10:07:12 | Freitag, 12. Juni 2009
Mit seinen grobianistischen und unüberlegten Stellungnahmen macht sich der neokonservative Bischof von Regensburg sogar erbitterte Feinde des Papstes zu Freunden.

Einsegnung der Pius-Kapelle in Fulda am letzten Sonntag.
© Piusbruderschaft.de(kreuz.net) Es entbehrt nicht einer gewissen Situationskomik. Seitdem es die Piusbruderschaft in der öffentlichen
Wahrnehmung gibt, haben sich die Altliberalen zur kirchlichen Law-and-Order-Fraktion gemausert.
Sie eilen
im Stechschritt daher und verteidigen die päpstliche Autorität samt dem Kirchenrecht, das sie ausgerechnet
durch die Integristen bedroht sehen, von denen sie nicht müde werden zu betonen, wie numerisch unbedeutend
sie seien.
Das jüngste Beispiel ist ein Artikel des antikatholischen Journalisten Matthias Drobinski
in der kirchenfeindlichen ‘Süddeutschen Zeitung’ vom 10. Juni.
Im März 2006 erhielt der Journalist
von der Schweizer Herbert-Haag-Stiftung einen
Liebhaberpreis für kirchliche Nostalgiker.
Die Annahme
dieses Preises ist ein schlagender Beweis dafür, daß Drobinski von der eigentlich selbstverständlichen
journalistischen Unabhängigkeit nichts hält.
Der Kirche droht höchste Gefahr von seiten der Lefebvristen
In seinem Artikel alarmiert Drobinski die Zeitgenossen: „Die Pius-Brüder dürfen die deutschen Bischöfe
an der Nase herumführen – mit Duldung aus Rom“.
Dann schimpft er wie ein Rohrspatz gegen die Lefebvristen:
„Die kleine, radikale Gemeinschaft, die zentrale Punkte des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, lebt
vom polemischen Gegensatz zur Großkirche, davon, diese als verderbt und an den Zeitgeist verkauft zu
beschimpfen – und davon, dann doch Teil dieser Kirche sein zu wollen.“Ein Grundkurs Psychologie hätte
es nicht besser beschreiben können: Wer schimpft, der schimpft in erster Linie über sich selber – auch
wenn er schimpfend auf einen anderen ablenkt.
Drobinskis Satz läßt sich leicht umschreiben: „Der kleine,
radikale Journalist, der zentrale Punkte der kirchlichen Lehre ablehnt, lebt vom polemischen Gegensatz
zur Großkirche, davon, diese als verderbt und an die Vergangenheit verkauft zu beschimpfen – und davon,
dann doch Teil dieser Kirche sein zu wollen.“
Journalistische KampfrhetorikWeiter geht’s: Würden die
Piusbruderschaft die „Kampfesrhetorik“ aufgeben, wären sie bald in der katholischen Weite verschwunden,
brüllt Kampfrhetoriker Drobinski aus voller Kehle – und läßt die Frage offen:
Wo bedient sich die
Priesterbruderschaft einer „Kampfrhetorik“?
Oder anders rum: Wenn man die Äußerungen der Bruderschaft
als „Kampfrhetorik“ bezeichnet, welchen Namen verdienen dann die Drobinski-Ausfälle?
Der Journalist
hält der Bruderschaft vor, in Fulda eine Kapelle gesegnet zu haben und Ende Juni in Zaitzkofen bei Regensburg
Priester weihen zu wollen.
Sein Kommentar: „Die Bruderschaft muß den Konflikt gerade mit den verhaßten
deutschen Bischöfen weitertreiben“.
Sabotage gegen die Bemühungen des PapstesWie läßt sich dieser
journalistische Haßausbruch erklären?
Die Lefebvristen haben in den letzten Jahren in Deutschland einige
Dutzend Kapellen eröffnet und deutlich über hundert Priester geweiht.
Doch bisher hat Drobinski dafür
nie Werbung in der ‘Süddeutschen Zeitung’ gemacht.
Warum empört ihn jetzt, was er in der Vergangenheit
mit so viel Gelassenheit über sich ergehen ließ?
Die Antwort ist klar: Drobinski möchte die Bemühungen
des Heiligen Vaters um Einheit, Aussöhnung und Verständigung mit der Bruderschaft sabotieren.
Darum
beschimpft er auch den Papst: „Überraschend ist aber, wie sehr Benedikt XVI. dieses Spiel mitspielt und
seine deutschen Bischöfe dadurch desavouiert.“
Das sind grobschlächtige journalistische Manipulationen
und gezielte Mißverständnisse aus der untersten Schublade.
Der Papst dürfte sich in der Zwischenzeit
daran gewöhnt haben.
Die antikirchlichen GewährsleuteDaß Dobrinski den von Fettnapf zu Fettnapf
eilenden Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg, lobend
zitiert, mag niemanden wundern.
Peinlicher ist dagegen, daß er sogar Bischof Gerhard Ludwig Müller
von Regensburg auf seine Seite zieht und gegen den Papst ausspielt.
Dieser neokonservative Bischof gilt
nicht zu Unrecht als jähzornig und unbeherrscht.
Er wird dringend lernen müssen, zuerst den Verstand
einzuschalten, bevor ihn seine Emotionen überkommen und er mit Brachialgewalt und ohne Rücksicht auf
Verluste irgendwo hinprescht.
Dagegen gibt es nur ein Mittel: zuerst denken, dann handeln. Sonst wird
er sich noch mehr Freunde im Stil des Papsthassers Drobinski einsammeln.
Überraschende WendeAm Ende
nimmt der Artikel Drobinskis eine eigenartige Wende.
Plötzlich bringt er den Augsburger Domkapitular
und ehemaligen Leiter der deutschsprachigen Abteilung des vatikanischen Staatssekretariates, Prälat Bertram
Maier, zur Sprache.
Dessen Schwerverbrechen besteht darin, gefordert zu haben, daß Kollaborateure des
umstrittenen deutschen Schwangeren-Beratungsverein ‘Donum Vitae’ in der katholischen Kirche kein Amt ausüben
können. War das Gezeter gegen die Piusbruderschaft gar nur ein Vorwand?
In Wirklichkeit scheint Drobinskis
Schuhe hier zu drücken:
Die Pius-Brüder dürften mit päpstlicher Duldung die deutschen Bischöfe „hohnlachend“
an der Nase herumführen – jammert er.
Doch: „Katholiken wie Alois Glück oder Wolfgang Thierse aber,
die aus einer ernsthaft abgewogenen Gewissensentscheidung heraus eine Schwangerenberatung unterstützen,
die der Papst ablehnt, werden an den Rand ihrer Kirche gedrängt“ – heult Drobinski wie ein Schüler im
Kindergarten, der von seinen Gespielen aus dem Sandkasten geworfen wurde.
Dann kommt die „Drohung“, die
den Albtraum jedes Systemjournalisten zum Ausdruck bringt:
„Sollte dies in den kommenden Wochen Realität
werden, wäre klar, wo Papst Benedikt XVI. die katholische Kirche haben möchte: am Rande der Gesellschaft.“
Tatsächlich: In der Abtreibungs-Gesellschaft, die sich mit Kinderblut den Schwangerschaftsmord auf seine
Fahnen geschrieben hat, kann die Kirche – wie damals in der NS-Gesellschaft – gar nicht genug am Rande
stehen.
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