Der christkatholische Bischof der Schweiz, Fritz René Müller, hat den Streit zwischen dem suspendierten Pfarrer von Röschenz und dem Bischof von Basel angeheizt. Müller bot der rebellischen Pfarrei Röschenz an, christkatholisch zu werden. Der Bischof von Basel ärgert sich.
(kreuz.net, Basel) Die winzige christkatholische Gemeinschaft der Schweiz wittert Morgenluft, nachdem
ein Streit zwischen dem Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, und dem Pfarreirat und Pfarrer von Röschenz
bei Basel ausgebrochen ist. In diese Auseinandersetzung hat sich der oberste christkatholische Vertreter
eingemischt: der christkatholische Bischof der Schweiz, Fritz René Müller.
Die Christkatholiken, die
in anderen Ländern auch „Altkatholiken“ genannt werden, sind eine kleine Gruppe, die sich im Gefolge
des Ersten Vatikanischen Konzils (1870) von der Kirche abspaltete und damals mit der aktiven Unterstützung
und Förderung der liberalen antiklerikalen Regierungen eine eigene religiöse Gemeinschaft gründeten.
Heute lehnen sich die Christ- oder Altkatholiken stark an die Protestanten und Anglikaner an. In jüngster
Zeit fanden viele katholische Priester, die ihr Amt aufgaben und heirateten, bei ihnen Unterschlupf. In
der Schweiz besitzt die Gruppe ungefähr 13.000 Mitglieder. Der christkatholische Bischof wird von der
Landessynode gewählt und ist ihr Verantwortung schuldig.
Vor zwei Wochen suspendierte der Bischof von
Basel den Röschenzer Pfarrer gegen den Widerstand seines Pfarreirates. Der Pfarrer hatte den Bischof
wiederholt öffentlich angegriffen und die katholische Kirche denunziert. Daraufhin begann der Pfarreirat
von Röschenz laut über einen Übertritt zur christkatholischen Kirche nachzudenken. Ein solcher Übertritt
würde die Mitgliederzahl der Christkatholischen in der Schweiz auf einen Schlag um 10% erhöhen.
Auf
Anfragen der „Basler Zeitung“ erklärte Bischof Müller vor einer Woche: „Vielleicht entdeckt die Kirchgemeinde
Röschenz das christkatholische Bistum als eine Kirche, in der genau die Strukturen leben, die sie selber
sucht.“ In einem weiteren Interview mit dem traditionell kirchenfeindlichen „Schweizer Fernsehen“ wiederholte
der christkatholische Bischof sein eindeutiges Angebot: Leute, die sich gegen das „autoritäre Gehabe“
der Katholischen Kirche stellten, seien in der Christkatholischen Kirche am richtigen Platz. Sie würden
dort „eine Heimat finden“.
Das deutliche Angebot der Christkatholiken an die aufmüpfige Basler Kirchgemeinde
hat Bischof Koch erzürnt. Er schrieb vor kurzem einen privaten Brief an den Vertreter der Christkatholiken.
Dieser sei, nach seinen eigenen Angaben, zwar im Ton deutlich, aber anständig gewesen.
Der christkatholische
Bischof Müller sieht dies anders. Im genannten Fernsehinterview mit dem antiklerikalen „Schweizer Fernsehen“
erklärte er, daß der Brief für ihn eine große menschliche Enttäuschung gewesen sei. Inhalt und Ton
des Briefes hätte er in dieser Art und Weise von einem Bischof nicht erwartet. Bischof Koch, habe ihm
einen „gehässigen und bösen“ Brief gesandt, der seine Person angreife und voll von Unterstellungen sei.
Bischof Koch selbst machte über den Inhalt des Briefes keine Aussagen: „Zu einem privaten Brief von
Bischof zu Bischof äußere ich mich nicht.“ Kleines Detail. Einer der Weihbischöfe der Diözese Basel
ist ein Schulkollege des gegenwärtigen christkatholischen Vorstehers.
Die Pfarrei Röschenz will am
12. April über die weitere Vorgehensweise entscheiden. Der Kirchgemeinderat hält zu seinem aufsässigen
Pfarrer und will ihn trotz Suspendierung weiter im Amt lassen.
Beobachter rechnen sich geringe Chancen
für einen Übertritt der Kirchgemeinde Röschenz zur christkatholischen Gemeinschaft aus. Die Glaubenssubstanz
in Röschenz sei schon seit Jahren massiv erodiert und der Kirchenbesuch minimal. Der überwältigenden
Mehrheit der Pfarreiangehörigen sei der Streit zwischen Bischof und Pfarrer egal. Es gehe bei der Auseinandersetzung
auch nicht um ein religiöses Anliegen, sondern um die Emanzipation von den letzten Resten des katholischen
Glaubens, meinte ein Mitglied der Pfarrei. Der nächste Schritt bestehe darin, daß man die Kirche ganz
zumache und jeder seinen Weg geht.
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Bericht Röschenz In Ihrem Bericht: „Der grösste Teil der Pfarreiangehörigen interessiert sich nicht
für den Streit zwischen Pfarrer und Bischof…“ In welcher kath. Kirchgemeinde haben je über die Hälfte
der Stimmberechtigten an einer Versammlung teilgenommen? Und diese Hälfte stimmte eindeutig zu 100% für
den amtierenden Pfarrer! …Typisch gefärbte kath. Berichterstattung und je mehr man den Herrn Trauffer
am Bildschirm argumentieren hört, umso mehr fragt man sich was man in einer solchen Kirche noch verloren
hat?