Pastoraler Prozeß
Gleich zwei bischöfliche Lügen
Ohne Rücksicht auf Verluste fährt die Konzilskirche in Aachen die tragische Ernte nach vierzig Jahren Niedergang ein.
Bischof Mussinghoff bei der Pfingstmesse im Aachener Dom
Bischof Mussinghoff bei der Pfingstmesse im Aachener Dom
© Pressestelle Bistum Aachen
(kreuz.net, Wassenberg) Vierzehn Tage bevor die zwei Pfarreien in der Stadt Wassenberg zwangsfusioniert wurden, versprach der Bischof von Aachen, Mons. Heinrich Mussinghoff, daß es zu keiner Zusammenlegung komme und die Ortsgeistlichen nicht versetzt würden.

Nachdem die Zwangfusion öffentlich wurde, ist jetzt auch klar: Hw. Rainer Mohren und Hw. Heinz Portz müssen die Gemeinden verlassen, wenn diese am 1. Januar 2010 zusammengelegt werden.

Wassenberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, direkt an der Grenze zu den Niederlanden – etwa 15 Kilometer von Roermond und 25 Kilometer von Mönchengladbach entfernt.

Nach Angaben der ‘Rheinischen Post’ vom 28. Mai erreichte der Versetzungsbrief die beiden Wassenberger Pfarrer völlig unvorbereitet.

Viele im Ort waren nicht gegen eine Fusion: „Aber wie von oben einfach befohlen wird, ist enttäuschend“ – zitiert die ‘Rheinische Post’ eine ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Die neue Pfarrei in Wassenberg wird Sankt Marien Wassenberg heißen. Sitz des „leitenden Pfarrers“ ist die Propsteikirche.

Für die neue Gemeinde ist eine 1,6 Pfarrerstelle vorgesehen. Sie wird von einem Leiter und einem zweiten Geistlichen mit geteiltem Aufgabenkreis wahrgenommen.

Außerdem gibt es eine 1,4 Stelle für Gemeindereferenten.

Deutliche Worte findet Sabine Cremer-Deklerk – Geschäftsführerin des neu gegründeten Födervereins für Kirche und Kindergarten in Myhl – vor der ‘Rheinischen Post’.

Man wolle den Entscheid des Bistums nicht so ohne weiteres hinnehmen: „Wir werden weiter kämpfen“.

Für sie ist es unverständlich, daß Pfarrer Portz, der „sich viele Jahre aufopfernd für seine Gemeinden engagiert und seelsorgerisch unglaublich viel geleistet hat, einfach abgesäbelt wird“.

Nach Angaben von Frau Cremer sind die Fronten verhärtet.

Eine Fusion sei zum jetzigen Zeitpunkt in Wassenberg unnötig: „Unseren drei Pfarrgemeinden geht es bestens, wir haben hier noch gut besuchte Messen.“
      
10 Lesermeinungen
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#10   Colombe de la paix   08:37:14 | Donnerstag, 18. Juni 2009
Pilgerdemonstration zum Aachener Dom
Die Fördervereine aus Wassenberg – Oberstadt, Wassenberg – Myhl
haben mit Vertretern der Kirchengemeinden aus St. Mariä Himmelfahrt, St. Martin Orsbeck und St. Johann Baptist ihre Kräfte erneut gebündelt. Sie werden in einer friedlichen Pilgerdemonstration am Aachener Dom auf ihren Widerstand gegen die Fusions- und unheilsvollen Personalentscheidungen des Herrn Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff erneut aufmerksam machen.
Die Pilgerdemonstration findet statt am Samstag , dem 20.Juni 2009
Anlass der kurzfristigen Aktion ist die an diesem Tag stattfindende Diakonweihe durch Herrn bischof Dr. Heinrich Mussinghoff im Hohen Dom zu Aachen.
Es ist nicht beabsichtigt, die feierliche Diakonweihe , die ab 9.30 Uhr stattfindet, direkt zu stören, sondern wollen die Pilger ab 8. 00 Uhr im Bereich des Domes sein und mit ihrer Präsenz und unter Medienbeteiligung sowie insbesondere mit Gebet und Gesang auf ihre Belange aufmerksam machen.
Sie wollen das BIstum Aachen endgültig wachrütteln und dazu bewegen , von seinen desaströsen Entscheidungen abzurücken. Außerdem möchten sie bei der Gelegenheit Unterschriftenlisten überreichen, die zurzeit und auch in den nächsten Tagen eingeholt werden.
Zwangsfusionen sind Nötigung und einfach nicht hinnehmbar.
Außerdem ist es wichtig, den Priestern gerade zu Beginn des von Papst Benedikt XVI. einberufenen Priesterjahres, Loyalität und Zutrauen in ihre seelsorgerische Tätigkeit zu vermitteln.
Wir bitten alle Leser , sie im Gebet zu begleiten
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#9   Jörg Guttenberger, Köln   19:07:09 | Mittwoch, 3. Juni 2009
Verehrte Clarissa,
herzliche Dank für Ihre ausführliche Erklärung! Daß die Bischöfe sich gerne jeder gerichtlichen Kontrolle entziehen, kann sich sehr gut nachfühlen, weil hierdurch willkürliche Entscheidungen wesentlch ershwert würden!
Auch in der Causa Groer wurde m. E. auf Bananenrepublikniveau verfahen: keinerlei Gerichtsentscheidung und trotzdem Sanktionen, alleine aufgrund des Drucks der Masse, also Volksjustitz ähnlich beim Urteil gegen Jesus Christus. Auch da hat sich Pilatus der Masse gebeugt.
Die angeblichen eidesstattlichen Erklärungen in Sachen Groer sind völlig wertlos, weil sie nicht vor einem Gericht abgegeben worden sind.
Ich bin aufgrund des damaligen Vorgehens von der Unschuld Kardinal Groers vollständig übergeugt. Ein Rechtsanwalt, der damals meine Auseinandersetzung mit Turk in diesem Forum verfolgt hat, hat mir zugestimmt.
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#8   clarissa colonia   23:32:15 | Dienstag, 2. Juni 2009
Werter Jörg,
das kirchliche Recht kennt sowohl das ordentliche Gerichtsverfahren als auch ein Verwaltungsgerichtsverfahren, das für die Klärung von Streitfragen aus Verwaltungsmaßnahmen zuständig ist (can. 1400, §§ 1. u. 2). Allerdings ist diese Verwaltungsgerichtsbarkeit derzeit nur auf der Ebene des Apostolischen Stuhles verwirklicht, wo die 2. Sektion der Apostolischen Signatur gegenüber den definitiven Verwaltungsentscheiden der röm. Kongregationen als Verwaltungsgericht fungiert. Das Vorhaben der Kodexreformkommission, auch auf teilkirchlicher Ebene Verwaltungsgerichte zur Kontrolle der Verwaltungsakte der bischöflichen Behörden zu errichten, wurde nicht umgesetzt, weil die Bischofskonferenzen meinten, daß dafür kein Bedarf bestehe. So verbleibt auf teilkirchlicher Ebene vorerst nur der hierarchische Rekurs (cann. 1732-1739) gegen eine als Unrecht empfundene Verwaltungsmaßnahme, dh. die Beschwerde bei der übergeordneten kirchlichen Autorität, beim Apostolischen Stuhl. Erst gegen die Entscheidung der zuständigen Kongregation besteht dann die Möglichkeit, sich an die 2. Sektion der SigAp zu wenden. Dabei wäre der Verwaltungsprozessweg für die kirchliche Rechtsordnung kein Fremdkörper gewesen, sondern die Wiederbelebung einer alten kirchlichen Einrichtung, die gegenüber der Anonymität des hierarchischen Rekurses, insbesondere durch die Möglichkeit der Akteneinsicht, mehr Transparenz bedeutet hätte; dies aber wollten (m.E.) die Diözesanbischöfe unter keinen Umständen …
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#7   Jörg Guttenberger, Köln   22:35:08 | Dienstag, 2. Juni 2009
Clarissa Colonia: Leitungsgewalt der Bischöfe
Da stimme ich Ihnen grundsätzlich zu wie sieht es aber mit der Berufung gegen bischöfliche Entscheidungen in Rom bzw. vorher bem Metropolitangericht aus, soweit es eines gibt?
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#6   Sefirot   20:24:53 | Dienstag, 2. Juni 2009
Haben bischöfliche „Lügen“
einen besonderen Wert an sich? Oder sind sie nur der
Nachweis einer allgemein menschlichen Technik, die
auch Menschen als Bischöfe zu beherrschen in der
Lage sind und daher auf Seiten wie keuz.net besonders
angeprangert werden müssen… :-)
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#5   pamino   18:32:17 | Dienstag, 2. Juni 2009
le rouge et le noir
Die Red. hat gedacht, sie sei schon genug als red verschrieen.
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#4   Pontifex   14:56:07 | Dienstag, 2. Juni 2009
Das Foto soll den Aachener Bischof
an Pfingsten zeigen? Warum trägt er da weiß? Oder hat die „Red.“ mal wieder unsauber recherchiert?
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#3   Bodo11 †   13:29:52 | Dienstag, 2. Juni 2009
Welche Rolle spielt die Freimaurerei? Ewald Stadler
www.youtube.com/watch?v=UNplHHISCL8
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#2   clarissa colonia   11:07:21 | Dienstag, 2. Juni 2009
Schade, schade,
daß in der Kirche Gottes die Möglichkeiten so begrenzt sind, die Ausübung der bischöflichen Leitungsgewalt gerichtlich auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüfen zu lassen. (Da könnte die Kirche durchaus etwas vom Staate lernen!)
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#1   Joseph von Eichendorff   11:05:30 | Dienstag, 2. Juni 2009
Eine Frage off the topic
Ich suche eine schriftliche Version des Interviews von Karsamstag mit Erzbischof Zollitsch, in dem er – gelinde gesagt – eine etwas eigenwillige Meinung zum Sühnetod Christi vertreten hat. Kann mir da jemand helfen? Die Videos finde ich, auch die „Gegendarstellung“ im Konradsblatt, der Freiburger Kirchenzeitung, aber eine schriftliche Version ist unauffindbar – für mich jedenfalls.
Für Ihre Hilfe meinen Dank im Voraus.
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