Heilige
Ein doppeltes Gedenkjahr
Weil Bomben vom Himmel regneten, mußte der tote Isländer in Köln eilig beerdigt werden. Es ist höchste Zeit, ihn wieder auszugraben.
Der isländische Jesuit und Schriftsteller Pater Jón Svensson
Der isländische Jesuit und Schriftsteller Pater Jón Svensson
(kreuz.net) Der berühmte isländische Jesuit und Schriftsteller, Pater Jón „Nonni“ Svensson SJ starb am 16. Oktober 1944 – also vor 65 Jahren – in Köln im Sankt Franziskus-Hospital.

Wegen der ständigen Bombardierungen wurde er ohne großes Geleit auf dem Melatenfriedhof in der Grabstätte der Kölner Jesuiten zur letzten Ruhe gebettet.

Sein Biograph, Freund und Weggefährte Pater Hermann Krose SJ ist nur ein paar Schritte von Nonnis Grab entfernt fünf Jahre später ebenfalls auf Melaten bestattet worden.

Es kommt selten vor, daß ein Schriftsteller in unmittelbarer Nähe seines Biographen beerdigt liegt.

Pater Krose stützte sich bei der Abfassung der Lebensgeschichte von Nonni auf dessen Tagebucheinträge.

Der Titel der bisher einzigen ausführlichen und komplett veröffentlichten „Nonni“-Biographie lautet darum: „Jón Svensson. Ein Lebensbild ‘Nonnis’, dargestellt nach seinen Tagebüchern“.

Jon Sveinsson „Nonni“
Nonni begeistert die Kinder in JapanStatue von Pater Jon Sveinsson in Island.Nonnis Grab im Melatenfriedhof in Köln

Sie wurde im Jahr 1949 – im Todesjahr Pater Kroses – beim katholischen Verlag ‘Herder’ publiziert.

Leider ist dieses Buch mit sechs Photographien fast nicht mehr auffindbar. Es taucht sporadisch in Online-Antiquariaten auf, wenn wieder eine katholische Bibliothek aufgelöst wird.

Ein Exemplar steht in der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln.

Es ist daher erfreulich, daß Professor Gert Kreutzer – der Präsident der Deutsch-Isländischen Gesellschaft in Köln – es unternommen hat, eine Biographie über Pater Svensson zu schreiben.

Zwei lesenswerte Teile wurden bereits im Jahr 2008 in der Zeitschrift ‘Island’ veröffentlicht. Die Fortsetzung erschien im diesjährige Mai-Heft.

In Island schreibt gegenwärtig der bischöfliche Archivar Gunnar F. Gudmundsson in Reykjavík an einer „Nonni“-Biographie.

Der Nachruf auf Pater Hermann Krose wurde von Pater Jakob Nötges verfaßt. Er erwähnt eine Festschrift zum 70. Geburtstag von Pater Kroses. Sie wurde von der „Zentralstelle für kirchliche Statistik Köln“ verfaßt und würdigt Pater Krose als „hochrangigen Wissenschaftler und bahnbrechenden Statistiker“.

Eine Biographie des Paters und eine Liste seiner Werke finden sich im ‘Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon’.

Die bekanntesten Publikationen von Pater Krose sind das „Kirchliche Handbuch“ sowie zahlreiche Arbeiten zur Religionsstatistik.

Pater Svensson und Pater Krose lernten sich im Jahr 1895 in Dänemark kennen. Beide unterrichteten damals in Ordrup am Andreaskolleg der Jesuiten.

Pater Krose – damals Schriftleiter der Jesuitenzeitschrift ‘Stimmen aus Maria Laach’ – erkannte die schriftstellerische Begabung seines Mitbruders. Er konnte auch den Anklang, den Pater Svenssons Erzählungen in verschiedensten Zeitschriften und beim Publikum fand, richtig und rechtzeitig einschätzte.

Schließlich nutzte er seine Kontakte zur ‘Verlagsbuchhandlung Herder & Co.’ und machte den allzu bescheidenen Nonni mit Herder bekannt.

Ohne diese Verbindung zu dem berühmten katholischen Verlag wären die Nonni-Bücher vielleicht nie publiziert worden. Pater Krose war der eigentliche Entdecker Nonnis.

Auch dessen letztes Buch „Nonni in Japan“ wäre wohl nie veröffentlicht worden, hätte Pater Krose diesen zweiten Teil von Nonnis Weltreise nicht zu Ende geschrieben und die letzten Stationen von Nonnis Asienreise – die Kapitel 40 bis 44 – anhand der Tagebuchaufzeichnungen Nonnis eingefügt.

Nonni hatte vor seinem Tod noch das Kapitel 39 verfassen können.

Man darf hoffen, daß am 26. September und am 16. Oktober möglichst viele am Grab dieser beiden verdienten Jesuiten beten werden.

Mit Sicherheit werden zahlreiche Mitglieder der ‘Deutsch-Isländischen Gesellschaft’ diesen Termin nicht missen.

Die Stadt Köln wird hoffentlich dem „verdienstvollen Bürger Pater Jón Svensson“ einen Kranz spendieren.
      
13 Lesermeinungen
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#16   solagratia †   16:38:00 | Sonntag, 14. Juni 2009
Ähm, ist ja alles recht nett,
aber warum um Himmels willen soll er wieder ausgebuddelt werden? Dazu steht im Artikel mal wieder nix. hetznet halt.
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#15   wassers   07:40:25 | Samstag, 13. Juni 2009
Schnauze – braune Birne – Nazi!
Verziehen Sie sich aus diesem Forum. Hier ist nicht die Seite für Faschisten wie Sie, auch wenn Sie sich antifaschistisch bemänteln. Ihre diveresen Nicknames sind bekannt. Also, Nazischwein, suchen Sie das Weite!
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#13   wassers   19:49:46 | Freitag, 12. Juni 2009
Was meinen Sie mit „Kraut“,
denn hier gibt es auch einen Schreiber, der sich dieses Namens bedient. Das „Kraut“, Konzilsgeschwister, wurde doch hinreichend „fett“ gemacht oder reichten die Worte nicht hin?
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#12   Sefirot   19:24:37 | Freitag, 12. Juni 2009
Wassers
…Sie machen das Kraut auch nicht grade fett…,wa?
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#11   wassers   19:11:03 | Freitag, 12. Juni 2009
Nein, dafür ist
kein Geld, denn der Priester war ja unzweideutig katholisch und noch dazu aus einem protestantischen Land. Das gibt „ökumenische“ Verwicklungen, also alles vergessen und „Seifirot“ zahlt für seine dummen Anmerkungen den Kranz als Wiedergutmachung für alle seine Sünden, die er hier öffentlich und für jedermann – sogar für Gott – sichtbar hinterlassen hat!
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#10   Sefirot   18:17:50 | Freitag, 12. Juni 2009
Na wo bleiben denn
die Nonni-Bücher Enthusiasten… wo bleiben sie denn? Um14.27 Uhr ist der Artikel eingestellt worden und nach
fast vier gerade mal neun, jetzt zehn Zuschriften und
Beifallsbekundungen. Und Jón Svenssón hätte es wirklich
verdient…!
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#9   Krak des Chevaliers   16:52:45 | Freitag, 12. Juni 2009
welcher dialekt
Parmenas: Wer kein Freudnder alten Messe ist,
Parmenas, welchen Dialektes aus dem deutschen Spachraum bedienen Sie sich hier? :-D
Ich habe Bischof Gregory übrigens mal vor ein paar Jahren kennengelernt und kann versichern, dass es sich um eine gute Wahl handelt, auch wenn er kein Freund der Alten Messe ist, was die Sache zwar etwas eintrübt, aber nicht gänzlich verdirbt.
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#8   Parmenas   16:33:32 | Freitag, 12. Juni 2009
Wer kein Freudnder alten Messe ist,
kann auch kein guter BISchof sein.
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#6   lateiniheini   15:14:55 | Freitag, 12. Juni 2009
Aus seinen Werken…
Nonnis Pony
Ein Kindlein kam zu mir gelaufen,
es hatte Angst, wollte nicht raufen!
Schutzbedürftig, jung und klein,
wollt es ganz nah bei Nonni sein!
Es weinte nun gar bitterlich
Und Nonni wollte ritterlich
Dem Kindlein zart und unbefleckt
Mal zeigen wie das Leben schmeckt!
So zeigt dem Kind der liebe Nonni,
auf seinem Bauernhof ein Pony!
„Oh Freunde“ jubiliert das Kind,
ich weiß, wer meine Freunde sind!
Nicht die, die mich einst täglich schlugen,
nur die, die mich zum Pony trugen!
So ritt das Kindlein auf dem Pony
Und dachte voller Dank an Nonni!
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#5   Krak des Chevaliers   14:54:33 | Freitag, 12. Juni 2009
neuer bischof von new orleans
Soeben erfuhr ich aus erster Quelle, dass der bisherige Bischof von Austin/Texas Gregory Aymond, neuer Erzbischof von New Orleans werden soll. Habe ihn mal kurz kennen lernen dürfen. Ein guter Bischof obwohl sicherlich auch kein Freund der Alten Messe. :-S
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#4   lateiniheini   14:52:10 | Freitag, 12. Juni 2009
Iss ja doll…
Svensson verstarb im Jahre 1944 und mit ihm ging eines der größten Erzähltalente für Jugendbücher von uns. Ein Jugendschriftsteller wie es keinen zweiten gibt und der den meisten nur als „Nonni“ bekannt sein dürfte.
Mal sehen, ob hier demnächst auch Artikel über Astrid Lindgren und Erich Kästner erscheinen!
Z.B. „Kreuz.net außer Rand und Band“ oder „Das doppelte kreuz.netchen“
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#3   Domenico Tuttisanti   14:46:36 | Freitag, 12. Juni 2009
Hier ein
antiquarisches Exemplar www.zvab.com/displayBookImage.do?itemId=7829935… der Svensson-Biographie!
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#1   lateiniheini   14:39:53 | Freitag, 12. Juni 2009
????????
Was hat Nonni so alles geleistet und getan? Wüsste ich gerne mal!
Der Artikel ist ja voll „Foxtrott Alpha“!
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