(kreuz.net) „Wo der gute Wille fehlt, fehlt eigenartigerweise oft auch das logische Denken.“
Das erklärte
der Stuttgarter Philosoph Robert Spaemann in einem Leserbrief für die katholische Zeitung ‘Tagespost’
zu der künstlichen deutschen Kontroverse um die Priesterweihen der Piusbruderschaft.
Spaemann denkt
die Forderungen dieser Prälaten zuende.
Wenn Rom die Lehrgespräche mit der Bruderschaft an die Bedingung
des einstweiligen Verzichts auf Sakramentenspendung knüpfen wollte, dann würde das heißen:
„Die Priester
der Bruderschaft dürften bis zur endgültigen Klärung der Angelegenheit keine Messe mehr feiern und
keine Sakramente mehr spenden, das heißt, sie müßte sich erst einmal auflösen, ehe die Gespräche
überhaupt begonnen haben.“
Der Philosoph stellt fest, daß „kein gutwilliger und vernünftiger Mensch“
etwas Ähnliches fordern könne:
„Wer es verlangt, will eine Bedingung stellen, von der er weiß, daß
sie unerfüllbar ist.“
Unter diesen Bedingungen müßten – so Spaemann – auch alle Wiedervereinigungsgespräche
mit Orthodoxen suspendiert werden, weil ihre Weihen nicht vom Papst approbiert, also „unerlaubt“ seien:
„Ebenso hätte der Papst sich durch die Wiederaufnahme der chinesischen »patriotischen« Bischöfe schuldig
gemacht, ohne daß von ihnen der Austritt aus der patriotischen Vereinigung verlangt worden wäre.“
Das
Fazit des Philosophen:
„Die Barmherzigkeit, der Realitätssinn und die Zielstrebigkeit des Papstes, mit
denen er »gschlamperte Verhältnisse« vorübergehend in Kauf nimmt, wird offenbar von seinen mehr an
Prinzipien als an Menschen interessierten Landsleuten weniger verstanden als vom Rest der Christenheit
in der Welt.“
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71 Lesermeinungen
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ad „Heilige Inquisition“! Allein dafür, dass dir Satan diesen Namen in kreuz.net gegeben hat, und die
Heiligkeit der öffentlichen Lächerlichkeit preisgegeben, bleibt dir für lange Zeit sonst nichts als a) entweder weitermachen und damit zeigen, dass du des Teufels bist oder b) schweigen und heimliches
Beten.
@clarissa „Freitag, 26. Juni 2009 00:22 Werter Ben Sira, seien Sie bedankt für die Aufdeckung der wirklichen
Schwachstelle meines Ansatzes! Sicher stellte es eine Schwierigkeit dar, einen vorübergehenden Inkardinationsverband
zu finden. Allerdings haben wir – die ganzen Orden (i.w.S.) nicht mitgerechnet – rund 4.500 Diözesen
weltweit; da wird sich doch vielleicht eine finden – und wenn nicht … verfügte wohl auch der Pontifex
als Metropolit der römischen Kirchenprovinz eventuell auch dafür über Mittel und Möglichkeiten …
Jedenfalls: Es ließe sich sicher eine rechtskonforme Lösung finden … wenn man sie denn suchte!“ freut
mich direkt, dass sie in diesem punkte ad hoc auch keine lösung wissen, das macht sie so menschlich
Nun, die Schützengilde der freien Reichsstadt Hornberg im Kinzigtal soll in erwartung kaiserlichen Besuches
bei jeder Staubwolke Salut geschossen haben, so daß das Pulver alle gewesen sein soll, längst ehe der
Kaiser tatsächlich kam. Vielleicht, wenn es denn im gegenwärtigen Pontifikat werden soll – oder nur
werden kann, sollten die Bruderschaftler vielleicht weder auf Zeit spielen, noch den Pontifex verärgern …
(Gute Nacht!)
Schade, Clarissa, dass Sie keine Prognose abgeben möchten. Prognose meine ich letzen Endes als stochastisches
Modell, das im Falle einer Singularität (hier: FSSPX) eben eine Wahrscheinlichkeitsausssage beinhaltet.
Mein Tipp – wenn ich das noch einmal wiederholen darf – lautet: 2-3 Jahre – sofern der Papst solange guter
Gesundheit ist. Jedenfalls glaube ich, dass es Ratzinger sein muss, der diese „Sache“ in seinem Pontifikat
„unter Dach und Fach“ bringen will und bringen muss, weil andernfalls die „schismatishe Situation“ sich
zu lange hinzieht und zu einem wirklchen Schisma verfestigt. Also: entweder die nutzen den jetzigen „Schwung“
oder es verläuft wie das Horneberger Schießen.
Nun, werter Ben Sira, über Dinge, von denen ich nichts verstehe, Urteile oder Prognosen abzugeben, davon
halte ich nicht viel; so stehe ich bis heute vor einem Rätsel, worin Pontifex oder Bruderschaft den „dokrtinären
Klärungsbedarf“ sehen. Die Errichtung der Bruderschaft als kanonischer Inkardinationsverband wird jedoch
nur die sprichwörtliche juristische Sekunde in Anspruch nehmen, die es dauert, bis der Pontifex das Errichtungsdekret
unterzeichnet hat. Daß man nun sogar seitens der Bruderschaft die Rechtsform einer Personalprälatur
in Erwägung zieht, von der man vor Jahr und Tag noch behauptet hat, sie entspräche nicht der kirchlichen
Tradition, läßt ja zumindest auf ansatzweise Lernfähigkeit schließen. Aber Prognosen darüber, wann
dies geschehen wird, gebe ich sicher keine ab.
@ clarissa Natürlich ließe sich eine rehctskonforme Lösung für die juridische Stellung der FSSPX finden,
wenn man denn nur wollte, wie Sie richtig bemerken. (Campos gibt es ja auch noch …) Aber man will offenbar
das Pferd anders herum aufzäunen und hat doch schon die Lösung in der Tasche (nach Schmidberger eben
etwas „Ähnliches“ wie eine Personalprälatur). – Was ist denn Ihr Tipp, wie lange es bis dahin ncoh dauert?
Nun, werter Selbstdenker, Meinungen und darauf gestützte Überzeugungen mag es ja viele geben; Kenntniserwerb
indes erfordert Mühe. Deshalb gilt es gemeinhin es als Zeichen menschlicher, charakterlicher und sittlicher
Reife, wenn man erkennt, wovon man keine Ahnung hat …
Werter Ben Sira, seien Sie bedankt für die Aufdeckung der wirklichen Schwachstelle meines Ansatzes! Sicher
stellte es eine Schwierigkeit dar, einen vorübergehenden Inkardinationsverband zu finden. Allerdings
haben wir – die ganzen Orden (i.w.S.) nicht mitgerechnet – rund 4.500 Diözesen weltweit; da wird sich
doch vielleicht eine finden – und wenn nicht … verfügte wohl auch der Pontifex als Metropolit der römischen
Kirchenprovinz eventuell auch dafür über Mittel und Möglichkeiten … Jedenfalls: Es ließe sich sicher
eine rechtskonforme Lösung finden … wenn man sie denn suchte!
Die Schwierigkeiten zwischen Vatikan, Bischöfen und Piusbrüdern kommt nur daher, weil viel zu wenig
ROSENKRÄNZE gebetet worden sind. Ist ja auch kein Wunder, heutzutage postet jede Gans im kreuz-net herum,
anstatt Rosenkränze zu beten und die Küche aufzuräumen. Da müssen doch die Kirchen leer bleiben. Die
Gans schweige in der Gemeinde ! o^/
Klasse von Spaemann Habe den Leserbrief heute morgen schon in „der Tagespost“ im Print gelesen. Sehr schön,
dass der gute alte Spaemann, den deutschen Bischöfen den Spiegel vorhält. Prima! Spaemann, you made
my day!
Hysterische Szenarien helfen keinem! Bei allem Verständnis für die Piusbruderschaft, aber es kann nur
immer wieder dies wiederholt werden: Die in Dtld. noch ausstehenden und in den USA bereits durchgeboxten
Priesterweihen entsprechen überhaupt nicht dem Willen des bay. Papstes. – Und die sinngemässe Aussage,
dass bei einem vorläufigen Verzicht auf die Priesterweihen sich die Piusbruderschaft selbst auflösen
würde und keine Sakramente mehr spenden dürfte, bis die Gespräche mit Rom abgeschlossen wären, also
das ist hysterisches Geschwätz. Sowas würde Rom sicher nieverlangen und so hinterhältig könnten sich
auch die dt. Prälaten niemals im Vatican gegen die Piusbruderschaft durchsetzen, so blöd ist der Hl.
Vater sicher nicht. Also was bleibt: die Priesterweihen aufschieben und sehr rasch die Gepräche beenden.
Danach hätte die Piusbruderschaft mein vollstes Verständnis, falls sie wieder Priester weihten, wenn
die Gepsräche mit Rom zu keinem harmonischen Ende führten. Dann wäre ja eh alles völlig Wurscht und
die Piusbrüder sollten Kardinäle ernennen und einen eigenen Papst wählen. Da abergerade DIES vom bay.
Hl. Vater ABSOLUT NICHT beabsichtigt ist, wieso haben die Piusbrüder so eine panische Angst vor dem Aufschieben
der geplanten Weihen. Es wäre nur klug und ein Zeichen echten Entgegenkommens gegenüber dem Hl. Vater
Benedict XVI. – Vertrauen die Piusbrüder nicht mehr auf den Hl. Geist, der weht wo er will, nicht weil
wir so tolle Christen sind, sondern oft gegen unsere Ängste und gegen unsre Widerborstigkeit ???
Der Mehrfachaccounter Manchmal frage ich mich, warum tue ich mir dies an? Mich auf dieser Hetzseite anzumelden
und mich über den unsäglichen Quatsch der hier publiziert wird zu ärgern. Doch dann komme ich immer
wieder zu der Erkenntnis, dass man die Hass- un d Hetztiraden gegen die Juden oder die Homosexuellen Mitmenschen,
die hier regelrecht wie Vieh behandelt werden; oder die diffamierenden Beiträge über unsere Bischöfe,
ja selbst gegen den Papst als Christ und Katholik nicht einfach so hinnehmen darf. Deshalb werde ich auch
weiter gegen diese Hetzseite, die sich hinter ihrer Anonymität versteckt (sie wäre schon längst aus
dem Internet verschwunden, wenn sie nicht anonym agieren würde) vorgehen. Leute sagt euere Meinung, und
wenn ihr gesperrt werdet, wie es mir schon ein paarmal ergangen ist, meldet euch unter einem anderen Pseudonym
und einer anderen E-Mail Adresse (diese gibst wie Sand am Meer) neu an und müllt diese antikatholische
Hetz- und Hassseite mit euren Beiträgen zu.
#44 Mrs.Cologne 20:45:13 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Wissen wo der Frosch die Locken hat „Die Barmherzigkeit, der Realitätssinn und die Zielstrebigkeit des
Papstes, mit denen er >>gschlamperte Verhältnisse<< vorübergehend in Kauf nimmt, wird offenbar von seinen
mehr an Prinzipien als an Menschen interessierten Landsleuten weniger verstanden als vom Rest der Christenheit
in der Welt.“
ups…zu früh geentert… fortsetzung… des advocatus diaboli. eine gute scholastische tradition. wäre
ich hw. schmidberger, würde ich clarissa als ratgebereinstellen. natürlich ehrenamtlich.
Mögen die Hochwürdigen Piusbrüder nur so viele „Priester weihen“, wie sie wollen. Wir werden sehen,
wie es weitergeht. Alle Welt sehnt sich nach Alten Messen. Die Aktienkurse werden steigen.
also bitte! keine derartigen beleidigungen!clarissa colonia schlüpft nur gern in die rolle des advocatus
diaboli. eine gute scholastische tradition. wäre ich hw. schmidberger, würde ich clarissa als ratgeber
@Brandenburgis „Sch …“ sagt man nicht, und „Geh zur Hölle!“ sagt man auch nicht. Liebe Deine Feinde,
und bete für sie. Wenn man Erfolg hat, ist es ein doppelter: die Reihen der Feinde lichten sich, die
eigenen Reihen verdichten sich. Dass Clarissa Colonia nur gute Dialektik betreibt ist klar erkennbar.
Sie versucht, einen Begriff aus der Argumentation Lefebvres so umzudefinieren, dass er nicht mehr passt,
und dann im 2. Schritt die dadurch unpassend gewordene Argumentation auszuhebeln. Aber nicht subtil genug,
dieser nette Versuch mit Dialektik weiterzukommen, wo ihre eigenen Argumente versagen.
#39 chico flojo 20:23:40 | Donnerstag, 25. Juni 2009
@Brandenburgis möchtegern-kathole schlägt einen der wenigen vernünftigen und gangbaren Wege ein. Man
kann clarissa colonia nur auf ihrem eigenen Feld beikommen. Und vielleicht auch auf dem Weg des Glaubens.
Etwas dominikanisches Profil á la des Hl.Dominicus himself wie im Falle der albigensischen Häresien
wäre gewiß angebracht. Hoffentlich verliert m.-g. nicht auch die Nerven.
#38 Ben Sira † 20:22:21 | Donnerstag, 25. Juni 2009
@ clarissa Danke für Ihre Erlöäuterungen von 18.54! Das erscheint mir alles sinnvoll. Eine Frage stellt
sich MIR gleichwohl: Welches soll der der Inkardinationsverband sein, inden hiinein die Priester geweiht
würden? Die FSSPX selbst kann es ja ncht sein. Wber warum sollten sich die Leute in einen fremden Inkardinationverband
hinein inkardinieren lassen“?
@clarissa colonia Na ich will Ihnen anhand von 2 Beispielen zeigen, warum Ihre Definition von 19:32 falsch
ist: Ihre Definition eines Notstands ist beispielsweise deshalb zu eng, weil sie auf die Androhung von
etwas Üblem reduziert. Tatsächlich kann ein Notstand auch dadurch entstehen, dass jemand etwas einfach
verweigert wird/nicht gegeben wird – ganz ohne Drohung. Ein anderer Fehler Ihrer Definition: Eine Notlage
kann auch dadurch entstehen, dass jemand etwas übles macht und nicht nur androht. Sie beziehen sich zu
sehr auf das Drohen.
#33 Dr. Schlämmer 20:03:38 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Der Vergleich … mit den Orthodoxen etc. hinkt insofern, als die Kirche gegenüber diesen formell keinen
Gehorsam verlangen kann, eben weil diese formell außerhalb der Kirche stehen, was bei der Piusbruderschaft
eben gerade nicht der Fall ist, auch deren eigenem Verständnis nach. Somit ergibt sich hier eine besondere
Gehorsamspflicht, die von den Orthodoxen etc. eben gerade nicht verlangt werden kann.
Werter Begierdekatholik, wenn man „Notstand“ als Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund für die Straffreiheit
einer – unter „normalen“ Bedingungen strafbewehrten Handlung heranziehen will, wird man damit leben müssen,
daß dieser „Notstand“ dann auch nach den vorgegebenen Kriterien des positiven Rechts beurteilt wird.
Und, wenn es diese nicht erfüllt, war/ist es kein Notstand.
wenn die SSPX nicht katholisch sein wollen, dann hat man eben eine andere Kirche, und natürlich sin…
die Altliberalen froh: endlich haben wir mal ruhe und können tun was wir wollen. Die Folge: Absterben
der Kirche, wie die Altliberalen es vorgestellt und gewünscht haben. Genau aus diesem Grund mögen sie
die SSPX nicht! Die Altliberalen haßen die Katholische Kirche und wollen sie von ihnen her zerstören,
und SSPX ist eine Hürde.
@Clarissa Ihre Notstands-Definition von 19:32 ist absichtlich so eng und falsch, damit die Piusse nicht
drunterfallen. Das kann man leicht durchschauen. Ihre „unüberwindliche Furcht“ und „Androhung“ ist doch
reiner blabla. Der Notstand heute liegt darin, dass man in der „Amtskirche“ kaum noch einen katholischen
Priester finden; und darin, dass die zum Priestertum Berufenen kaum noch ein katholisches Priesterseminar
finden.
#25 hildegardfan 19:34:03 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Nicht richtig… Unter diesen Bedingungen müßten – so Spaemann – auch alle Wiedervereinigungsgespräche
mit Orthodoxen suspendiert werden, weil ihre Weihen nicht vom Papst approbiert, also „unerlaubt“ seien
Die Orthoxen gehören nicht der RKK an, behaupten dieses auch nicht und wollen es auch gar nicht, ganz
im Gegensatz zu den Piusslern.
@ clarissa Bischof Lefebvre hat die Notlage nicht nur bei seiner Bruderschaft gesehen, dann wäre, wie
Sie richtig bemerken, mit der Weihe kein Grund mehr vorhanden gewesen. Der Bischof hat den Notstand in
der nachkonziliaren Glaubensauslegung gesehen, da wo es Papst Benedikt auch sieht, wenn er den Bruch von
vielen als falsche Auslegung des Konzils brandmarkt. Dieser Notstand wird erst behoben sein, wenn es eine
offizielle, von der Glaubenskongregation entsprechende Nota gibt, wie zweideutige Aussagen richtig in
Kontinuität zur Vergangenheit stehen. Dem wird auch die Bruderschaft folgen! Und dann disziplinär eine
Lösung finden. Zum zwieten Punkt ist zu sagen, dass die wenigsten wissen, dass sich der Erzbischof zweimal
formal in Rom beim zuständigen Hof Rekuspflichtig beschwert hat, aber das Verfahren nie aufgenommen wurde,
weil von untersekretären verhindert wurde, das man sich der Sache annimmt (unrechtmäßige Beeinflussung
im Amt!)
Notstand setzt voraus, daß eine natürliche Person eine andere natürliche Person durch die Androhung
eines empfindlichen äußeren Übels in unüberwindliche Furcht versetzt, um zu erreichen, daß die bedrohte
Person dem Willen des Bedrohenden entsprechend rechtserheblich handelt. Solange Sie nicht kumulativ jedes
Tatbestandselement belegt haben, werter Begierdekaholik, ist die Notlagenbehauptung eine reine Nullnummer.
@clarissa colonia Bei Ihren Punkten a – e fällt gleich beim ersten ein Fehler auf. Sie schreiben, die
Notlage tauge als Rechtfertigungsgrund nur für Lefebvre. Das ist natürlich eine haltlose Pseudo-Feststellung.
Die Kirchenrechtsdebatte ist von den Bischöfen nur vorgeschoben, um darin ein Knock-Out-Argument in Stellung
zu bringen und mit den Piusbrüdern nicht über die katholische Dogmatik reden zu müssen. Auf diesem
Felde schwächeln nämlich die Diözesanbischöfe. (Und niemand weiss dies besser als Müller!)
Nun gut, werter mariokin, unterstellt, die vierundneuzigste Aufwärmung des Notlagenmärleins träfe nun
endlich zu, müßte man trotzdem feststellen: (a) Die individuelle Notlage (so er sich darin gesehen hätte),
taugt als Rechtfertigungsgrund für Marcel Lefebre – und nur für ihn (sofern ihm seinerzeit von einem
Dritten unrechtmäßig eingeflößte schwere Furcht gezwungen hat, genau so zu handeln, wie er tat). (b)
Wenn es sich um eine ebenso offensichtliche wie beweisbare Notlage gehandelt hat, wieso wurde nicht auch
nur ein einziger Schritt zur rechtlichen Klärung dieser Sachverhalte vor dem zuständigen Forum gesetzt?
(c) Wieso ist man nach Beseitigung der Notlage qua Bischofsweihen nicht unmittelbar zur Rechtstreue zurückgekehrt?
(d) Wieso nur wird es stets als böser Affront („Verfolgung“, „Haßkampagne“ et c.) gewertet, wenn von
der Bruderschaft Rechtstreue eingefordert wird? (e) Hat die Bruderschaft durch Rechtstreue etwa etwas
zu verlieren?
@clarissa werte clarissa ich gebe Ihnen recht, dass ein Unrecht kein anderes billigt, es sei denn eine
Notwehrmaßnahme liegt vor. Diese Maßnahme ist kein supertoller Glanzweg, versteht sich, soll aber dem
Recht zum Recht verhelfen. Nach dem Konzil wuchs die Gefahr, das das Glaubensgut verdunkelt wird und verschüttet
wird. Die Früchte davon sehen wir heute… eine große Krise. Ohne den Mut des Erzbischofs und den Wiederstand
der FSSPX gäbe es heute keine Debatte über die Kontinuität und Verbindlichkeitsgrade des Vat. II, die
der jetzige Papst energisch vorantreibt. Ohne den Wiederstand der Bruderschaft wäre der Ausdruck des
überlieferten Glaubensgutes, die tridentinische Messe, vom Erdboden verschwunden. Also, ich bin für
dass hellschwarze Fell der Piusbrüder
die Kirche ist eine Monarchie, das Kirchenrecht bindet in Normalfällen, kann aber vom König bzw. dem
Papst aufgehoben werden. Genauso wie Gott Sünden vergeben kann, auch wenn wir gegen die Moralgesetze
gestoßen haben, kann der Papst begnadigen oder Sonderrecht gewähren.
Schon ofters schrieb ich’s: 1. – Weihehandlungen um 1/4 Jahr verschieben. 2. – Einen Inkardinationsverband
für die Weihekandidaten suchen und von dessen Ordinarius Weiheentlaßschreiben für die Kandidaten ausstellen
lassen. 3. – Den örtlich und sachlich zuständigen Diözesanbischof des Weiheortes um seine Genehmigung
ersuchen. 4. – Wird diese Genehmigung verweigert oder binnen Monatsfrist nicht erteilt, wendet man sich
(vielleicht auch bei 2.) an Ecclesia Dei oder den Pontifex und erbittet mit dem Hinweis auf die Dringslichkeit
des Ansuchens um Erlaubnis pro hac vice, oder wenigstens um klare Richtungsweisung. 5. – Dann haben beide
Seiten (der apostolische Stuhl wie die Bruderschaftsoberen) binnen eines 1/4 Jahres unzweifelhaft Klarheit,
ob die andere Seite nur in Worten vereinigen will, oder mit Taten. 6. – Da diese Sach- und Rechtslage
ja auch nicht erst seit gesten bekannt ist (das Kirchenrecht gilt seit 1983), muß man wohl mutmaßen,
daß die Bruderschaft (a) über keine fähigen Kanonisten verfügt; (b) ein dilettantisches Krisenmanagement
betreibt; (c) die Angelegenheit eskalieren lassen wollte. (Die Varianten sind nicht kontradiktorisch.)
#16 28.IX-28.X 18:46:13 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Hallo Clarissa, wenn Sie hier mit den Paragraphen schön herrumschmeißen; die kanonischen Gründe (berechtigte
und gute), die die FSSPX seit ihrem Bestehen aufführt interessisen Sie nicht?? Ach ‘tschuldigung; Sie
sind ein Lehmann-Zolitschfan
Werter Mariahilfer, schon öfters schrieb ich, daß man Recht, so man sich darauf stützt, ebenso gegen
sich gelten lassen muß, wie man es gegen andere anwenden will. Daß es, an diesem Rechtsgrundsatz gemessen,
in Deutschland (und anderswo) genügend infulierte schwarze Schafe gibt, ist völlig unstreitig. Nur:
Der Rechtsbruch des einen entschuldigt den eines anderen nun aber sicher nicht – und verleiht diesem anderen –
auch bei großzügigster Auslegung – kein Anspruchsrecht auf Rechtsbruch. Bestenfalls diskutieren wir
hier darüber, welche der beiden Seiten nun die „hellschwarzen“ Felle besitzt.
#13 Ben Sira † 18:33:12 | Donnerstag, 25. Juni 2009
@moguntinus Freut mich, dass Sie clarissa in kirchenrehctlicher Hinsicht zustimmen. Nur: nach Ihren Worten
muss dann eben festgehalten weden, dass der Papst sich in diesem Fall -aus welchen hehrer Gründen auch
immer – nicht an das Kirchenrecht hält bzw. sich darüber hinweg setzt. – Sehr vorbildlich ist das nicht!
@ clarissa: Ihr 6. Punkt macht mich neugierig: Wie sieht der nach Ihrer Auffassung die „Lösung“ des Piusbrüder-Problems
aus?
@defendor Wer ihm gehorsam sein will, muss den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln
abschneiden, von denen der Baum lebt. (…)“ Der Baum lebt nicht von falschen Überzeugungen, Defendor
(Heilige Mutter Kirche)
Die heilige lebendige Tradition… …der Heiligen Mutter Kirche wird wieder erblühen ! Auszüge aus
dem Brief von unserem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI. vom 11.3.09 an die Bischöfe der Weltkirche:
–--- „ (…) Der leise Gestus der Barmherzigkeit gegenüber vier gültig, aber nicht rechtmäßig geweihten
Bischöfen… Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muss auch
in Erinnerung gerufen werden, dass das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt.
Wer ihm gehorsam sein will, muss den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden,
von denen der Baum lebt. (…)“ –--- Ich denke, damit ist eigentlich alles gesagt und das notorische Nörgeln
an der „Disziplinar-Klausel“ bez. der Pius-Bruderschaft durch jene, die selbst kaum den Anschein erwecken,
Gehorsam gegenüber der reinen Lehre der Heiligen Mutter Kirche zu leisten ( so auch nicht gegenüber
dem Vaticanum II. !!!!) , wird daher mehr und mehr zu einer – mittlerweile – peinlichen – Selbstanklage !
Der HEILIGE GEIST hat unmissverständliche Zeichen gesetzt. ER wird das Begonnene auch vollenden. Das
Wiedererblühen der heiligen lebendigen Tradition wird der Heiligen Mutter Kirche – der BRAUT CHRISTI
– wieder jenen Glanz und jene Ehre verleihen, der ihrem BRÄUTIGAM, unserem HERRN UND GOTT JESUS CHRISTUS,
dem Mensch gewordenen eingeborenen Sohn Gottes, unserem Erlöser von Sünde und Tod, dem LAMM GOTTES,
gebührt ! Gelobt sei Jesus Christus ! www.gloriapolo.net/
#10 Brandenburgis 18:26:54 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Die KÖllner Sch…hau…- Klarisse kann nie und nimmer eine „Analyse“ abgeben, weil sie überhaupt nicht
zu systematischem Denken in der Lage ist. Da sabbert es immer …
lesenswert ist auch die bemerkung von Bischof Koch (Basel). Deutsche Bischöfe sind im Grunde schon ein
Sonderfall. Übrigens: heute war ich in einer lutheranischen Kirche, schockiert, weil dort mehr Katholizismus
vorhanden ist als in vielen modernen katholischen Kirchen. In dieser lutheranischen Kirche ist auch das
Pfingstengeschehen mit Maria und Apostel abgebildet (Gemalt nach der Reformation, also original lutheranisch).
Und der Altar steht mit Kommunionsschrank ad orientem in Apsis. Leute, Leute, denkt dies mal ganz genau
nach.
#8 Mariahilfer 18:24:41 | Donnerstag, 25. Juni 2009
@clarissa colonia: Sie haben formell vollkommen recht und ich gratuliere Ihnen zu Ihrer ebenso scharfsinnigen
wie prägnanten Analyse. Trotzdem ist in der Sache nach meinem Dafürhalten die Piusbruderschaft nicht
im Unrecht, zumindest nicht in der von Ihnen gemeinten Form. Denn es wird, wie mariokin zutreffend geschrieben
hat, mit zweierlei Mass gemessen. Wenn heute jede Verletzung des kirchlichen Rechtes mit voller Strenge
geahndet würde, sähe die Kirche vollkommen anders aus. Jetzt ausgerechnet gegen die Piusbruderschaft
das Kirchenrecht zu bemühen ist in meinem Augen unlauter. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl Erzbischof
Lefebvre als auch seine Anhänger – zu denen ich selbst nicht gehöre – sich auf Notstand oder andere
von der Rechtslehre anerkannte Entschuldigungsgründe berufen können.
#7 Moguntinus 18:23:53 | Donnerstag, 25. Juni 2009
ad Clarissam Liebe Clarissa Colonia, zwar erscheinen mir Ihre sechs Punkte schlüssig zu sein, und – wie
von Ihren Beiträgen gewohnt – zeugen sie von fundierter Kenntnis des Kirchenrechts, doch denke ich, Spaemann
geht es um etwas anderes: Der Papst hat in einem Akt der Barmherzigkeit die Exkommunikationen im Februar
zurückgenommen. Er dürfte wohl kaum im Juni dieselben wieder neu aussprechen, wußte er doch damals,
daß die FSSPX Ihre Tätigkeiten nicht ruhen lassen würde. Wenn also der Papst Gespräche mit der FSSPX
wünscht, dann wird er weniger formal-kirchenrechtliche Aspekte im Auge haben, vielmehr dürfte es ihm
um ein großherziges Angebot gehen. Ich bin kein Anhänger der FSSPX, halte hier aber das Vorgehen des
Papstes für nachvollziehbar und seiner Rolle als Brückenbauer angemessen.
clarissa, nicht zwei Dinge vermischen Die Bischöfe sagen doch, dass die Bruderscahft nicht in Gemeinschaft
mit der Kirche steht und der vatikanische Pressesaal (und nicht der Papst) sieht das genauso. Also was
will man denn. die Einheit soll doch erst voll gefunden werden. Beim Gehorsamsanspruch hingegen wechselt
man die Seite, da sind sie es dann plötzlich schon. Man soll bei seiner Meinung bleiben, nicht sie drehen,
wie man sie braucht. Für die Bischöfe sind sie nicht in Einheit mit der Kirche, also hat Prof. Spaemann
voll recht.
#5 sankt niketas 18:23:12 | Donnerstag, 25. Juni 2009
Schwachsinn Die deutschen Bischöfe fordern von der Piusbruderschaft den einstweiligen Verzicht auf die
Sakramentspendung – und damit ihre Auflösung. Unsinn. Wer fordert, dass die Piussekte das Kirchenrecht
einhält und jedenfalls mal am 27. 6. keine drei Priesterweihen vornimmt, fordert deswegen noch überhaupt
nicht deren Auflösung. Das ist ja logischer Humbug, selbst wenn es von einem Professor für Philosophie
geäußert wird.
#3 Mariahilfer 18:08:55 | Donnerstag, 25. Juni 2009
@mariokin: Völlig richtig. Es ist auch schlicht unverständlich, warum ausgerechnet die Piusbruderschaft
so sehr von den deutschen Bischöfen so angefeindet wird. Man kann sich das nur so erklären, dass die
deutschen Bischöfen und mit ihnen alle traditionsfeindlichen Kräfte erkennen, dass der von ihnen geführte
Teil der Kirche abstirbt, während die traditionsverbundenen Kräfte wachsen und somit die eigentliche
„Konkurrenz“ darstellen. Die Piusbruderschaft führt diesen Leuten vor Augen, wie es sein sollte und damit
werden ihnen schmerzhaft – meist ohne dass es ihnen bewusst wird – die Fehler der traditionsfeindlichen
Kräfte deutlich gemacht. Es ist ja auch kein Wunder: Eine Kirche, die sich an weltliche Entwicklungen
anzupassen versucht, bietet nicht mehr das, wofür wir die Religion haben, nämlich die Hinwendung zum
Transzendenten. Eine Kirche, die mehr oder weniger bewusst die Transzendenz vergisst oder ablehnt, zum
Beispiel in der neuen Messe, ist überhaupt nicht mehr Kirche und unterscheidet sich nicht mehr von anderen
Sozialvereinen. Ist es so weit gekommen, gehen die Leute gleich zu Sozialvereine. Wer ein gemeinsames
Mahl feiern will, geht nicht in die Kirche sondern in ein Gasthaus. Daher geht heute niemand mehr in die
Kirche der Neuen Messe.
Si tacuisset … 1. – Stellt die Bruderschaft eine eigene Kirche dar (a), untersteht sie nicht dem Kirchenrecht;
ist sie aber – behauptungsgemäß – nach wie vor Teil der Kirche (b), unterläge sie der Beachtung des
Kirchenrechts. 2. – Nach (b) ist die Bruderschaft aber niemals als geistlicher Heimatverband errichtet
worden, dem Kleriker adskribiert bzw. inkardiniert werden können. 3. – Wer Priester weiht, die er nicht
selbst inkardinieren kann, bedarf hierzu der Ausstellung eines Weiheentlaßschreibens (can. 1015) durch
den Oberen, dessen Inkardinationsverband diese mit der Weihe angehören werden. 4. – Die Rechtsfolgen
für die Weihe von Klerikern, die keinem kanonisch errichteten geistlichen Heimatverband angehören, ergeben
sich aus can. 1383 (Einem Bischof, der gegen die Vorschrift von can. 1015 einen fremden Untergebenen ohne
die rechtmäßigen Weiheentlaßschreiben geweiht hat, wird für ein Jahr verboten, eine Weihe zu spenden.
Wer aber eine Weihe so empfangen hat, ist ohne weiteres von der empfangenen Weihe suspendiert.) 5. – Die
Sachlage, Kleriker in fremdem Diözesangebiet ohne Genehmigung des Diözesanbischofs zu weihen, die darüber
hinaus keinem kanonischen Inkardinationsverband angehören werden, ist von der Bruderschaft selbst herbeigeführt
worden. 6. – Es hätte genügend Zeit zur Verfügung gestanden, die – längst bekannten – bestehenden
Probleme zufriedenstellend zu lösen. Da dies nicht geschehen ist, sind Ergebenheitsadressen an den Pontifex
nicht mehr als flatus vocis: Heiße Luft!
bravo Prof. Spaemann besser kann man diesen Zwist nicht ausdrücken. Genau das ist es, die gesamte Ökumene
würde zum sofortigen stillstand kommen, wollte man gleiches, was man der Bruderschaft auferlegt, als
Maß für die Ökumene anwenden. Hier wird eindeutig mit zweierlei Maß gemessen. Also entweder alle,
oder man soll der Bruderschaft ihre „Rückkehr“ nicht unnötig schwer oder gar unmöglich machen! Oder
wollen Sie das Bischof Müller?