Dreifach bewegt
Der österreichische Augustinerchorherr Pius Parsch war einer der führenden Köpfe der liturgischen Bewegung und der Bibelbewegung. In seinem Leben gab es noch eine dritte Bewegung, die nationalsozialistische.
(kreuz.net) Zwei große Geistesströmungen des frühen 20. Jahrhunderts waren die direkten Vorläufer
der bahnbrechenden Reformen des Zweiten Vatikanums: die Liturgische Bewegung und die Bibelbewegung. In
beiden spielte der österreichische Augustinerchorherr Pius Parsch († 1954) eine herausragende Rolle.
Pater Parsch war Chorherr im berühmten österreichischen Stift Klosterneuburg vor den Toren Wiens.Ursprünglich entstand die ‘Liturgische Bewegung’ als Liebhaberei von Intellektuellen. Vor allem in einigen Benediktinerklöstern Frankreichs bemühte man sich um ein besseres Verständnis und eine schönere und würdevollere Zelebration der Liturgie.
Pater Parsch ging in Klosterneuburg einen Schritt weiter. Er begann als erster, den normalen Pfarreigottesdienst und das Kirchenvolk in die ‘Liturgische Bewegung’ einzubeziehen. Dabei verfolgte er zwei Ziele: Die Liturgie näher an die Lebenswirklichkeit der damaligen Menschen anzupassen und die aktive Teilnahme der Liturgieteilnehmer zu verstärken.
Beide Anliegen waren für die nachkonziliäre Neufassung der katholischen Liturgie entscheidend.
Für die ‘Liturgische Bewegung’, die vom Stift Klosterneuburg ausging, war ein Zug zum ‘Urchristentum’ wesentlich. Man versuchte zu zeigen, daß die eigenen liturgischen Vorstellungen mit jenen der kirchlichen Anfangszeit übereinstimmten und legte dar, daß die vorgeschlagenen Neuerungen in Wahrheit eine Rückkehr zum Alten wären.
Was sich im Laufe der Jahrhunderte in der Liturgie entwickelt hatte – der Rosenkranz, die Herz-Jesu-Andacht, die Muttergottes-, Heiligen- und Reliquienverehrung – suchte die liturgische Bewegung im eigenen Andachtsbereich zu vermeiden.
Im Mittelpunkt des Interesses stand allein das Meßopfer. Das Mitverfolgen der Meßtexte mit Hilfe eines Handmeßbuchs, der Empfang der Kommunion und eine aktive Teilnahme, die sich vor allem im lauten Aussprechen von Worten äußerte, galten als höchster Ausdruck der Frömmigkeit.
1950 gründete Pater Parsch auch das nach seinem Stift benannte ‘Klosterneuburger Bibelapostolat’. Es publizierte billige Bibelausgaben und Einführungen in die Heilige Schrift.
Weniger bekannt ist, daß Pater Pius Parsch vor dem Zweiten Weltkrieg auch der ‘Arbeitsgemeinschaft für den religiösen Frieden’ angehörte.
Die ‘Arbeitsgemeinschaft’ war eine Bewegung aus katholischen Geistlichen und Laien, die sich um ein Zusammenleben mit dem Nationalsozialismus bemühten. Sie führte in Wien an der Josefstädter Straße 7 ein eigenes Büro.
Als Organ der ‘Arbeitsgemeinschaft’ wurden die „Weisungsblätter“ publiziert. Sie trugen das Hakenkreuz als Emblem und waren mit ‘Heil Hitler’ unterzeichnet. Die Priester der ‘Arbeitsgemeinschaft’ wurden vom NS-Regime als ‘Brückenbauer’ betrachtet.
In der ersten Nummer des „Weisungsblattes“ vom Juli 1938 nennt die ‘Arbeitsgemeinschaft’ die Voraussetzungen für den religiösen Frieden:
„Das stetige Bekenntnis der religiösen Kräfte zum gemeinsamen Volkstum, zum Führer und zum Deutschen Reich, von dem wir uns niemals trennen wollen … Tragen Sie immer öffentlich das Hakenkreuz … Lassen Sie für unser Vaterland Deutschland und für den Führer beten, erwähnen Sie in Ihren Predigten seine entscheidenden Taten für die Ehre Gottes und den Glauben, wie die Niederringung des Bolschewismus, der Freimaurerei und seinen Kampf um die Erhaltung des Weltfriedens … Zeigen Sie Ihrer Gemeinde seine beispiellose Selbstlosigkeit, sein soziales Empfinden und wie er sich in allen seinen Taten als ein Werkzeug des Allmächtigen fühlt. Pflegen Sie aufrichtige Beziehungen zu den örtlichen Parteistellen und trachten Sie in diesem Geiste auftretende Schwierigkeiten zu lösen. Hunderte von unseren Mitarbeitern haben damit die besten Erfahrungen gemacht.“
Die Anliegen der ‘Arbeitsgemeinschaft’ waren die Anpassung an die äußeren politischen Umstände und die aktive Mitarbeit. Die Mitglieder glaubten, durch Anpassung an die nationalsozialistische Staatsauffassung und durch eine Zusammenarbeit mit den Machthabern eine günstige Betätigungsmöglichkeit für die Kirche zu schaffen. Die Kollaboration wurde als einzige Verhaltensform verstanden, um den Sturm der Zeit zu überstehen.
So schrieb die ‘Arbeitsgemeinschaft’ in ihrem ersten Brief vom Schmerzensfreitag des Jahres 1938 an den Erzbischof von Wien, Theodor Kardinal Innitzer († 1955):
„Mit mindestens demselben Recht, mit dem die französischen Katholiken sich mit der Regierung des Gottesleugners Leon Blum gutstellen dürfen, können die österreichischen Katholischen einen tiefgläubigen Adolf Hitler unterstützen, der durch Taten christlicher Barmherzigkeit mehr Menschen mit Gott versöhnt hat, als in Frankreich mit Streik und Klassenhaß dem Satan in die Hände getrieben werden!“
Grundlage für die Tätigkeit der ‘Arbeitsgemeinschaft’ sei die Überzeugung, daß zwischen der Kirche und dem neuen Staat, zwischen dem katholischen Bekenntnis und dem Bekenntnis zum Nationalsozialismus kein Gegensatz bestehe, der im Wesen der Kirche oder des Staates begründet wäre, wie die Arbeitsgemeinschaft in ihrem zweiten Brief an Kardinal Innitzer vom 7. Mai 1938 schrieb.
Kardinal Innitzer wartete zuerst ab. Doch wurde bei der Bischofskonferenz am 19. August 1938 beschlossen, die ‘Arbeitsgemeinschaft für den religiösen Frieden’ nicht anzuerkennen.
Die ‘Arbeitsgemeinschaft’ reagierte mit folgender Stellungnahme:
„Wir achten und schätzen aber auch die von Gott gesetzte weltliche Autorität, tragen eine brennende Liebe zu unserem Führer, werden stets dessen Verdienst und soziale Tat hervorheben und Gott den Allmächtigen um den Segen für dessen Wohl und Glück bitten“.
Am 28. September 1938 verbot Kardinal Innitzer allen Welt- und Ordenspriestern ausdrücklich, der ‘Arbeitsgemeinschaft’ anzugehören.
Pater Pius Parsch berichtet in einer Lebensbeschreibung, wie die wunderbare Entwicklung der ‘Liturgischen Bewegung’ im Jahr 1938 durch den Nationalsozialismus unterbrochen wurde. 1941 wurde das Stift Klosterneuburg von den nationalsozialistischen Machthabern besetzt und enteignet. Die liturgischen Publikationen mußten eingestellt werden.
Pater Parsch fand eine Beschäftigung in einer Arbeiterpfarrei in Wien-Florisdorf. Die alliierten Bomben richteten im Industriebezirk von Florisdorf einen großen Schaden an. Das Pfarrhaus wurde zerstört. Anderthalb Jahre lebte Pater Parsch im Turm seiner Pfarrkirche.
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Freitag, 25. August 2006 21:38
centesimus annus: Unbelegte Behauptungen!
Wenns stimmt, wieso gibts keine Belege oder zumindest Berufungen auf irgendetwas?
Wenns nicht stimmt, wieso behauptet man das?
Klar, weil man alles diffamieren will, was einem nicht zu Gesicht steht!
Wenns nicht stimmt, wieso behauptet man das?
Klar, weil man alles diffamieren will, was einem nicht zu Gesicht steht!
Freitag, 25. August 2006 21:32
Die Schaumgeborene: tja, damals wie heute …
Was lernen wir daraus?
Auch 2005 fand es kreuz.net nicht notwendig, Belege für die Behauptungen zu liefern, die es aufstellte.
Parsch habe der Arbeitsgemeinschaft angehört, wird gesagt. Wir erfahren nicht, woher diese Information stand. Die nächsten Absätze erzählen über diese christlich-nationalsozialistische Gruppierung, dann folgt die Besetzung des Klosters und eine deutlich ablehnende Stellungnahme Parschs zum Nationalsozialismus.
Wenn es stimmt, dass Parsch dieser Arbeitsgemeinschaft angehörte,
* Warum kann man nicht zitieren, was er in deren Mitteilungsblatt veröffentlichte? oder
* Weshalb kann man nicht angeben, ob diese Information aus irgendeinem Mitgliederverzeichnis stammt? und natürlich auch
* Warum gibt es keine Quelle, keine Belegstelle?
Gegenbeweis kann ich keinen aus den Ärmel schütteln, aber solange die Behauptung nicht bewiesen ist, gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG.
Zudem müsste man allenfalls klären, wie es andere zur Zeit gehalten haben.
Reichlich unseriös, dieser Bericht!
Auch 2005 fand es kreuz.net nicht notwendig, Belege für die Behauptungen zu liefern, die es aufstellte.
Parsch habe der Arbeitsgemeinschaft angehört, wird gesagt. Wir erfahren nicht, woher diese Information stand. Die nächsten Absätze erzählen über diese christlich-nationalsozialistische Gruppierung, dann folgt die Besetzung des Klosters und eine deutlich ablehnende Stellungnahme Parschs zum Nationalsozialismus.
Wenn es stimmt, dass Parsch dieser Arbeitsgemeinschaft angehörte,
* Warum kann man nicht zitieren, was er in deren Mitteilungsblatt veröffentlichte? oder
* Weshalb kann man nicht angeben, ob diese Information aus irgendeinem Mitgliederverzeichnis stammt? und natürlich auch
* Warum gibt es keine Quelle, keine Belegstelle?
Gegenbeweis kann ich keinen aus den Ärmel schütteln, aber solange die Behauptung nicht bewiesen ist, gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG.
Zudem müsste man allenfalls klären, wie es andere zur Zeit gehalten haben.
Reichlich unseriös, dieser Bericht!
Donnerstag, 31. März 2005 22:21
doublemax: Wer Wind sät wird Sturm ernten
Nach dem Sturm ist vor dem Sturm!
Donnerstag, 31. März 2005 13:38
ottaviani: ein
interessantes biografisches detail
Donnerstag, 31. März 2005 09:08
GerdEric: Hallo und einen schönen guten Morgen
Da kann ich nur stolz sein,
auf meine Grossväter.
Den ersten,
der zwar politisch-mittelständisch dachte,
sich aber wenig religiöse Gedanken machte,
aber nicht zu den Braunen überlief,
als seine frühen Weggefährten dies taten
(so konnte er einen Sozialdemokraten vor der Verhaftung durch die Gestapo warnen),
und dem anderen,
der zwar früh in die NSDAP eintrat,
von 1926 bis 1928,
dann aber aus seiner christlichen Grundeinstellung
(auch nur ein „lutheraner“)
sich der Bekennenden Kirche anschloss,
sich gegen die Deutschen Christen stellte
(natürlich grossgeschrieben,
denn es bezeichnet nicht alle deutschen Christen, sondern die,
die das Christentum ihrer jüdischen Wurzeln beraubten
(diese Tendenz ist heute noch in katholischen wie protestantischen Kreisen zu beobachten),
berauben wollten,
und das Christentum germanisieren wollten).
mit freundlichen Grüssen
GerdEric
auf meine Grossväter.
Den ersten,
der zwar politisch-mittelständisch dachte,
sich aber wenig religiöse Gedanken machte,
aber nicht zu den Braunen überlief,
als seine frühen Weggefährten dies taten
(so konnte er einen Sozialdemokraten vor der Verhaftung durch die Gestapo warnen),
und dem anderen,
der zwar früh in die NSDAP eintrat,
von 1926 bis 1928,
dann aber aus seiner christlichen Grundeinstellung
(auch nur ein „lutheraner“)
sich der Bekennenden Kirche anschloss,
sich gegen die Deutschen Christen stellte
(natürlich grossgeschrieben,
denn es bezeichnet nicht alle deutschen Christen, sondern die,
die das Christentum ihrer jüdischen Wurzeln beraubten
(diese Tendenz ist heute noch in katholischen wie protestantischen Kreisen zu beobachten),
berauben wollten,
und das Christentum germanisieren wollten).
mit freundlichen Grüssen
GerdEric
Donnerstag, 31. März 2005 07:34
Konrad: Der Artikel über Pius Parsch
hängt diesem natürlich ein „Nazi-Gerüchle“ an. Wenn es alles so stimmt, hat er ja genügend gebüsst
in seinem Turm. Aber die Liturgische Bewegung insgesamt war nicht gerade Nazi-resistent, sie hat „Völkisches“
als „Mysterientheologie“ verbrämt und es gibt wenig Widerständler bei den Liturgen. Auch Karl Adam und
Michael Schmaus sind der braunen Versuchung erlegen, die Abwege des Bischofs Hudal sind ohnehin bekannt.
E
Das kommt, wenn man sich mit dem Zeitgeist einlässt und ein allzu blauäugiges „aggiornamento“ praktiziert. Die Zeugen der Wahrheit und des Evangeliums heben sich ab von solcher Anpasserei oder von der „inneren Emigration“ eines Romano Guardini im beschaulichen Mooshausen.
Das kommt, wenn man sich mit dem Zeitgeist einlässt und ein allzu blauäugiges „aggiornamento“ praktiziert. Die Zeugen der Wahrheit und des Evangeliums heben sich ab von solcher Anpasserei oder von der „inneren Emigration“ eines Romano Guardini im beschaulichen Mooshausen.
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