09:52:53 | Mittwoch, 30. März 2005
Die Erzdiözese Salzburg reagiert auf die Einführung der Kinderabtreibung im Landeskrankenhaus mit einer sogenannten ‘Woche für das Leben’. Erzbischof Kothgasser zur Kinderabtreibung vor seiner Haustüre: „Man muß Tatsachen respektieren, die man momentan nicht verändern kann.“
(kreuz.net, Salzburg) Die Erzdiözese Salzburg wird in der ersten Aprilwoche eine ‘Woche für das Leben’
starten. Die Aktion ist die offizielle Antwort auf die Weisung der sozialistischen Chefin des Landes Salzburg,
Gabriele Burgstaller, ab kommendem Samstag auch im Landeskrankenhaus Salzburg ungeborene Kinder abzutreiben.
Bei der Abtreibung werden Kinder im Mutterleib als lebensunwürdig eingestuft und anschließend durch
besondere technische Vorrichtungen abgesaugt. Größere Kinder müssen vorher mit Messern zerstückelt
werden, um eine gefahrlose Tötung des kleinen Menschen zu garantieren. Abtreibungsgeschändete Mütter
leiden fast immer und oft massiv an den Spätfolgen der Kinderabtreibung.
Die katholische Kirche in Österreich
nimmt zur Kinderabtreibung eine ambivalente Haltung ein. In Grundsatzerklärungen wird die Abtreibung
zwar immer noch abgelehnt. Der Präsident der österreichischen Bischofskonferenz, Christoph Kardinal
Schönborn, und der Erzbischof von Salzburg, Mons. Alois Kothgasser, haben in der Vergangenheit aber verschiedentlich
Abtreibungspolitiker in Schutz genommen und gleichzeitig Lebensrechtler angegriffen, sowie konkrete politische
Aktionen gegen die Abtreibung verurteilt.
Die von den österreichischen Bischöfen unterstützte ‘Aktion
Leben’ verteidigt offiziell die in Österreich geltende ‘Fristenregelung’, wonach Kinder bis zu ihrer
12. Lebenswoche ausgemerzt werden können. Gegen die Einführung der Kinderabtreibung im Landeskrankenhaus
in Salzburg haben die katholischen Oberhirten des Landes keinen echten Widerstand geleistet. Es ist darum
nur eine Frage der Zeit, bis die Kinderabtreibung auch in den Landeskrankenhäusern von Innsbruck und
Feldkirch eingeführt wird.
Die ‘Woche für das Leben’ in der Erzdiözese Salzburg will den „umfassenden
Schutz“ des Lebens bewerben, erklärte Salzburgs Erzbischof, Mons. Alois Kothgasser, bei einer Pressekonferenz
am Dienstag.
„Wir konzentrieren uns auf konkrete Hilfen als auf große Polemiken. Man muß Tatsachen
respektieren, die man momentan nicht verändern kann“, meinte der Erzbischof zur unmittelbar bevorstehenden
Einführung der Kinderabtreibung in Salzburg.
In der ‘Woche für das Lebens’ läßt die Erzdiözese 50
großformatige Plakate in der Mozartstadt anbringen. Kleinere Plakate werden in Pfarreien verteilt. Die
Werbe- und Informationskampagne steht unter dem etwas undurchschaubaren Titel: ‘Lebens-Kirche. Aus Gottes
Hand in unsere Hände. Wir helfen jeden Tag’.
Broschüren und Schutzengelplaketten sollen in den Geburtsstationen
der Spitäler aufliegen. Neugeborene und ihre Mütter erhalten in dieser Woche von den Pfarreien als Zeichen
der Aufmerksamkeit und des Dankes, daß sie „das Leben gewählt haben“, ein kleines Geschenk.
Das Thema
des Lebensschutzes sei für ihn persönlich „zutiefst bewegend“, erklärte Bischof Kothgasser weiter.
Es gehe hier um die für die Gesellschaft existentielle Frage, welcher Stellenwert dem menschlichen Leben
in all seinen Formen beigemessen werde. Notwendig sei ein neues Bewußtsein für den Schutz des Lebens.
Es müsse klar werden, daß es bei jeder Abtreibung um Leben oder Tod für einen ganz konkreten Menschen
gehe. Es sei für Christen unvereinbar mit ihrem Glauben, die Kinderabtreibung als Weg zu sehen, um Frauen
in Not zu helfen.
„Das menschliche Leben besitzt von Anfang an eine eigene Würde, ein eigenes Recht
und einen eigenen Schutzanspruch, der durch die Rechte anderer oder besondere Umstände nicht aufgehoben
werden kann.“
Erzbischof Kothgasser will als konkrete Hilfestellung für Mütter in Not einen eigenen
Hilfsfond einrichten: „Es ist eine Realität, daß gerade Frauen, die keinen Ehepartner haben oder auch
keine Eltern im Hintergrund, oftmals in die Armutsfalle geraten. Hier müssen wir“ – so Kothgasser – „unterstützend
eingreifen. Hier gilt es, den Frauen wirklich eine auch materielle Hilfe zuteil werden zu lassen, daß
sie mit ihrem Kind im wahrsten Sinne des Wortes überleben können.“
Der Erzbischof hofft, daß noch
heuer ein Haus oder zumindest Wohnungen für die Betreuung von Schwangeren und Müttern in Not zur Verfügung
stehen. Mit dem Projekt hat er die von ihm initiierte Arbeitsgruppe ‘Forum Neues Leben’ betraut.
Das
‘Forum Neues Leben’ ist eine Initiative des Erzbischofs, um alle gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln,
damit in einer breit angelegten Diskussion das allgemeine Bewußtsein für den Wert des Lebens geschärft
wird. Ihm gehören auch sozialistische Abtreibungspolitiker und abtreibungsfreudige Religionsvertreter
an – unter anderem die Hauptverantwortliche für die Abtreibung in Salzburg, Gabriele Burgstaller.
Die
Erzdiözese will sich in der Lebenswoche nicht auf die Kinderabtreibung und die Einführung derselben
im Landeskrankenhaus festlegen. Auch die
gegenwärtig verhungernde Terri Schiavo und die Euthanasie im
allgemeinen ist Erzbischof Kothgasser ein Anliegen: Nicht nur die Diskussionen um den Schutz ungeborenen
Lebens, auch der medial ausgeschlachtete Fall der amerikanischen Koma-Patientin Terri Schiavo zeige –
so Kothgasser – wie das Thema ‘Leben’ die Öffentlichkeit bewege.
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#2
sttn 18:27:51 | Mittwoch, 30. März 2005
#1
Marcel 11:52:00 | Mittwoch, 30. März 2005