Kinderabtreibung
Sozialistische Entschlossenheit siegt über katholische Resignation
Die Erzdiözese Salzburg reagiert auf die Einführung der Kinderabtreibung im Landeskrankenhaus mit einer sogenannten ‘Woche für das Leben’. Erzbischof Kothgasser zur Kinderabtreibung vor seiner Haustüre: „Man muß Tatsachen respektieren, die man momentan nicht verändern kann.“
(kreuz.net, Salzburg) Die Erzdiözese Salzburg wird in der ersten Aprilwoche eine ‘Woche für das Leben’ starten. Die Aktion ist die offizielle Antwort auf die Weisung der sozialistischen Chefin des Landes Salzburg, Gabriele Burgstaller, ab kommendem Samstag auch im Landeskrankenhaus Salzburg ungeborene Kinder abzutreiben.

Bei der Abtreibung werden Kinder im Mutterleib als lebensunwürdig eingestuft und anschließend durch besondere technische Vorrichtungen abgesaugt. Größere Kinder müssen vorher mit Messern zerstückelt werden, um eine gefahrlose Tötung des kleinen Menschen zu garantieren. Abtreibungsgeschändete Mütter leiden fast immer und oft massiv an den Spätfolgen der Kinderabtreibung.

Die katholische Kirche in Österreich nimmt zur Kinderabtreibung eine ambivalente Haltung ein. In Grundsatzerklärungen wird die Abtreibung zwar immer noch abgelehnt. Der Präsident der österreichischen Bischofskonferenz, Christoph Kardinal Schönborn, und der Erzbischof von Salzburg, Mons. Alois Kothgasser, haben in der Vergangenheit aber verschiedentlich Abtreibungspolitiker in Schutz genommen und gleichzeitig Lebensrechtler angegriffen, sowie konkrete politische Aktionen gegen die Abtreibung verurteilt.

Die von den österreichischen Bischöfen unterstützte ‘Aktion Leben’ verteidigt offiziell die in Österreich geltende ‘Fristenregelung’, wonach Kinder bis zu ihrer 12. Lebenswoche ausgemerzt werden können. Gegen die Einführung der Kinderabtreibung im Landeskrankenhaus in Salzburg haben die katholischen Oberhirten des Landes keinen echten Widerstand geleistet. Es ist darum nur eine Frage der Zeit, bis die Kinderabtreibung auch in den Landeskrankenhäusern von Innsbruck und Feldkirch eingeführt wird.

Die ‘Woche für das Leben’ in der Erzdiözese Salzburg will den „umfassenden Schutz“ des Lebens bewerben, erklärte Salzburgs Erzbischof, Mons. Alois Kothgasser, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

„Wir konzentrieren uns auf konkrete Hilfen als auf große Polemiken. Man muß Tatsachen respektieren, die man momentan nicht verändern kann“, meinte der Erzbischof zur unmittelbar bevorstehenden Einführung der Kinderabtreibung in Salzburg.

In der ‘Woche für das Lebens’ läßt die Erzdiözese 50 großformatige Plakate in der Mozartstadt anbringen. Kleinere Plakate werden in Pfarreien verteilt. Die Werbe- und Informationskampagne steht unter dem etwas undurchschaubaren Titel: ‘Lebens-Kirche. Aus Gottes Hand in unsere Hände. Wir helfen jeden Tag’.

Broschüren und Schutzengelplaketten sollen in den Geburtsstationen der Spitäler aufliegen. Neugeborene und ihre Mütter erhalten in dieser Woche von den Pfarreien als Zeichen der Aufmerksamkeit und des Dankes, daß sie „das Leben gewählt haben“, ein kleines Geschenk.

Das Thema des Lebensschutzes sei für ihn persönlich „zutiefst bewegend“, erklärte Bischof Kothgasser weiter. Es gehe hier um die für die Gesellschaft existentielle Frage, welcher Stellenwert dem menschlichen Leben in all seinen Formen beigemessen werde. Notwendig sei ein neues Bewußtsein für den Schutz des Lebens.

Es müsse klar werden, daß es bei jeder Abtreibung um Leben oder Tod für einen ganz konkreten Menschen gehe. Es sei für Christen unvereinbar mit ihrem Glauben, die Kinderabtreibung als Weg zu sehen, um Frauen in Not zu helfen.

„Das menschliche Leben besitzt von Anfang an eine eigene Würde, ein eigenes Recht und einen eigenen Schutzanspruch, der durch die Rechte anderer oder besondere Umstände nicht aufgehoben werden kann.“

Erzbischof Kothgasser will als konkrete Hilfestellung für Mütter in Not einen eigenen Hilfsfond einrichten: „Es ist eine Realität, daß gerade Frauen, die keinen Ehepartner haben oder auch keine Eltern im Hintergrund, oftmals in die Armutsfalle geraten. Hier müssen wir“ – so Kothgasser – „unterstützend eingreifen. Hier gilt es, den Frauen wirklich eine auch materielle Hilfe zuteil werden zu lassen, daß sie mit ihrem Kind im wahrsten Sinne des Wortes überleben können.“

Der Erzbischof hofft, daß noch heuer ein Haus oder zumindest Wohnungen für die Betreuung von Schwangeren und Müttern in Not zur Verfügung stehen. Mit dem Projekt hat er die von ihm initiierte Arbeitsgruppe ‘Forum Neues Leben’ betraut.

Das ‘Forum Neues Leben’ ist eine Initiative des Erzbischofs, um alle gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln, damit in einer breit angelegten Diskussion das allgemeine Bewußtsein für den Wert des Lebens geschärft wird. Ihm gehören auch sozialistische Abtreibungspolitiker und abtreibungsfreudige Religionsvertreter an – unter anderem die Hauptverantwortliche für die Abtreibung in Salzburg, Gabriele Burgstaller.

Die Erzdiözese will sich in der Lebenswoche nicht auf die Kinderabtreibung und die Einführung derselben im Landeskrankenhaus festlegen. Auch die gegenwärtig verhungernde Terri Schiavo und die Euthanasie im allgemeinen ist Erzbischof Kothgasser ein Anliegen: Nicht nur die Diskussionen um den Schutz ungeborenen Lebens, auch der medial ausgeschlachtete Fall der amerikanischen Koma-Patientin Terri Schiavo zeige – so Kothgasser – wie das Thema ‘Leben’ die Öffentlichkeit bewege.
      
5 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#5   Franz Kappes   12:11:48 | Montag, 13. Oktober 2008
Entschlossenheit
Diese Form der Entschlossenheit würde ich mir von der katholischen Kirche in Deutschland auch wünschen. o^/
Redaktion benachrichtigen
#4   Yersinia   21:23:26 | Mittwoch, 30. März 2005
was soll die „neue Messe“ damit zu tun haben
sämtliche Konzilsväter und -theologen sind „tridentinisch aufgewachsen“ – muß also auch irgendwie zusammenhängen.
Redaktion benachrichtigen
#3   spectator †   19:39:16 | Mittwoch, 30. März 2005
@ Marcel
Marcel: Sogar als der Papst vor einigen Jahren in einem Brief an die (deutschen) Bischöfe darum bat (warum befahl er es nicht um Himmels Willen!)…
Weil er den Ausbruch des Ungehorsams der deutschen Katholiken verhindern wollte. Der aktive Ungehorsam der deutschen Kirche Rom gegenüber, ist nichts anderes, als eine passive Form des Faschismus. Die deutsche Kirche sagt nicht, wie die Kirche einheitlich geführt werden soll, aber sie macht sofort ihre große Klappe auf, wenn Vatikan mit eindeutigen Bestimmungen die deutschen Katholiken zur Befolgung der katholischen Lehre ermahnt.
Das hängt direkt mit der neuen Messe und dem neuen Glauben seit dem letzten Konzil zusammen.
Nö. Es gibt keinen „neuen Glauben“. Es gibt unfähige Bischöfe und Priester.
Redaktion benachrichtigen
#2   sttn   18:27:51 | Mittwoch, 30. März 2005
@Marcel
Was hat das Thema Abtreibung mit dem Konzil zu tun?
Und was soll das Konzil der Kirche geschadet haben? Seit dem Konzil hat die katholische Kriche mehr als 200 Millionen neue Mitglieder bekommen.
Redaktion benachrichtigen
#1   Marcel   11:52:00 | Mittwoch, 30. März 2005
Die nachkonziliare Kirche ist am Boden zerstört
… deswegen kann sie nicht einmal einstimmig gegen dieses scheußliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufstehen und Widerstand leisten.
Sogar als der Papst vor einigen Jahren in einem Brief an die (deutschen) Bischöfe darum bat (warum befahl er es nicht um Himmels Willen!), doch diese Beratungsscheine mit staatlichem Stempel für eine straffreie Ungeborenentötung „bitte“ nicht mehr auzustellen, hat fast niemand der Oberhirten reagiert (und wenn, dann nur ablehenend gegenüber der „Bitte“). Sie alle tun und lassen, was sie möchten, und so ihre Priester, und so erst recht ihre Gläubigen (die ja mehrheitlich keine mehr sind.)
Das ist die katholische Kirche heute: fast zerstört.
Das hängt direkt mit der neuen Messe und dem neuen Glauben seit dem letzten Konzil zusammen.
Umkehr wäre angebracht, eine Rückkehr zur Tradition, eine Rückkehr zum katholischen Glauben.
Möge der Herr uns einen starken, katholischen Papst schenken für die Zukunft, damit dies erreicht werden kann, damit unter seinem Bischofsstab die Kirche wieder an einem Strang zieht – für Christus und entgegen dem Satan.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KinderabtreibungMami, ich will Bus fahren! KinderabtreibungMit Seitenhieb: Erzbischof Kothgasser ruft zum zivilen Ungehorsam gegen die Abtreibung auf KinderabtreibungGegen das Vergessen: Was der katholische Erzbischof der sozialistischen Genossin schrieb KinderabtreibungNicht dafür und nicht dagegen. Ganz im Gegenteil. KinderabtreibungChristdemokratische Beschwichtigungstaktik in Salzburg? Kinderabtreibung„Ihr habt die Liebe nicht“ KinderabtreibungEinziger Beweggrund ist die Liebe KinderabtreibungErzbischöflicher Dolch sticht erneut KinderabtreibungErzbischöflicher Dolchstoß KinderabtreibungRebellion im Landeskrankenhaus Salzburg KinderabtreibungDas Licht des Lebens erleuchtet das Dunkel der Abtreibung KinderabtreibungKinderabtreibung und „christliche Art“ KinderabtreibungFrau Burgstaller weiß von nichts… KinderabtreibungSalzburg: Die Sozialisten agieren – die anderen parlieren KinderabtreibungEin demokratischer Staat muß auf das Wohl jedes einzelnen Menschen bedacht sein
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net