen
Chorals bekannt wurde. Wie konnte der gregorianische Choral bis zum 19. Jahrhundert verloren gehen? War
er durch die deutsche Messe von Schubert verdrängt worden? Solesmes brachte eine Revolution in die Liturgie
…
chico schrieb: „Selbst die Teile der Messe, die auch heute noch gesungen werden – sollten, sind in der
Regel nur noch gesprochen zu hören.“ Messe? heute? Choral? Die tätige Teilnahme der Gläubigen am Choral
besteht da auch nur noch im Schweigen, zusammen mit der meist gut besetzten, aber leider nicht mehr existenten
Schola. Für die tätige Teilnahme der Gläubigen muss man da schon zu den Pius-Brüdern gehen …
Zwei Dinge, die einem in’s Auge springen: „Für die gesungenen Teile der Messe gibt das Meßbuch nur den
Text, der allerdings für viele Interpretationen offen ist.“ Selbst die Teile der Messe, die auch heute
noch gesungen werden – sollten, sind in der Regel nur noch gesprochen zu hören. Selbst am Sonntag. Natürlich
bestätigen auch hier die Ausnahmen die Regel. Viel interessanter finde ich allerdings den zweiten Teil
der Aussage. Sie ist eigentlich ein Plädoyer für den Beibehalt des Latein als liturgische Sprache –
so wie es ja auch ursprünglich vorgesehen war laut dem Vaticanum II.
Wiederentdeckung Der Gregorianische Choral ist der offizielle Kommentar der liturgischen Texte, der von
der Kirche selber gegeben wurde Was in den Jahrhunderten, in denen der gregorianische Choral seiner Wiederentdeckung
harrte?
Kovent- und Privatmesse Das Verhalten des Choralisten finde ich berührend. Zugleich sieht man daran,
dass die sogenannte Privatmesse eine (äußerlich) defizitäre Form ist, die ursprünglich nicht vorgesehen
war.