Interreligiöser Dialog
Völkerverständigung – aber nicht in der Kirche
Die Diözese Augsburg verbot anläßlich eines interreligiösen Musikfestes den Auftritt islamischer, buddhistischer und hinduistischer Tanz- und Musikgruppen in einer katholischen Kirche: „Wir können nicht erlauben, daß andere Religion in unseren Kirchen auftreten.“
(kreuz.net/SISA, Marktoberdorf) Beim Festival religiöser Musik „Musica Sacra“ in der bayrischen Gemeinde Marktoberdorf dürfen islamische, buddhistische und hinduistische Ensembles künftig nicht mehr in katholischen Kirchen auftreten. Dies teilte die Pressestelle der Diözese Augsburg in der Karwoche mit. Marktoberdorf liegt rund 100 Kilometer südwestlich von München.

Das Festival „Musica Sacra“ mit rund fünfzehn Musik- und Tanzgruppen aus den großen Weltreligionen findet seit 1992 alle zwei Jahre im Ostallgäu statt. Das Allgäu ist eine Landschaft im Süden des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben.

Die Anweisung an die Pfarrer sei theologisch begründet: „Bei dem Festival geht es nicht allein um die Musik, sondern auch um religiöse Inhalte. Dies kann in den Kirchen, wo die Menschen in Kontakt mit Gott treten, nicht zugelassen werden“, erklärte der bischöfliche Pressesprecher, Christoph Goldt.

„Wir begrüßen das Engagement von ‘Musica sacra’, können aber nicht erlauben, daß andere Religionen ihre Musik und Tänze in unseren Kirchen aufführen.“

Das Festival selbst wird von der Diözese begrüßt und als Beitrag zur Völkerverständigung gutgeheißen. Auch gegen Konzerte in Pfarrsälen oder anderen Räumen der Kirchengemeinden habe man nichts einzuwenden, meinte der Pressesprecher: „Aber die Riten anderer Religionen in unseren Kirchen, das paßt einfach nicht.“

Orthodoxe und jüdische Ensembles sind vom Bannspruch ausdrücklich ausgenommen.

Das nächste interreligiöse Treffen ist für Pfingsten 2006 angesetzt. Bisher durften alle Ensembles in den Kirchen auftreten. Den Antrag des örtlichen Pfarrers, für das Abschlußkonzert des nächsten Festivals in seiner Kirche eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, lehnte die Diözesanleitung ab.

Im untenstehenden Bild: Innenraum der Kirche Marktoberdorf
      
4 Lesermeinungen
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#4   Marcel   09:18:45 | Mittwoch, 13. April 2005
Gutes Wort
… von Ihnen beiden; und auch besonders von P. Clérissac !
Der Herr sorgt dafür, daß die Rechtgläubigen nie aussterben in seiner Kirche, selbst wenn ihre Zahl auf die (vom hl. Athanasius) bekannten „wenige Handvoll“ reduziert werden.
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#3   Athanasius   23:07:14 | Dienstag, 12. April 2005
Qui veut…
„Qui veut vraiment appartenir à la Saint Eglise Catholique devait souffrir, pas seulement pour elle, mais avant tout par elle!“
Pater Clérissac OP
(Wer wahrhaft zur heiligen katholischen Kirche gehören will, muss nicht nur für sie leiden, sondern vor allem dúrch sie!)
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#2   mrnka   21:05:00 | Dienstag, 12. April 2005
Multikulti
In der Kirche wird (fast) jeder Standpunkt und jede Meinung toleriert. Ausnahme: Traditionalisten. Die wirken als das schlechte Gewissen (Falls überhaupt noch vorhanden) der Zeitgeistkatholiken.
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#1   Marcel   14:40:12 | Dienstag, 12. April 2005
Richtung gut, eines fehlt aber noch…
Prinzipiell gute Entscheidung, jedoch fehlt noch etwas:
Orthodoxe und jüdische Ensembles sind vom Bannspruch ausdrücklich ausgenommen.
… leider aber nicht Musik- und Tanz- und Gebets- und Priester- und Meßfeier-aller-Zeiten-Gruppen der katholischen, von der päpstlichen Kommision für innerkirchlichen Angelegenheiten Ecclesia Dei betreuten Priesterbruderschaft St. Pius X…
:-( Diese werden leider schlechter behandelt von der Amtskirche als tatsächliche schismatische orthodoxe Gemeinschaften oder den Neuen Bund ablehendene jüdische.
Doch wer Christusnachfolger ist, muß leiden. Außerhalb und innerhalb der Kirche. Das müssen wir alle mit viel Gebet und Opfer erdulden, und uns daran erinnern, daß es den Anhängern des hl. Athanasius nicht anders erging.
Zum Wohle der einen, heiligen, apostolschen, katholischen Kirche.
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